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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-02-19 · 8 (19.2.1915) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
8 (19.2.1915)
Date
1915-02-19
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 144 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 8 renden Kinder um Hilfe bitten; da die Mittel erschöpft sind, konnten diese Gesuche noch nicht erledigt werden. Geldspenden wollen gütigst an unsere Redaktion oder an die Postsparkassa, Kontonummer der Brockensammlung 150331 gerichtet werden. Kleider, Bettzeug?c. werden über Wunsch abgeholt iTel. 35310 und 23193) oder können auch in den 20 Bezirkssammelstellen (Auskunft telephonisch oder brieflich) hinterlegt werden. Wr. Brockensammlung für jüdische Arme. Obmann: H. S. Bauer. Sig. Barber. Es gingen folgende Spenden ein: Bankhaus I. M. v. Rothschild, Losverein „Passoni", Mor. Karpel je 200.—, Dr. S. Landau 100.—, Länderbank 20.—, Anglo-Bank 15.—, L. Blum, Direktor A. Weiner je 50.—, Charles Bulitzer 40.y, T. K. Kraus, Pros. Dr. I. Mautner, Direktor L. Weiner, Prof. Popper, K. Wechsberg, S. Mandler, M. Springer, R. Steinhof, Leop. Adolf Lieben, Direktor W. Kur, Fr. E. Pollak, A. und E. Lederer, I. Winterftein, I. Turnau je Kr. 20.—, I. Freund, I. Kraus, A. Jakobi, E. Hollitscher, A. Lemberger, Dr. Podzaratzky, L. Löwy, E. Grün, Dr. A. Borer, Emma Lemberger, Dr. Ernst Weisel, R. Rosenfeld, E. Woltitz, Dr. M. Diamant, I. Schick und Eo., S. Deutsch, A. Deutsch. I. Gruger, G. Holzer, A. Winterstein, H. Hauser, G. Jarno, B. Winterstein, Dr. F. Pineles, N. Wechsler, Prof. B. Gomperz, M. Juckermann, kais. Rat Otto Beck, B. Blau und Bruder, L. Haas, Josef May, Dr. R. Anninger, L. Dub, I. Paschka, I. Fleischner, S. Schön, S. Eruby, E. Vondy, S. Blau, G. Steiner, Ph. von Gomperz, I. Blum, Dr. von Freund, L. Wetzler, Th. Rir, Fr. v. Wertheim, Dr. Offe je 10.— Kr., Konzertoeranstaltung von Fr. Löroenstein 64.--, Fr. Löwenbach 100.—. Armenambulatorium des Zionistischen Zentralkomitees in Wien. Das Armenambulatorium des Zionistischen Zentralkomitees für die Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina, Wien, II., Taborstraße 20 a, vollendet mit der laufenden Woche den zweiten Monat seines Bestandes. Obschon sich die Gründer von allem Anfang an darüber klar waren, daß ihre Schöpfung eine Notwendigkeit sei, hat die Frequenz der Anstalt in den letzten Wochen eine derartige Steigerung erfahren, daß alle vorherigen Annahmen übertroffen wurden und der Andrang kaum mehr zu bewältigen ist. Meist sind schon lange vor Beginn der Ordination die vorhandenen 60 Sitzplätze des geräumigen Wartezimmers von Flüchtlingen aller Ratio n e n und Konfessionen Galiziens besetzt und zahlreiche Patienten harren stehend, bis an sie die Reihe kommt. Oefters müssen sogar eitrige auf den nächsten Tag vertröstet werden, denn die physische Leistungsfähigkeit der Aerzte hat natürlich auch ihre Grenzen. Neue ärztliche Mitarbeiter zu finden, ist aber jetzt mit Rücksicht auf die außerordentliche Inanspruchnahme der Aerzte für Kriegsdienstleistungen fast ein Ding der Unmöglichkeit. Die Zahl der Ambulanzen, die ursprünglich neun betrug, hat sich auf 14 erhöht; infolge dessen mußte zu den anfangs benützten fünf großen Räumen ein sechster adaptiert und in Verwendung gezogen werden. Im Ambulatorium ordinieren in wahrhaft aufopferungsvoller uneigennütziger Weise achtzehn Wiener Aerzte, und zwar je ein Spezialist für chirurgische, Ohren-, Kinder- und