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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-12-11 · 49 (11.12.1914) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
49 (11.12.1914)
Date
1914-12-11
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 49 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 863 Fräulein Rosa Schur, Herr und Frau Dr. L i e b st ö ck l, Frau Clotilde Benedikt sowie Vizebürgermeister Hotz anwohnten, wurde mit einer Ansprache des Oberlehrers Franz Rotzer an die Schulkinder eröffnet. In seiner Ansprache gedachte er des 66. Regierungsjubiläums unseres Kaisers, und die Kinder sangen die Volkshymne, welche von allen Versammelten mit stürmischen Hochrufen auf den Monarchen aufgenommen wurde. An 200 Schulkinder erhielten hierauf ein Mittagessen und einzelne der Kinder wurden von Frau Baronin Anka Bienerth und Vizebürgermeister Hotz ins Gespräch gezogen. Chanutkafeier der „Weiblichen Fürsorge". Ueber Anregung der verehrten Ehrenpräsidentin, der Freifrau Charlotte von Königswarter, findet zum Chanukkafeste in einigen Synagogen Wiens ein Jugendgottesdienst für die Kinder der Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina statt. Die „Weibliche Fürsorge" wird diesen bedauernswerten 5000 Kindern zur Erinnerung an ihren Aufenthalt in Wien im Kriegsjahr 1914 ein Altdenkeit in Form eines von Regine Ulmann verfaßten imd mit dem Kaiserbild geschmückten Gebetbuches geben utld ihnen eine Freude machen. Zn diesem Behufe bittet sie um eine kleine Spende; auch der geringste Beitrag ist willkommen rurd wird helfen, Kinderherzen zu erfreuen. Spenden an Geld und Süßigkeiten sind zu senden an Frl. RosaSchur, I., Schottengasse 10. Mit dieser Feier will es die „Weibliche Fürsorge", getreu den Anregungen des Herrn Magistratsrates H o r n i k, als Sache privater, besonders weiblicher Wohltätigkeit betrachten, neben dem Unentbehrlichen der offiziellen Armenpflege auch das Ueberflüssigc und Schöne dem Kinderherzen zu geben. Frau Baronin Königs w a r t e r hat die Idee unabhängig von dem Weih nachts schiff der amerikanischen Kinder gefaßt, aber ihre Tendenz war die gleiche, und wir find überzeugt, daß wohlsituierte Kinder und Mütter durch schleunige und zahlreiche Spenden an Frl. Schur, I., Schott eng. 10, dafür sorgen werden, daß unsere armen, so hartgeprüften jüdischett Kinder nicht schlechter bedacht werden als die anderen Waisenkinder, «denen von so vielen Seiten ^Schönes zugedacht wird. Doppelt gibt, wer rasch gibt, da die Feier in den nächsten Tagen stattfindet. Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, II.. Taborstraße 59. Samstag, den 28. November d. I. hat im Vereinslokale des „Israelitischen Humanitätsvereines B'nai B'rith" die 15. ordentliche Generalversammlung dieses Vereines stattgefunden. Der Vorsitzende, Herr Dr. Bela T a u f f i g, begrüßte, nachdem er die ordnungsmäßige Einberufung sowie die Beschlußfähigkeit der Generalversammlung konstatiert hatte, die zahlreich erschienenen Vereinsmitglieder und Gäste, namentlich Herrn kaiserl. Rat Jonas Weil, als den zur Generalversammlung delegierten Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde, ferner den Präsidenten des Verbandes der österreichischen Vereine „B'nai B'rith" Herrn Professor Dr. Salamon Ehr mann, die Vertreter der „Israelitischen Humanitätsvereine B'nai B'rith, Wien", Herrn Rudolf Kohn, und B'nal B'rith „Eintracht", Herrn Hugo T u g e n d h a t, die Vertreter des „Vereines zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Gewerbetreibender", die Herren Richard P e t s ch e k und Dir. Heinrich Glücksthal, sowie den Reichsratsabgeordneten Herrn Dr. Julius Ofner, Herrn Rabbiner Dr. M. Grunwald und Herrn Redakteur Doktor S. B l o ch. Die Herren Oberrabbiner Dr. M. Güdemann, und Rabb. Dr. D.Feuchtwang, ferner Dr. Wilhelm Ritter v. -G iitmann, Komm.