Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 47 (27.11.1914)
- Date
- 1914-11-27
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 47 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 831 -lese ich einen Artikel, welcher nun als Ausschnitt mir zugesandt wurde, worin Sie sich schon seit Jahren als Anreger der Kranzablösungsspenden bekennen, was, dank der ganz besonders wirkungsvollen Förderung eines Weltblattes im In- und Auslande, Anklang gefunden haben soll... Die Frage, ob man beim Begräbnis Blumen verwenden soll, muß von jedem Menschen, der Herz und Gemüt besitzt, mit Ja beantwortet werden. Die schöne Sitte, die Toten zu ehren, ist uns von altersher überkommen und an ihr sollte nicht gerüttelt werden. Was Blumen für eine Bedeutung haben, brauche ich hier nicht .erst zu sagen, denn ein jeder weiß es, oder sollte es wissen. Wie sollte man auch anders seine Teilnahme am schicklichsten den Hinterbliebenen betätigen als durch eine .Blumenspende mit einigen Worten des Trostes. Je mehr Blumenspenden in einem Trauerhause eingehen, desto mehr Balsam wird den Hinterbliebenen aus die durch den Tod ihrer Lieben geschlagenen Wunden geträufelt, denn es wird jedem zum Tröste gereichen, wenn er seine Toten auch äußerlich geehrt weiß, was aber durch die pietätlosen Worte „anstatt einer Kranzspende", bei den Wenigsten erreicht werden dürfte. Wenn Sie nun mit Bedauern die unberechenbar großen Beträge erwähnen, die in Gräber geworfen werden, anstatt sie Wohltätigkeitsvereinen zuzuführen, so hat hierin bei Ihnen ein höchst bedauerlicher Irrtum Platz gegriffen. Die vielen fleißigen Hände, die in Blumen-und Kranzbindereien tätig sind, würden durch die Unterdrückung einer schönen Sitte schwer geschädigt werden; und das kann niemand wünschen, der ein warmes Herz für seine Mitmenschen hat. Es ist grundfalsch, ja bedauerlich, daß Leute Ihres Standes sich finden, mit solchen Beispielen voranzugehen, anstatt darüber zu wachen, daß derartige Auswüchse, welche im Volke Herz und Gemüt erkalten lassen und alle guten Sitten auszurotten trachten, unterblieben . . Von solchen Zumutungen .und Unstimmigkeiten dürfte sich der Autor jener besprochenen Kanzelmonition nur angeregt fühlen, den Standpunkt, den er vor 35 Jahren eingenommen und aus dem er noch verharrt, durch einige gereimte Zeilen mit gutmütigem Bedauern kla* zu machen: 8oll nicht das Verschwenden Sich zum Guten wenden? Machet selbst den Tod Nutzbar für die Not, Lasset aus Verwesung Sprießen Leid-Erlösung, Schwer geprüften Armen Hilfbereit Erbarmen! Brünn, Anfang November 1914. A n t h o p h i!. Kiteratnr. Nord und Süd. Eine deutsche Monatsschrift, herausgegeben von Prof. Dr. Ludwig Stein, begründet von Paul Lindau. 39. Jahrgang, Oktoberheft 1914. Preis pro Heft 2 Mark, pro Quartal (drei Hefte) 6 Mark, pro Jahrgang (zwölf Hefte!) 24 Mark. Verlag der Schlesischen Buchdruckerei v. S. Schottlaender A.-G., Breslau III. Inhalt: Prof. Dr. Ludwig Stein: Was lehrt uns der Krieg? — Geh. Justizrat Prof. Dr. Rietz er: Kriegsbetrachtungen. — F. L. Graf von Voltolini: Die Haltung Italiens in dem Weltkonflikt. - Dr. phil. Richard H e n n i g: Die Rolle des ,,Glücks" im Kriege. E. A. B r a t t e r: Amerika und der Krieg. — Artur Dir: Im Kampf um die Wahrheit. — Bankier Georg Hermann L o e w y: Die Sicherheit der deutschen Banknoten. - Dr. Paul gelt» feilet: Jesuiten und Kriegsethik. — Marg. Weinberg: Fünfzig Jahre Genfer Konvention. — Kgl. Rat Dr. Adolph K o h u t: Ein Urteil Johann Gottfried Seumes über Rußland und Frankreich. — Theodor Kappst.ein: Der Krieg und das Christentum. — Geheimrat Prof. I. v. Pflugk-Hartkung: Schloß Jf, die Bastille Südfrankreichs. — Amtsgerichtsrat Doktor Felir Freudenthal: Berliner Erinnerungen an 1870/71. - Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Ludwig Geiger: Eine Denkschrift Jfflands über das Berliner Theater 1805. — Kerimee H a n o u m: Prinzessin Jkbale. — Lotte Stadthagen-Pugge: Die Mutter. - Catharina vom Pommer-Esche: Almendro. Roman- Novelle. - Rundschau. Nord und Süd. Nooemberhest 1914 (Kriegs-Sonderheft). 