Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 8 (19.2.1915)
- Date
- 1915-02-19
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 146 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 8 Wir müssen noch dankbarst erwähnen, daß die Oberin des obigen Feldspitales, Frau Dr. Samuel Deutsch, Rote Kreuz-Dame, von 8 Uhr friif) bis 9 Uhr abends im Feldspital anwesend und unermüdlich darauf bedacht war, die kranken und verwundeten Soldaten zu Mittag und zur Jause bestens "zu versorgen und zu verpflegen. Die Dame zeigte eine solch unermüdliche Tätigkeit im Spital, daß sie die anderen Pflegerinnen dadurch in ihrem Beruf aneiferte. In voller Hochachtung: Ludtvig Nemeth, Feldwebel, k. u. k. Jnf.-Reg. Nr. 17; Korporal Doma Kalman, k. u. k. Jnf.-Reg. Nr. 19; Korporal Stephan Marakovitz, Jnf.-Reg. Nr. 6: Inf. Ivan Majitfch, Bosn. Jnf.-Reg. Nr. 4; Inf. Julius Süß, k. k. Landw-Jnf.-Reg. Nr. 1; Vormeister Zachara, Feldhaubitzen-Reg. Nr. 12; Inf. Andreas Tänzer, k. k. Landwehrschützen-Reg. Nr. 1; Inf. Urban Fei gl, k. u. k. Jnf.-Reg. Nr. 32; Inf. Anton Bedo, k. u. k. Jnf.-Reg. Nr. 83; Inf. Gaspar Czibder, k. u. k. Jnf.-Reg. Nr. 83; Inf. Isidor Csebacz, k. u. k. Jnf.- Reg. Nr. 86; Inf. Anton Nemeti, k. u. k. Jnf.-Reg. Nr. 83; Inf. Karl Bokanyi, Honv.-Jnf.-Reg. Nr. 18. Jofefftädter Tempellauverein Am 14. Februar d. I. fand in den Räumen des Josefstädter Tempelgebäudes die ordentliche Generalversammlung des Tempelbauvereines des 8. Bezirkes der Stadt Wien, VIII., Neudeggergasse 12, statt. Der Präses kais. Rat Frankl eröffnete die Sitzung und begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste, insbesondere aber den Vertreter der Kultusgemeinde, Vorstandsmitglied Herrn S. B r o d, den Vereinsrabbiner Se. Ehrwürden Herrn Dr. Bauer und den Delegierten des Tempelvereines im 13. Bezirk, Herrn I. Bernfeld. Der Schriftführer Dr. Sig. Goldberger verlas den Geschäftsbericht, hob hervor das Wirken des Vereines hinsichtlich des Gottesdienstes, der in bekannter Weise bei sehr zahlreicher Beteiligung Andächtiger (darunter galizische Flüchtlinge und Militär) in solenner Weise abgehalten wird; ebenso hinsichtlich des Unterrichtes der Jugend in der Ursprache unserer Väter in seiner Bibelschule. Er wies bei dieser Gelegenheit auf die unzureichende Subvention hin, die der Verein von der Kultusgemeinde erhält, schon in Anbetracht auf die zu zahlenden Amortisationszinsen, die fast die ganze Subvention in Anspruch nehmen, ferner auf die geringeren Einnahmen an Trauungsgebühren und für Tempelsitze, während die Anforderungen infolge der kriegerischen Zustände viel höher als im Vorjahre sind. Er bat den Vertreter der Kultusgemeinde, Herrn Brod, um seine Intervention, die gewiß erfolgreich sein dürfte, umsomehr, wenn die Kultusgemeinde berücksichtigen wird die Spenden, die der Verein sowohl an die Kultusgemeinde für das Kriegshilfswerk, als auch an zahlreiche Wohltätigkeitsvereine für ausschließlich jüdische galizische Flüchtlinge unverkürzt ausbezahlt hat. Der Vertreter der Kultusgerneinde Herr Brod anerkannte die hervorragenden Leistungen des Jofefftädter Tempelbauvereines und seines Vorstandes, hob auch besonders die Tätigkeit seines Präses, kais. Rat Albert Frankl, hervor und versprach, die vorgebrachten Wünsche bei der Kultusgemeinde befürworten zu wollen. Von der Verlesung des Kassaberichtes wurde Umgang genommen und dem Ausschuß auf