Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 50 (18.12.1914)
- Date
- 1914-12-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 50 Dr. Bloch s Wochenschrift Seite 875 und dem Stabsarzt Dr. Teosil Bardach, Landw.-Jnfanterieregiment Nr. 35, das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille deir Regimentsärzten Dr. Joh. Friedman n und Dr. Artur L ö w e n ft e i n, deni Oberarzt Doktor Richard Thaussig und dem Landsturmarzt Dr. Hugo Glaser, alle vier beim Festungskommando Przemysl. Die Allerhöchste belobende Anerkennung ausgesprochen den Leutnants Dr. Alfred Spitzer, Landst.-Jnfanterieregiment Nr. 38, Ludwig Reiß, Landst.-Jnfanterieregi ment Nr. 25, Richard M a u n a b e r g, Landst.-Jnfanterieregiment Nr. 34, Tr. Moses H a u e r, Infanterieregiment Nr. 41, dem Landsturm-Assistenzarzt Tr. Karl Schwarz, Infanterieregiment Nr. 40, dem Reservekadetten Max M u n d, Landw.-Jnfanterieregiment Nr. 22. Der Kaiser hat verliehen in Anerkennung hervorragend pflichttreuen Verhallens vor dem Feinde das silberne Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille dem Feuerwerker Abraham Grube r, Feldkanonenregiment Nr. 33, und dem Einj.-Freiw. Mediziner Ernst Wachsmann, Epidemiespital Starzawa. Silberne Tapferkeitsmedaille erster K lasse: Zugsführer Jsak Hüttner, Landsturmregiment Nr. 10; Feldwebel Hermann Berger, Landwehrregiment Nr. 2; Zugsführer Ignaz F r i e d m a n n, Infanterieregiment Nr. 34; Gefreiter Sigismund Weisz, Infanterieregiment Nr. 34; Offiziersdiener Horowitz, Infanterieregiment Nr. 67; Gefreiter Nute Jusler. Infanterieregiment Nr. 41; Inf. Juda Hausknecht, Infanterieregiment Nr. 24. Silberne Tapferkeitsmedaillezweiter K l a s.s e: Korporal Salo Freud und Offiziersdiener Josef Herz M e i st e r, Landw.-Ulanenregiment Nr. 1; Infanterist Chaskel Kranz, Landw.-Jnfanterieregiment Nr. 35; Korporal Otto Stern, Leutnant der Reserve Samuel Appel, Infanterieregiment Nr. 67; Kadett der Reserve Alexander Bachmann, Infanterieregiment Nr. 85; Rechnungsunteroffizier Adolf Kwartler, Hufarenregiment Nr. 12; Korporal Wilh. Schlesinger, Telegraphenregiment; Infanterist Andreas Diamant, Infanterieregiment 32; Zugsf. Nuchim Kupferberg, Feldkanenregiment Nr. 31; Gefr. Simson S t e g m a n n, Infanterieregiment Nr. 58; Zugsführer Salomon Weinin ger und Korporal Salomon G o lz, Infanterieregiment Nr. 24; Zugsführer Leon Haber und Gefreiter Moses K i m m e l m a n n, Infanterieregiment Nr. 41. Belobende Anerkennung des Armeeoberkommandos: Kadett d. R. Artur L ö w Y, Infanterieregiment Nr. 24; Feuerwerker Sigmund Weinberg, Festungsartillerieregiment Nr. 5; Zugsführer Hermann Schwarz, Eisenbahnregiment; Feldwebel Ehaim Lieblein, Infanterieregiment Nr. 41. Silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse erhielt, wie gemeldet, Moritz Kaufmann, Rechtspraktikant beim Bezirksgericht in Pohrlitz, Fähnrich der Reserve beim 8. Infanterieregiment in Brünn. Stets durch seine Tapferkeit ein leuchtendes Beispiel gebend, hat er sich selbst zu Unternehmungen, die an den Mannesmut 1>es Kriegers hohe Anforderungen stellten, freiwillig gemeldet. Am 8. Oktober, als die Armee zum Entsätze von Przemysl heranrückte, erhielt das Bataillon, dem Fähnrich Kaufmann angehört, den Befehl, einen von feindlichen Kräften besetzten Wald zu säubern. Der dichte Wald hinderte die Vorwärtsbewegung der Truppe, so daß eine Lockerung der Verbände notwendigerweise eintrat. Herr Fähnrich Kaufmann sah sich bald mit