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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-12-18 · 50 (18.12.1914) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
50 (18.12.1914)
Date
1914-12-18
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. BO Dr. Bloch s Wochenschrift Seite 887 Dr. Kamilla Burstyn, eine gebürtige Oesterreicherin, die das Heim in vorbildlicher Weise leitet, und spiegelt sich wider in den jungen Mädchenknospen. Der Segen dieses Frohsinns, er wird noch wirken, wenn aus den jungen Mädchen junge Frauen und Mütter geworden sind, kommenden Geschlechtern wird er noch Lebensfreude schenken. Das israelitische Mädchenheim ist eine Schöpfung der Frankfurt-Loge. Es wurde im Jahre 1908 mit finanzieller Beihilfe der Frankfurt-Loge von der Frauenvereinignng der Loge ins Leben gerufen. Bis zum Jahre 1913 war Frau Hermine michel erste Vorsitzende des Heimes. Auch nach der in diesem Jahre erfolgten Umwandlung des Vereines „Israel. Atädchenheim" zu einem eingeschriebenen Verein übt Frau Sichel ihre verdienstvolle Tätigkeit als Vorsitzende des Verwaltungsausschusses aus. Zweck des Heimes ist es, den im Berufsleben stehenden jungen Mädchen gegen eine mäßige Entschädigung — 58 bis 65 Mark monatlich - aus der Höhe hygienischer Forderung stehende Wohnung, gute Verköstigung und ein behagliches Hein: zu bieten, in dem nach der Arbeit des" Tages für anregende Unterhaltung und für geistige Weiterbildung gesorgt wird. Im Jahre 1908 wurde der Plan mit einem vorläufigen Heim verwirklicht. Bereits zwei Jahre später konnte ein Haus, Sternstraße 6, gemietet werden. Hier konnten 35 junge Mädchen Aufnahme finden. Doch gar bald stellte sich wieder die Notwendigkeit einer Vergrößerung und gleichzeitig der Wunsch nach einem Hause, das in jedem seiner Teile den Forderungen eines solchen Heimes mustergiltig entspricht, heraus. Man hat eben hier in unserem Frankfurt stets das Gefühl, nicht eher ruhen zu dürfen, bis man von einer sozialen Schöpfung sagen kann: „So etwas findet man nur in Frankfurt." So wurde denn im Juli 1913 die Villa Taunus platz 17 käuflich erworben, durch eineu Anbau vergrößert und für ihren neuen Zweck umgebaut. Das Heim untersteht einem selbständigen Vereine. Vorsitzender ist der zurzeit im Felde stehende Dr. Felix K a u f f m a n n, der gegenwärtig durch den Schatzmeister Hugo Fraenkel vertreten wird. Das Heim wird nach den Grundsätzen des traditionellen Judentums geführt. Vermischtes. Predigt am Samstag vormittag. Im großen israel. Tempel der Leopoldstadt findet die Predigt (Rabbiner Dr. M. G r u n w a l d) Samstag, den 19. d. M., vormittags 9 Uhr beim Morgengottesdienst statt. Predigt am Freitag abend. In den Tempeln XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht) und IX., Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. Artur Schwarz) finden Predigten Freitag, den 18. d. M., statt. Vortrag des Oberrabbiners Dr. M. Güdemann in der Wiener Urania. Am Samstag, den 9. Januar 1915, V-8-Uhr, wird in dem bekannten Volksbildungshaus Wiener Urania Herr Oberrabbiner Dr. M. Güdemanneinen Vortrag halten. Sein Thema lautet: „Persönliche Kriegserinnerungen aus dem Jahre 1866". Es ist mit Freude zu begrüßen, daß unser greiser Seelsorger vor einem weiteren Kreise einen „Kriegsvortrag" hält. Kartenvorverkauf an der Tageskassa der Urania (1. Bez., Uraniastraße 1). Wien. (Trauung.) Dienstag, den 23. Dezember 1914, um 2 Uhr nachmittags, findet