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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-01-29 · 5 (29.1.1915) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
5 (29.1.1915)
Date
1915-01-29
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 86 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 5 Verein jüdischer HochschüLer „Mensa Academica Judaica". IX., Liechtensteinstr.. 23. Die „Mensa Academica Judaica" gehört zu jenen Institutionen, welche durch den Krieg am schwersten getroffen wurden. Durch Einstellung des Studienbetriebes an den Universitäten Krakau, Lemberg! und Czernowitz weilen heuer noch mehr Studenten und Studentinnen als in früheren Jahren in Wien, welche ohne die „Mensa Academica Judaica" dem Hunger ausgesetzt wären. Der größte Teil der Förderer und Mitglieder steht aber im Felde und der Mangel ihrer materiellen und moralischen Unterstützung wird täglich fühlbarer. Damit trotz des Anwachsens der Zahl der notleidenden Studenten und trotz der bedeutenden Verteuerung der Lebensmittel der Studentenschaft zumindest einmal täglich zu einer warmen Mahlzeit verholfen wird, ist rasche Hilfe notwendig, und an alle Freunde unserer Studenten und Studentinnen ergeht daher die dringende Bitte, aus eigenen Mitteln und durch Förderung zum Weiterbestände der „Mensa Academica Judaica" beizutragen. Die ehemaligen Akademiker aber, die es im bürgerlichen Leben zu Stellungen, zu Ansehen und Wohlhabenheit gebracht haben, sollten es als ihre Ehrenpflicht ansehen, die jüdische „Mensa" in dieser Zeit bet' Not tatkräftig zu fördern. Die Wministration dieses Blattes ist bereit, Spenden entgegenzunehmen und auszuweisen. Dem Oesterr.-ungar. Kantorenverem ist nachstehender Statchalterer-Erlatz zugekommen: Magistrat der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien als politische Behörde I. Instanz. Wien, am 19. Januar 1915. An den Vorstand des Oesterr.-ungar. Kantorenvereines in Wien. Zu Hairden des Vereinspräsidenten Herrn Oberkantor Jakob Bauer, Wien. Die k. k. n.-ö. Statthalterei hat mit dem Erlasse vom 8. Januar 1915, Zahl 11/73, folgendes anher eröffnet : Der Vorstand des Oesterr.-ungar. Kantorenvereines in Wien hat in seiner an das k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht gerichteten Eingabe vom 10. November v. I. nachfolgende Erledigung erhalten: Das k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht hat auf Grund des mit dem k. k. Ministerium für Landesverteidigung gepflogenen Einvernehmens mit dem Erlasse vom 1. Januar 1915, Zl. 3394/K.-U.-M., angeordnet, den Vorstand des Oesterr.-ungar. Käntorenvereines im nachstehenden Sinne zu verbescheiden: Es können Gesuche um individuelle Enthebung vom Landsturmdienste in einzelnen konkreten Fällen in Verhandlung genommen werden, dies jedoch nur unter der Voraussetzung, daß die Unentbehrlichkeit und Unersetzlichkeit des betreffenden Kantors im Hinblicke auf seine Dienstobliegenheiten in dem einzelnen Falle nachgewiesen wird. Gegebenenfalles müßte unter Nachweis der erforderlichen Voraussetzungen um die Enthebung des betreffenden Kantors vom Landsturmdienste in. einem speziellen Einschreiten seitens der betreffenden Kultusgemeinde angesucht, werden, wobei die Schlußfassung den kompetenten Faktoren Vorbehalten bleibt. Hievon ergeht in Erledigung der eingangs zitierten Eingabe hiemit die Verständigung. Der Abteilungsvorstand: