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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-12-25 · 51 (25.12.1914) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
51 (25.12.1914)
Date
1914-12-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 904 Dr. Blsch's Wochenschrift Nc. 51 Nauheim. Der Sturm des Krieges, der jetzt durch die Lande braust, hat manchen mondänen Kulturstaub weggefegt, unter dem gute alte Sitten ihrer Auferstehung entgegenschlummerten. Der Jour fix, die Tlies dansants und Fife o’clocks haben den biederen altväterlichen Spinn- und Strickstuben wieder den Platz geräumt. Bei emsiger Kälteschutzarbeit, in die man die herzlichsten Wünsche für das Wohl unserer Tapferen im Felde hineinwebt, plaudert es sich jetzt traulich von der großen Zeit, in die wir hineingewirbelt. „Wo waren Sie bei Ausbruch des Krieges? Wo hat Sie die Kriegserklärung erreicht und aufgescheucht?" Ich hatte für meine diesjährige Sommererholung das Bad Nauheim gewählt. Der Name klingt in österreichischen Ohren noch immer wie ein Schreckenssignal. „So, Sie sind herzleidend?" lautet die prompte Frage an jeden, der nach Nauheim reift. Da dieses Vorurteil manchen von dem Besuch dieser Perle unter den Bädern und Erholungsorten abhält, wäre cs angezeigt, hier aufklärend zu wirken. Gewiß verdankt der Ort seine Berühmtheit in erster Linie den unvergleichlichen Erfolgen auf diesem Spezialgebiete. Aber wie viele Rheumatiker, Haut-, Nerven-, Hals- und Magenleidende haben dort ihre Genesung gesunden, wie viele Frauenleiden sind dort behoben worden! Und wer all die heilkräftigen Bäder- und Trinkkuren nicht in Anspruch nimmt, wer nur zur Ausspannung ein paar Wochen absoluter Ruhe und behaglichen Naturgenuß sucht, er wird selten wo so wie hier auf seine Rechnung kommen. Mitten in meine Kur fielen nun die rasch sich drängenden Ereignisse am Uebergang vom Juli zum August. Ein unbeschreiblicher Jubel durchbrauste mit einem Mal die sonst so vornehm idyllischen Straßen und Plätze. Mein österreichisches Herz entzückten besonders die spontanen Huldigungen an unseren guten alten Kaiser, das Absingen unserer Volkshymne neben der deutschen. Mit einem Mal wurde alles geräumt, aus dem Badeort wurde ein großes Lazarett. Die Vorbereitungen in den jüdischen Erholungsheimen konnte ich in den ersten Stadien noch beobachten. Diese israelitischen Erholungsheime für Männer, Frauen -und Kinder sind das Schönste, was jüdische Mildtätigkeit und jüdisch-ftommes Gemüt schaffen können. Zu meinen angenehmsten Nauheimer Eindrücken zählen meine oft stundenlangen Besuche an diesen Stätten echt liebevollen Waltens. Das Kinderheim, ein prachtvolles Gebäude, ist die älteste der drei Gründungen. Mehr als 50 Kinder werden immer zu je einem Monat, von Peffach bis Roschhaschono, hier mit wahrhaft mütterlicher Liebe und Sorgfalt gewartet und gepflegt. Die treffliche Oberin, Fräulein Rosa N e u m a n n, hat jedes einzelne in ihr Herz geschlossen. Von dem Anstaltsarzt Herrn Dr. Hirsch erzählt man, er vertiefe sich in jedes,'Leiden so teilnahmsvoll, daß er die Kleinen noch nach Jahren am Schlage ihres Herzens wiedererkenne. Mustergiltig wie die ärztlichen Anlagen (Operationssaal usw) sind die Wohnräume ausgestattet. .Das Frauenheim steht unter der umsichtigen Leitung der liebenswürdigen Oberin Fräulein Levy, der Schwester des längst über seine Heimatsstadt Frankfurt hinaus bekannten Bildhauers. Ein Freitagabend in diesem Kreise wird jedem Gast unvergeßlich bleiben. Jede dieser hier Heilung Suchenden hat ihre beiden Sabbatkerzen angezündet, Tisch an Tisch in diesem Lichtermeer, dann der feierliche Kiddusch vorgetragen von dem einzigen männlichen Wesen, das diese Schwelle betritt, dem Gärtner, niemand kann sich der geradezu magischen Wirkung entziehen. Diesen beiden Prachtanstalten gegenüber tritt das israelitische Männerheim ein wenig zurück. Ganz mit Unrecht. Ist es" doch der Mann, der Ernährer der Familie, der in erster Reihe der Gesundheit und Arbeitskraft bedarf. Herr Dr. May, der Engel dieser Pflegebedürftigen, bemüht sich deshalb mit löblichstem Eifer, weitere Spenden für dieses Institut zu^ sammeln. Um die ärztliche Fürsorge ist es überhaupt in Nauheim glänzend bestellt. Ebenso sind Unterkunft sowie Verköstigung ausnahmslos gut und