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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-01-22 · 4 (22.1.1915) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
4 (22.1.1915)
Date
1915-01-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 4 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 63 Pirmasens. Dr. Mar S ch o h l, Reserveleutnant und Kompagniesührer im 17. bayrischen Infanterieregiment, zurzeit durch Lungenschutz verwundet im Lazarett in Aachen. Pletz, O.-S. Simon Adler, Sanitätsunterosfizier. Posen. Dr. med. Georg Cohn, Sergeant im Infanterieregiment 47, erhielt die Auszeichnung an seinem Geburtstage; Dr. Heinrich Elkeles, Assessor, Unteroffizier d. R.; Dr. Ern st Jolowicz, Unterarzt d. L., sein älterer Bruder, der als Divisions- und Stabsarzt im Felde steht, hatte bereits dieselbe Auszeichnung erhalten; Martin Samter, Offiziers-Diensttuer in einem Feldartillerieregiment, Baumeister. Potsdam. Dr. med. Richard Zuelzer, Stabsarzt bei einem Reserve-Infanterieregiment. Rastcnburg. Erich Jaruslawsky, Feldunterarzt. Reppersdorf b. Würzburg. Paul Silbermann, Kanonier in einem bayrischen Artillerieregiment. Rodalben. Ludw. Samuel, Bizefeldwebel, auch zum Osfiziersstellvertreter befördert. Spandau. Dr. Paul Rosenthal, prakt. Arzt. Speyer. Willy Goldschmidt, Einj.-Unteroffizier im 2. bayr. Pionierbataillon. Tarnowitz. Dr. med. Stahl, Oberarzt (K. I. B.). Wieszen. Louis Epstein, Gefreiter im Reserve-Artillerieregiment Nr. 1, Kaufmann. Eisernes Kreuz für einen Kesterreicher. K. u. k. Fähnrich Alexander I a s s i n g e r, der die Belagerung Antwerpens mitmachte und zurzeit bei der 5. schweren Haubitzendivision in Russisch-Polen kämpft, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Einer, der mit niemandem lauschen miss. Der Berliner Justizrat Sandberg stellt dem „Berl. Tageblatt" folgenden Brief seines Neffen zur Ber- .(Rußland), 24. 12. 14. Liebe Tante, lieber Onkel! Vor wenigen Minuten inmitten des gröhten Schlachtengetümmels heftete mir unser Bataillonskommandeur, Herr Hauptmann v. T-» das Eiserne Kreuz andie Brust. „Für hervorragende Tapferkeit", das waren seine wenigen Worte, die mich so unsäglich stolz machten. Und ich hatte doch nur meine Pflicht getan. Als es hietz, freiwillige Patrouille gegen den Feind vor — da war ich der Erste, dem das Vater-? land mehr galt als sein Leben, Endlos sind die russischen Wälder — schwierig und gefährlich die Stellung des Feindes zu ergründen, doch ich schlich mich vor — viermal setzte ich mein Leben aufs Spiel — dann brachte ich Meldungen, die unsere Führer begeisterten. Truppen wurden herangezogen, an die richtigen Punkte gestellt und so der Sturmangriff der kolossalen feindlichen Uebermacht (die Russen wollten unsere Stellungen durchbrechen) mit grotzem Erfolge gurückgeschlagen. Ich schreibe Euch diesen Brief in einem kleinen Unterstände, während um mich die feindlichen Granaten einschlagen. So der liebe Gott mich ferner beschützt wie bisher, hoffe ich, unserem teuren Vaterlande noch manchen Dienst erweisen zu können. Doch heute will ich mit niemandem tauschen, auch nicht mit denen, die im warmen Zimmer Weihnachten feiern können. Wohl sind meine Gedanken heute in der Heimat — doch mein Tun ist hier im fernen Osten bis zum letzten Atemzuge für unser Vaterland zu kämpfen, das ist meine Pflicht. Sonstige Auszeichnungen. Buckeberg. S i e g f r. B e n a r i o, Oberjäger d. R. im westfälischen Jägerbataillon Nr. 7, das Kriegsverdienstkreuz am blauweißen Bande vom Fürsten Adolf zu Schaumburg-Lippe. Hannover, cand. med. E r n st Müller, bayr. Militärverdienstorden 3. Klasse mit Schwertern und Krone. Konstadt, O.-S. Leutnant Hans Friedländer, bayr. Militärverdienstorden mit Schwertern. Köln-Mühlheim. Mar Spiegel, Gefreiter, die badische silberne Verdienstmedaille am Bande des Karl Friedrich-Ordens. Neustadt, O.