Dr. Nagel m. p., Magistratsrat. Wien. Am 24. d. M. fand im Restaurant Nagel eine Versammlung von Bethausvereinen statt, welche Herr Bernhard Hosbauer einberufen hatte, um über Maßnahmen zu beraten, die für die bevorstehenden Feiertage erforderlich sind, um dem dringendsten Notstand abzuhelfen. Es erschienen: Herr kais. Rat Adolf Schramek in Vertretung des Kultusvorstandes; von: „Adaß Jisroel" Obmann Ph. Back, Glückselig, Pappen he im, Schiff, Bne Bris Hojdn und P o d h o r s e r, Emunas Awes A m s ch e l, Chassidim M. May, Ansche Eines X. Obmann Blaustein, Wodak, Liwias Ehen Augapfel, Marpe Lanefesch Brodi, Rosner und W a r k a n i, Ez Chaim Al. B r o d, Floridsdorf Obmann Dukes, Ose Tow CH. Dreßler, M. Dressier, Stumpergasse Felsenburg, Tempel VIII. Getreu, Schönlaterngasse Obm. Fried, Tempel XIII. M. H o f b a u e r, Thora Ez Ehajim Frommer, XIX. Philipp; vom Sekretariat der Kultusgemeinde Herr Jakob Kr aus z. Herr Hofbauer begrüßt die ansehnliche Versammlung, speziell Herrn kais. Rat Schramek als Vertreter der Kultusgemeinde und legt dar, daß für die ungemein schwierige Beschaffung von Mazzos und anderen Viktualien für Pessach gesorgt werden müsse. Interpelliert, erklärte Herr Kultusvorsteher kais. Rat Lchramek, daß der Vorstand alles vorbereite, was zu tun möglich sei. An der sehr animierten zweistündigen Debatte nahmen teil die Herren Dukes, Hojdn, Philip, F e l s e n b u r g, Frommer, R o s' n e r, Sekretär Krausz u. a. Es wurde einstimmig beschlossen, die Kultusgemeinde aufzufordern, alles Mögliche zur Beschaffung von Mäzzos, Kartoffeln und Kartoffelmehl zu veranlassen, l und wurde Herr kais. Rat Schramek.ersucht, diesen Beschluß, zur Kenntnis des Vorstandes zu bringen. Auch die Anregung, die Vereine mögen rechtzeitig und eifrig sammeln, um zur Verteilung auf die Feiertage gerüstet zu sein, fand Zustimmung. Die zahlreiche Beteiligung und die lebhafte Debatte waren ein schönes Zeugnis für das allgemeine Interesse für humanitäre Angelegenheiten und schieden die Versammelten mit dem Wunsche und der 'Absicht, des öfteren zusammenzutreten, um für das allgemeine Wohl zu wirken. Herrn Hofbauer wurde allseits für seine Initiative gedankt. Flüchtlingsausspeisung. Der Wiener Humanitäre Verband der galizischen Flüchtlinge hat . am 7. d. M. eine Ausspeisehalle auf streng ritueller Basis, II., Schiffamtsgasse 20, unter Aufsicht des orthodoxen Wiener Rabbinates für arme Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina eröffnet. Durch diese Einrichtung ist nicht bloß den strenggläubigen Flüchtlingen Gelegenheit geboten, eine kräftige, warme Kost zu erhalten, sondern auch 'jeder arme Flüchtling kann daselbst gegen Entrichtung von bloß 12 Hellern sich satt essen. . .; . Neben dieser Ausspeiseaktion wird .der gedachte Hilfsverband seine bisherige Hilfsaktion durch Gewährung von Kleidern, Wäsche und Schuhen, durch Barunterstützungen an würdige Flüchtlinge, durch Gewährung von unentgeltlicher Rechtshilfe und ärztlicher Hilfe nach Tunlichkeit aufrechterhalten. . Damit all diesen Anforderungen auf die Dauer im Interesse der notleidenden Flüchtlinge nach jeder Richtung entsprochen werden kann, appelliert der Verband an die hochherzigen Wohltäter, sich an dieser Hilfsaktion durch gütige Einsendung von Spenden (Scheckkonto Nr, 149.900) beteiligen zu wollen, Kleider,

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