Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 47 (27.11.1914)
- Date
- 1914-11-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 47 Dr. Bloch s Wochenschrift Seite 82 t An Spenden sind eingelaufen: Voll den Kindern der Frau Rosalie Rieß s. 41., anl. des Ablebens ihrer Mütter: für das Altersversorgungshaus, die Armenanstalt, das Blindeninstitut, die Chewra-Kadischa, den Frauenverein, die israel. Kinderbewahranstalt, den Mädchenunterstützungsverein, das Taubstummen - Institut, den Theresien-Kreuzerverein, die israel. Volksküche je K 300'—, zusammen.K 8.000 — Vom Präsidium der „Kin d e r s ch u tzu nd Rettungs- Gesellschaft" in Wien für die galizische Hilfsaktion .„ oüO' — Unter ..Hugo" für wohltätige Zwecke.„ 245 — Von Herrn Siegmund M a n d l's Witwe: für die Armenanstalt.K 50 — „ den Handwerkerverein .„ 30 — „ das Blindeninstitut.. 25 — „ „ Taubstummeninstitut. „ 25 — „ den Waisenverein.„ 50 — „ die Speiseanstalt.„ 20 — „ 2»o— Von Frau Nanette M a u t h n e r.K 100'— Von Herrn Julius und Frau Melanie Figdvr „ 30 — „ 130*— als Kranzablösungsspenden für weil. Rosalie Rieß für das israel. Altersversorgungshaus. Von Frau Jeanette S ch n e k, Erlös für die Weitervermietung ihres Tempelsitzes für wohltätige Zwecke . . „ 40 — Von Herrn F. Ern st: für arme Flüchtlinge.K 20 — „ die israel. Volksküche.„ 10 — „ 3u — Von Frau Elsa R e i n h a r t: für ein Gebet für einen Kranken.K 10 — „ die Familie eines Landsturmmannes . . „ 10'— „ 20 — Von Herrn k. u. k. Leutnant Gustav Herz für Arme . . „ 20-- Von Herrn Hans K o ch zur Ausspeisung armer Kinder . „ 10 — Von Herrn Ingenieur Heinrich Schotter zur Ausspeisung jüdischer Kinder im XX. Bezirk.„ 10 — Entnahme der Sammelbüchse im Matrikelamte der Israel. Kultnsgemeinde: für den Waisenverein.„ 7— Entnahme der Sammelbüchsen im Stadttempel: für den Waisenverein.K 67114 „ die Zlrmenanstalt .20199 „ „ Chewra-Kadischa ......... 160-75 „ das Armenhaus, UI., Steingasse 18 . . „ 131-90 ,, die Armen in Jerusalem.„ 60 04 „ den Frauenverein.„ 119 — „ die Israel. Allianz.„ 66-85 „ „ Kinderbewahranstalt.. 55-50 „ den Wöchnerinnenverband.„ 13*69 „ l 4su 86 Entnahme der Sammelbüchsen im Bethause Leopvldstadt: für die Kinderbewahranstalt.„ 45 55 ., den Frauenverein.„ 85 53 ,, die Armenanstalt.„ 20760 „ den Waisenvereiu.:.„ 199 83 „ die Chewra-Kadischa.„ 166 98 „ „ Armen in Jerusalem.. 34»20 „ 739 69 Entnahme der Sammelbüchsen im Bethause Fünfhaus: für Arme...„ 238-16 Entnahme der Sammelbüchse im Bethause Ottakring: für Arme des XVI. und XVII Bezirkes.„ 22 23 Nach Uebergang zur Tagesordnung verliest kaiserlicher Rat Dr. Theodor Lieben den Bericht des Vertreterkollegiums, betreffend die Erledigung der Eingabe in 'Angelegenheit der Statutenänderung in bezug auf den Aufschub der Wahlen für den Kultusvorstand und die Bezirkskommissionen. Die Statthalterei hat der in diesem Sinne vorgenommenen Statutenänderung die staatliche Genehmigung erteilt. Das Vertreterkollegium stellt sohin den Antrag, die int Monat November vorzunehmenden Ergänzungswahlen für den Vorstand und die Bezirkskommissionen in Rücksicht der Kriegslage auf ein Jahr zu verschieben. Der Antrag lvird einstimmig genehmigt. Genehmigt wird ferner der vom Vertreterkollegium vorgelegte Antrag aus Aufschub der Kultussteucr-Triennal-Einschätzungen pro 1915/17. Zeichnung auf die Kriegsanleihe. Präsident Dr. Alfred Stern stellt namens des Vertreterkollegiums sodann folgenden Antrag: „Es be schließe der Kultusvorstand, sich an der Kriegsanleihe durch Zeichnung einer Sunune von Nomittale 500.000 Kronen zu