Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 8 (19.2.1915)
- Date
- 1915-02-19
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 150 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 8 rückgekehrt, wurde er wieder zum Obmann des Bikur- Eholemvereines gewählt, welche Stelle er bis zu seinem Hinscheiden innehatte. Welcher Wertschätzung sich der Dahingeschiedene am hiesigen Orte erfreute, das bewies die große Teilnahme auch seitens der nichtisraelitischen Bevölkerung an seinem Leichenbegängnisse. An der Bahre hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Doktor Friediger einen ergreifenden Nachruf. Am offenen Grabe sprachen noch Herr Dr. Goldklang als Vorsteher der Kultusgemeinde und Herr Herrmann Imme rglück als Obmann der Chewra-Kadischa. Oeffentttche Danksagung. Die Gefertigten erachten es' als ihre Pflicht, namens der zahlreichen, in der Umgebung Pilsens weilenden galizischen Flüchtlinge dem Hilfskomitee der israelitischen Kultusgemeinde in Pilsen chren Dank auszusprechen. Was die israelitische Kultusgemeinde mit ihrem stets hilfsbereiten und verdienstvollen Vorsteher Herrn Dr. Josef Schanz er an der Spitze und unter werktägiger Unterstützung des Herrn Rabbiners Dr. Link für die galizischen Flüchtlinge im weitesten Umkreis von Pilsen getan hat, gehört zu dem hervorragendsten, was auf dem großen Gebiete der Fürsorgeaktionen geleistet worden ist. Wielen Dank sprechen wir Herrn Wilhelm Liebstein und Herrn Alfred Erben aus, die in großzügiger Weise die Fürsorgeaktion förderten. Die Unterstützungen seitens der israelitischen Kultusgemeinde und chrer Mitglieder an Kleidern und Wäsche, an Lebensmitteln, an Bargeld gehen in viele Tausende. Wir sind außerstande, unsere Erkenntlichkeit in anderer Weise zu bezeugen, als indem wir dem Hilfskomitee der israelitischen Kultusgemeinde, ganz besonders Herrn Dr. Schanz er, und allen MUgliedern hiemit öffentlich Dank und die Versicherung aussprechen, daß wir unsere Wohltäter auch nach der Rückkehr in unsere Heimat in stets dankbarer Erinnerung behalten werden. Jacob Jsak Bl o ndw e in, Rabbinatskandivat aus Bircza. Moses Asch he im, Gutsbesitzer und Gemeinderat der Stadt Mielec. Saul I. Kerner, Vizebürgermeister der Stadt Dembica. Salomon Rottenberg, Eskompteur aus Rozmadow Nissen Nußbaum, Kultusrat aus Mielec. Abraham Göttinger, Kaufmann aus Mielec. Elias Horschowski, Kaufmann aus Oloschytze. Jakob Westreich, Gemeinderat aus Tarnobrzeg. Zllava. Einen schmerzlichen Verlust hat unsere Gemeinde erlitten. Am 10. d. M. verschied im 80. Lebensjahre Frau Cäcilie Lew in, Witwe nach dem ob seiner Gelehrsamkeit und Frömmigkeit in weiten Kreisen rühmlichst bekannten und geschätzten Illavaer Rabbiner David Lew in s. A. Die Heimgegangene, die ob ihrer Herzensgute, ihres Seelenadels und ihrer Frömmigkeit in allen Kreisen großer Hochachtung sich erfreute, war die Tochter des Trencsener Rabbiners I. S. Löwy s. A. und Enkelin der berühmten Verfasser der rrvn und rp n jec Werke. Zur besonderen Ehrung der Verblichenen wurde der Sarg vom Sohne Dr. Moritz Lew in, Rabbiner in Nikolsburg, dem Schwiegersöhne Dr. Mar Himmler, Rabbiner in Jllava, dem andern Sohne Jakob L e w i n und dem Gemeindepräsidenten Dr. P o l l a c s e k in den Tempelhof gebracht. Daselbst widmeten der Verblichenen der Sohn Dr. Moritz L e w i n, Rabbiner in Nikolsburg, und der Schwiegersohn, unser verehrter Rabbiner Dr. Mar Himmler, in ergreifender Weise rührende Worte des Abschiedes und des Dankes. Hernach wurde der Sarg von den Korporationen der Filialgemeinden und den Vorstandsmitgliedern der Chewra-Kadischa abwechselnd in Begleitung der Ortsbehörden und zahlreicher Frauen in den Friedhof gebracht und zur ewigen Ruhe gebettet. Wer weiß? Swnpler Regina, Wien, 9. Bezirk, Turngasse 8/3, sucht ihre Eltern (£$ajim