Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 47 (27.11.1914)
- Date
- 1914-11-27
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 828 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 47 Aus der russischen Gefangenschaft melden sich : Josef L ö b, Sohn des Herrn Lazar Löb, Koloszvar (Ungarn); Samuel Held, Sohn des Herrn Aron Zahn, Stanislau; Chajim Holder, Sohn des Herrn S. Holder, Kolomea, per Adr.: Bahr & Horowitz; Victor Gerula, Sohn des Herrn Josef Gerula, Nagy Szeben (Ungarn); Schimon Klag, Sohn des Herrn Samuel Klag, Nord bei Tomaschoff, Eidam des Herrn Jacob Keßler in Lisko; Moritz Thorn, Sohn der Frau Toni Thorn in Wien, XX., Brigittenauerlände 58. Sie sind alle in Stawropol, Kaukasus, befinden sich wohl und erwarten Briefe. Diese Mitteilung ist an die Angehörigen weiter zu geben. Jüdischer Nationalfonds. Das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds hat an die Sammelstellen aller Staaten die Parole ausgegeben, die staatlichen Unternehmungen zur Linderung der Kriegsnot zu unterstützen. Die Landessammelstelle Westösterreich hat bisher als Erlös aus Rechenzetteln und Hilfsmarken bereits 2000 Kronen an die österreichischen Hilfszentralen (Rotes Kreuz, Kriegshilfsbureau und Kriegsfürsorgeamt) abgeführt. Das .Kriegsfürsorgeamt des k. k. Ministeriums des Innern hat diese „Betätigung patriotischer Opferwilligkeit" brieflich wärmstens anerkannt. Die Hilfsmarken mit dem roten Davidschild, der schönste Schmuck für die Feldpostkorrespondenz, ist in Heften zu 20 Stück um 1 Krone bei der Landessammelstellc Westösterreich des Jüdischen Nationalsonds, Wien, II., Zirkusgasse 33, erhältlich. Leichenbegängnis des Herrn k. k. Rechnungsrates Albert Löwit. Unter großer Beteiligung sowohl seiner Kollegenschaft als auch seines großen Verwandten- und Freundeskreises wurde am 22. b. M. der im 54. Lebensjahre nach kurzem Leiden (verschiedene Herr Rechnungsrat Albert Löwit zur letzten Rühe bestattet. Im Trauerhause bemerkte man u. a. Herrn Hofrat Dr. Julius Schlag, den Vorsteher der Chewra Kadischa Herrn S. Goldmann, Herrn Direktor Richard L iss au und Frau, Herrn und Frau Direktor Max Fischer, Oberkantor Don Fuchs, Oberkantor Bauer. In der Zeremonienhalle sprach im Anschluß an die Rede des Herrn Rabbiners Dr. Max Grunwald an der Bahre Herr kais. Rat L. Goller st epper tiefempfundene und ergreifende Worte des Abschiedes. Die kantorale Funktion versah, vom Chor assistiert, Herr Erster Kantor M. Mathias, der noch am Grabe ein El mole rachamim, das von inniger Teilnahme getragen war, meisterhaft zu Gehör brachte. S. Die Ausspeisung II., Rotensterngasse 23. Herr Redakteur! In Ihrem geehrten Blatte lese ich von einigen humanitären Vereinen, welche sich in die Dienste der Unterstützung der armen Heimatlosen gestellt haben und Ausspeisungen veranstalten. Nun würde ich Ihnen sehr dankbar sein, wenn Sic die geschätzten Leser Ihres Blattes auf eine Ausspeisung aufmerksam machen würden, welche schon seit zwei Monaten in aller Stille wirkt. Auf Anregung des sehr bekannten Leopoldstädter Arztes Herrn Dr. Gustav K o h n, II., Roterr- sterngassc Nr. 6, sowie seiner rührigen Gattin Flora haben es einige Damen und Herren unternommen, armen Flüchtlingen mittags und abends kräftige Suppe sowie Brot zu verabreichen. Anfangs für 50 Personen berechnet, ist die Zahl der Hungrigen, die täglich vor dem Lokal, II., Rotensterngasse Nr. 23, der L-Uppe harren, auf 1000 gestiegen. Wiewohl man keinen der Bittenden abweisen will, den verlangenden hungrigen Augen der bielcit entnährten Kinder nur schwer Nein sagen kann, ist es unmöglich, diese Aktion weiter zu führen, wenn man nicht an die Güte mitfühlender Menschen appelliert, dieses Werk zu unterstützen, sei es durch Geld oder Brot; die kleinste Gabe stillt den Hunger eines einzelnen, mtb so können viele einzelne es bewerkstelligen, daß diese Aktion, so lange die armen Flüchtlinge bei uns in Wien weilen, durchgeführt wird. I. König. Hoynöee-K