Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 51 (25.12.1914)
- Date
- 1914-12-25
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 906 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 51 g: « ■y r t Cchanukafeier und Bekleidung für die Flüchtlingskinder in Wien. Vor wenigen Wochen stellte in einer Sitzung der „Weiblichen Fürsorge" die Ehrenpräsidentin Charlotte Freifrau von Königswarter den Antrag, für die Kinder der Flüchtlinge, die derzeit sich in Wien aufhalten, eine Chanukabescherung zu veranstalten. Diese edle Anregung wurde auch mit großem Enthusiasmus begrüßt und die Antragstellerin selbst unternahm die nötigen Schritte zur Ausführung; sie begab sich persönlich zu dem Präsidenten Dr. Alfred Stern und beide einigten sich in betreff der Aktion für eine Chanukafeier zugunsten der Flüchtlingskinder. Es wurde beschlossen, an einem Chanukatage in mehreren Wiener Bethäusern solenne Gottesdienste zu veranstalten, ferner aus dem Ergebnis einer einzuleitenden Sammlung eine Anzahl Kinder zu bekleiden. Am 15. Dezember fand in acht Bethäusern Wiens ein feierlicher Gottesdienst statt, der überaus weihevoll verlief. Jedes einzelne Kind erhielt außer einem kleinen Gebetbuch nach beendetem Gottesdienste ein Geschenk der „Weiblichen Fürsorge'', ü.'stehend in einem schwarzaelb gehaltenen Beutelchen, welches süße Sachen in sich barg. Im ersten Bezirk waren die Damen Baronin von K ö n i g s w a r t e r. G r ü n f e l d. Q -u i t t n e r, U l m a n n, Jenny Schn r, der Gesamtvorstand des I. Frauenvereines, Frl. Leiter und viele andere anwesend. Herr Dr. Rose n m a n n hielt, eine rührende Rede. Im Tempel der Tempelnasse sprach Dr. Grunwald in besonders erschütternder Weise; hier waren die meisten Kinder (1200? und erhielt die Feier, bei der die Damen K a d i s ch, Stein (Kurfürsorge), K r e n n b e r g e r (13. Bezirk), F i g d o r (Zuflucht), und Frau Dr. Grunwald amtierten, durch die Anwesenheit des Präsidenten Doktor Alfred Stern eine besondere Weihe. Jni kleinen Tempel in der PazmanUengasse amtierte FrauDr. Frisch au er, Herr Lehrer A n t sch e r l hielt die Rede an 500 Kinder. In dem schönen Tempel der Müllnergasse war Doktor Schnepp mit dem gesamten Vorstand anwesend. Herr Rabbiner Dr. Schwarz sprach zu den Kindern, an die der „Frauenhort" mit Frau v. Do cto r, die Krankennflege und der XVIII. Verein die Gaben verteilten. 5tm 10. Bezirk,wo Dr. Mandl und H».rrSchidlowitz die Kinder empfingen, hatten sich Frl. Rosa Schur und Frau König mit einem Kranz junger Damen umgeben und konnten die Kinder teilweise auch mit Wäsche. Kleidern und Spielsachen durch Munifizenz mehrerer Damen, besonders der Frau Johanna v. Fröhlich, versehen. Im 16. Bezirk sorgten Frau F i s ch e l - L a n d e i s und Frau Dr. Kahn für ein besonders gutes Arrangement; alle angesehenen Vereine des Bezirkes waren vertreten und lauschten andächtig den Worten des Dr. Tag licht. Im 20. Bezirk, wo die ärmsten 800 Kinder waren, sorgte der Brigittenauer Verein, mit Frau Dr. Weiß an der Spitze, für größte Ordnung. Im 3. Bezirk batte Trau Dr. H e r z l von der „Providentia" mit ihren Damen in aufopferungsvollster Weise die Leitung übernommen, die Festrede hielt Herr Dr. Abeles. Von der ..Fürsorge" hatten besonders die Damen Walltuch. Theumann, namentlich aber Frau Jenny und Frl. Rosa Schur in wochenlanger Arbeit sich um das Gelingen der Bescherung bemüht, ebenso die Damen Schütz und Helene Kur an da. Die von Charlotte Freifrau von Königswarter und Herrn Dr. Alfred Stern eingeleitete Sammlung ergab einen Betrag, aus welchem am letzten Chanukatage 604 Flüchtlingskinder bekleidet werden konnten. Die Vorstandsmitglieder der „Toynbeehalle", Herr Doktor I. Samuely und Herr Karl Freund, überließen in entgegenkommender Weise die Saallokalitäten ihres Neubaues XX., Denisgasse 33. Herr Präsident Dr. Alfred Ster u richtete an die Kinder eine herzliche Ansprache; er gedachte dabei der