Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 49 (11.12.1914)
- Date
- 1914-12-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3020846-3022089-3022139--23672-3048883- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 49 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 857 mir Robert folgendes zu: Kamerad, machen wir neuerdings einen Sturm, denn die anderen kommen uns stark vor. Robert und ich kommandierten beinahe auf einmal, als er aber in die Nähr der Russen kam und sein „Hurra!" ertönte, sah ich. dag er an die Sti.n griff und fiel. Ich ging als Kamerad zu ihm, wollte ihm noch einen Verband anlegen, denn ich dachte, er f ei nur verwundet, jedoch es war vergebens, der liebe Gott hat ihn schon zu sich gerufen. Nachdem ich ihn am Felde derart kennen lernte, so intecesferte mich sein Name und ich schrieb mir denselben ab. Durch K. erfuhr ich, daß die Eltern m Wien sind, und erlaube mir daher, diese Zeilen an Euer Hochwohlgeboren zu richten. Gott gebe Ihnen Kraft, um den Verlust zu ertragen, ihm aber ewige Ruhe! Mit Hochachtung A. L., Leutnant." Der Mitchef der Firma Moritz Hirschl & Söhne in Glina (Kroatien), Herr Siegmund Hirschl, Leutnant, Bataillonsadjntant des 26. Landsturrn-Jnfanterieregiments, ausgezeichnet mit der Allerhöchsten belobenden Anerkennung und der Militärverdienstmedaille aus Bronze am Bande des Militärverdienstkrenzes, ist am 26. November auf dem südlichen Kriegsschauplätze gefallen. Architekt Dr. Merlhold Warmorstein. Die Verlustliste vom 22. November verzeichnete den Namen Leutnant Marmor stein Bartalan als einen vonl Tode im Felde Ereilten. Dr. techn. Architekt Berthold M a r m o r st e i n, der im 35. Lebensjahre stand, gehörte dem Kreise jüngerer Architekten an, die, aus der Schule Kölligs hervorgegangen, von diesem Meister das Beste, das ein Lehrer geben kann: subtiles Schönheitsempfinden, sicheren Geschmack und edle Begeisterung für ihren Beruf, mit sich ins Leben nahmen. Ausgerüstet mit hoher zeichlterischer Begabung, hatte er im Atelier Hofrat Königs an den vielen Bauten des Jahrzehnts 1901 bis 1911 und an vielen Projekten mitgewirkt. Aufenthalte in Amerika, Frankreich und England reiften seine Talente. Viele Entwürfe, darunter einer für den Friedenspalast im Haag, bezeugen seine monumentale Begabung. Auch als Maler betätigte er sich. Zahlreiche Porträts beweisen sein Geschick ans diesem Gebiete. cSmfmutf Siegst. Weiner. Der Erste W i e n e r Jüdische Turnverein schreibt uns: Unser lieber Turnbruder, I. Kassier und Vorturner Siegfried Weiner, Leutnant im k. k. Landwehr-Infanterieregiment Nr. 13, Beamter der k. k. priv. Bodenkreditanstalt Wien, fand am 23. Oktober 1914 auf dem nördlichen Kriegsschauplätze in beit Kämpfen bei Iwangorod den Heldentod. Wir verlieren mit ihm eines unserer wertvollsten und hervorragendsten Mitglieder, das sich in der gesamten jüdischen Turnerschaft und bei allen Parteifreunden aufrichtigster Liebe, bei seinen Berufsgenossen ehrlichster Wertschätzung erfreute. Besonderes Mitgefühl wendet sich der schwergeprüften Familie zu, an die der Ausschuß des Jüdischen Turnvereines nachstehendes Schreiben richtete: „An die geehrte Familie Hahn-Weiner, Petrau Post Stratznitz. Ihre Trauernachricht vom Heldentode unseres lieben Turnbruders Siegfried Weiner, Leutnants im k. k. Landwehrinfanterieregiment Nr. 13, hat uns aufs tiefste erschüttert. War er doch in den letzten Jahren einer unserer Eifrigsten und Tüchtigsten nicht nur am Turnplätze, sondern insbesondere auch im Ausschüsse unseres Vereines, dessen Stütze er war und für den er in nimmermüder Tätigkeit selbstlos und bescheiden arbeitete wie kein Zweiter. Selbst