39. Jahrgang. Eine deutsche Monatsschrift, herausgegeben von Prof. Dr. Ludwig Stein. Verlag der Schlesischen Buchdruckerei von S- Schottlaender A.-G. Breslau III. Preis pro Heft 2 Mark, pro Quartal (drei Hefte) 6 Mark, pro Jahrgang (zwölf Hefte) 24 Mark. - Inhalt: Bildnis des Reichsbank-Präsidenten Erzellenz von Hauen st ein. — Prof. Dr. Ludwig Stein: Unsere sieben Waffen. - Exzellenz Prof. Dr. Ernst Haeckel: Weltkrieg und Naturgeschichte. — Kaiser!. Gesandter Graf von Leyden: Die Diplomatie und der Weltkrieg. — Erzellenz Doktor Graf Albert A p p o n y i: Unser Krieg vom Stundpunkte der interparlamentarischen Union. — Wirkl. Geh. Rat Dr. P. D. Fischer: Der Krieg und die Volkswirtschaft. — Geh. Rat Pros. Dr. Rudolf E u ck e n: Der Krieg und die Philosophie. — Direktor der Deutschen Bank Dr. Karl Helfferich: Die Kriegsanleihe. Geh. Rat Prof. Dr. Wilhelm W a l d e y e r: Frieden im Kriege. Ernst Freiherr von P l e n e r: Der Krieg und das Völkerrecht. Geh. Hofrat Prof. Dr. Wilhelm Ostwald: Zur Kriegswissenschaft. Erzellenz Dr. Franz Klein: Krieg und Gesellschaftsgeist. Geh. Archivrat Prof. Dr. I. v. Pflugk- Harttung: Betrachtungen über den Weltkrieg. Dr. Jur. Ernst Reichenheim: Ludwig Frank zum Gedächtnis. — Catharina von Pommer-Esche: Das Eiserne Kreuz (in Musik gesetzt von Felir E r d l e r, für Orgel und Männerchor). — Doktor Paul O st w a l d: Deutschland und das englisch-japanische Bündnis im Stillen Ozean. — Hofrat Dr. C. Spielmann: Gideon Hindenburg. - Sanitätsrat Dr. Jul. Hagemann, dirig. Arzt des St. Franziskus Hospitals, Bonn: Wehrtüchtigkeit. — Graf Julius Andrassy: Wer ist verantwortlich für den Krieg? Arthur (Silber g-I eit: Der Krieger. — Nacht im Feindesland. — Unseren Müttern. Gedichte. — Heinz Welten: Die loten Wälder. Eine Lapplandstudie. Therese Lehmann-Haupt: Hindenburglied. - Rundschau. In schwerer Zeit. Zwei Predigten über den Krieg von Dr. M. Rosenmann, Rabbiner und Prediger der israelitischen Kultusgemeinde in Wien. Preis 40 Heller. Verlag Alfred H ö l d e r, k. u. k. Universitätsbuchhändler» 1. Bezirk, Rotenturmstratze 25. Das Reinerträgnis fließt den Zwecken der Kriegsfürsorge zu. C. Seligmann, VaterländischeReden in großer Zeit. Frankfurt am Main, Voigt & ©lebet, Mark 0.50. Diese Predigten, die der bekannte Frankfurter Kanzelredner am Kriegsbettag sowie am Rosch haschonoh und Jomkippur gehalten hat, glühen von echter vaterländischer Begeisterung wie von treujüdischem Empfinden. Sie zeigen alle Vorzüge des berufenen Predigers und bilden eine beachtenswerte Erscheinung in der Kriegsliteratur unserer großen Tage. M. ..Das neue Europa" ist der Name einer neuen Zeitschrift. Redaktion: Alst. Weiß und Dr. Paul Cohn. Sie wendet sich an die Gebildeten aller Nationen. — Vollste Objektivität, ehrliche Aufklärung hat es auf seine Fahne geschrieben. — Es wurde unter vollster Berücksichtigung der neutralen Grundsätze und Anschauungen der Schweiz gegründet. — Ein Stab gediegener Mitarbeiter verspricht den Lesern der neuen Revue anregende Lektüre. — Das Abonnement beträgt für zwölf Hefte Fr. 3. — Bestellungen nimmt die Unterzeichnete Buchhandlung entgegen. Probehefte kosten 30 Cts. — E. M. E b e l l, Buchhandlung, Zürich. Kriefkaken ^»Israelit". Diese Frage wissenschaftlich zu erledigen ist doch wohl jetzt während des Weltkrieges nicht an der Zeit. Wir müssen die Fortsetzung der Diskussion in den Spalten unseres Blattes ablehnen. K. F. Ein jüdisches Witzblatt in Amerika bringt als Ironie auf das komische Treiben Zangwills folgende Nachricht: „Israel Zangwill erhielt heute von Zar Nikolaus einen Dankbrief für seinen letzten Aufruf an die Juden, daß sie im jetzigen Kriege zu Rußland stehen. Als Belohnung verspricht der Zar Herrn Zangwill ein Territorium in Sibirien, wohin er nach dem Kriege alle Territorialisten seines Landes verschicken wird." Frau B. Schoßberger, Wien. Besten Dank für die Einsendung. Indessen können wir mit getauften Juden nicht viel hermacheu, selbst wenn sie Söhne polnischer' Juden und hervorragende Lords geworden find. i- «' •vr I 'v! '■] i 1 f ’!