Antrag der Revisoren das Absolutorium erteilt. Bei den vorgenommenen Wahlen wurden als .Ausschußmitglieder: die Herren Architekt Leopold Fuchs, Adolf Getreuer, Gabor Rosenfeld und Samuel Sidon wieder-, die Herren Wilhelm Freund und Gustav König neugewählt; ferner als Revisoren die Herren Jg. Barany, Salomon Bauer und Hermann Stern wiedergewählt. Der Vorsitzende dankte den Anwesenden für ihr Erscheinen, unterließ es auch nicht, die derzeitigen Kriegsereignisse zu erwähnen, die leider für unser Reich so viele Opfer fordern, an unsere tapferen Krieger und auch an uns in materieller Beziehung. Unsere Glanbensbrüder sind daran sehr beteiligt, und was sie an Gut und Blut und in humanitärer Beziehung leisten, ist der vollsten Würdigung und Anerkennung wert. Der Vorsitzende gab schließlich der Erwartung Ausdruck, daß wir aus diesem Kriege siegreich hervorgehen werden, und mit einer Ovation für unseren geliebten Kaiser schloß er die Versammlung. Jubiläum des „Pestalozzi". Diese Woche feiert dieser überaus wohltätige Verein sein zehnjähriges Jubiläum. Ueber Anregung eines Vortrages des Oberlehrers Max Grünspann über Pestalozzi entstandenhat er sich bald in eine Bekleidungs-, Ausfpeisungs- und Lehrmittelsektion gespalten. Die Bekleidungssektion verfolgt das meines Wissens nur bei ihr allein in Wien bestehende richtige Prinzip, nicht einmal im Jahre zu bekleiden, sondern durchs ganze Jahr für nette Bekleidung seiner Schützlinge zu sorgen. Seit Beginn des Weltkrieges speist der Verein in seiner Kinderspeisehalle täglich an 600Kinder aus (II., Gr. Sperlgasse 31). Im Jahre 1914 wurden 40.069 Mittagstische verteilt, sowie 26.500 Paar Würstel (insgesamt eine Spende des Ehrenmitgliedes Frau Marie Piowatti). Präsident des Vereines ist Herr Arnold L e m b e r g e r, Frau Rosa Werner und Frau Amalie K o r a n y i besorgen die Bekleidung, Frau Rabbiner Dr. G r u n w a l d steht dem Präsidium mit Rat und Tat zur Seite. Die Vizepräsidenten sind Oberlehrer Josef Stern unb Advokat Dr. Friedrich Welt. Daß die Gemeinde Wien, der Bürgerball im 2. Bezirk und die k. k. Polizeidirektion dem „Pestalozzi" Subventionen geben, spricht wohl Bände. Lebhaften Zuspruches erfreut sich die Kinderlesehalle, II., Große Sperlgasse 32, die täglich von 5—7 Uhr geöffnet ist. Eine große Anzahl von Gönnern geben nicht weniger als 12.856 Freimählzeiten in ihren Häusern. Der auf demokratischer Grundlage aufgebaute Verein füllt wenigstens für die Kinderwelt den unverzeihlichen Mangel aus, daß die Leopoldstadt, der jüdische Bezirk pur exoellenee, keinen allgemeinen Wohltätigkeitsverein m ehr besitz t, ein Mangel, unter dem sowohl die Armen, wie die Vereine anderer Bezirke zu leiden haben. C. Benedikt. Feierlicher Festgottesdienst anläßlich des Geburtsfestes Sr. Majestät Kaiser Wilhelm II. in der Synagoge der isr. Religionsgemeinde in Pozsony. Das Gotteshaus war bis zum letzten Platz mit Soldaten .aller Truppengattungen dicht besetzt, so daß sehr viele auf die Frauengalerie sich begeben mußten. An diesem Gottesdienste nahmen auch die außerhalb Preßburgs sich befindenden und zum Korps gehörigen Soldaten teil, ebenso viele Soldaten mohammedanischen Bekenntnisses. Es war von unvergeßlich rührender Wirkung, als Feldrabbiner Dr. Funk in Przemysl gedruckte Gebetbücher an die zum Przemyslerkorps gehörigen, sehr zahlreichen jüdischen Soldaten verteilte. Diese Gebetbücher wurden