Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-02-19 · 8 (19.2.1915) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
8 (19.2.1915)
Date
1915-02-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3022142-3022151--23882-3049103
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 140 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 8 in Äußerst pflichtgemäßer Weise nicht allein für seine, sondern für alle Munitionskolonnen gesorgt hat, wodurch die Verpflegung von Mann und Pferd gesichert war. Diesen: Unteroffizier ist es zu verdanken, daß in der jetzigen Situation, wo in der Umgebung kein Heu mehr zu haben war, die Kolonnen aus Wochen mit Heu versorgt sind. Seine Beförderung wäre nur der natürliche Lohn seiner verdienstvollen Arbeit. M i ch a r o v i c s, m. p. Hauptmann." Wechsler kämpft seitdem schon als Feuerwerker gegen die Russen. Jude« auf dem Schlachtfelds. Wir erhalten folgende Zuschrift: Löbliche Redaktion! Mein Neffe, Friedrich Redlich, Wachtmeister im 11. Dragonerregiment, wurde mit der silbernen Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse auf dem nördlichen Kriegsschauplatz ausgezeichnet. Mein zweiter Neffe, Heinrich Redlich, ist am 18. Dezember 1914 auf dem nördlichen Kriegsschauplatz als Held gefallen. Alles nur jüdische Reklame! Für unsere antisemitischen Helden 'dürften höhe- 'russische Ordensauszeichnungen in Aussicht stehen. Hochachtungsvoll Adolf Redlich, Floridsdorf. Jüdische KriegsfteiwMge. Ingenieur M. Läufer aus Krakau, 53 Jahre alt, hat sich zur freiwilligen Kriegsdienstleistung gemeldet, arbeitet beim k. u. k. Eisenbahnregiment auf eigene Kosten, da er sämtliche Bezüge dem Roten Kreuz überwiesen hat. Er hat einen schweren Dienst und erfüllt alle Pflichten mit patriotischer Begeisterung. Höerstaßsarzt Dr. Ludwig Klein sel. K. Der Tod hält jetzt allzu reiche Ernte unter den Menschen. Doch nicht bloß auf blutiger Wahlstatt sucht und findet er seine Opfer, immer häufiger hören wir von jenen stillen Helden, die, 'fern vom Schlachtfelde, alle Stunden des Tages und die Ruhe der Nacht den kranken und verwundeten Kriegern widmen, bis auch sie als Opfer ihrer schweren Pflicht in den Staub sinken. — Vor einigen Tagen erst ist in Wien der oberste Sanitätschef unserer Armee von einem Flecktyphus, den er sich bei der Inspizierung der Kriegsgefangenenlager zugezogen hatte, dahingerafft worden; nun ist Oberstabsarzt Dr. Ludwig Klein, Kommandant des Reservespitals Nr. 3 in Prag, einem ähnlichen tückischen Leiden zum Opfer gefallen. Ich selbst bin unter dem Eindrücke dieser mir sehr nahegehenden Trauerkunde allzu erschüttert, um diesem im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichneten Menschen die ihm gebührenden Worte nachzurufen. Ein Ehrenmann vom Scheitel bis zur Sohle, ein äußerst tüchtiger und gewissenhafter Arzt, ein strammer, pflichteifriger, in seinem Berufe aufgehender Soldat und ein dem Glauben der Väter und seinem Volkstum treu ergebener Jude, so ist er seinen an Kränkungen und Enttäuschungen, aber auch an Ehren reichen Lebensweg gewandelt und geht nun von dannen, beweint von einer gottesfürchtigen und wohltätigen Lebensgefährtin, seinen treuen Geschwistern und unzähligen dankbaren Freunden und Patienten, zu denen sich auch Schreiber dieser Zeilen zählt. Oberstabsarzt Dr. Klein entstammte, ebenso wie seine Gattin, einer sehr geachteten, gut jüdischen Familie Böhmens, wurde nach Absolvierung der medizinischen Studien zum Oberarzt im Okkupationsgebiet ernannt, war dann mehrere Jahre als Regimentsarzt dem Garnisonsspital Nr. 11 in Prag zugeteilt, in welcher Stellung er für seine Verdienste bei Bekämpfung einer Typhusepidemie mit dem goldenen Verdienstkreuze