-Rat Eduard Wiener, Karl Freund, Hugo Kadisch, Adolf Streicher, mehrere Mitglieder sowie Bureauvorstand Weiß hatten ihr Fernbleiben entschuldigt. Aus dem Jahresberichte, den der Obmann des Exe kutivkomitees Herr Moriz Sonn e n sch e i n zur Verlesung brachte, geht hervor, daß es trotz der ungünstigen Geschäftslage und der gegen Ende des Jahres durch den Kriegsausbruch verursachten fast gänzlichen Stockung der Vermittlungstätigkeit möglich war, 2851 Arbeitwerber männlichen und weiblichen Geschlechtes zu placieren. Die Zahl der Besucher an den Schaltern des Bureaus be trug 49.629, die Zahl der Neuanmeldungen von Arbeit nehmern 8234. Im ganzen find seit dem Bestände des Vereines 44.762 Vermittlungen durchgeführt worden. Am Beginne des Berichtsjahres ist der um die Interessen des Vereines hochverdiente Präsident Herr Kommerzialrat Eduard Wiener von diesem Ehrenamte zurückgegetreten. Der Vorstand gab seinem lebhaften Bedauern über diesen Entschluß des Herrn Kommerzial rates Wiener sowie seinem Danke für dessen selbstlose eifrige Tätigkeit im Sitzungsprotokolle Ausdruck. Die Versammlung schloß sich dieser Kundgebung Vollinhalt lich an. Der Vorstand wählte den bisherigeir Obmann des Exekutivkomitees Herrn Dr. Bela Taussig zum Vorsitzenden und an dessen Stelle Herrn Moriz S on n e n schc in zum Obmarltt des Exekutivkomitees. Nachdem der Schriftführer Herr Dr. Gustav Längste in die statistischen Tabellen über die Landes Zugehörigkeit, das Geschlecht und Alter sowie den Familienstand der angemeldeten Arbeitwerber verlesen und der Kassier Herr Eduard Schwarz den Gebarungsausweis und Rechnungsabschluß zum Vortrag gebracht hatte, brachte der Vorsitzende den Bericht tind deit Gebarungsausweis zur Abstimmung. Beide wurden einstimmig genehmigt. Herr kaiserl. Rat Jonas Weil sprach dem Vorstände des Vereines den Dank und die volle Anerkennung des Kultusvorstandes für feine beispielgebende Tätigkeit aus und beglückwünschte den Vereinsvorstand zu seinem für die Verhältnisse im abgelaufenen Berichtsjahre nicht hoch genug zu schätzenden Erfolge. Herr kaiserl. Rat Weil versicherte dem Vereinsvorstande der ferneren kräftigen Unterstützung des Kultusvorstandes. Herr Rudolf Kohn zollte dem Vereinsvorstande für feine aufopferungsvolle, ersprießliche Tätigkeit im Arbeitsnachweise seine vollste Anerkennung und sprach für dessen weitere Entwicklung die besten Wünsche aus. Herr Professor Dr. Ehr mann begrüßte die neu gewählte Leitung des Vereines uitb aab der Hoffnung Ausdruck, daß sie im Arbeitsnachweise zweckdienliche, segensreiche Leistungen vollbringen ivird. Bei den hierauf vorgenommenen Wahlen wurden die statntengentäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder, di? Herren kaiserl. Rat Jaeanes Feitler, Ludwig Herz und Josef Neu mct-ini, mit Stimmeneinhelligkeit wieder gewählt. In seinem Schlußworte betonte der Vorsitzende die immer fühlbarer hervortretende Not des Tages, welche mehr denn je die soziale Tätigkeit des Vereines nötig macht. Dieser Not entgegen,^»treten und dieselbe nach Möglichkeit zu verhüten, sei die wichtigste Aufgabe des Arbeitsnachweises. Mit einem eindringlichen Avpell an die Versammlung. den Arbeitsnachweis auch in Zukunft durch finanzielle Mittel sowie durch Zuführung von Arbeitsgelegenheit zu unterstützen, schloß der Vorsitzende mit warmen Dankesworten an die Erschienenen die Sitzung.

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