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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-01-22 · 4 (22.1.1915) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
4 (22.1.1915)
Date
1915-01-22
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 64 Dr. Bloch'S Wochenschrift •st 4 Gelegenheit in allen Synagogen^nglands gesprochen werden sollte. In diesem Gebete, das in klassiMm Hebräisch versaht ist, wird um besonderen Schutz für die Seeleute und Flieger gebeten, -ften mses rrn nrjKn s^rr' -nr rurs; tm: welche „Tag und Nacht bestrebt sind, dem Lande fernzuhalten" :!;ira;ö rr:i*rr nn p‘n*nL das leidb'.ingende Schwert vvn ON nn nb'b. Ls ist dies wohl das erste hebräische Gebet, in dem die Flüge erwähnt wurden. Und vielleicht denkt auch mancher Engländer bei dem rtfl*,“ (cgi- Jeremia 46, 16) an die „Tauben" und Zeppeline? . . . Korrespondenzen. Einlauf zur Plenarsitzung des Kul-usvorstaudes vom 30 Lczembcr 1914. 3>n Einlaufe befinden sich: Dankschreiben des Herrn Bezirksrates Philipp Back für die Gratulation des Vorstandes anlätzl.ch seiner Auszeichnung. Dankschreiben des Herrn Dr. Moritz S ch n e p p, Obmann des Tempeloereines „Eherora Beth Hatfilah", für die Gratulation des Vorstandes zu seinem 70. Geburtstage. Dankschreiben des Herrn Philipp Kläger für die Gratulalion des Vorstandes anläßlich seiner Ernennung zum kais. Rat. Dankschreiben des Offizials der israelitischen Kultusgemeinde Herrn Edmund Fried für die Gratulation des Vorstandes anläßlich seiner Promotion zum Doktor der Rechte. Dankschreiben der Frau Minna H a l p e r n für die Kondolenz des Vorstandes anläßlich des Ablebens ihres Gatten, des ehemal. Vorstehers der israelitischen Kultusgemeinde, Herrn Dr. Anselm Holpern s. A. Dankschreiben des Herrn Kultusvorstehers kais. Rat Jonas Weil für die Gratulation des Vorstandes anläßlich der Vermählung seiner Tochter. Dankschreiben des Herrn Richard Lieben für die Kondolenz des Vorstandes anläßlich des Hinscheidens seiner Gattin, der Frau Josefine Lieben s. A. Von Herrn Kultusvorsteher kaiserlicher Rat Jonas Weil als T e m p e l s p e n d e: für das Blinden-Jnstitnt.K 50.— „ die ‘Diener.„ 50.— „ den Chor.„ 5".— „ den Handelskrankenverein. „ 50 — K 200.— Für die Armen-Anstalt.K 100.— „ den Fiauen-Verein.„ >00.— „ den Verein zur Be leidung und Unterstützung armer alrer Männer.. 50.— „ den Verein für Greisinnen Fürsorge . ... „ 50.— „ d?n Mädchen-Unt rstützungs-Bereur ..... 50.— „ den Waisen-Unterstützungs-Verein . . . . „ 50.— „ 400.— Von Anonymus anläßlich der Trauung „Felix und Marianne am 20. Dez. 1914 für den Theresien-Kreuzer-Berern . „ 30.— Von k. k. Leutrrant Hermann Deutsch für die Kriegsfnrsorge zugunsten der Witwen und Waisen nach gefallenen jüdischen Soldaten. . „ 20.— Von Herrn Adolf Fr i e d zur Ausspeisnng armer israelitischer Schulkinder.. 10.— Sammelbnchsen-Entnahme am Zentralfriedhof für den Waisenverün.. 316.25 Einlauf für die Plenarsitzung des Kultnsvorstaudes vom 6 Jänner 1915. Spenden. An Spenden sind eingelaufen: Don Frau Philippine Samson durch die Firma M. Thorsch Söhne für Arme.. .Kr. 1000 — Von Frau Helene Deutsch namens des Herrn Arthur Schwarz in Trentow, N. P. U. S. A., für chie Hinterbliebenen jüdischer Soldaten . Kr. 100.— Von Frau Julie W e n g r a s an Stelle eines Kranzes für weil. Fanny Wiener für Arme.Kr. 10. Von Herrn Kultusvorsteher Dr. Jakob Engel für die Versorgungs-Anstalt ..Kr. 200.