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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-12-04 · 48 (4.12.1914) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
48 (4.12.1914)
Date
1914-12-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 48 Dr. Bloch's Wochenschrift «eUc 84b Wiedervereinigung der vom Unglück betroffenen getrennten Familien der nun wohl nach Tau- } ende n zählenden Flüchtlinge, zugewendet sein sollte. Angesichts des Umstandes jedoch, daß diese Körperschaften init anderen, ebenfalls das traurige Los der Flüchtlinge betreffenden Arbeiten überhäuft find und kaum Zeit finden, die ihnen obliegenden Arbeiten zu erledigen, bin ich gerne bereit, meine schwachen Kräfte derartigen Zwecken zur Verfügung zu stellen, und glaube ich, bei unseren Glaubensgenossen mit meinem im Interesse der Zache gegebenen Anregungen Gehör zu finden, wenn ich den Vorschlag mache, ehestens ein kleines, vielleicht aris 4 bis 6 Personen bestehendes Aktionskomitee zu gründen, das sich gleich mir mit der Durchführung dieser nicht gerade unausführbaren, jedoch bedeutenden ntoralischen und sozialen Erfolg verbürgenden Idee zu beschäftigen hätte. Je früher die Arbeiten beginnen würden, desto eher ivürden heiße Tränen gestillt, Verzweiflungskämpfe der Eltern oder Kinder beendet sein! Darum auf zum glückverheißenden und glückbringenden Erfolge! Wien, 29. November 1914. E m i l Seltne!, 1. Bez., Seitenstettengasse 5. KaisennWttsaVeth-Lchrmädchen- und Aröeiterinnenheim. Dieser Tage fand eine außerordentlich zahlreich besuchte Vollversammlung des Vorstandes des Kaiserin E l i s a b e t h-L ehr m ad ch e n- und Arb e i t e r i nn e nheims statt. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Präsidenten kais. Rat Dr. K r ü g e r und Begrüßung der erschienenen Ehrengäste, Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d und Frau, Herrn kais. Rat Arnold Rosenthal und Frau, Herrn Dr. I. S. Blo ch, Frau Dr. Flesch und Herrn Bankier G r o a g, berichtete der Präsident über die außerordentlich ersprießliche und von höchster Stelle anerkannte Tätigkeit des auf Kosten des Vereines in ein Reservespital des Roten Kreuzes umgewandelten Heimes, in welchen! mehr als hundert verwundete Soldaten untergebracht sind und gepflegt werden. Mit besonderer Befriedigung wurde zur Kenntnis genommen, daß ungeachtet dieses patriotischen Wirkens des Vereines die Fürsorge um die Heimschützlinge in keiner Weise beeinträchtigt wird. Sämtliche Schützlinge sind auf Kosten des Vereines bei vertrauenswürdigen Familien untergebracht, stehen unterstetiger Aufsicht des Vorstandes und gehen ihren gewerblichen Berufen unbehindert nach. Ein Arttrag der Vereinsleitung, für die verfügbaren Gelder des Vereines Kriegsanleihe zu zeichnen, wurde unter lebhaftem Beifall zunr Beschluß erhoben. L. W. Reservespital Nr. 11 der Oesterreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz. Am 30. v. M. besuchte Baronin Anka Bienerth in Begleitung des Oberstaatsbahnrates Herrn Wilhelm Winternitz das Reservespital Nr. 11, welches sich im 2. Bezirk, Malzgasse 7, in dem Hause des Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterimrenheims befindet. Baronin Bienerth besichtigte eingehend die weitausgedehnten Räume des Spitals, den Operationssaal, das Röntgen- und chemisch-mikroskopische Laboratorium. Sie verweilte lange in den Kraukensälen, sprach mit allen Verwundeten, erkundigte sich teilnehmend nach ihrem Befinden und verteilte Liebesgaben an dieselben. Baronin Bienerth wurde von dem Spitalskommandanten Regimentsarzt kais. Rat Dr. K r ü g e r sowie der Oberin Frau Cäcilie Frankl, Spitalsverwalter Stadtbaumeister Viktor S ch w a d r o