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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-02-05 · 6 (5.2.1915) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
6 (5.2.1915)
Date
1915-02-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 108 Nr. 6 Dr. Bloch's filier weiteren Anregung des Redners, in Anbetracht der außergewöhnlichen Zeit ein Husdigungstelegramm der Generalversammlung an Se) Majestät «mir der Versicherung unverbrüchlicher Treue zu richten, wurde mit Begeisterung angenommen, und die Sitzung unter Dankesworten des Vorsitzenden geschlossen. An alle guten Menschen! Der Winter ist gekommen, da schmeckt der Hungerdoppelt bitter! Das spüren die armen galizischen Flüchtlinge. Viele von ihnen haben einst Behagen und Luxus gekannt, jetzt aber fehlt es ihnen' am Notwendigstem _ Wir möchten ihnen gerne helfen. Nicht volle Schüsseln, kein dampfendes Mahl, nur ein Stück trockenes Brot, üm vor Hunger und Entkräftung zu schützen, können wir bieten. Wer wissen will, was ein Stück trockenes Brot bedeutet, der wohne unserer Brotverteilung bei und sehe den Ausdruck der Gesichter an, wenn sie die Gottesgabe betrachten: Er ist scheu, fast zärtlich, er sagt: „Wieder ein Tag ohne Hunger!" Aber leider folgt dann immer wieder ein Tag des Mangels, denn unsere Mittel sind kapp, wir können nur viermal in der Woche den Hungernden Brot geben. Drei- Nral bleiben die Hände leer, und die Mütter kehren ohne Brot zu chren Kindern heim. Wir bitten nun alle guten Menschen, sie mögen uns helfen, damit wir au jedem Tag der Woche den armen Heimatlosen ein Stück Brot bescheren können. Auch die kleinste Spende wird dankbar angenommen, hilft Elend lindern, Hunger stillen! Laßt uns keine Fehlbitte tun! Spenden erbitten wir auf Postsparkassenko.nto 150.471 oder an die Adresse II., Große Mohreng. 2. Das Komite e. Ausruf an edle Wohltäter! Die hiesige Kultusgemeinde wurde durch den Zuzug von zirka 400 Kriegsflüchtlingen in eine äußerst kritische Lage versetzt, da sie außerstande ist, die an sie gestellten Anforderungen seitens der notleidenden Flüchtlinge zu entsprechen, nachdem ein zu diesem Zwecke seinerzeit gebildeter Fonds bereits erschöpft ist. Mit Rücksicht hierauf ergeht an alle Wohltäter und Menschenfreunde die dringende Bitte um eine gütige Spende zugunsten der armen Flüchtlinge. Im voraus besten Dank! Rokitzan (Böhmen), 1. Februar 1915. Gütige Spenden übernimmt Simon Wels, Privatier, Rokitzan. Aufruf! Zu den Allerunglücklichsten unter den Flüchtlingen aus Galizien und der Bukowina zählen die Kantoren, Ihnen droht nebst dein Verluste ihrer Habe, neben der Zerstörung ihres Wohnsitzes, der Verlust ihres teuersten Gutes, des einzigen Besitzes, auf dem sie ihren Familienstand gründeten, der Verlust ihrer Stimme. Das Elend des Exils, die Unbilden des Wetters stürmen immer aufs Neue auf sie ein und jede Erkrankung, jede Gefährdung ihrer Gesundheit raubt ihnen, Stück für Stück, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Ihnen nach Möglichkeit zu helfen, diese Gefahr so weit als tunlich von ihnen abzuwenden, tritt das Unterzeichnete Komitee vertrauensvoll an die Oeffentlichkeit heran und bittet: Gedenket dieser Armen, gedenket der Verherrlichet: des jüdischen Gottesdienstes, ihrer unglücklichen Frauen und Kinder, die int Elend schmachten und in Not zu verkommen drohen. Helfet jeder nach Euren Kräften, nach dem Maße Eurer Mittel; seid eingedenk der Pflichten des Wochenschrift