in tiefer Trauer um den Verewigten, drücken wir Ihnen im Namen des Ausschusses und des gesamten Ersten Wiener Jüdischen Turnvereines unser heimlichstes Beileid aus. Der Gedanke, dag wir alle ihm das treueste Andenken für. immer bewahren und seiner Tätigkeit im Vereine in geeigneter Weise ein dauerndes Zeichen widmen werden, möge Ihnen allen zum Tröste gereichen. Siegfried Weiner starb für eine gerechte Sache im Kampfe gegen den Erbfeind des jüdi'chm Volkes und darum wird das ganze jüdische Volk sein Andenken immer in Ehren halten. Mit dem Ausdrucke unserer vorzüglichen Hochachtung Er st er Wiener Jüdischer Turnverein Dr. Ludwig Werner m. p., k. k. Oberstaalsbahnrat, dzt. Obmann. Irma W e l l w a r t h m. p., 1. Schriftführer. Leutnant Siegfried Weiner war ein äußerst tapferer Offizier, der in achtzehn Gefechten und drei Schlachten ganz Hervorragendes leistete, und im zweiundzwanzigsten Gefecht, eben als er seinen Zug zum Sturmangriff anfeuerte, von einer Feindeskugel tödlich ins Herz getroffen wurde. Er wurde knapp nachher mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Nachstehende jüdische Krieger haben das Kiferne Kreuz erhalten: (Bisher wurden 868 mitgeteilt, in der vorliegenden Nummer 64, zusammen 932.) Berkach, Sachsen-Meiningen. Üandwehrmann Moritz Holländer, Sohn des Lehrers Holländer in Hildburghausen. Grotz-Berlin. Kriegsfreiwilliger Fritz Hamei, im Reserve- Iägerbataiklon Lübben; Gefreiter Fritz Kleczewski, bei einer Minenwerferabteilung, oohn des Herrn S. Kleczewski; Oberarzt der Reserve Dr. Harry Gans im 3. bayrischen Armeekorps, Sohn des Kaufmanns Albert Gans in Posen; Ernst Jacob i, Sohn der Frau Witwe Sara Iacobi in Charlottenburg. Bischweiler, Elsaß. Unterarzt der Reserve Dr. Robert Weil!, Sohn der Frau Witwe Michel Weil. Breslau. Unteroffizier M. M i ch a e l s e n. Bütow, Pommern. Zahnarzt F e l i r R o s e n o w, im In-, santerieregiment 129. Buk. Buchhalter Isidor Bock. Cassel. Offiziersstellvertreter Assessor Dr. Walter Rinteln, im 51. Reserve-Feldartillerieregiment, Sohn des Langsrichtsrats Geh. Iustrzrats Dr. Rinteln, Mitglied des Vorsteheramts der Israeliten; Kaufmann Mar N u tz b a u m, in einem württembergischen Regiment. Charlottenburg. A l e r. Hanauer, Unteroffizier der Landwehr. Crefeld. Unteroffizier der Reserve Friedrich Selig, im Infanterieregiment 30, Angestellter der Firma M. Klein, Düsseldorfs Darmstadt. Referendar Ern st Sondheimer, Unteroffizier im Feld artilleriereg .ment 61. Eisenach. Unterarzt der Reserve Dr. Walter Löwen st ein im Reserve-Infanterieregiment Nr. 84. Elbing. Oberarzt Dr. Alfred Laudon. Fanny-Grube bei Laurahütte. Referendar Dr. Friedrich W e i tz, Unteroffizier im Infanterieregiment 23, Sohn des verstorbenen Herrn Salo Weiß. Frankenwinheim. Gefreiter G o l t l i e b, beim Regiments-Stab des bayrischen Reserve-Infanterieregiments Nr. 4. Freystadt, Westpreufen. Gesteiter Julius Rüben, Sohn des Produktenhändlers Adolf Rüben, auch zum Unteroffizier befördert. Fürth in Bayern. Vizewachtmeister Emil Friedmann, Sohn des Kaufmanns Emanuel Friedmann. Gelsenkirchen. Rechtsanwalt Kurt Neuwahl, Leutnant der Reserve im kgl. bayrischen Infanterieregiment 20, Linden i. B., Sohn des Herrn Falk Neuwahl. Glehn. Leopold Ullmann, Landsturmbataillon Neuß, vor Antwerpen. Graudenz. Kaufmann Julius Robert j u n., bei der Maschinengewehrabteilung. Gudensberg. Sanitätsunteroffizier Siegfried Plaut. Gütersloh. Metzger Willi W o l f f aus Quetzen, in den Kämpfen bei Tannenberg. Hamburg. Assistenzarzt Dr. Alfred Storch, im Infanterieregiment 31. Hatzbach, Pfalz. Sanitätsgefreiter Richard H e n e, im 23. bayrischen Infanterieregiment.