Nerven-Krankheiten, Sprachstörungen und Orthopädie, je zwei für Augen, innere, Haut- und Geschlechts-, Frauen-, Hals-, Nasen- und Zahnkrankheiten. Zwei Kandidaten der Medien betätigen sich als Assistenten. Die Damen A b e l i s, Doktor E ck st e i n, Goldh a m me r, H o;f f m a it n, Dr. Kaßner, Dr. Katunski, Kohn, Kraus, Lichtschein, Lipschütz, Löw, Perschak, Sobotka und Stein, versehen den freiwilligen Pflegerinnen- und administrativen Dienst mit nie erlahmendem Eifer. Eine Statistik, 'bei der wir den 6. und den 8. Februar als Stichtage wählen, dürste am besten geeignet sein, ein klares Bild über die Leistungen des Ambulatoriums zu liefern. Krankheiten: 6.Febr. 1916, 8.Febr. 1915 Ohren * 18 Orthopädie * 3 Innere I 23 24 Innere II 12 15 Chirurgische 23 28 Augen 24 26 Sehproben . * 5 Zahn . * 20 Haut und Geschlechts 40 * Kinder 31 30 Frauen 9 9 Hals und Nasen 29 23 Nerven 15 7 Totale 206 208 Die Bedeutung des Ambulatoriums in sanitärer und erzieherischer Beziehung kann nur derjenige richtig ermessen, der die Mühe eines Besuches im Ambulatorium nicht scheut. Die Patienten werden da von den Aerzten nicht nur behandelt, sondern auch zur Reinlichkeit und, soweit als 'möglich, zur ständigen Beobachtung hygienischer Vorschriften angehalten. Dadurch wird das Ambulatorium auch ein wichtiger Faktor in .der Verhütung und Bekämpfung epidemischer Krankheiten, die gegenwärtig die ganze Aufmerksamkeit der berufenen Stellen in Anspruch nehmen. In Anerkennung der großen Bedeutung des Ambulatoriums für die Sanitätspflege unter den galizischen Flüchtlingen hat das k. k. Ministerium des Innern in den letzten Tagen dem Ambulatorium die Armenrezeptur verliehen. Alle von den Ambulatoriumsärzten verordnten Medikamente werden in den Apotheken der Leopoldftadt kostenlos ausgefolgt; außerdem werden in dringenden Fällerr auch Bruchbänder, Brillen und dgl. unentgeltlich abgegeben. Das Ambulatorium hat auch das Recht erhalterr, seinen Patienten eine Anzahl hon Bäde r n auf Rechnung des k. k. Ministeriums des Innern gratis zu verabfolgen; der Mehrbedarf wird aus den eigenen Mitteln des Ambulatoriums bestritten. Aus eurem speziellen Fond der Anstalt werden auch die kleinen Patienten des Kinderarztes mit Anweisungen a u f M i l ch o d e r Butt er für die Dauer von je zwei bis drei Wochen versorgt. Die Aerzte des Ambulatoriums haben tägCch Gelegenheit, das Flüchtlingselend aus nächster Nähe zu beobachten und es ergäbe sich noch manche andere Notwendigkeit, im Rahmen des Ambulatoriumsprogrammes Gutes zu tun. Leider reichen hiezu die bisher aufgebrachten Mittel nicht hin. Infolge eines Aufrufes ist zwar bisher ein Betrag von ca. 15.000 Kronen eingeflossen, doch ist das allgemeine Interesse noch nicht rege genug, um der Anstalt die verdiente materielle Unterstützung dauernd zu sichern. Hoffentlich ändert sich dies schon in nächster Zukunft zunt Bessern, was im Interesse der bedauernswerten Opfer des Krieges lebhaft zu wünschen wäre. Wien, den 12. Februar 1915. Das Kuratorium: Dr. Karl Pollak, Präsident. k. k. Reichsrats-Revisor Rudolf T a u ß i g. Kassier. Dr. Erich R. v. Kahler, Schriftführer. Börfenrat Adolf B r e ch e r. Kais. Rat Carl H i r s ch. Fabrikant A. Hör w i tz. Fabrikant Heinrich Mandl. Hof- und Gerichtsädvokat Dr. I. Margulies. S. Schick. Primarius Dr. L. Stricker. Obering. Robert Stricker. Kais. Rat Jonas Weil. _ Dr. Jg. Weiß. *) An diesen Tagen keine Ordination.

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