edelherzigen, hochverehrten Damen, deren Verdienst es ist, daß heute 604 Kinder in schöner Weise bekleidet und beschenkt werden können. Nach einem begeistert aufgenommenen Hoch auf unseren innigstgeliebten Kaiser sangen die Kinder die Volkshymne. Wien. (Trauung.) In Anwesenheit eines zahlreichen Publikums aus den besten Kreisen fand im Tempel, 1. Bezirk, Seitenstettengasse, Dienstag, den 23. Dezember 1914, um 2 Uhr nachmittags, die Trauung des Fräulein Emmy L a n g st e i n, Tochter des Hof- und Gerichts-Adv. Herrn Dr. Gustav L a n g st e i n, mit Herrn Camillo H i t s ch m a n n statt. Unter den Anwesenden bemerkte man die vornehmsten Repräsentanten der Humanitätsvereine „Wien" und „Eintracht", zahlreiche Mitglieder dieser B. B.-Logen, viele der angesehensten Vertreter des Advokatenstandes und der Schriftstellerwelt. Die Trauung vollzog Herr Rabbiner Doktor Max Grunwald; die rituellen Gesänge zelebrierte Herr Oberkantor Don Fuchs mit Chor und Orgel. Der Familie Dr. L a n g st e i n sind aus Anlaß der Vermählung ihrer Tochter zahlreiche Kundgebungen der Sympathie und Verehrung zugekommen. Wien. Am 19. d. M., 5 Uhr nachm., hat die Chanukafeier des Frauenwohltätigkeitsvereines „Providentia" in der Darwingasse 5 stallgefunden. Wegen Erkrankung der hochverehrten Präsidentin Frau Mathilde Herzl hat die Vizepräsidentin Frau Sidonie Wolfs die Feier mit schwungvollen Worten eröffnet. Sie gedachte der Schaffung des Kindergartens für die Kinder der Reservisten und Postenlosen durch Frau Hofrat Löwner und des schönen Zieles des Vereines, die Heimstätte für schwachsinnige Kinder nach wie vor zu erhalten. Herr Direktor Hecht hielt sodann eine tiefempfundene Ansprache an die Kinder, in der er hervorhob, dah der Verein für die Kinder nicht nur leiblich sorge; sondern sie auch zu tüchtigen und nützlichen Menschen heranbilden wo'k;. Kais. Rat Adolf Schramek spendete dem Verein besonderes Lob für seine Fürsorge für schwachsinnig; Kinder. Hierauf folgten unter Leitung des tüchtigen Frl. Pollal Vorträge der Kinder, die mit der Absingung der Volkshymne schlossen. Die Kinder wurden dann sämtlich — 70 an der Zahl — von den Damen, unter denen sich besonders Frau Dr. Hedwig Abel hervortat, vollständig mit Anzügen, Wäsche ic. bekleidet. Eine gute Jause ° für die Kleinen ging der Bescherung voran. Anwesend waren kais. Rat Schramek als Vertreter der Kultusgemeinde, ka's. Rat Dir. Heller (Blindeninstitut). Dir .Hecht und Frau (Spcingersche Waisenanstalt), Dir. Mar Fischer (Kinderbewahranstalt), Frau Dr. Erunwald (Frauenverein vom 18. Bezirke), die Vertreterinnen des Vereins „Kinderhort" im 2. Bezirke, Vertreterinnen des Greisinnenfürsorgevereines, Frau Regicrungsrat Bachrach und Tochter, Frau Dr. Abel und sämtliche Vorstandsmitglieder des Vereines „Providentia". Ihr Fernbleiben hatten entschuldigt Frau Dir.Reg. Ulmann (Mädchen- Unterstützungsverein) und Eemeinderat Schwarz-Hiller. Wien. Der Döblinger Tempelverein hat fein Ehrenmitglied und langjährigen gewesenen Obmann Herrn Julius Lederer durch den Tod verloren. Das Leichenbegängnis fand in Würdigung der Verdienste, welche sich der Verstorbene insbesondere anläßlich der Erbauung des Tempels erworben hatte, vom Tempelgebäude aus statt. In demselben hatte sich eine überaus distinguierte Trauergemeinde eingefunden. Unter den Anwesenden bemerkte man die Kultusvorsteher kais. Rat S. Kanders und Emanuel Hoffmann, Ersten Sekretär kais. Rat Dr. Theodor Lieben, Vorsteher der Chewra-Kadischa Carl Lemberger und Amtsleiter Wilh. Freistadt. Für den Tempelverein des 9. Bezirkes waren erschienen die Vorstandsmitglieder Fuchs und Quittner, für den Margaretner TempelvereiU Vorstand A. H o f f m a n n, für den 18. Bezirk die Vorsteher Nossig und Grote, weiters die Herren R. v. N a s s a u, kais. Rat Engel von Janoszi, kaist Rat Anninger, kais. Rat 'Prager, Direktor Heller u. a. m. Vereinsprediger Herr Dr. Arnold Frankfurter hielt dem Verbliche-