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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-12-18 · 50 (18.12.1914) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
50 (18.12.1914)
Date
1914-12-18
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 888 Nr. 50 Dr. Vloch's Wochenschrift Chanukafeier im Bethausverem „Tefilath Feschurun", II., Ausstellungsstr. 53. Sonntag, den 20. d. M., 8 Uhr abends, findet unter Leitung des gewesenen Oberkantors aus Lemberg Herrn David Schlamm, des Kantors Mathias Balog und mehrerer witmirkender Kantoren eine Chanukafeier zu wohltätigem Zwecke statt. Alakkabäerfeier. Wie wir bereits berichtet haben, findet am Sonntag, den 20. d. M., in den Festsälen des „Hotel Bayrischer Hof" die diesjährige Makkabäerfeier des „Jüdischen Turnvereines Leopoldstadt" statt. Eintrittskarten sind im Vorverkauf am Turnplätze, II., Leopoldsgasse 3, während der Turnzeiten, im Cafe Straßenhof, II., Taborstraßc 26, sowie in allen größeren Gast- und Kaffeehäusern des 2. Bezirkes und außerdem in den Tabaktrafiken zu haben. „Thrologia", Verein jüd. Hochschüler an der isr. throl. Lehranstalt in Wien. Dienstag den 15. Dezember fand im Hotel Burschak unser diesjährige Chanuka-Kommers statt, der einen erhebenden Verlaus nahm. Erschienen sind die Herren Professoren der isr. theol. Lehranstalt : Dr. S. Kraus und Dr. V. A p l o w i tz e r. Herr Rektor Dr. Schwarz, noch in rekonvaleszentem Zustande, .sandte ein warm gehaltenes Begrüßungstelegramm. Ferner haben sich eingefunden die Herren Rabbiner Dr. G u t m a n n (Lemberg), Dr. A. Schwarz (Wien), Dr. Keßler (Ezernowitz), Doktor Margulies (Drohobycz) und die Herren Professoren Doktor Taucher, Freund, Bad (Lemberg). In der Begrüßungsrede, mit der Präses Herr I. Feld die Feier eröffnete, sprach er den Gedanken aus, daß das Judentum auf dem langen Weg seiner Eeistesentwicklung zur Natur und Geschichte zurückzukehren strebt, daß darum Palästina seinen wirklichen historischen Wert wieder erlangt hat und nicht mehr ein allegorischer, verschwommener Begriff sei für alle möglichen mystischen Vorstellungen, daß die Bedeutung des Ehanukafestes nicht in der Legende von Olkrüglein, sondern in dem heldenmütigen historischen Ringen der Makkabäer. Herr Dr. Entmann verglich den Hellenismus mit dem Europäismus des 13. Jahrhunderts, welche beide in der Bibelübersetzung ihren Ursprung hatten, sich aber in der Folge von demselben enffernten. Herr Dr. Margulies (Drohobycz) toastierte auf die Herren Professoren der theologischen Lehranstalt Professor Dr. S. Kraus und Dr. V. Aplowitzer, welch beide in geistreicher Weise erwiderten. Schön hebräisch sprach Herr Doktor Tauber. Herr Dr. Weiner toastierte auf Herrn Rektor Dr. Schwarz. Herr Oberkantor S e i z aus Lemberg, der ebenfalls unser Gast war, erzielte mit seinen vollendeten künstlerischen Darbietungen einen mächtigen Beifall. Mit dem Mesumenbentschen fand die solenne Feier ihren Abschluß. Der jüdische Schulverein des 10. Bezirkes veranstaltete am 13. d. M. im Kaiser Franz Josef-Jubiläumstempel, 10. Bezirk, eine Chanukafeier, wobei zirka 500 Kinder zugegen waren. Der Tempel war auch durch die Teilnahme der ganzen jüdischen Bevölkerung in allen seinen Räumen stark überfüllt. Se. Ehrwürden Doktor A. L. Mandel verstand es durch seine Festpredigt, in welcher er die Makkabäersiege mit der kriegerischen Jetztzeit in Verbindung brachte, die Zuhörer besonders zu enthusiasmieren. Herr Oberkantor I. Schlesinger, welcher auch gleichzeitig Gesangslehrer der Schule ist, hat durch seinen schönen Vortrag und Gesang großen Beifall gefunden. Besonders hervorzuheben wäre noch der vom Schüler Ernst H u t t r e r mit vollem Verständnis und glänzend betonte gesprochene Prolog. Darauf sangen alle Schulkinder das „Moaus Zur". Die würdige Chanukafeier schloß mit der Absingung der Volkshymne. Wien. (Verband der isr. Religionslehrer an den österr. Mittelschulen.) Derselbe hielt am 7. Dezember unter dem Vorsitze seines Obmannes Herrn Rabbiners Dr. M. Rosen mann die erste Ausschußsitzung in diesem Schuljahre ab, in welcher derselbe über die im Kultus- und Unterrichtsministerium in Angelegenheit der Standesinteressen stattgehabte Audienz eingehend Bericht erstattete. Sodann wurde der Beschluß gefaßt, aus dem Verbandsvermögen einen Betrag für die österreichische Kriegsanleihe zu zeichnen. Wien. (V o r t r a g.) Freitag, den 18. d. M., findet im Jüd. Bildungs- und Unterstützungsverein „Ansche Dat wü Zedek", 20. Bez., Traunfelsgasse 3, beim Gottesdienst ein Vortrag des Herrn Löw-Vogel statt. Wien. (Spende.) Zugunsten der galizischen Flüchtlinge sind uns Angegangen von R o s e n b e r g, S ch w a r z, Wechsler zusammen 6 Kronen, von Sig. Schwarz 10 Kronen.; j: ■ An den Verein Machsrke Hadath (2. Bezirk, Obere Augartenstraße 40) sind zur Ausspeisung der Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina weitere Spenden eingegangen: Sammlung durch Frau S. Franzos Kr. 50.