Besitzes, deren edelste die des Wohltuns ist. Auch die kleinste. Gabe wird mit Dank angenommen, allwöchentlich durch die „Oesterreichische Wochenschrift" ausgewiesen, und sind freundliche Zusendungen erbeten an die Redaktion der „Oesterreichischen Wochenschrift", Wien,^Il., Praterstraße Nr. 9, oder an Oberkantor Don Fuchs, I., Postgasse 16. Das Komitee: Don F u ch. s, Oberkantor der isr. Kultus gemeinde im Stadt-Tempel. L. Müller, Oberkantor. M. M a t y a s, M. B. Kaufmann, Erste Kantoren. I. Löwit, Kantor und Chordirigent. Seither sind an Spenden eingelaufen: Bei Herrn Oberkantor Don Fuchs: Von Seiten der isr. Kultus^emeinde Jglau Kr. 50.— Vom dortigen Oberkantor Weiß „10.— Von mehreren anderen Seiten „ 245.— Sammlung des Herrn ersten Kantors M. B. Kaufmann „ 50.— Die Spezifizierung der beiden letztgenannten Posten wird für eine der nächsten Nummern der „Oesterreichs scheu Wochenschrift" Vorbehalten. Mit Rücksicht auf den eminent wohltätigen Zweck dieser Aktion erbittet und erwartet das Komitee auch fernerhin eine zahlreiche Beteiligung und reichlichere Zuschüsse. Flüchtlingssürsorge — Hilferuf! Die Wiener Brockensammlung ..für jüdische Arme hat ihr großes neues Verteilungslokal, IX., Elisabethpromenade 39 (neben Brigittabrücke), eröffnet, das ihr von den Veifa-Werken unentgeltlich überlassen wurde. Ueber tausend Gesuche armer geflüchteter Familien, enthaltend dringende Bitten um warme Kleider, Wäsche, Möbel, Betten re., liegen der Vereinsleitung vor und können, mangels verfügbarer Gegenstände, noch nicht erledigt werden. Es wird daher dringend gebeten, dem Vereine was nur irgendwie entbehrlich ist, zuaehen zu lassen. Die Abholung wird ev. durch Obmann H. S. Baue r, VII., Lerchenfelderstr. 71, Telephon 35310, oder durch H. Sig. Barber, IX., Universitätsstraße 4, Telephon 23193, veranlaßt. Ausruf! Das unterfertigte .Komitee erlaubt sich an jedermann, der noch Mitgefühl mit notleidenden, von Heim und Haus vertriebenen Fanlilien hat, mit der innigsten Bitte heranzutreten, es in seiner schweren Aufgabe, diese Leute mit Frühstück und' Abendessen gratis zu versehen, gütigst zu unterstützen. Der Verein „Tomech Ewjonim" hat nun seit Monateil in einem durch die Hausbesitzerin Frau Regine P o l l a ck, 2. Bez;., Gr. Schiffgasse 6, unentgeltlich zur Verfügung gestellteli Lokale — außerdem noch eine monatliche Geldspende - täglich an tausend Flüchtlinge Milch, Brot, Tee und Kaffee unentgeltlich verabreicht. Weiters speist der Verein wöchentlich 600 Personen mit Mittagskost. Leider sind jedoch unsere Mittel erschöpft, während andererseits das Elend täglich steigt, und wären wir gezwungen - wenn nicht in letzter Stunde unser Appell die erwarteten Früchte trägt — die ganze Aktion einzustellen, obwohl diese Aermsten der Armen sonst keine Gelegenheit haben, in dieser nassen, kalten Jahreszeit einen warmen Tropfen in den Mund zu nehmen. Wir bitten deshalb nochinals dringendst um Ihre gütige Unterstützung und laden Sie hösl. ein, sich persönlich von dem segensreichen Wirken unserer Hilfsaktion zu überzeugen: dann sind wir Ihrer Förderung sicher.___ "hochachtungsvoll Elias Weiß, Obmann, 2. Bezirk, Obere Donaustratze 39. Julius Weiner, Oekonom. Geldspenden erbeten an die löbl. Redaktion oder Herrn Julius Weiner, 2. Bezirk, Große Spergasse 21. — Naturalspenden, bestehend aus Kaffee, Tee oder Zucker, an Fräulein Amalia L ö w y, 2. Bezirk, Große Schiffgasse 6.

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