Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 49 (11.12.1914)
- Date
- 1914-12-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 858 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 49 Hattingen, Ruhr. Leutnant Joseph Gumperz, im kaiserlichen freiwilligen Automobilkorps. Hülchenrath bei Neuß. Viehhändler B e n n i V a s s e n. Jastrzemb, Kreis Rybnek. "Gefreiter der Reserve, Kaufmann Isidor Eruschka, für sehr tapferes Verhalten in der Schlacht bei Radom, zurzeit verwundet im Lazarett zu Guben. Karlsruhe i. B. Kriegsfreiwilliger Paul Marr, stud. germ., im Reserve-Feldartillerieregiment 52, Sohn des Fabrikdirektors Josef Marr. Kirchherten, Kreis Bergheim. Reservist Gustav Stern, im Infanterieregiment 13. Kitzingen. Moritz Reich, Weingroßhändler. Lütgeneder, bei Borgentreich. Mar Judenberg, Sohn des Herrn L. Judenberg. Leipzig. Gefreiter in einem Rrserbe-Jnfanterieregimmt Aler. Pick; Ernst Aronheim; Landwehrgefreiter Ludwig P o r g e s, Sohn des Rabbiners Prof. Dr. Porges. Memmelsdorf. Berthold Kahn, Sohn des Hopfenhändlers Selig Kahn, hat freiwillig 50 Meter von der feindlichen Schützenlinie Verwundete abgeholt, auch zum Unteroffizier befördert; Einjahrig-Freiwilliger Mar Frank im 5. Infanterieregiment Bamberg. Mühlheim, Ruhr. Oberarzt der Landwehr Dr. Jacob Stern, in der 3. Feld-Pionierkompagnie des 17. Armeekorps, brachte einen schwer verwundeten Leutnant im scharfen Eewehrseuer die erste Hilfe, obwohl ihm die Nähe dch Russen verhängnisvoll werden konnte. Münster, Westfalen. Unteroffizier der Landwehr Emil Uhlmann, in Firma llhlmann Söhne, bei einem Kavallerieregiment. Neustadt, Westpreußen. Offiziersstellvertreter Rechtsanwalt Martin Wundermacher, im Landwehrregiment 61. Neuteich, Westpreußen. Vizewachtmeister Ruhm, im Kürassierregiment Nr. 5. Nürnberg. Leopold Mayer, vom 6. bayer. Infanterieregiment; Ingenieur Leopold Heimann, vom 6. bayerischen Reserve-Infanterieregiment, unter gleichzeitiger Beförderung zum Vizefeldwebel; Leutnant der Reserve und Rechtspraktikant Robert Ottensooser, im 20. bayerischen Reserve-Infanterieregiment, Sohn des Bankiers Wilhelm, Ottensooser; Doktor Robert Bing, Oberarzt und Regierungsarzt im 2. bayrischen Eheveaurlegers-Regiment; Fritz H e i d e n h e im e r, Unteroffizier der Reserve im 3. brandenburgischen Fußartillerieregiment. Pimiasens. Assistenzarzt Dr. Hermann Drerler, im kgl. bayrischen 23. Infanterieregiment, Sohn des Lederhändlers Julius Drerler; Kriegsfreiwilliger Benno Mayer, im kgl. bayrischen 18. Infanterieregiment; Siegfried Seligmann, im 22. bayrischen Infanterieregiment, hat im heftigsten Kugelregen seinen verwundeten Hauptmann aus der Feuerlinie getragen, auch zum Gefreiten befördert. Possessern. Leo E z e r n i n s k i, in Firma Gebr. Ezerninski, hat freiwillig inmitten des feindlichen Eewehrfeuers einen verwundeten Fähnrich aus dem Schützengraben geholt. Prangenau, Westpreußen. Geffeiter Erich Charlinski im Infanterieregiment Nr. 129. Rheydt. Pionierunteroffizier Carl Marr, Sohn des Pferdemetzgers Isidor Marr. Rotenburg an der Fulda. Kriegsfreiw. Mar R o s e n st e i n, Sohn des Lehrers Rosenstein. Saalfeld, Ostpreußen. Unteroffizier Georg Silbermann. Schönlanke i. P. Stabsarzt d. L. in einem Landwehr-Infanterieregiment Dr. Leo Cohn. Schwiebus. Oberarzt Dr. Ernst Michaeli, Sohn des Geh. Sanitätsrats Dr. W. Michaeli. Verden, Aller. Reservist Louis Weinberg. Werther i. W. Leutnant Weinberg, Adjutant. Würzburg. Ernst Selig, in Firma Weingroßhandlung Selig; Unteroffizier Kurt Löwenthal, im 9. Infanterieregiment, Sohn des Großkaufmanns Simon Löwenthal. Zeitlofs, Unterfranken. Landwehrmann Moritz Reich, beim Regimentsstab des bayrischen Reserve-Infanterieregiments 4, Sohn des Herrn Mar Reich. Zeitz. Siegfried Kirsch, bei einem Gefecht gegen Rußland. Berichtigung. In Nummer 47 unseres Blattes wurde in diesem Verzeichnis unter Dresden der Name Aler Schwarz