-S. Dr. Kurt Fränkel, bayr. Militärverdienstorden mit Schwertern. * * * Befördert. Zu bayrischen Leutnants: Heinrich Kohn, Heinrich Oettinger, Herrn. Samuel, Paul Salomo n, Walter Frankenburger, Arthur Hirschberg, Hermann Sack. __ Zum Reserveoffizier: Friedr. Kamp, Vizefeldwebel d. R.. >sohn der Witwe I. Kamp, Aachen, vor Ppern. Der einzige Sohn der Pensionsvorsteherin Frau Elise H o l z b o ck, Breslau, Kais. Wilhelmstratze 19, wurde zum Feldwebel befördert. Ein jüdischer Zigeunerprimas. Fchsr Poldi. In Szeged ist kürzlich der berühmte Zigeunerprimas Leopold F e h e r — man hietz ihn nur Fehör Poldi — im 68. Lebensjahre gestorben. Er war anerkanntermahen einer der gröhten Geigenkünstler; die Zigeunermusiker sagten es, und diese muhten es wissen. Mit seiner Geige erntete er in der ganzen Welt Triumphe; auch vor Fürstenthronen. Ihm wurde die Ehre zuteil, die Kinder der Erzherzoge Friedrich und Leopold Salvator im Geigenspiel unterrichten zu dürfen, und mit Pietät bewahrte er ein an ihn gerichtetes Schreiben der Erzherzogin Jsabella sowie die Porträts der erzherzoglichen Kinder. Erzherzog Leopold Salvator hatte ihn in einem eigenhändigen Schreiben zum Unterricht seiner Kinder eingeladen. Weiland Erzherzog Joseph hatte ihm in Würdigung seines künstlerischen Spiels eine Geige geschenkt, in welche der Name des fürstlichen Spenders eingraviert ist. Seine Tourneen führten ihn bis nach Amerika. In London erwarb er ein Musikprofessordiplom, in Paris auf der Weltausstellung die große goldene Medaille. Seine Lieblingsweise war -<Uepiiij ftHskem«, und kaum ein anderer vermochte sie so gefühlvoll, so ergreifend zu spielen. Koloman Miktzath, der jahrelang in Szeged wohnte, versäumte keine Gelegenheit, dem faszinierenden Spiele Fehsr Poldis zu lauschen. Ueber seine Herkunft waren die abenteuerlichsten Versionen verbreitet, und er selbst tat nichts, um dieses Dunkel zu zerstreuen. Bei einer Gelegenheit gab er an, daß er auf der Gyöngyöser Landstraße auf einem Bauernwagen das Licht der Welt erblickt habe; nach einer Version aber soll Hodmesövasarhely sein Geburtsort gewesen sein. In der letzten Jahren kränkelte ^er viel und musizierte nur selten; er wohnte meist bei seinem Schwiegersohn in Totkomlos. Er wurde unter imposanter Teilnahme zu Grabe getragen. Jüdische Zigeunermusiker waren in früheren Zeilen keine Seltenheit. Es gab sogar, namentlich jenseits der Donau, jüdische Musikkapellen; so gedenkt Csokonai in seinem komischen Epos „Dorottya" der „Togomorer jüdischen Musiker". Ein jüdischer Zigeunermusiker war im Grunde genommen mehr der Liederkomponist Markus Rözsavölgyi (1787—1848). Er meisterte dir Geige trotz dem besten und echtesten Zigeunerprimas, und als er einmal in Pest eine Serenade gab — damals war Pest noch eine Kleinstadt und Serenaden in Schwung —, übte sein Geigenspiel aus den damals schon berühmten Primas Johann B i h a r i Zo tiefe Wirkung aus, daß er ihm nicht mehr von der Seite wich. Sie wurden die besten Freunde und Bihari machte für die feurigen Kompositionen Rözsavölgyis — damals noch Rosenthal — die eifrigste Propaganda. Rözsavölgyi führte — zum Teil nicht aus eigener Schuld — ein recht unstetes Leben; es gibt faum eine ungarische Stadt, wo er nicht Triumphe gefeiert hätte. Seine Kompositionen sind noch heute ein eiserner Bestand unserer Zigeunerkapellen. Sein Schwanenlied ertönte am 25. Februar 1845 im Budapester Nationaltheater; da gab er sein Abschiedskonzerl und das Spiel des Greises war so hinreißend, daß dieser Abend den Zuhörern unvergeßlich blieb. Er habe — schrieb damals ein Kritiker — auf der Geige förmlich gesprochen; „tiefergriffen vernahm man die nationalen Klänge, die im Tempel unseres vaterländischen Ruhmes ewigen Nachhall finden werden." Rözsavölgyi ruht im Kerepeser isr. Friedhofe; seine einfache Grabschrift lautet: Rözsavölgyi Markus. Aleghait eletenek ti6-ik eveben Januarius 2ö-ikan 1848. Pe 1 öfi hat den Geigenkünftler in einem herrlichen Gedichte verewigt. Und eiiT jüdischer Zigeunerprimas war ja in letzter Linie auch der Geigenvirtuose Eduard Remöny i, dem zwei Weltteile zu Füßen lagen. Sein Spiel konnte nie das Zigeunerische — im edlen Sinne des Wortes genommen — verleugnen und die ungarischen Zigeuner betrachten ihn stets als den Ihrigen. („Neues Pester Journal.") Il'ieger und „Hauöen" auf — tzeöräifch. Für Sonntag, den 3. Januar, war in ganz England die Abhaltung von Bittgottesdiensten angeordnet worden. Nach einer Anordnung von Oberrabbiner Dr. Hertz fand in den Synagogen am vorhergehenden Sabbath ein besonderer, dem Ernst der Zeit entsprechender Gottesdienst statt. Oberrabbiner Dr. Hertz hatte ein besonderes hebräisches Gebet yerfaßt, das bei dieser Vt-TTtr

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