alte. 20. Bezirk, Denisgasse 33. Mittwoch den 18. d. M., um 7 Uhr abends, hat die feierliche Uebergabe des neuen großen Saales für die Toynbeehalle in deni neuen Josefine Mendlschen Wohlfahrtshause im ,20. Bez., Denisgasse Nr. 33 stattgefunden. Anwesend waren der Stifter des Hauses Herr Heinrich und sein Sohn stuck. für. Stephan M e n d l, ferner der Architekt Friedrich Schön und seine Gemahlin, Fräulein Rosalie K a h n, Frau Dr. Kahn, die im Verein mit ihrem verewigten Gatten durch viele Jahre sich um die Toynbeehalle die größten Verdienste erworben. Außerdem fanden sich Herr und Frau Karl Freund ein, denen als Ausdruck des besonderen Dankes, den die Toynbeehalle Herrn Karl Freund schuldet, in der Versammlung außerordentliche Ovationen bereitet wurden. Herr Freund, welcher alle dem Horte anvertrauten Kindern mit liebevoller Hingebung selbst bis zur Erreichung einer selbständigen Versorgung hinaus betreut und hilfreich beisteht, findet in seiner Gattin Marie Freund eine gleich opferwillige Gefährtin. Auch sie ist den Hortkindern auch außerhalb des Hortes eine liebevolle fürsorgliche Mutter. Oberkantor Morgen st er n leitete den Abend mit dem SRataumu mit. Chor unter der Leitung des Chordirigenten Herrn Julius Heimann und Harmoniumbegleitung des Herrn Rudolf Heim an n ein; hierauf hielt der Obmann der Toynbeehalle Dr. I. S a m u e l y eine Ansprache, die mit einem Hoch auf den Kaiser schloß. Dann sprach, mit stürmischem Beifall begrüßt, Herr Freund in seiner schlichten, einfachen Weise von der Bedeütung der Halle und der schönen Bestimmung des neuen Hauses, das so vielen Kindern —, es sind ihrer in den von ihm geleiteten Horten über 200 — eine echte Heimat und Bildungsstätte sein soll. Wenn die Kinder hier ihren Unterricht genossen haben, sorgt die >Leitung auch .dafür, daß sie in entsprechende Stellungen kommen, und dank dieser stets regen Sorge des verdienten Führers und Leiters wurden im Laufe der Jahre auch schon vielen jungen Leuten Existenzen geschaffen. Herr Freu n d spricht allen den Dank^aus, welche sich um den Hort und um die Toynbee-Halle bemüht haben. In herzlichen Dankesworten gedenkt er der langjährigen Tätigkeit des Herrn Euido F u ch s g e l b, Sekretär- Stelho. der isr. Kultusgemeinde, der infolge Erkrankung vom Kriegsschauplatz zurückgekehrt ist, aber eben dieser Erkrankung wegen seine Abwesenheit entschuldigt hat. Im Namen der Versammlung wünscht er ihm baldige Besserung. (Lebhafter Beifa'.l.) Dr.^Wilhelm Knöpfelmacher sprach namens des Vereines „Eintracht". Hierauf hielt Regierungsrat Prof. Dr. W. I e r u s a l e m einen Vortrag, der zum Thema diesmal ein sehr interessantes Kapitel hatte. Der geistvolle Gelehrte, der bekanntlich auch ein. brillanter Redner ist, wendete sich nämlich mit seinem Vortrag nicht an das Publikum, sondern an jene, die selbst Vorträge halten, und wies ihnen die Wege, die von den Rednern an volkserziehrrischrr Stätte einzuhalten sind. Nach Schluß des Vortrages sang Oberkantor Morgenstern mit dem Chor den Sulzerschen Psalm 21. — Unter den Anwesenden befanden sich fast sämtliche Wiener Rabbiner, Prof. Dr. S. E h r m a n n, Prof. Dr. W. Roth, Prof. Singer, Dr. Bloch, Direktor Max Fischer, Direktor Ater. Hecht, Reichsratsabg. Dr. Ofner, Dr. Albert Kuh, Dr/ M. Löwy, Frau Anita Müller, Frau Clotilde Benedikt, Frau Ditha Engel, Komm.-R. S. Rosenzweig, Prof. M Kanitz, Prof. A n 1 s ch e r l, Rudolf K o h n, Philipp K o h n, S. G o l d m a n n, Mar Hofbauer, Amtsleiter Rudolf Kraus, Herr Ferdinand Perlberg, einer der Gründer der Toynbeehalle, und viele andere. Verein Machsike hadath zur unentgeltlichen Ausweisung armer zugereister Kranken (Wien, 2. Bezirk, Ob. Augartenstraße 40) hat zur Ausspeisung der Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina folgende weitere Spenden erhalten: L e i t n e r durch Frau Laura Splitter Kr. 30, Leitner durch Frau Laura Splitter für Talmud-Thora 30, kais. Rat Stein, Zwittau 10, Dr. Alois