Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 5 (29.1.1915)
- Date
- 1915-01-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Nr. 5 Seite 80 Dr. Bloch's Kriegsauszeichnungen jüdischer Hffiziere und Soldaten. Se. Majestät der Kaiser hat verliehen für tapferes Verhalten vor dem Feinde das Militärverdienstkreuz mit der Kriegsdekoration dem Major Jsidoä) Deutsch des Infanterieregimentes Nr. 6 (Major Deutsch ist als treuer, warmfühlender Jude bekannt); ferner dasRitterkreuz des Franz Josef-Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde dem Oberstabsarzt 2. Klaffe Dr. Josef Löwental, Sanitätschef der 14. J.-T.-D., den Stabsärzten Dr. Josef Jampoler, Infanterieregiment Nr. 85, und Dr. Adolf Beigel, Kommandant der Landsturmbrigade-iSanitätsanstalt Nr. 35; das Hirnu u laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes für tapferes - Verhalten vor dem Feinde dem Regimentsarzt d. R. Dr. Naftali G o l d ft e i n, Landw.-Jnfanterieregiment Nr. 20, idem Leutnant Isidor Spitzer, Honvcd- Infanterieregiment Nr. 23, und dem Assistenzarzt Dr. Fritz Silber stein. Auszeichnung eines tapferen Sanitätssoldaten. Einj.-Freiw.-Mediziner Korporal Samuel Stern, Jnfanteriereg. Nr. 65, war, als Sanirätsunteroffizier eingeteilt, unermüdlich tätig, einem verwundeten Kameraden im heftigsten Infanterie- und Artilleriefeuer Hilfe zu leisten. Russischer Infanterie war es bereits gelungen, in den Ort einzudringen, wo Stern (eine Verwundeten versorgte, doch der brave Einjährige dachte nicht daran, sich in Sicherheit zu bringen, sondern setzte sein Liebeswerk bis zum letzten Augenblick fort. Seinem opfermutigen Verhalten gelang es, sechs Verwundete aus dem Orte zu retten und zum Hilfsplatz zu bringen. Seine Brust ziert bereits die silberne Tapferkeitsmedaille. Silberne Tap se r ke itsm ed a il l e erster Klasse: Wachtmeister Max Heller, Dragonerregiment Nr. 1; Wachtmeister Josef Deutsch, Dragonerregiment Nr. 3; Zugsführer Josef Wittmann, Feldkanonenreg. Nr. Il, und Pionier Siegfried Grünwald, Flußminenabteilung Nr. 2; Infanterist Leopold Grü n, Infanterieregiment Nr. 54. Durch die Minenwirkung einer einschlagenden schweren Granate wurde der im Beobachtungsstand befindliche .Kompagniekommandant zu Boden geschleudert und verschüttet. Grün eilte sofort zur Stelle und begann trotz heftigem feindlichem Artilleriefeuer seinen Kommandanten aus her gefährlichen Situation zu befreien. Nach langwieriger, mühevoller Arbeit gelang es chm, die Erdmassen wegzuräumen und so seinem Kompagniekommandanten das Leben zu retten. Silberne' Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse: Zugsführer Moriz Pollak und Zugsführer Heinrich Weiß, Infanterieregiment Nr. 69; Zugsführer Jakob Drechsler, Zugsführer Wilhelm Stern und Kanonier Siegmund Lauser (alle drei vom Feldkanonenregiment Nr. 11): Korporal Wich. Singer, Feldhaubitzenregiment Nr. 4; Zugsführer AronApter, Infanterieregiment Nr. 15; Korporal MaxHofmann, Dragonerregiment Nr. 13; KorporalHeinr.Münzberg, Jnfanteriereg. Nr. 21; Vormeister Julius Deutsch, reit. Art.-Div. Nr. 9; Fähnrich Siegfried Mauthner, reit. Art.-Div. Nr. 11; Wachtmeister Naftali Safir und Ulan Robert Ornstein, Ulänenregiment Nr. 4; Wachtmeister Moses Schubert, Korporal Schabse R i e se n b e r g, recte S ul z b a ch, beide vom Drag.- Reg. Nr. 9; Zugsführer Eisig Vogelfänger, Drag.