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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-02-19 · 8 (19.2.1915) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
8 (19.2.1915)
Date
1915-02-19
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 8 Dr. Blsch's Wochenschrift Seite 149 Jause, zu beziehet:. Die Veranstaltung verdient alle Förderung, da das Komitee mit geringen Mitteln seit Anfang Oktober etwa 300 Personen täglich ausspeist und in jeder Weise dem Flüchtlingselend gesteuert hat. Die bevorstehenden Pessach-Festtage erfordern mehrere Hundert Kronen, die sich das Komitee durch diese Veranstaltung und wohlwollende Gönner erst verschaffen muß. Aufruf! Soldaten in: Felde, Verwundete, Flüchtlinge verlangen fortwährend Tesfilin, Tallis, Bet- und andere hebräische Bücher. Die Kultusgemeinde und Schissschul leisten das Möglichste, können aber nicht genügen. Wer solche Ritualien entbehren kann, wolle gütigste sie an mich senden oder mich verständigen, damit ich selbe abholen lasse. Wien, Februar 1915. Wolf Pappenheim, Wien, II/l, Kl. Pfarrgasse 1. Volksküchenkonzert rin der Toynbeehalle (XX.. Denisg. -33) Montag, 15. Februar, fand vor einem sehr distinguierten Publikum das vollständig ausverkaufte Konzert zugunsten der israelitischen Volksküche statt. Den vortrefflichen Violin- und Violavorträgen des Herrn Stojanowitz, dem Klavierspiel der Frau Jahn-Beer und dem Gesang des Fräulein Emmy Heim wurden reicher Beifall gespendet. Wahre Beifallsstürme entfesselte der Meisterballadensang Victor Heims, sowie der Kriegsliedervortrag der diesmal im Wärterinnenkostüm erschienenen Frau Mella Mars, der unübertrefflichen Interpretin der Kompositionen ihres Gatten Lasky. Frau Hermine Kadis ch, Frau Professor Roth, Frau Dr. Jenny Adler empfingen die Festgäste und durften nicht nur mit den: künstlerischen, sondern auch pekuniären Erfolg ihrer Veranstaltung, die der notwendigsten Wiener rituellen Ausspeisung zugute 'kommt, /vollauf zufrieden sein. Borträge in der Toynbeehalle (XX., Denisgasse 33. Josefine Mendl-Wohlfahrtshaus). Freitag den 19. Febrnar: Bibelvortrag S Noiner. Samstag den 20. Februar: Kammerliiusikabend, Frau Sophie Kart) Konzertmeister Zimbler, Fräulein Else Aldor, Gesang. Sonntag den 21. Februar: „Kaiser Josef II. und seine Zeit". Lichtbildervortrag von Herrn Jacques Jaeqer. Mittwoch den 24. Februar: Unser Gebet in Wort und Melodie. Ausgeführl von Oberkantor Morgenstern, Professor Antscherl, Heinrich Antscherl, Geige, M. Menzcr, Harmonium. Donnerstag den 25. Februar: Jugeidbund, ..Völkerrecht und Völkerunrecht", Vortrag von Dr. Pan» Eifinger. Verein „Machsike hadath“ zur unentgeltlichen Ausspeisung armer zugereister Kranker Wien, II., Ob. Augartenftraße 40 sind weitere Spenden eingegangen: Verein Zuflucht Kr. 100.—, Frau Franzos, Sammlung 50.—, Frau Fiul, Sammlung 50.—, Mordcha, Sammlung 50.—, Frau Abend, Sammlung 45.—, Fa. Gebrüder Gutmann 40.—, Doktor Friedrich Goldschlager 20.—, I. Weißmann 20.—, Aron Barschak 20.—, Z. Altmann 10.—, Frau Hadasse Wechsler, durch Frau Kurzer 10.—, Frau Tumim, Sammlung 10.—, Frl. Broni Schwarz, durch Frau Kurzer, Sammlung 10.—, A. Wertheimer 10.—, Frau Wortsmann, Sammlung 6.—, Osias Uri 5.—, H. Luftig 4.—, Eva Seizof, durch Frau Kurzer 3.—, S. Lovy 3.—, Grünbergs Nchs. 2.—, M. Esterschek 2.50, Schüler 2.—, Eroßmann 2.—, Gottfried, durch Sami März 2.—, Fische! Karmel, Krakau 2.—, S. Bogat 80.—, Birnbaum 72.—, zusammen Kr. 480.02; bereits ausgewiesen 7916.65, insgesamt Kr. 6396.67. Wien. Am 11. d. M. wuroe Frau Berta Schor, Witwe nach dem vor Jahresfrist ihr im Tode vorangegangenen Gatten, dem allverehrten Oberkantor Mayer Schor s. A., zu Grabe gebracht. Herr Rabbiner Dr. I. M. Bach hob in seiner Trauerrede die Frömmigkeit und dieweiblichen Tugenden der Verewigten, die sich großer Beliebtheit in Wien erfreute, hervor und sprach den Söhnen, die säst alle in der Kriegszeit unter die Fahnen gerufen wurden, Trost zu. Die Rede und die Trauergesänge des Herrn Oberkantors Morgen st ern machten tiefen Eindruck auf k>ie zahlreichen Trauergäste. An der Seite ihres Gatten auf dem Wiener Zentralsriedhof wurde diese „Esches chajil" zur ewigen Ruhe gebettet. Wien. „G ei st und Schönheit unserer heiligen Gesänge" werden in unsrer jüdischen Toynbeehalle, 20. Bez., Denisgasse 33, am kommenden 24. Februar den Inhalt des Vortragsabends, der um 7 Uhr beginnt, bilden. _ Oberkantor Morgen st ern wird singen und Pros. Antscherl wird über unsere Gebete sprechen. Die musikalische Begleitung haben die Musikvirtuosen Heinrich Antscherl und Moriz M e n z e r übernommen. Austritte aus dem Judentum vom 7. bis 13. Februar 1915. Herzig Lora, Wäscherin, geb. 30. April 1876 in Kassejowitz, XVI., Effingergasse 38. Lenthal Hans (früh r Löwenthal), Dr., geb. 4. November 1876 in Wien, k. k. Ober-Leutnant, IV., Favoritenstiaß? 