—, Verein Liwies Chen durch Baller Eoldschmidt 30.— R. Kurzer, Sammlung-National 25.—, Anonym durch Isak Thimim 18—, Markus Weiser durch Feld 10.—, Sammlung durch Frau Thunim 10.—, Sammlung durch G. Barbad 10.—, Sammlung durch Frau Clara Ettinger 10.—, Sammlung durch Amalia Schönblum 10.—, Dr. Ostiller durch Ing. Kohn 10.—, Frau Dr. Bernstein 10.—, Hermann Brust durch Frau Antonie Sonnenschein 10.—, Isak Weismann 10.—, Isak Traum 5.—, Mendel Aberd am durch Thunim 5.—, Jakob Wolf 5.—, Iahrzeit Sam. Schönblum 6.—, Gisela Sprecher 3.—, Sal. Schönblum 2.—, Beti Sprecher 2.—, Erobtuch 4.—, Abraham Wertheimer durch Sparer 10.—, Dr. Chajes 6.—, Ostermann 2—, Sparer 28.—, Kalmer 10.—, Ziff 2.—, Talmud-Thora 120.—, zusammen Kr. 423.—; früher 2987.—, zusammen Kr. 3410.—. * v' * Der Vorstand des Vereines Machstke Hadat hat beschlossen, außer der unentgeltlichen Mittagsbeköstigung der Flüchtlinge in seinen Lokalitäten eine Talmud-Thora für die Kinder der Flüchtlinge zu errichten. Seit drei Wochen erhalten 150 Kinder von 2—1/27 täglichen Unterricht und nachher ein unentgeltliches warmes Nachtmahl. Da die Anzahl der neu hinzutretenden Kinder von Tag zu Tag größer wird und der Verein nicht über genügende hebräische Bücher verfügt, appelliert der Vorstand an die geehrten Glaubensgenossen, ihr Büchermaterial dem Vereine gütigst zur Verfügung zu stellen. — Ebenso ersucht der Vorstand um gütige Geldspenden, da die finanziellen Lasten täglich anwachsen. MosesSternberg IakobMärz Kassier Obmann 2. Bez., Rembrandtstr. 39. 1. Bez., Augustengasse 1, Vorträge in der Toynbeehnlle (XX., Denisgasse 33. Josefine Mendl-Wohlfahrtshaus). Freitag den 18. Dezember: Bibelvortrag. Samstag den l9. Dezember: Musikauffi'lhrung, Geigenkünstler Dr. Otto Kapcrl. Sonntag den 20. Dezember: Rabbiner Dr. Feuchtwang, „Religion und Judentum in der Gegenwart". Mittwoch den 23. Dezember: Vorlesung des Schriftstellers Otto Eiseuschütz. (H.) Freitag den 25. Dezember: Bibelvortrag. Samstag den 20. Dezember: Mnsikaufführung, Klavierkünstlerin Fräulein Lampl. Elternabende, veranstaltet von der „Sozialpädagogischen Gesellschaft." I. Donnerstag den 17. Dezember: Lehrer Angela Carraro : „Alte und neue Erziehungstdeale". II. Dienstag den 22. Dezember:Lehrer Leopold Hofer: „Feste für Kinder." III. Donnerstag den 7. Jänner: Lehrerin Flora Weinwurm: „Die Sprache des Kindes." IV. Donnerstag den 14. Jänner: Lehrerin Hedwig Braun: „Der Einfluß des Krieges auf die Erziehung." V. Donnerstag beit 21. Jänner: Kinderarzt Dr. Heinrich Keller: „Das bürgerliche und das proletarische Großstadtkind". VI Donnerstag den 28. Jänner: Hortdirektor Oberlehrer Georg Schmiedl: „Rechte und Pflichten der Eltern." J:y Josef Reiniger ■ Mittwoch abend, am Eingänge des 22. Kislev, starb Herr Josef Reiniger im Alter von nahezu 86 Jahren. Mit ihm verliert die Iudenheit eine ehrwürdige seltene Erscheinung. Er entstammte einer , alten jüdischen Gelehrtenfamilie und war selbst ein Mann, der nebst reichem talmudischen Wissen und gründlicher Bibelkenntnis eine umfassende allgemeine Bildung besaß. Seine Frömmigkeit ließ ihn ebenso alle Vorschriften des jüdischen Ritus mit minutiöser Genauigkeit beobachten, wie er den ethischen Grundsätzen unserer heiligen Religion sein ganzes Leben hindurch Rechnung trug. In jüngeren Jahren betrauten ihn seine Mitbürger mit dem Amte eines Bürgermeisters und Kultusvorstehers in Straßnitz. In dieser Stellung, betätigte der Verblichene die größte Selbstlosigkeit und Hingebung für das allgemeine Wohl. Als Denkmal seiner Amtstätigkeit besteht auch heute noch die mehrklassige Bibelschule in Straßnitz, welche er seiner-

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