beteiligen und mit der Durchführung der Angelegenheit das Präsidium zu betrauen." Der Präsident knüpft an den Antrag folgende Bemerkungen: „Es sind nicht finanzielle oder geschäftliche^ Erwägungen,^ welche uns bestimmen, diesen Antrag zu stellen, da die Finanzlage der Gemeinde derzeit die Entrierung eines Geschäftes, den Erwerb von Wertpapieren überhaupt ausschließen würde." Nach einer eingehenden Schilderung der gegenwärtigen finanziellen Verhältnisse der Kultusgemeinde schließt Dr. Stern seine Ausführungen: „Wenn wir aber nichtsdestoweniger den Antrag auf Beteiligung an der Kriegsanleihe, und zwar mit einer so bedeutenden Summe stellen, so leitet uns hierbei ausschließlich der Gedanke, daß wir mit Hintansetzung aller entgegentretenden Schwierigkeiten es als unsere patriotische Pflicht erachten, auch bei dieser (Gelegenheit dem Rufe, welchen das Vaterland an alle seine Bürger richtet, Folge zu leisten. Wir haben gleich bei Ausbruch des Krieges unser Spital für die Verwundetenpflege zur Verfügung gestellt, und zwar 100 Mannschafts- und 10 Offiziersbetten, die Unterbringung, Pflege, Wartung, ärztliche Behandlung ohne jeden Anspruch auf Entgelt übernommen. Die schon bisher bekundete patriotische Haltung der Mitglieder unserer Gemeinde erweckt in uns die Ueberzeugung, daß wir im Sinne aller unserer Gemeindemitglieder handeln, wenn wir unserer patriotischen Empfindung, unserer patriotischen Pflicht entsprechend und ungeachtet der in den Verhältnissen und in der Finanzlage unserer Gemeinde obwaltenden Schwierigkeiten uns an der Kriegsanleihe mit einer Summe von einer halben Million Kronen beteiligen. Wir sind hie bei auch der Ueberzeugung, daß diese Beteiligung der Wiener israelitischen Kultusgemeinde als Beispiel voran leuchtend, ein Ansporn sein wird für alle Kultusgemeinden Oesterreichs, sich an der Zeichnung der Kriegsanleihe zu beteiligen." Der Antrag wird einhellig zum Beschluß erhoben. Aufruf! Die städtische Zentralstelle für die Flüchtlingssür sorge, welche für die durch den Krieg von Haus und Hof vertriebenen Bewohner Galiziens und der Bukowina er richtet wurde, versorgt bis jetzt mehr als 70.000 Seelen mit Kost und Ouarlier. Der Staat stellt zu diesem Zwecke 70 Heller pro Kopf zur Verfügung, welche für Wohnung und Essen ausreichen müssen. Die Flucht aus den einzelnen Orten wurde in den meisten Fällen so rasch vorgenommen, daß die Flüchtlinge ihre Gesamt habe zurücklassen mußten und nicht einmal das Allernot wendigste mitnehmen konnten. Da die Flucht zu einer Zeit erfolgte, in der das Wetter noch sehr milde war und die Flüchtlinge hofften, in kürzester Zeit in ihre Heimat zurückkehren zu können, sehen sie in ihren dünnen Sommerkleidern mit Sorge dem rauhen Winter entgegen. Die Zentralstelle hat daher ihrem Betriebe als Sektion VIII die Kleiderfammelstelle angegliedert, welche bis jetzt schon mehr als 8000 Personen mit Winterkleidern versehen hat. Da die der Zentralstelle zur Verfügung stehenden Mittel jedoch nicht ausreichen, noch lveiter warme Wäsche und Kleider zu kaufen und der durch Spenden aufgebrachte Vorrat verbraucht ist, sieht sich dieselbe genötigt, an die Oeffentlichkeit zu appellieren und alle Wohltäter zu bitten, alles Entbehrliche an Kleidern, Wäsche, Schuhen rc., das sich wohl in jedem Haushalte vorfindet, für die armen Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Spenden oder Zuschriften wegen Abholung uon Spenden sind zu richten an die Zentralstelle der Fürsorge für die Flüchtlinge aus Galizien und der Bu kowina, Wiert, II., Zirkusgasse Nr. 5, Telephon 4.9Z77.