Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 8 (19.2.1915)
- Date
- 1915-02-19
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3020846-3022142-3022151--23887-3049108- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 8 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 145 Generalversammlung des Döblinger Tempelvereines. Die diesjährige Generalversammlung des Döblinger Tempelvereines fand trotz der Ungunst der Zeiten unter reger Beteiligung statt. Namens der Kultusgemeinde war Herr Vorsteher Hoffmann aus Währing erschienen, für den Döblinger Frauenoerein die Vorstandsdamen Dr. Kahn und Sternlicht, weiters wohnten der Versammlung bei der Vereinsprediger Herr Dr. Frankfurter, Herr Direktor Heller vom Blinden- Jnstitut, Ehrenmitglied Herr Engel von Janoszy, Herr Inspektor Schulrat K a n i tz u. a. m. Nach Erstattung des Rechenschaftsberichtes seitens des Obmannstellvertreters Lion wurde dem Vorstände für dessen Geschäftsführung mit Dank das Absolutorium erteilt. Die Neuwahlen ergaben nachstehende Vereinsleitung: Obmann Moriz Müller, Obmann-Stellvertreter Rudolf Lion, Tempel-Vorsteher Simon Philipp, Schriftführer Dr. Jakob Kohn, Kassier Emanuel Kohn, ferner Ludwig Pekarek, Mar Beck, Jakob Bälint und Ludwig Spira; in den weiteren Vorstand wurden wieder-, beziehungsweise neugewählt nachstehende Herren: Böla F r ä n k l, Paul v. Fischer, Hermann König, Heinrich Lederer, D. Manheimer, David Müller und Louis Z e r n e r. Wien. Sehr geehrter Herr Redakteur! In Ihrem sehr geschätzten Blatte, welches sich bereits einmal in den Dienst unserer Sache stellte, indem es von unserer Ausspeisung der Oefsentlichkeit berichtete, möchte ich Ihren sehr geehrten Lesern selbe wieder in Erinnerung bringen. Nun sind es bereits fünf Monate, daß auf Anregung des Herrn Dr. Gustav K o h n und seiner Gattin Flora Wien, II., R o t e n st e r n g a sse Nr. 6, in den Ausspeisungslokalitäten, Wien, II., Rotenst'erngasse Nr. 23, täglich mittags' und abends 1000 Flüchtlingen kräftige Suppe sowie Brot vollständig unentgeltlich verabreicht wird. In Anbetracht dessen, daß dies hauptsächlich aus privaten Mitteln ohne irgend eine Subvention geschieht, ist die Materielle Lage unserer Aktion eine so prekäre, daß die Weiterführung derselben in Frage gestellt ist, wenn uns nicht mitfühlende Menschen helfen, dieses Liebeswerk zu unterstützen. Besonders dringend aber benötigen wir Geldmittel, da ja Pessach naht und wir so gerne unfern armen Flüchtlingen rituelles Essen geben (möchten. Sollen diese Aermsten der Armen, die gerade zu den Feiertagen es doppelt schmerzlich empfinden, von ihrer Heimatsscholle verbannt >zu sein, sollen diese Heimatlosen an den Feiertagen hungern? Welch jüdisches Herz kann sich diesem Elend verschließen, welcher Glaubensgenosse kann ruhig das Glück genießen, im eigenen Heim seinen religiösen Bedürfnissen Befriedigung zu gewähren, während diese Armen Hunger leiden? Deshalb bitte ich für unsere' Schützlinge: Gebt uns Geld, Kartoffel oder Mazzoth, helft uns den Hunger von 1000 Personen stillen, erfüllt ein gutes Werk, es ist ja ein Gebot der Religion, der Menschlichkeit, den Bedürftigen zu helfen. — Gütige Spenden wolle man an Herrn Dr. Kohn, oder ins Ausspeisungslokal senden. Im voraus dankt allen Spendern innigst Therese Opiat, Wien, II., Gr. Mohreng. 38. 