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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-02-26 · 9 (26.2.1915) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
9 (26.2.1915)
Date
1915-02-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 158 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 9 schah es, daß Alexander, da kein Offizier da war, eine Kompagnie des 12. Infanterieregimentes ohne höheren Befehl zum -Sturme/ geführt -hat. Wie der junge Held seinem Bruder, dem Staatsbeamten Sandor Alexander/ schreibt, feuerte er seine Mannschaft mit ununterbrochenen Zurufen in deutscher, ungarischer und slovakischer Sprache an. Die Mannschaft stürmte ihm nach und der Feind, welcher aus diesen vielsprachigen Zurufen folgerte/ daß er einer Uebermacht gegenüberstehe, ergab sich. Der Sturmangriff war erfolgreich, den Unsrigen fielen ein Oberst, zwei Leutnants und, 170 Mann als Gefangene, sowie ein geheimer feindlicher Kriegsplan in die Hand, mit dessen Hilfe am darauffolgenden Tage mehrere tausend Russen in unsre Hände fielen. Der Divisionär belobte A l e x a n d e r persönlich, das Armee-Oberkommando zeichnete chn mit der goldenen Tapferkeitsmedaille -und der deutsche Kaiser mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse aus. Kottene Tapferkeitsrnedaisse. - Der im Temefer Komitat geborene 24jährige Privatbeamte Oskar B.e e r, Zugsführer in der 8. Kompagnie des 1. Budapester Honvedmfanterieregiments, hat sich im vorigen Monate auf dem nördlichen Kriegsschauplatz ganz besonders ausgezeichnet. Als bei Grodovice der Bataillönskommandant verwundet wurde und die übrigen Offizieregefallen waren, übernahm et. das Kommando und hielt auf den Felstiner Höhen den Feind elf Tage lang auf, bis, er Verstärkungen erhielt. Nach Einlangen der Verstärkungen wurden mchr als 100 Gefangene gemacht. Für sein tapferes Verhalten wurde er auf dem Schauplatze seiner heldenmütigen Waffentat zum Stabsfeldwebel befördert und mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Einige Zeit später wurde er verwundet und in das Rote Kreuzspital nach Klaufenburg gebracht. Oskar Beer ist der Sohn eines jüdischen Gutsbesitzers In Gatalja im Temefer Komitate. Me Ketten von Knnmadaras. Die Kunmadarafer jüdische Kultusgemeinde besteht im ganzen aus 64 Familien. Bis jetzt sind aber bereits 72 Mitglieder der Gemeinde in den Krieg gezogen, von denen drei, und zwar Elemer Neuländer, Ferdinand Deutsch und Samuel Schwarz, bereits den Heldentod fanden. Drei> und zwar Apotheker Ludwig Goldberg e r, Franz Goldberger und der Sohn des hiesigen Arztes Dr. Isidor Steiner, sind in Gefangenschaft'geraten. Der Letztgenannte befindet sich zurzeit als Gefangener in Omsk .(Sibirien), wo er als Kommandant 'eines Kriegsspitales tätig ist. Der Präsident der Küktusgemeinde von Kunmadaras Isidor Koh n dient gegenMrtig beim 1. Honvedhusarenregiment.' W vier Söhne der Witwe Klein. S MÜwe Markts Klein in Budapest hat vier Söhne, welche jetzt alle im Kriege sind. Der eine, Koloman K i ß. ist FWrrich und hat bereits -an 51 Gefechten teilgenommen; der zweite - Sohn, Josef Kiß, hat bisher an vierzehn Gefechten mitgekämpft. Auch die anderen Söhne, Desider und Emmerich, stehen 'in der Front. Wir bemerken, daß auch von dem in unserer Wiener Gemeinde wohlbekannten Herrn Börsenrat kais. Rat Beer vier Söhne im Felde stehen. Einer von ihnen genoßhie Auszeichnung, üowSr.