-- Reg. Nr. 8; Korporal Ernst Fried und Korporal Isidor Fried, beide vom Infanterieregiment Nr. 85; Zugsführer Heinrich Fried, Drag.-Reg. Nr. 3; Gefreiter Ignatz Wochenschrift Brauner, Landw.-Jnfanterieregiment Nr. 31; Feldwebel Joses Guth, Korporal Isidor Häusler, beide vom Landst.-Jnfanterieregiment Nr. 28. Adolf Lippa, Ersatzreservist des 71. Jnsanterieregimeuts in Trencsen, ist wegen besonderer Tapferkeit mit der silbernen Tapferkeirsmedaille 2. ° Klaffe ausgezeichnet und gleichzeitig zum Zugsführer befördert' worden. Er ist der Sohn des allgemein geachteten Oberkantors Hermann Lippa aus Jllava. Belobende Anerkennung des Armee- Oberkommandos: Leutnant d. R. Dr. Moses Reiß, San.-Abt. Nr. 22; Leutnant-Rechnungsführer Robert B o d e it st e i n, Feldspital 1/2; Sanitätssoldat Josef Rosner, Feldspital 9/14; Korporal Max Pollak, Telegraphenregiment. * * Leutnant Ernst Strakosch bei der Div.-San.-Anstalt 29 der 39. J.-T.-D., Berkehrsbeamrer der Oesterr. Staatsbahnen in Brünn, wurde in Anerkennung feiner hervorragenden Verdienste und feines aufopfernden Diensteifers am 18. Dezember 1914 außertourlich zum Oberleutnant befördert) Ietdpostvrief. Ein Hauptmann jüdischen Glaubens schreibt feinen: Bruder u. a.: „Nach ununterbrochener viertägiger Reise kamen wir in eine romantische Karpathengegend. Bei Beginn der Reise hatten wir Frühlingswetter, hier umfing uns der tiefste Winter. Ich kenne diese Gegend aus der Zeit, als ich hier einem Skidetachement zugeteilt war. Ueberall Zeichen des Krieges, der Ort ist von den Russen hart mitgenommen worden. Das Haus, in * dem ich einquartiert bin, weist einen Granateneinschlag auf. Der Besitzer, ein Glaubensgenosse, ist geflohen. Es ist rührend, zu sehen, wie er in der Eile nur wenige Habseligkeiten retten konnte, jedoch noch Zeit fand, die Zehngebotstafeln von allen Türpfosten mitzunehmen. Die Ortsbewohner sind Ruthenen und Juden, von letzteren sind viele schon zurückgekehrt. Die Gegend ist so ziemlich ausgehungert, doch vollzieht sich der Nachschub der Verpflegung tadellos und sind wir gegen Kälte und Schnee gut versorgt. Der neue Oberst ist ein Prachtmensch, großzügig und modern; vorläufig glaube ich sein Liebling zu sein. Meinen ziemlich verantwortungsvollen Spezialdienst versehe ich jetzt mir Lust und Freude, da meine Tätigkeit Anerkennung findet. — Neues gibt es noch nichts, doch dürfte es bald interessant werden. Wir sind alle voller Zuversicht und erhoffen einen guien Ausgang. Zu tun gibts für mich viel, aber wie gesagt, ich arbeite gerne. In einer Station traf ich meinen gewesenen Schulkollegen W.aus 2 .... a, auch ein Glaubensgenosse, der als Leutnant dem Eisenbahnsicherungsdienst zugeteilt und für eine Dekoration vorgeschlagen ist. (Es folgen noch einige Sätze privater Natur.) Sanitätsunleroffizier Armin Aotkl'iev. Der Reserveoberleutnant des 24. Feldjägerbataillons Dr. Josef Hollon schreibt dem „Egyenlösseg" aus einem Schützengraben auf dem nördlichen Kriegsschaiiplatz unterm 4. Januard. I..: „Ich liege im Schützengraben und die moskowitifchen Kanonen sekkieren mich sehr. Ich schreibe Ihnen daher nur kurz über den Fall des Sanitätsunteroffiziers Armin Gottlieb. In Zivil ist er jüdischer Marktfahrer, hat zu Hause in Budapest in der Szabolcsgasse Nr. 11 eine Frau und vier Kinder. Er ist vom ersten Kriegslage an auf dem Kriegsschauplätze, holt Tag und Nacht unter dem heftigsten Kugelregen an der Front die Verwundeten