Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 51 (25.12.1914)
- Date
- 1914-12-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 54 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 895 Zur Lage der Juden in der Bukowina sei ergänzend bemerkt: In Czernowitz haben die Juden von der russischen: Feindseligkeit viel zu leiden. Der jüdischen Bevölkerung haben die Russen eine Kontribution von 50.000 Rubel auferlegt und diese Maßnahme als Strafe für das „unpassende Benehmen" der Juden während des Rückzuges der Russen nach der ersten Invasion bezeichnet Während die Juden wegen ihrer österreichischen Gesinnung und Kaisertreue viel zu leiden haben, fand cs der evangelische Pfarrer G orgon in Jllischestic für angezeigt, von der Kanzel gegen die Juden zu Hetzen, weil sie angeblich um den Militärdienst sich hcruinschwindeln. Notorisch ist und läßt sich durch, die Statistik erweisen, daß die Zahl der jüdischen Kämpfer aus dem Schlachtfelde den Perzentsatz ganz erheblich übersteigt, der aus die jüdische Bevölkerung entfällt. Allein ganz abgesehen davon, ist es denn doch fraglich, ob in dieser schweren Zeit ein Seelsorger nicht andere und edlere Aufgaben zu erfüllen hat, als in die friedliche Bevölkerung Zwistigkeit und Hetzereien zu tragen. Vom Jahrmarkt des Levens. Kriegsauszeichnungen jüdischer Offiziere und Soldaten. Se. Majestät der Kaiser hat verliehen für aufopferungsvolles und tapferes Verhalten vor dem Feinde: Das R i Ü e r k re n z des Franz Joses-Orden s am Bande des M i l i t ä r 0 e rd i e n st k r e u z c s: den: Stabsarzt Doktor Heinrich Berge r, Sanitätschef der 10. Landsturmbrigade. (Stabsarzt Berger ist ein Schwiegersohn des verstorbenen Landtagsabgeordneten und Kultusvorstehers Dr. Bernhard Goldmann in Lemberg); ferner dem Oberstabsarzt Dr. Ludwig Glück, Sanitätschef der 26. Landw.-Jni.-Division; dem Stabsarzt Dr. Albert O b e r l ä n d e r der 13. Landw.-Jnf.-Division. Das Goldene Verdien st kre u z m i t der Krone am Bande der Ta p s e r k e i t s m e d a i l l e: dem Assistenzarzt Dr. Aron S i l b e r m a n u; den Oberärzten Doktor Albert Steine r der Divisions-San.-Anstalt Nr. 3 und Doktor- Emil L ö w, der Divisions-San.-Anstalt Nr. 30. Die Alle rh ö ch st e belobende Anerkennung (Signum laudis) ausgesprochen: den Leutnants d. Res. Hermann Springer, Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 15; Richard H o f f m a n n, Landw.- Jnf.-Reg. Nr. 31; Adalbert Lederer, Jnf.-Reg. Nr. 38; Dr. Jakob Schönfeld, Jnf.-Reg. Nr. 65; Heinrich Gans, Jnf.-Reg. Nr. 49; Isidor B ü ch l e r, Feld-Kan.-Reg. Nr. 17; dem Stabsarzt Dr. Gustav Stein, 22. Landw.-Jnf.-Division: dem Regimentsarzt Dr. Karl S t e r n b a ch, Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 16; dem Oberarzt Dr. Karl Fische r, Landst.-Jnf.-Reg. Nr. .38; dem Assistenzarzt d. Res. Dr. David T n r n h e i m, Jnf.-Reg. Nr. 55; dem Regimentsarzt Dr. Jakob Scherer, Jäg.-Baon. Nr. 13; dem Landsturm-Assistenzarzt Dr. Karl Schwa r z, Jnf.-Reg. Nr. 40. Der Kaiser hat dem Leutnant Maximilian B a r d a ch Edlen von Chlumberg, Hus.-Neg. Nr. 4, zugeteilt dem 1. Kav.- Truppcn-Div.-Komm. für tapferes Verhalten vor dem Feinde die Allerhöchste belobende A n e r k e n n u n g (Signum lauckis) ausgesprochen. Leutnant von Bardach ist ein Sohn des verstorbenen Majors Wolf Edlen von Bardach, der sich während des Feldzuges von 1866 als Unteroffizier für besondere Verdienste die goldene Tapferkeitsmedaille erworben hatte und nach Absolvierung der Kadettenfchule zum Offizier ernannt wurde. Es ist erfreulich, daß sich nunmehr auch bei den Juden die Offizierskarriere vom Vater auf die Söhne fortpflanzt, wie dies auch bei dem jüngst gefallenen Hauptmann Ritter von Eiß, einem Sohne des Generalmajors Eiß, der Fall war. 