11. Müller Isidor, Vertreter, g< b. 7 Septemb r 1864 in Czernowitz. XVI.. Neulerchenfel erstraße 63. Baden. jTrauergottesdieu ft. > Sonntag, den 21. d. M., 5 Uhr abends, findet im Götteshause der israelitischen Kulmsgemeinde Baden ein Trauer g o t t e s d i e n st mit Predigt für unsere im Kriege gefallenen Soldaten statt. Baden. Sonntag, den 21. d. M., wird Herr Dr. K a p r a l i k zur großen Freude der Badener Gesellschaft wieder im Literaturverein „Maimonides" erscheinen und einen Vortrag unter dem Titel „Tie Elemente hassendas Oiebild von Menschenhand" halten. Aussig. (S o l d a r e n b e g r ä b n i s.) Unter ganz außergewöhnlicher Massenbeteiligung aller Schichten der Bevölkerung wurde gestern nachmittag die Leiche des für das Vaterland gestorbenen Einj.-Freiw. Herrn Fritz L ö w y zur letzten Ruhe bestattet. Trotz des höchst ungünstigen Wetters hatten sich am Friedhofe die Leidtragenden und Trauergäste in nach vielen Hunderten zählenden Menge eingefunden, u. a. Bürgermeister Dr. Bornemann mit einigen Stadlräten und Stadtverordneten, Vertreter der k. k. und anderer autonomen Behörden, der Lehrkörper und die Kuratottumsmitglieder der Handelsakademie, Vertreter der übrigen hiesigen Lehranstalten, der Industrie, des Handels und Gewerbes in sehr stattlicher Zahl; Abordnungen zahlreicher Vereine und Korporationen und einer sehr großen Zahl Handelsakademiker. Weiters halten sich noch eingefunden die gesamten dienstfreien Offiziere der hiesigen Garnison mit den in Aussig weilenden verwundeten und kranken Offizieren und Mannschaften. Den militärischen Kondukt stellte das hiesige Feldjägerbataillon bei. Die Leiche war unter einem wahren Haine erotischer Pflanzen in der Halle des Friedhofes aufgebahrt und der Sarg mit kostbarem Blumengewinden — den letzten Liebesgaben der Angehörigen, Verwandten, Freunde und Körperschaften - geschmückt. Rach Absingung der Trauerchorale und Verrichtung der Gebete seitens des Oberkantors Herrn Borodkyn setzte sich der kaum übersehbare Trauerzug, den die hier weilenden verwundeten Soldaten und ein Zug der Jäger eröfsneten, in Bewegung. Als Träger fungierten gleichfalls Einserjäger, während Mitglieder des hiesigen Veteranenvereins Spalier bildeten. Beim offenen Grabe hielt zunächst Herr Rabbiner Dr. Rosenzweig dem Verblichenen einen warm empfundenen Nachruf, indem er die vorzüglichen Geistes- und Herzenseigenschaften des Verblichenen würdigte, sodann der vom Geschicke so schwer betroffenen Familie Trostworte spendete. Mit der Erteilung des Segens an die Trauergemeinde, schloß der Rabbiner. Handelsakademiker H. G l a u b e r widmete sodann dem Verblichenen namens der Freunde innige, zu Herzen gehende Worte des Gedenkens und Abschiedes. Unter dem Ehrensalut und der Generaldecharge der Einserjäger wurde sodann der Sarg in das von der Stadtgemeinde beigeitellte Ehrengrab gesenkt. Mit der Verrichtung der übl.chen Gebete und Zeremonien schloß sodann die ergreifende Trauerfeier. Oderberg. Am 19. v. M. verschied hier der ehemalige Obmann des hiesigen israel. Bethausvereines, Herr Leopold Kaßler, im 73. Lebensjahre. Derselbe war einer der ersten jüdischen Kaufleute, die sich am hiesigen industriereichen Orte etablierten. Als Mitbegründer des ehemaligen Bethausvereines (jetzt Kultusgemeinde) widmete er demselben eine intensive Tätigkeit und wurde bald zum Obmann desselben gewählt. Unter seinem Regime erstand der Vereinstempel, zu dessen innerer Einrichtung Herr Kaßler mehrere wertvolle Gegenstände spendete, wie er sich denn überhaupt durch besondere Wohltätigkeit und Opferwilligkeit auszeichnete. Im Jahre 1902 übersiedelte er nach Troppau, woselbst erstreun Jahre das Ehrenamt eines Obmannes der Chewra- Kadischa bekleidete. Vor zwei Jahren wieder hierher zu-

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