mit der Krone ausgezeichnet wurde. Zum Stabsarzt ernannt, wurde er dem Garnisonsspital Nr. 14 in Lemberg zugeteilt, wo er mehrere Jahre als Abteilungsleiter sehr verdienstvoll wirkte.' Nach erfolgter Beförderung zum Oberstabsarzt 2. Klasse wurde er zum Garnisonschefarzt in Großwardein ernannt. Gelegentlich der Versetzung in den Ruhestand wurde ihm der Titel eines Oberstabsarztes 1. Klasse und das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens verliehen, worauf er sich in Prag niederließ. Sofort nach Kriegsbeginn litt es ihn nicht mehr in dem ihm in der berüchtigten Aera Üriel wie vielen anderen tüchtigen jüdischen Militärärzten aufgenötigten Ruhestandsverhältnis. Er meldete sich als einer der ersten zur freiwilligen Dienstleistung und wurde ihm der überaus verantwortungsvolle und aufreibende Dienst als Kommandant des einen Krankenstand von weit über 1000 Mann ausweisenden Reservespitales Nr. 3 in Prag übertragen. Dort hat er ein halbes Jahr lang in rastloser Tätigkeit seine langjährige, in verschiedenen Stellungen erworbene Erfahrung und sein reiches medizinisches Wissen zum Wohle der Verwundeten verwertet, bis auch für ihn die Stunde des Schicksals geschlagen. Eine tragische Verkettung von Umständen hat es gefügt, daß im Zeitabschnitte von kaum 'drei Monaten drei so sympathische Mitglieder derselben Familie vom Tode ereilt wurden, und zwar der in Wien verstorbene Generalstabsarzt Dr. Z u ck e r m a n n, der auf dem Felde der Ehre ruhmreich gefallene, durch seine herrlichen Gedichte bekannte Leutnant Dr. Hugo Zuckermann und nunmehr Oberstabsarzt Dr. Klein. Das Leichenbegängnis des letzteren hat am 13. d. M. unter imposanter Beteiligung der Militär- und Zivilkreise vom Garnisonsspital aus dem jüdischen Friedhof in Prag stattgefunden. Jakob Bodek. Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. (Bisher wurden 1905 mitgeteilt, in der vorliegenden Nummer 99, zusammen 2004.) Barmen. C. Straßmann, Unteroffizier d. R. Vartenstein, Ostpreußen. Einjährig-Kriegsfreiwilliger Hans Meyer, im Reserve-Feldartillerieregiment 1. Berlin. Joachim Caspari, Feldunterarzt, Dr. Paul Fuchs, San.-Ref., Oberstabsarzt; Dr. Ernst Goldfchmidt, Leutnant i. R.; Dr. Eutenfohn, Assistenzarzt im 14. Korps; Hahn, Rechtsanwalt; Arthur Holtz, Vizefeldmeister i. E.; Dr. Hirfch, Rechtsanwalt; Kurt Jacob, Offiziersstellvertreter; Dr. Ernst Joseph, Stabsarzt; Hans Lewin, Einj.-Freiw. Gefr.; Julius Maaß, Unteroffizier d. R.; Dr. Georg Maaß, Stabs- und Regimentsarzt; HansMende, Unteroffizier d. R. im 72. Infanterieregiment; Felir Michaelis, Leutnant d. R.; Dr. Ludwig Peltefohn, Assistenzarzt d. R.; Dr. Ludwig Peltesohn, Assistenzarzt im Feldlazarett; Dr. Arthur Proskauer, Oberarzt; Dr. Joachim Rothmann, Stabsarzt d. L.; Cmanuel Roehr, Land.; Doktor Ruß, Einj.-Unterarzt im 93. Reserve-Regiment; Dr. Richard Salomon, Prof.; Oswald Simon, Fähnrich in einem Infanterieregiment; Paul S i m f o n, Gefreiter; Edwin Schiller, Feldunterarzt; Ernst Scheinmann, Unteroffizier der Reserve im 147. Infanterieregiment; Mar Sch mul, Landwehrmann; Wilhelm Schreiber, Unteroffizier; Magnus Trautmann, Unteroffizier im 205. Reserveregiment; Joseph Witowski, Offiziersstellvertreter im 5. Garderegiment; W ü rtemberger, Vizefekdmeister; Julius Gl ü-ck f o h n, Unteroffizier d. R.; Feldunterarzt Ludwig Sulinger (gefallen); Unteroffizier der Reserve Erich Burin, im Infanterieregiment 45, für tapfere Führung eines Zuges in der Schlacht bei Tannenberg: Stabs- und Bataillonsarzt Dr. Mar Rosenthal; Dr. Martin Michaelis, Assistenzarzt d. R. Berlin-Friedenau. Günther Falk, Einj.-Freiw. in eineiy Feldartillerieregiment.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.