veröffentlicht. Dieser Name ist zu streichen. * * * Eisernes Kreuz für einen österreichischen Krieger. Unter den vom deutschen Kaiser mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichneten österreichischen Artilleristen ist auch Unteroffizier Bruno Lippschitz, 3. österreichische Mörserbatterie, 5. deutsche Armee, Sohn des Kultusbeamten in Freudenthal. Zum preußischen Reserveoffizier befördert: Thorn. Offiziersstellvertreter Alfred Levy. Sonstige Auszeichnungen: Worms. Die hessische Tapferkeitsmeda ille wurde vom Eroßherzog verliehen an Fritz Maierfeld von hier, Sohn des Metzgermeisters Jakob Maierfeld. Fulda. Friedrich Plaut, Sohn des Herrn Jakob Plaut hier, der schon ffüher das Eiserne Kreuz empfangen Halle, erhielt neuerdings die hessische Tapferkeitsmedaille. Er hatte dem Major des 116. Infanterieregiments in einem Straßenkampfe das Leben gerettet. Bruchsal. Der Vizewachtmeister Julius Bär, Direktor der Süddeutschen Diskontogesellschaft, hier, erhielt außer dem Eisernen Kreuz auch die badische silberne Verdien stmedaille am Bande des Karl Friedrich-Ordens. Karlsruhe. Einjährig-Freiwilliger Unteroffizier G u st a v Schwarzwälder, im Artillerieregiment Großherzog Nr. 14, erhielt vom Großherzog die badische silberne Verdienst- Medaille. Der Militärdienst der naturatisterten russischen Juden in der Türkei. Aus Konstantinopel wird uns geschrieben: Die Anmeldungen der russischen Inden im ganzen türkischer! Reiche behufs Aufnahme in den türkischen Staatsverband dauern noch immer an. Die Anmeldung geschieht nach Ortschaften in 'ganzen Gruppen und die Lokalbehörden haben bereits den Auftrag, daß, falls kein besonders gewichtiger Grund gegen die Aufnahme des einen oder des anderen vorliegt, die Naturalisation en bloc durchgeführt werden soll. Die naturalisierten Inden haben null den Wunsch geäußert, soweit sie wehrfähig sind, sofort assentiert, ausgebildet und in beit Krieg geschickt zu werden. Die türkische Regierung hat jedoch beschlossen, die Assentierung der naturalisierten Inden erst im nächsten Jahre zu beginnen. Aus allen Kolonien und Städten des Reiches werden patriotische Loyalitüts- und Huldigungskundgebungelt der naturalisierten Juden für den Sultan und das ottomanische Reich gemeldet. Sine interessante Iokge des Krieges der Türkei. Aus Konstanlinopel wird gemeldet: Der Eintritt der Türkei in den Krieg hat auch für die Juden ein interessantes Problem gezeitigt. Viele Juden haben nämlich trotz der Ermahnungen der jüdischen Presse ihre Kinder in die französischen und englischen Missionsschulen geschickt. Diese Schulen waren wahre Brutstätten der Judentaufen und gar mancher forcierter Seelensang seitens der in diesen Anstalten unterrichtenden Nonnen hat auch zu öffentlichen Skandalen geführt. Nun hat sich die türkische Regierung bekanntlich entschlossen, die schlechte Behandlung der türkischen Untertanen in den Ländern des Dreiverbandes mit entsprechenden Repressalien zu beantworten. Zu diesen gehört auch die Schließung der ffanzösischen und englischen Missionsschulen und die Ausweisung der LehrkrÄfte derselben. Hiedurch blieben die Schüler und Schülerinnen dieser Institute, zumeist' Juden, plötzlich ohne Unterricht. In Konstanlinopel allein beträgt die Zahl der jüdischen Schüler der englischen und französischen Missionsschulen nahezu 1000. Wie wir erfahren, hat das Eroßrabbinat im Einvernehmen mit der Unterrichtssektion Schritte unternommen, um für den Unterricht dieser sozusagen obdachlos gewordenen Schüler in einer Weise Sorge zu tragen, welche die Eltern nicht zwingen soll, ihre Kinder nach Beendigung des Krieges wieder in etwa erstehende Missionsschulen zu schicken. Von besonders günstiger Wirkung wird die Schließung der Missionsschulen auf die Juden in Palästina sein, wo die arme jüdische Bevölkerung dadurch zur Beschickung dieser Anstalten verlockt wurde, daß die Kinder während des Tages versorgt und