und Martha Stemple» aus Stupnica bei Sambor, zuletzt in Schelitz, sowie ihre Schwester Fani Fuchs mü uy;em Manne Jsak und zwei Kinder, ferner Rosa Stempler. Epstein I., 199 2d St. Newyork, sucht seine Mutter Ruchel Epstein und seine Schwester Golda aus Zablotow, sowie seine Frau Güttel Epstein, Tochter des Meschulim Münzter aus Kniaze. Eigen Dawid aus Brzezana, Galizien, sucht seine Frau Leitcze Eigen, seine Söhne Salomon, 15 Jahre, Chaim, 8 Jahre, und seine Töchter Este», 6 Jahre, Taube, 2 Jahre alt. Auskünfte erbeten an Gemeindeamt Koritschan, vel. Kultusvorstand. Schneider Boruch und dessen Frau Hene werden von ihrem Bruder Maier Großmann aus Vrmyßlany, Infanterist des k. u. k. Infanterieregiments Nr. 55, welcher derzeit verwundet in Rosenberg ist, gesucht. Gefällige Nachrichten sind an Herrn Viktor Glanzburg, Rabbiner in Rosenberg, Südböhmen, zu richten. Trachtenberg Jda Rosa aus Sadowa wisznia sucht ihre Eltern und Familie. Fabian Hermann aus Grybow sucht seine Mutter Sarah Fabian aus Krosno, seine Verwandten Jsak Scheuer-Weinstein aus Sanok, M. Krüger aus Grybow, Chaskel Ermer aus Grybow. Mitteilungen nimmt das Rabbinat in Lundenburg entgegen. Seitelbach Elias, derzeit in Höritz (Böhmerwald), sucht seine Kinder Chaim, Ruchel und Resel Seilelbach aus Starzawie bei Mociska, die er auf der Flucht in Lundenburg verloren hat. Rosenberg Gitl, derzeit in Holleschau, Mähren, sucht ihren Mann Moses Rosenberg mit vier Kindern, der in Tarnow zurückblieb. Asriel Wigdor in Holleschau sucht seine Tochter Libe Schlangenkopf und ihren Sohn Rafael. Frau Katz Rüfke samt vier Kindern, aus Wtznitz, Bukowina, wird gesucht von ihrem Mann Karlo Katz in Newyork. Auskunft an die Redaktion der „Oesterr. Wochenschrift". Baumgarten Adel aus Drohobycz, derzeit in Wien, 2. Bezirk, Kleine Schifsgasfe 26, sucht ihren Mann Moses Baumgarten. Erlös der Broschüre „Weinende Berge" von Dr. H. E. Kaufmann, Rabbiner in Virovitiea zugunsten der galizischen Flüchtlinge. Andor Dorner, Vorsteher, Barcs Kr. 20.—, Franz Breuer, Bares 20.—, Albert Broch, Vorsteher, Varasdin 10.—, Frau Anna Stern, B.arcs 5.—, Frau Sophie Stern geb. Wilczek, Bares 5.—, Adolf Ving, Vusetina 3.—, Julius Kraemer, Djakovo 2.—, Dr. Vilmos Kapolyi, Barcs 2.—, Frau Rosa Reich, Virovitiea 2.—, Josef Klein, Bares 2.—, zusammen Kr. 71.—; dazu gerechnet die ausgewiesenen Kr. 281.30, insgesamt Kr. 352.30. Der Umzug brr Prager Jude« zu Ehre« brr Geburt Kaiser Josef« be« Zweiten. Im Jahrgänge XIX. der von mir schon öfters erwähnten ausgezeichneten Zeitschrift „Cesky Lid", die von Professor Dr. Cenek Zibrt in Prag redigiert wird, finden wir unter obigem Titel einen längeren von Anton Dolensky geschriebenen Artikel, der für die Juden von großem Interesse ist und den wir wiederzugeben uns' bemüßigt fühlen. In der Regierungszeit Maria Theres ias wurde die Geburt des Thronerben von allen österreichischen Völkern festlich gefeiert. Auch das königliche Prag veranstaltete eine Woche hach der Geburt des Kronprinzen, des nachmaligen Kaisers Josef II. große Festlichkeiten, verbunden mit einer Illumination. Auch die Prager Juden liehen ihrer Freude über die Geburt des Thronerben durch einen am 24. April in ihrem Viertel, der bekannten Judenstadt, veranstalteten Umzug besonderen Ausdruck. Der damalige Primator der Judenstadt, L>imon Wolf Frankl, ließ auf seine Kosten den prachtvollen Umzug in Kupferstich Herstellen und mit dem dazugehörigen Texte versehen. Der Text ging leider verloren; aber eine Abschrift desselben findet sich in dem Werke „Memorabilia" des Kreuzherrnordenspriesters Johann Karl Alois Rohn. Der volle Titel lautet: „Kostbar-zierlicher Aufzug, welcher wegen hoher Geburt des durchlauchtigsten Ertzhertzogen und Printzen von Oesterreichs JosephiBenedictiJoannis Augusti Antonij Michaelis Adami zur