Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-02-05 · 6 (5.2.1915) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
6 (5.2.1915)
Date
1915-02-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3022142-3022149--23846-3049065
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 106 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 6 erschienen war, wandte sich der bekannte antisemitische Herausgeber des „Hammer", Theodor Fritsch", an Herrn Kempff mit der Bitte, ihm den Abdruck des die Juden diskreditierenden Spionagefalles in seiner Zeitschrift zu gestatten. Als jedoch Herr Kempff deren hetzerische Tendenz aus einem Probeheft ersehen hatte, verweigerte er die Nachdruckserlaubnis. So kam Fritsch um den „Braten", dessen Geruch ihm schon lieblich in die Nase gezogen war. Ein trauriges Kapitel. Die gerichtliche» Bekanntmachungen des Amts gerichts Berlin-Mitte (Abt. 83) enthalten folgendes r Ueber das Vermögen des I ü d i s ch e n I n st i t u t s für technische Erziehung in Palästina (hervorgegangen aus der Wolfs Wissotzky Stiftung des Hilssvereins der deutschen Juden) E. V. in Berlin, .Steglitzer Str. 12, mit dem satzungsgemäßen Sitze in Berlin-Mitte, ist heute am 31. Dez. 1914, nachmittags 2 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. — 83. N. 256. C. 4 — Der Kauftnann Fischer in Berlin, Bergmannstraße 109, ist zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 1. Februar 1915 bei dem Gericht anzumelden. Es ist zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschuffes und eintretendenfalls über die im 8 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände auf den 20. Jänner 1915, vormittags 11 Uhr, und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf den 26. Februar 1915, vormittags 11 Uhr, vor dem Unterzeichneten^Gericht<Berlin C. 2, Neue Friedrichstraße 13/14, III. Stockwerk, Zimmer 111, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben, zur oder Konkursmasse etwas schuldig sind, wird ausgegeben,^nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auserlcgt, von dem Besitze der Sache und^von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte^Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 1. Februar 1915 Anzeige zu machen. Der Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts Berlin-Mitte, Abteilung 83. 2. Freiwilliger Verkauf. Das zur Konkursmasse des Jüdischen Instituts für technische Erziehung in Palästina gehörige, zu Haifa in Palästina gelegene Grundstück soll mit allen dazu gehörigen Ländereien, aufgeführten Bauten, sowie mit allen Materialien, Maschinen, dem gesamten Inventar und der Bücherei fteihändig durch, den^ Konkursverwalter gegen Barzahlung verkauft werden. Zu diesem Zwecke habe ich einen Termin angesetzt auf Montag, den 1. März 1915, um 10 Uhr vormittags, in meiner Schreibstube, Berlin 81V. 29, Bergmannstraße 109, III, zu welchem ich Kauflustige hierdurch cinlade. Die Bietungs-Kaution beträgt 25.000.— Mark; der Zuschlag an den Meistbietenden bleibt Vorbehalten. Berlin, den 11. Januar 1615. Fischer, gerichtlicher Verwalter der Masse. Errichtung eines zionistischen Wnreaus im neutralen Anstande. Laut Beschluß des großen Aktions-Komitees der'zionistischen Organisation ist in Kopenhagen ein Bureau errichtet worden, das seit Ende Januar seine Tätigkeit begonnen hat. Mit der Leitung dieses Bureaus sind die Herren: Dr. T s ch l e n o w, S o k o l o w und Leo M o tz k i n betraut worden. Als eine int neutralen Auslande befindliche Institution, wird das Kopenhagener Bureau den Zusammenhang zwischen sämtlichen zionistischen Landesverbänden auftechterhalten und die Arbeit in den Ländern, in denen sie infolge der kriegerischen Ereigniffe ruht, zu beleben suchen. In seinem soeben erlassenen Auftuf weist das Kopenhagens Bureau des näheren aus diese Aufgaben hin. Die Adresse des Bureau lautet: Kopenhagencr Bureau der zionistischen Orgaisation K v p e n h a g e n, Vestergade 1. Proklamationen des Kommandanten von Palästina. Aus Konstantinopel wird berichtet: Der Kommandant des vierten Armeekorps hat an die Bevölkerung von Palästina eine Proklamation gerichtet. In dieser Proklamation, wird die Bevölkerung des Heiligen Landes daran erinnert, daß Palästina sich direkt in der Operationszone jener türkischen Armee befindet, welcher die Aufgabe zufiel, Aegypten von fremdenr Joch zu befreien. Dadurch sei die palästinensische Bevölkerung mehr denn die Bewohner aller übrigen Reichsprovinzen berufen, Anteil zu nehmen an den großen Aufgaben, welche dieser heilige Krieg jedem Bürger des Reiches auserlegt hat. Nach Aufzählung dieser Pflichten, schließt die Proklamation: Ich fordere und erwarte, daß die Mohammedaner, welche die Majorität der Bevölkerung in dieser Provinz bilden, beti Juden und Christen gegenüber Gefühle der Freundschaft und Brüderlichkeit an den Tag legen. — Diese Ermahnung hat, wie aus Palästina nach Konstantinopel gemeldet wurde, in der gefaulten Bevölkerung des Heiligen Landes einett tiefen, beruhigenden Eindruck gemacht. Gegenwärtig arbeitet die dortige Bevölkerung unter Leitung deutscher Pionieroffiziere an der Befestigung Jerusalems. Kriegsstttlistik. Unmittelbar nach Kriegsausbruch hat der Berband der deutschen Juden, um die Teilnahme der Juden am Kriege zuverlässig festzustellen, an die jüdische Oesfenllichkeit das Ersuchen gerichtet, ihm alle erforderlichen -Mitteilungen zu machen. Aehnliche Maßnahmen sind von einer Reihe anderer Organisationen getroffen worden. Zwecks Zentralisierung dieser Bestrebungen wurde alsdann ein besonderer Ausschuß für Kriegsstatistik gebildet, dem folgende jüdische Organisationen angehören: Großloge für Deutschland U. O. B. B., Verband der deutschen Juden, Bureau für Statistik der Juden, Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Deutsch-Israelitischer Gemeindebund, Zionistische Vereinigung für Deutschland, Kriegshilfsausschuß der, Berliner Logen, Verein zur Abwehr des Antisemitismus, Kartell-Convent, Kartell jüdischer Verbindungen. Da sich sowohl beim Verband der deutschen Juden, als auch bei den übrigen Körperschaften das Material immer mehr anhäufte, ergab sich die Notwendigkeit, ein eigenes Bureau zu bilden, welchem die Fortführung und Ausgestaltung fber bisherigen Arbeiten von den: erwähnten Ausschuß übertragen wurde. Dieses Bureau ist dem Bureau für Statistik der Juden angegliedert worden. Es sind daher in Zukunft alle zweckdienlichen Angaben an das B u r e a u s ü r S t a t i st i k d e r I u d e n, B e r l i n 6 2 An der Spandauer Brücke 15, zu richten; und zwar ergeht im Hinblick auf die große Bedeutung einer zuverlässigen Kriegsstatistik von neuem die dringende Bitte, sobald als möglich die Namen und möglichst ausführliche Angaben über alle Kriegsteilnehmer der genannten Stelle mitzuteilen und hierbei die Adressen derjenigen Personen zu vermerket:, welche über die betreffenden Krieger genaue Auskunft erteilen können. Es stehen auch Formulare für derartige Mitteilungen beim genannten Bureau in beliebiger Anzahl zur Verfügung.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.