seinem Zuge ganz allein, als plötzlich ein Mann unter Aufschrei zusammenstürzte. Jetzt gab's keine Zeit zu verlieren. Er lief allein nach vorwärts, um das Borterrain zu erspähen. Bald erreichte er die Waldlifiere, orientierte sich und stürmte mit seinem Zuge plötzlich aus dem Walde hervor, inachte in einer Entfernung von 200 Schritten vom Gegner eine Frontveränderung und gelangte so direkt in die Flanke der befestigten Stellung der Russen, dabei die eigene Flanke deckend. Nach Aufnahme des Feuers seines Zuges lief Fähnrich Kaufmann in den Wald zurück, sammelte Verirrte des Regimentes und setzte diese in der Verlängerung seines Flügels ein. Sein Vorgehen bedingte ein starkes Exponieren seiner Person, wodurch er zur Zielscheibe der Russen wurde. Dessenungeachtet beobachtete er die Wirkung des eigenen Feuers und kam weiter seinen Verpflichtungen als Zugskommandanr nach, bis er, von einer feindlichen Kugel getroffen, schververletzt aus der Schwarmlinie getragen wurde. Herr Fähnrich Kaufmann wurde in einent Festungsspital in Krakau einer Operation unterzogen und befindet sich derzeit im Garnisonsspital in Baden, wo sein Zustand eine derartige Besserung erfahren bat, daß er bald wieder zur Front einzurücken hofft. mo Hokdttein. In der Nummer vom 30. Oktober brachten wir die Meldung, Daß der Prager Reserveleutnant Otto Gold stein, Sappeur-Bataillon Nr. 13, die Allerhöchste belobende Anerkennung mit dem Sign u m l a u d i s erhielt. Leutnant Gold stein, der inzwischen von seiner Verwundung genesen und wiederum auf den südlichen Kriegsschauplatz zurückgekehrt ist, hat nunmehr neuer dings, laut Armeebefehl Nr. 88 vom 25. November, für tapferes und beispielgebendes Verhalten vor dem Feinde die Allerhöchste belobende Anerkennung vom Kaiser erhalten. Wegimenlsarzl Ir. Julius Weih. Ein Arzt voll Aufopferung und Güte, aber so voll Feuer und Tatenlust, daß eS ihn nie recht in feiitcm Zivilberuf leiden. wollte. Obwohl schon 52 Jahre alt und in behaglicher Praxis, ließ er sich auf eigenes Verlangen in Evidenz halten und leistete viermal freiwillig die Dienstübungen, bis ihm der Krieg gegen Serbien seine Stelle neben den ehemaligen Kameraden brachte, die alle schon Oberstabsärzte geworden wareti. Am Verbandsplatz arbeitete dieser Schutzengel aller Verrvundeten Tag und Nacht bis zum buchstäblichen Zu sammenbrechen seiner Gesundheit in ununterbrochenem Dienst vom 15. bis zum 19. August, ohne sich auch nur eine einzige Minute der Ruhe zu gönnen, bis er erkrankte! Aber sich krank melden, das wollte er nicht. In die karge Ruhepause von wenigen Stunden, die er sich gönnte, drang am folgenden Tage die Kunde, ein Offizier, Oberleutnant Dr. P l o d e r e r, sei in der Nähe auf einem Patrouillengange im feindlichen Feuer zusammengebrochen. Der Unermiidliche raffte sich auf, nahm zwei Mann mit sich und brachte den Schwerverwundeten unter dem rücksichtslosen Feindesfeuer, das auch die Armbinde mit dem roten Kreuz nicht zu schonen pflegte, in Sicherheit, legte ihm den Verband an und wurde dann selber bewußtlos. Das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes traf ihn noch als Kranken an, aber schon wieder mitten in seinem opfervollen Dienste tätig. Auch Stabsarzt Dr. Michael S t e r n s ch u ß wurde in Anerkennung tapferen und aufopferungsvollen Verhaltens vor dem Feinde durch den Kaiser ausgezeichnet. In den mehrtägigen Kämpfen vor Schabatz war er als Regimentschefarzt ein Muster aufopfernder Pflichttreue.