preiswert. Jeder findet, was seinen Ansprüchen Rechnung trägt. Dafür sorgt schon die großhcrzogliche Kurdirektion, die alles aufbietet, um jeden Badegast zu befriedigen. Wer Ruhe sucht, findet sie, wie wohl selten an einem anderen Kurort, in den herrlichen Parkanlagen. Aber auch für jede Art von Zerstreuung ist mit vornehmem Geschmack Sorge getragen. Die Nachmittagskonzerte dürfen auf Kunstwert Anspruch erheben, der Abendkorso gibt keinen: in unseren luxuriösesten Kurorten etwas nach. Für Alt und Jung, Auge und Ohr bleibt in dem Erholungsort Nauheiin nichts zu wünschen übrig. Zum Schluffe noch ein Wort über die geradezu vorbildlichen Badeanlagen und die absolute Pünklichkeit und Sicherheit, mit der, dank der Energie der Badedirektion, der ganze große Apparat arbeitet. Man fühlt sich überall wie zu Hause. Und wer einmal die Gastfreundschaft Nauheims genossen, der nimmt sich sicherlich vor: „Nächstes Jahr gehe ich wieder hin". Möchte eine glückliche Wendung der Zeiten es mir und anderen auch in: kommenden Sommer möglich machen! N. Vermischtes. Krauzab'ösungsspendeu zugunsteu der Chewra Kadischa in Wien I., Leitenstettengaffe 4 für arme kranke Glanbensgcuoffcn Anläßlich des Ablebens des sel. Alrrander Guth : Stanislaus und Fanny Löwenberg Kr. 20.—. Anläßlich des Ablebens der fel. Hel ne Popper: Georg Grün Kr. 50.—. . Anläßlich des Ablebens des fel. L:opols Fuchst: Dr. Josrf Pestiner Kr. 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Hrl ne Ritletmann: Ing. Franz Weinstein Kr. 10.—. Anläßlich des Ablebens des sei. Robert Lackendachrr: Rudolf Brandl Kr. 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Richard Pahttn: „Ungenannt" s alt eines Kranzes auf das Grab des Tonkünstlers Kr. 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Alexander SilbersteiN: Emil Wessely Kr. 20.—, Sigmund Wohlmann 20, , Heinrich. Fraykl 10!-''911 Wessely 20.—, "Alle Schwager 20.-^, Alle Schwägerinnen 20.—, W. Silberstein 20.—. Zusammen Kr. 130.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Anna Singer: Firma Alerander Salzer für Flüchtlinge Kr. 10.—, Regine Stein Teltsch für Flüchtlinge 10.—, Dr. Rich. Stein, Zistersdorf, f. iFlüch'.l 5.—, Min.-Rat Dr. Wallisch, Znaim 5.—, Rudolf Fische: d.—, Karl Kohn 5.—. Zusammen Kr. 40.—. Anläßlich des Ablebens der scl. Johanna Glück: Dr. Franz Schmidt, Mistelbach Kr. 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Marie Arnstrin: Berta Cohn Kr. 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Louis Modern: Jacques Dannon Kr. 30.—, Adolf Winterstein 20.—. Zusammen Kr. 50.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Anna Weltreich: Anna Kohn Kr. 10.—, Dr. M. Laub 20.—, Antonie Turnheim 10.—, Rosa Rosmarin 10.—, Cölestine und Josef Rosmarin 10.—, Dr. Leopold Liebermann 20.—, Mayer Jontler aus Krakau 10.—. Zusammen Kr. 90.—. Anläßlich des Ablebens der sei. Rosa Lebowitsch: Josefine Lebowitsch Kr. 10.—. Anläßlich des Ablebens des sei. Hermann Spitz : Jak. Schnabl u. Co. Kr. 30.—, Rudolf Reff 10 —, Fam. Hermann Spitz, für Flüchtlinge 30.—. Zusammen Kr. 70.— . Anläßlich des Ablebens des sei. Moritz Sachs: Georg Ms. Steiner, Wien Kr. 30.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Joses Löwy: Arninger Johann Kr. 20.—, Dr. Josef Ticho 20.—, Julius Ellinger 20 —. Zusammen Kr. 60.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Johanna Lion: Leoniine und Emil Reiß Kr. 10.—, Staatsbahnrat Ing. Pollak 10.-^. Zusammen Kr. 20.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Julie Kohn: Albert Reich für Flüchtlinge Kr. 10.—, Brüd. Ehrenstein für Flüchtlinge 20.—, Brüd. Ehrenstein 20.—, Brüder Herzl 10.—, Kommerzialrat Leopold Hutter 10.—, Familie Alois Kohn für Flüchtlinge 100.—, Adolf Tausky, für Flüchtlinge 10.—, Anna Buch für Flüchtlinge 10.—, Julius und Olga Markstein für Flüchtlinge 50.—, Julius und Olga Markstein 50.—, Emanuel Adler für Flüchtlinge 10.—, F. M. Poldner 10.—, Albert Rosenbaum 10.—, Alfred Sobotka 20.- , Karlt Anton und Arthur Herzl'Kr. 10.—. Zusammen Kr. 350.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Marie Robitschek: M. Robitschek Kr. 100.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Therese Pick: Hedwig Lirver 20 Kronen, Hugo Feigel 10, zusammen 30 Kronen.

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