- käis. Hoheit dem.Thronfolger, angesprochen, zu werden. Als der Erzherzog erfuhr, daß der Angeredete aus Penzing sei, erwiderte er: „Da Md wir ja Nachbarn." Aie gefallenen Offiziere des 31. Konvedinfanterie- Hiegimentes. Laut der vom Offizierskorps des Veszprimer 31. Honvedinfanterieregiments ausgegebenen jüngsten Parte sind . bis Ende 1914 unter anderem auch, die folgenden jüdischen Offiziere dieses Regimentes gefallen, undzwar: Isidor Weiß, Reserveleutnant, gefallen am 22. Oktober 1914 Emmerich Hoffmann, Reserveleutnanr, am 9. September 1914 gefallen Emmeriche Mahler, Reserveleutnanr, gefallen am 22.. Oktober 1914 / selbst; Ändor Spiegel, Fähnrich, gefallen am 28. August 1914 begraben im Uhnower Walde. Primarius Ar. Klfted Iungmann. Am 16. August vorigen Jahres starb Primarius Dr. Alfred Jungmann in feinem 42. Lebensjahre auf der Rückkehr vom Kriegsschauplätze. Obwohl bei der Einberufung schwer krank, hat er es verschmäht, sich auf Grund dieser Erkrankung vom Kriegsdienste zu befreien. Er wurde in Fünfkirchen begraben, vor einigen Tagen exhumiert und dieser Tage auf dem Zentralfriedhofe (isr. Abteilung) in aller Stille im eigenen Grabe beigesetzt. lieber die Bedeutung Dr. Alfred Jungmanns sind bisher viele Publikationen erschienen, aus denen wieder einmal hervorgeht, daß wir in Oesterreich von dem bedeutenden Rufe einzelner unserer Männer bei Lebzeiten zumeist nicht viel Wesens machen. Dr. Alfred Jung mann hat als berufener Interpret der Gedanken von Hofrat Lang, dessen operative Therapie der Lupuskrankheit übernommen, dann durch die Lichttherapie F i n s e n s ergänzt und so eine eigene Methode der Lupusbehandlung begründet, die er in dem herrlichen Palaste wer neuen Lupusheilstätte am Wilhelminenberge einführte und in aller Welt verbreitete. Mit Alfred Jungmann ging ein Mann dahin von abgeklärter Bescheidenheit und tiefbegründeter Menschenliebe. Noch heute weinen um ihn, und das ist wörtlich zu nehmen, Hunderte von Patienten, die zur Nachbehandlung irr die Lupus-Heilstätte kommen und von dem Hingange des vornehmen Heilkünstlers und Menschenfreundes hören. Alfred Jungmann lebte in selten harmonischer Ehe mit seiner jurrgen Frau, einer geborenen Jeiteles. Ein prächtiges Mädchen, das dieser idealen Ehe entsprossen ist, bildet nun den Trost der jungen Witwe und der Mutter Jungmanns, deren einziger, überaus zärtlicher und fürsorglicher Sohn er war. Alfred Jungmanns seltene Kindesliebe, und die wahrhaft innige Art seiner ehelichen Verbindung waren vereint mit einer sicheren, niemals vordringlichen Wertschätzung seines angeborenen Volkstumes und -Glaubens. Er hat es verstanden, als Jude durch feine bloße Bedeutung in einem Institute Primarius zu werden, welches von der Stadt Wien und vom Lande Niederösterreich stark subventioniert wird. Er war eine Freude für alle, die ihm nahegestanden find, und eine Ehre für seine Glaubensgenossen. „Sein Andenken gereicht uns zum Segen." . Die Chelvra-Kadischa Fünfkirchen-Pecs sowie die Kultusgemeinde Wien haben die Ueberführung und Neubeerdigung möglichst begünstigt und rasch durchgeführt. Iäljnrich Ar. Mosenberg. Mitte Dezember vorigen Jahres ist am nördlichen Kriegsschauplatz- Dr.- Abraham Hersch Rosenberg, Advokaturskandidat aus Drohobycz, Fähnrich s. Res. des 33. Landw.-Jnfanterieregiments, gefallen. Dr. Rosen-

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