im Tempel, I., Leiten stettengasse, die Trauung deS Fräulein E m m y Lang stein, Tochter des Herrn Dr. Gustav Lang st ein, mit Herrn Camillo Hitfchmann statt. Cheivra-Ladifcha für den XVI. XVII. Bezirk, Wien. In der am 9. Dezmrber t. I. stattgefundenen Sitzung ivurde Herr Dr. Jakob Deutsch, Obmann der Bezirkskommission, eine im Bezirke Ottakring-Hernals hochgeschätzte und beliebte Persönlichkeit, zum Präses-Stellvertreter der Chewra-Kadifcha Ottakring-Hernals gewählt. Ehanukafeier des „Kinderhort-Vereines". Am 15. d. M. wurde im „Josephine Mendl-Wohlfahrtshause", XX., Denisgasse 33, die alljährliche Cha nukafeier, verbunden mit einer Linderjause, abgehalten. Hiezu waren 200 Hortkinder und 128 Kinder galizischer Flüchtlinge versammelt worden. Von den zahlreichen Festgästen seien erwähnt: Dr. Gustav Lohn, Präses der isr. Kultusgemeinde, Sekretär kais. Rat Dr. Liebe n, Rudolf Ko hu, Präsident des hum. Vereins „B'nai B'rith", Dir. Hecht, Dr. Ed. Lohn, Dr. Wilhelm Löwy, Primarius Dozent Dr. Zappert, die Vereins Vorstände Heinr. M e n d l, Rich. W i e n e r, General Direktor Bellak, Sekretär Herz (Baron Hirsch- Stiftung», Otto Schick, S. Q u i t t n e r, Schulinspektor Prof. K a n i tz, Dr. K a m i n k a, Amtsleiter K r a u s, W j n t e r n i tz und Dir. K a h a n e, die zum größten Teile mit ihren Frauen dem erhebenden Feste beigewohnl hatten. Der Obmannstellvertreter des Hortvereines, Herr Karl Freu n d, begrüßte die Anwesenden mit aufrichtiger Freude und schilderte die erziehliche Tätigkeit der Anstalt, die ungeahnten Segen verbreite. Er gedachte der Bemühungen der Lehrkräfte Huschak, Herrn und Frau Z w i r n und der großen Umsicht deS Verwalters K lein und dessen Frau. In das zum Schlüsse seiner schlichten, doch herrlichen Worte ausgebrachte Hoch auf den geliebten Kaiser stimmte die Versammlung begeistert ein und fügte daran den ersten Absatz des Kaiserliedes. Nach Entzündung der Chanukalichter, begleitet von dem schönen Gesänge des Kantors Funk e, erklärte Inspektor Ä a n i tz den aufhorchenden Kindern den tiefen Sinn des Gedenkens unserer heldenhaften Vorfahren und eiferte sie an, auch als Herangewachsene ihrem 'Glauben und Volke, trotz Verfolgung und Drangsal, treu zu bleiben. Nun folgten in reicher Abwechslung die Darbietungen der Kinder: Gedichtchen, Gesänge, Reigen, kleine Szenen u. dergl. Ter Lohn für die vielen Mühen blieb auch nicht aus: mit Obst, Backwerk und anderen Geschenken reich beladen, verließen die glücklichen Kleinen, auch die Kinder aus dem Osten, die gastlichen Hallen des „Wohlfahrtshauses". Zum Schlüsse sei auch der Frauen Marie Freund, Prof. Roth, Rudolf Kohn, Borges, Gottlieb Taussik, Winter st ein, Sobiek und Doktor Löwy ehrend gedacht, die ihren Eifer und ihr Geschick bereitwillig in den Dienst der guten Sache gestellt hatten. Ehanukafeier im Therefien-Kreuzer-Berein. Wie alljährlich, veranstaltete der Theresien-Äreuzer- Verein in seinem Heim, II., Untere Augartenstraße 35, eine Chanukaverteilung. Der von Schülern des Hortes gebildete Chor trug unter Leitung des Lehrers Herrn Josef Stern das Lied „Wir treten, zu beten vor Gott dem Gerechten" vor, woraus Se. Ehrwürden Herr- Rabbiner Dr. Max Grunwald an die Kinder eine zu Herzen gehende Ansprache richtete. Die Kaiserhymne beschloß die erhebende Feier, der die Damen des Vorstandes unter Führung der Frau Jenny Mautner beiwohnten.

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