— Von Wilhelm Spitzer für die Ausspeisung jüdischer Flüchtlinge . . Kr. 100.- Frau Ella Zirner-Zwieback, Gattin des Herrn Kommerzialrates Alerander Zirner, hat, wie alljährlich, 60 arme ifr. Waisenmädchen bekleidet und außerdem mit einem Barbetrage beschenkt. Dankschreiben der Frau Jda Diamant für vie Beileidskundgebung des Vorstandes ^aus Anlaß des Hinscheidens ihres Bruders, des Herrn Ludwig >r-1iatzny s. A. Zuschrift des k. u. k. Feldrabbiners Dr. Ludwig G v l \ n b i \ betreffend das von der israelitischen Kultusgemeinde 'Wien heraus gegebene „Gebetbuch für israelitische Soldaten im Kriege". Dankschreiben des Herrn Kultusvorstehers Prof. Dr. S. E h r m a n n für die Glückwünsche des Vorstandes anläßlich seines 60. Geburtstages. Ein offener Brief in Angelegenheit der galizifchen Flüchtlinge. Beim Neujahrsempfang im Rathause harte Oberkurator Steiner in seiner Ansprache an den Bürgermeister erklärt, es sollte durch eine Notverordnung Vorsorge getroffen werden, daß alle nach dem 1. August v. I. aus Galizien und der Bukowina eingewanderten Flüchtlinge nach ihrem früheren Aufenthalte befördert oder anderlvärts angesiedelt werden. Bürgermeister Dr. Weiskirchner hatte in seiner Antwort bemerkt, der Stadtrat werde der Regierung die entsprechenden Vorschläge erstatten. In dem in Wien erscheinenden polnischen Blatte „Wiedenski Kuryer Polski" richtete deshalb Universitätsprofessor Hosrat Dr. Ernest Till einen offenen Brief an den Bürgermeister, in dem er als österreichischer Staatsbürger gegen die Bemerkung des Bürgermeisters Protest erhebt. In dem offenen Briefe führt Hofrat Till aus, daß die nach Wien, geflüchteten Bewohner Galiziens nicht freiwillig, sondern durch die brutale Gewalt des Feindes gezwungen, die Reichshauptstadt aufsuchten, in der Hoffnung, sich hier sammeln zu können und freundlich ausgenommen zu werden. Man habe in Wien nicht den richtigen Begriff von der Verwüstung, der Galizien im Interesse der Gesamtmonarchie auf viele Jahre hinaus zum Opfer gefallen ist. Die galizifchen Flüchtlinge wünschen nichts sehnlicher, als so bald wie möglich ihre Heimat aufsuchen zu können. Die Auffassung, die an manchen Stellen Raum 'gewonnen habe, daß die Anwesenheit der galizischen Flüchtlinge die Ursache der Teuerung mancher Artikel ist, sei irrig. Die aus Galizien Geflüchteten haben bloß die Lücken ausgefüllt, die das Ausbleiben des Fremdenverkehrs und die Einberufung eines Teiles der stabilen männlichen Einwohner Wiens gelassen hat. Die Ursachen der Teuerung liegen in der Unterbindung der Einfuhr. Andererseits dürfe man nicht außer acht lassen, daß die Flüchtlinge nicht ausschließlich mittellose Individuen find. Eine Umfrage in den Hotels, Gast- und Kaffeehäusern und bei Kaufleuten würde ergeben, daß die Gewerbsleute in dieser Zeit die Flüchtlinge nur ungern missen würden, abgesehen davon, daß diese durch Inanspruchnahme der Gemeindennternehmungen sowie durch Miete vieler sonst leerstehender Wohnungen Geld in der Stadt lassen. Der Brief schließt, daß eine Aufklärung der öffentlichen Meinung in der angeregten Richtung am besten dem kaiserlichen Handschreiben entsprechen würde, init dem die durch den Krieg betroffenen Landstriche der besonderen Obhut der Regierung empfohlen werden.

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