n, administrativen Direktor Emil B a r d a ch und Vorstandsmitglied Doktor Jojes W i n t e r n i tz empfangen, und es wurden ihr die diensthabeuden Damen Dhery Bardach, Luise Berneck, Alice Bruckner, Josesine Czuczka, Rosa Flesch, Charlotte Kisch, Karoline Koranyi, E. Kornfeld, Hermine r.Küger, Katharina Ripper, Helene Stein, Vilma Stein, Lina Weiß, Elise Winternitz, und die Herren Edmurrd Groag, Heinrich Koranyi, Dr. Norbert Kanitz und Hosrat Doktor Julius Schlag vorgestellt. Baronin Bienerth, die zwei Stunden im Spital rveilte, äußerte sich über das Gesehene sehr lobend. Sie hob besonders hervor, daß es eine rühmenswerte Tat des Vorstandes des Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnenheims war, sofort bei Ausbruch des Krieges die Räume des Heimes in ein Spital umzmvandeln und mit großen Opfern die Ausgestaltung in ein Krankenhaus durch die Errichtung des Operationssaales, des Röntgenlaboratoriums, des Sterilisationsraumes, der physikalisch-medizinischen Einrichtungen, sowie Teeküchen, Bädern usw., vorzunehmen. Das Heim, welches sonst 70 Waisenmädchen vollkommene Unterkunft und die Möglichkeit einer dauernden Existenz bietet, beherbergt derzeit an 110 Verwundete, welchen die sorgfältigste Pflege zuteil wird. Die größeren Operationen im Spital werden von Professor Dr. Julius Schnitzler und Doktor K l e i n m o n d ausgeführt. Der Vorstand, der Vorsorge getroffen hat, daß die bisher im Heime untergebrachten Waisenmädchen aus Kosten des Vereines ihre Ausbildung weiter ungestört genießen, stattet bereits jetzt die das Spital verlassenden Soldaten mit warmer Wäsche aus und beabsichtigt, anläßlich des Weihnachtssestes sämtliche Verwundeten zu beschenken. Im Spital wird auch durch künstlerische Veranstaltungen, bei welchen wiederholt erste Wiener K ünstler Mitwirken, für die Aufheiterung der Soldaten gesorgt. Ein Rundgang durch die Wiener Kriegswohtfahrtseinrichtungen. V. Volt Kinderfreullden 'wurde ich mit Befremden auf den Umstand aufmerksam gemacht, daß ich die Ausspeisurrg des Elternvereines „P e st a l o z z i" auf meinern Rundgang nicht besucht habe. Ich habe mir aber derr Besuch der noch nicht der „Weiblichen Fürsorge" angeschlossenelr Vereine aus einen späteren Zeitpunkt Vorbehalten. Die Vorbereitung für die Bekleidungsveranstaltung meines „Frauenhortes", der diesmal ausnahmsweise den 2. Dezember, den Tag des Regierungsjubiläums des Kaisers, zu seiner Beteilung wählte, um einheimischen und Flüchtlingskindern diesen Lichttag im heurigen Jahre für immer dem Gedächtnis einzuprägen, hinderte mich, meine Runddiese Woche fortzusetzen. So rvill ich diesaml eben nur des „Pestalozzi" gedenken, des stillen Vereines, der seit zehn Jahren in der einzig rationellen Arbeitsweise: in Sektionen (Kinderschuh, Ausspeisung, Bekleidung^ verborgen, aber segensreich wirkt. Als demokratischer Verein, der namentlich den Mittelstand der Leopoldstadt zu seinen Mitgliedern zählt, begnügt er sich mit dern Beitrage von 3 Kronen. Die Sektion Ausspeisung besitzt Große Sperlgasse 31 in der Jetztzeit besonders günstig gelegene Räume, uneutgeltlich vom Hausherrn zur Verfügung gestellte Lokalitäten, die geräumig, wenn auch nicht besonders freundlich oder hell sind. Hier erhalten 500—600 Kinder täglich, und zwar ohne Unterschied der Konfession, ihren Mittagstisch, den reichliche Spenden der Firmen P i o w a t t i und Fleischhauermeister Krauß besonders ausgiebig gestalten können. Die Gemeinde, die ihre Schutzbefohlenen namentlich dieser Ausspeisung zuteilt, kanrr beruhigt sein,.daß hier große Portionen und liebevolle Aufsicht den Kindern, die dreimal wöchentlich

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