Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-02-19 · 8 (19.2.1915) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
8 (19.2.1915)
Date
1915-02-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3020846-3022142-3022151--23881-3049102
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr 8 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 139 Medaille erster Klasse und zur Beförderung zum Feldwebel vorgeschlagen. 3. Gefreiter Ludwig Schwarz, ein einfacher jüdischer Landwirt aus dem Zempliner Komitat, bemerkte bei der Erstürmung von Komarow, als unsere vordringende Schwarmlinie durch den Kugelregen für einige Minuten aufgehalten wurde, daß an der Seite eines ungefähr 300 bis 350 Schritte vor ihm stehenden Hauses sich eine kleine feindliche Truppe lauernd verborgen hielt. Ohne einen Befehl abzuwarten, springt S ch w a r z aus der Reihe und rennt blind vorwärts. Als er das Haus erreicht, schickt sich ein russischer Leutnant gerade an, ihm mit seinem Säbel den Todeshieb zu versetzen, aber Schwarz kommt ihm zuvor und macht ihn mit seinem Bajonett nieder. Die in der Nähe des Leutnants stehenden acht russischen Soldaten legen, von dieser Ueberrumpelung nahezu gelähmt, die Waffen nieder und bitten kniefällig von dem einen österreichischmngarischen Soldaten, chnen das Leben zu lassen. Schwarz eskortierte sie als Gefangene zu seinem Regiment und wurde mit der Tapferkeitsmedaille erster Klasse ausgezeichnet. In der Hundersten Schlacht. Emerich Jozsa, Kadett in der ersten Kompagnie des 23. Infanterieregiments, im bürgerlichen Leben Beamter der ungarischen Bank, kam am 6. August auf den südlichen Kriegsschauplatz. Bis zum 30. August kämpfte er heldenmütig gegen die Serben, kam dann nach dem Norden und nahm all zwanzig Gefechten mit unübertrefflichem Heldenmut und Entschlossenheit teil. Am 4. Dezember, gerade in dem hundertsten Gefechte, fiel er inmitten eines Bajonettangriffes zwischen Rogoviec und Stawka. Der junge Held wurde auf dem Kriegsschauplätze vom Korporal zum Kadetten befördert, und am 7. Oktober im allerhöchsten Tagesbefehl belobt. Ueber seinen Tod schrieb Oberst Rudolf Hahne an die tiefgebeugten Eltern: „An der Spitze seiner gegen die Russen im Angriffe vorgehenden Abteilung, wie immer heldenhaft, begeisternd vorausstürnrend, hat Ihr braver, voll uns allen sehr hochgeschätzter Sohn den Heldentod gefunden. Ehre seinem Andenken!" . . Sannt sie Kaddisch sagen." Martin Pollak. ein Kaufmann aus Kisilye in Ungarn, vom 93. Infanterieregiment hat anfangs Januar bei den Kämpfen in den Karpathen den Heldentod gefunden. Der Feldwebel Samuel F e l s n e r benachrichtigte, wie „Egyenlösseg" meldet, die junge Witwe von dem Trauerfall. Es war sehr rührend, daß Felsner die niederschmetternde Nachricht auf der Ansichtskarte schrieb, welche er in dem Tornister des gefallenen Helden vorfanh Die Karte weist das -Bild der unglücklichen Gattin und eines kleinen Kindes, welches sie auf dem Arme hält, auf. Die traurige Botschaft lautet wie folgt: „Sehr geehrte gnädige Frau! Schmerzlich betrübt, teile ich Ihnen mit, daß Ihr gottseliger lieber Mann, mir ein sehr lieber Kampfgenosse, am 1. Januar 1915, morgens zwischen' 8 und 9 Uhr, gefallen ist. Ich teile Ihnen dies deshalb so genau mit, damit Sie Kaddisch sagen lassen können. Mögen Sie den Trost darin finden, daß unser aller Schicksal in der Hand des guten Gottes liegt, und in seinem Ratschluß müssen wir uns fügen. Diese Karte fanden wir in seinem Tornister. Empfangen Sie mein aus wahrem Herzen stammendes Beileid. In wahrer Hochachtung Samuel