11. Generalversammlung des Tempelvereines des 13. Bezirkes der Stadl Wien. Die sehr gut besuchte Generalversammlung fand am 10. Februar unter dem Vorsitze des Direktors Doktor Salomon Krenberger statt. Als Vertreter des Kultusvorstandes war Herr Hof- und Gerichtsadvokat Doktor Jakob Engel erschienen. Außerdem begrüßte man als Ehrengäste Rabbiner Dr. T a g l i ch t und den Präsidenten des Tempelvereines Wieden-Margareten, Herrn Adolf Hofmann. Ihr Fernbleiben entschuldigten die Herren kaiserlichen Räte Dr. Theodor Lieben und Sigmund Kauders, Rabbiner Professor Reich und Bezirksobmann Samuel Mohr. Während das Jahr 1914 in den ersten 6 Monaten die Besetzung des Gemeinderabbinats mit Herrn Doktor Taglicht brachte, die für den Verein ersprießlich war, indem die Subvention des Tempelbaues durch den Kultusvorstand mit einer bedeutenden Summe erfolgte, war das folgende Halbjahr durch die kriegerischen Ereignisse in den Fortschritten zum Bau und in der Regelung des Religionsunterrichtes und des Jugendgottesdienstes gehemmt. Aber es be steht die Hoffnung, daß ein baldiger, ruhmreicher Friede auch alle Fragen glücklich lösen wird. Diesen Hoffnungen schloß sich eine begeisterte Huldigung sür imseren allgeliebten Monarchen an, dem wir alle mit Freude Gut und Blut opfern. Dank und Anerkennung für das Gelingen der eben genannten wichtigen Angelegenheiten — Bausubvention und Rabbinat — haben verdient die Herren Kmltusvorsteher Dr. Engel und Zirner und das Mitglied des Vereinsvorstandes Herr Isidor Bernfeld, ebenso Herr- Obmann Hofmann und alle jene Freunde des Hietzinger Tempelvereins im Kultusvorstand und bei den Vertrauensmännern, welche unsere Bitten tatkräftig unterstützt haben. Herr Kultusvorstand Dr. Engel dankte im eigenen Namen und in dem des ehrwürdigen Herrn Präsidenten Dr. Alfred Stern für die Begrüßung durch den Verein und für dessen rege Tätigkeit im Interesse des Judentums und versprach, stets ein warmer Freund der Hietzinger zu bleiben. Die Worte des geistvollen und gewandten Redners fanden lebhaftesten Beifall. Nicht minder die unseres Kollegen, des Kultusvorstandes Max Zirner, der die gewiß 'sichere und baldige Erfüllung unserer Wünsche in Aussicht stellte. Auch Herr Obmann Adolf Hofmann begegnete durch seine gütigen und kernigen Worte allgemeiner Zustimmung, als er den Zusammenschluß der Tempelvereine für notwendig und ersprießlich erklärte. Eine lebhafte Debatte entwickelte sich wegen Regelung des Jugendgottesdienstes im allgemeinen und der Lyzealschülerinnen im besonderen und daran nahmen besonders teil Herr Rabbiner Dr. T a g l i ch t, Fabrikant Adolf Engel, Direktor Feldbauer, Advokat Dr. Pisk, Prokurist Jacob und der Vorsitzende. Es war eine Kulturdebatte, die auch sicher zu guten Taten führen wird. Unter bestem Dank an die Tempelvorstände Herren Kuner, Goldner und Huppert und vor allem an den Präsidenten des Vereines, Herrn Dir. Doktor Krenberger, sowie an den Kassier Herrn Samuel Hoffmann und den Schriftführer Herrn Jacob schloß die sehr anregende 11. Generalversammlung. Danksagung. Löbliche Redaktion, sehr geehrter Herr Redakteur! Wollen Sie gütigst in Ihrem geschätzten Blatte diesen unseren wenigen Zeilen Raum geben und empfangen Sie für Ihre Güte im vorhinein unseren herzlichsten Dank. Wir Unterzeichnete verwundete Soldaten, die wir mit unseren Schwerverwundeten im k. u. k. Reservespital in Czelldömölk untergebracht waren, halten es jetzt, nachdem wir wieder gesund geworden und zu unseren Truppen ins Feld eingerückt sind, für unsere angenehme Pflicht, mit diesen Zeilen dem Herrn Oberarzt Dr. Samuel Deutsch, der durch seine gewissenhafte, aufopferungsvolle und mühevolle Behandlung es ermöglichte, daß wir wieder zu unserer Front, zu unserer größten Freude auf den Kriegsschauplatz gehen können, unseren tiefempfundenen Dank auszudrücken.