'Der Kaiser hat dem Rechnungsunteroffizier Leo Etting er, Feld-Kan.-Reg. Nr. 29, das silberne Verdien st kreuz mit der Krone am Bandc der Tapferkeitsmedaille verliehen. Silberne Tapferkeitsmcdaille 1. Klasse: Kadett in d. Res. Julius S ch a n z er, Feld-Jäg.-Baon. Nr. 13; Kadett in d. Res. Adolf Ehrenstein, Jnf.-Reg. Nr. 52; Einj.-Freiw. Zugsführer Jsak W i e s e l b e r g, Landw.-Jnf.- Reg. Nr. 2<>. Silberne T a p f e r k e i t s m e d a i l l e 2. Klasse: Feldwebel Simon Breuer, Jnf.-Reg. Nr. 93; Fähnr. i. d. Res. Hermann Salzer, Jnf.-Reg. Nr. 2; Rechnungsunteroffizier Moriz Goldenzwci g, Jnf.-Reg. Nr. 55; Rechnungsunteroffizier Josef G r o ß, Feuerwerker Ignaz Roth, Zugsführer Samuel S a n d b c r g, Korporal Simon S ch i e b, Zugsführer Mordche R u b i n g e r recte Katz, Kanonier Towe Richter, alle sechs vom Feldkanon.-Reg. Nr. 36; Infanterist Isidor Adlersflügel, Jnf.-Reg. Nr. 28; Kanonier Josef Freudenstein, Jnf.-Munit.-Kolonne Nr. 3; Sanitätssoldat Mendl Riedl, Brigade-Sanit.-Anstalt Nr. 18; ferner Landsturmzugsführer Rudolf L ö w y und Landsturmgefreiter Siegfried Pol i a k. Belobende Anerkennung des Armeek o m m a n d o s : Assistenzarzt-Stellvertreter Dr. Richard K oh n, Divisions-Sanit.-Anstalt Nr. 25; Rechnungsunteroffizier Max F i a l l a, Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 25; Gefreiter Israel Härtel, Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 19; Fähnrich Oskar R o s e n z w e i g, Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 37. Major Kugo Kirlchfeld. Major Hugo H i r s ch f e l d, ein Sohn der Frau Amalia Schoham und Stiefsohn des Herrn Karl Schoham, der im Laufe des serbischen Feldzuges mehrfach belobt wurde und für eine höhere Auszeichnung vorgeschlagen war, ist am 9. d. M. auf dem Felde der Ehre gefallen und am 11. d. M. in Belgrad beigesetzt worden. Leutnant Isidor Spira. des 2. Tiroler Kaiserregiments ist am 3. Dezember, als Kommandant der 1. Kompagnie gefallen. Leutnant Spira, der sich freiwillig zur Front gemeldet hatte, war ein Sohn des Herrn^Ferdinand Spira, 7. Bezirk. Breitegasse Nr. 3, und Teilhaber der Firma F. & M. Spira. Die Nachricht von dem Tode des Leutnants Äpira wurde dem Vater in einer Zuschrift des Leutnants P a r s ch in einem Feldpostbriefe mitgeteilt, in welchem die Umstände, unter welchen er den Heldentod gefunden, und genaue Angaben über seine Grabstätte enthalten sind. Am Schlüsse heißt es: „Wir betrauern einen sehr lieben Kameraden! Bitte, wollen Sie sich des herzlichsten Beileides der Offiziere und Mannschaften des Regiments versichert halten." Auch von anderen Regimentsangehörigen sind dem Vater des Gefallenen Feldpoftkarten zugekommen, in welchen seine Liebenswürdigkeit und seine Tapferkeit gerühmt werden. Adolf Wosensireich. Aus der Klinik des Universitätsprofessors Dr. Herm. Schlesinger im Allgemeinen Krankenhause in Wien traf vor einigen Tagen eine interessante Postsendung aus dem deutschen Hauptquartier ein: ein Eisernes Kreuz in einem einfachen Etui und dabei ein amtliches Begleitschreiben, das die Dekoration beglaubigte. Der glüÄiche Adressat war ein Patient der zu einem Verwundetenspital umgewandelten Klinik, der Artillerievormeister Adolf R o s e n ft r e i ch, ein Bukowinaer Landeskind, der bei unseren Motormörsern die Belagerungen von Namur, Maubeuge und Antwerpen mitgemacht hat. Er hat die Auszeichnung, die übrigens auch einigen feiner Kameraden verliehen wurde, für besonders mutiges und umsichtiges Verhalten vor Antwerpen erhalten. Die Batterie,