Felsner." Ier Heldentod des Wela Savidovics. Der Elektrotechniker Bela Davidovics trat mit 18 Jahren als Freiwilliger in die Armee ein. Er kam zu den Pionieren. Am 8. September kam er mit seiner Kompagnie nach der serbischen Ortschaft Busut. Sein Leutnant bestimmte vier Mann zu Vorpostendiensten. Davidovics meldete sich freiwillig zu diesem mit tausend Gefahren verbundenen Kähnausflug. Trotz eindringlichem Abraten seiner Kameraden blieb er fest dabei, an dieser Partie teilzunehmen. Als sie um 10 Uhr vormittags bis in die Mitte der Save gekommen waren, wurden sie von einem fürchterlichen Gewehr- und Maschinengewehrfeuer empfangen. Ein Entrinnen war ausgeschlossen. Davidovics hat, von sechzehn Schüssen getroffen, gemeinsam mit seinem Leutnant und einem Kameraden den Heldentod gefunden. Der Kahn konnte erst nach Eintritt der Dunkelheit ans User zurückgebracht werden, worauf die Leichen im Dorfe Busut bestattet wurden. Davidovics war der einzige Lohn des Bezirksarztes Dr. Alexander Davidovics in Baranya—St. Lörincz. Ser Mrief eines jüdischen Soldaten. Daniel Perl, der jüngste der vier Soldatensöhne eines Bruders des Präsidenten der Fünfkirchener isr. Kultusgemeinde, dient als Korporal im 36. Feld-Art.-Regiment. Als er zur weiteren Ausbildung nach Szegeszvar gebracht wurde, schrieb er folgenden bezeichnenden Brief an seine Eltern: „Liebe Eltern! Ich kann Euch meine unendliche Traurigkeit gar nicht beschreiben. Ich weine wie ein kleines Kind, daß ich. noch hier bin und nicht dort, wo ich schon sein sollte, auf dem Kriegsschauplätze. Die Schande, daß ich jetzt, wo ich glaubte, schon so weit zu sein, daß man mich endlich zu einer anderen Waffengattung versetzen werde, und ich in den Krieg abwarschieren kann, noch immer hier bin, hat in mir eine förmliche Wut ausgelöst und ich könnte mich selbst durchprügeln, daß nur ich so unglücklich bin und hier bleiben muß. Ich kann Euch aber versichern, daß, sobald ich soviel können werde, um abzumarschwren, werde ich mich sofort selbst melden, denn mein Platz ist dort. Mein Oberst, bei dem ich zum Divisionsrapport war, erklärte mir, daß er mich jetzt unter keiner Bedingung fortlassen werde. -Leopold Wechsler. Leopold Wechsler ist 31 Jahre alt und im Zivilleben Beamter der Drascheschen Köhlenbergwerksgesellschaft. Anfangs August rückte er als Korporal der Ersatzreserve zum 11. Feldkanonenregiment ein. Wegen seiner Tapferkeit und seines Heldenmutes auf dem nördlichen Kriegsschauplätze wurde er bald zum Zugsführer befördert und einige Wochen später hat ihn sein Regimentskommando durch folgenden Akt zur Beförderung zum Feuerwerker vorgeschlagen. „An das Kommando des 37. Div.-Munitionsparkes in Olkusz. Ich bitte um die Beförderung des Zugsführers Leopold Wechsler zum Feuerwerker. Im Falle seiner Beförderung wäre zwar der vorgeschriebene Stand überschritten, aber der genannte Zugsführer hat sich durch seinen besonderen Fleiß und seine mustergiltigen Tätigkeit sehr ausgezeichnet, und in der Verpflegung der Mannschaft und Pferde hervorragende Dienste geleistet, so daß der jetzige Kräftezustand der Pferde nicht nur der Kolonne, sondern des ganzen Divisions-Munitionsparkes im großen Maße ihm zu verdanken ist. So wäre seine Belohnung mit der Beförderung sehr billig, die gewiß auch für sehr viele Unteroffiziere anziehend wäre. Alexander Konkoly T h e g e, m. p. Oberleutnant." „An das Kommando der 37. Feldartilleriebrigade. Obigem Beförderungsvorschlage stimme ich vollkommen bei und hebe hervor, daß genannter Unteroffizier

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.