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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-11-27 · 47 (27.11.1914) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
47 (27.11.1914)
Date
1914-11-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Nr. 47 Seite 8LLi Dt. Blochs Wochenschrift. sogleich au, die betreffende Mischnah in der richtigen Fassung zu lehren?) Ein anderesmal hatte Simon b. Chija auf eine während des Unterrichtes von Chija an chn gerichtete Frage eine der Ansicht Rabs widerstreitende Antwort erteilt. Wieder steckte Räb seinen Kops zum Fenster herein und machte den Lehrer aus seinen Irrtum aufmerksam?) Auch sein vorzüglichster Schüler, Jehuda b. Jechezkel mußte es sich gefallen lassen, daß er von chm während des Unterrichtes des Chija kurz und energisch anfgefordert wurde, einer Mischnah eine andere als die vorgetragene Fassung zu geben?) Beim Unterrichte des Chija b. Aschi bemängelte Rab, daß er seinen Sohn darüber im Unklaren lasse, welche von den in der Mischnah vertretenen Lehrmeinungen für die Praxis als Norm zu gelten habe, und hieß ihn auch dies seinem Sohne mitzuteilen?) Beachtenswerterweise sehen wir Rab einem anderen Lehrer seines Sohnes Chija gegenüber mehr Rücksicht beobachten. Als Chanin b. Raba beim Vorträge der Mischnah Sabbat VI, 8, die daselbst angeführten Vertreter der Meinungen mit einander verwechselte und ein anderesmal den Mischnah Joma I, 6, genannten Namen Vssinp anstatt mit 2 mit 2 iScep' aussprach, begnügte sich Rab, ihn durch Handbewegungen auf den Irrtum aufmerksam zu machen?) Wie R. Josua b. Levi, so nahm auch Rab aus die Erziehung und geistige Ausbildung seines Enkelkindes Einfluß. Wir sehen oft Rab in regein geistigen Verkehr mit Sinn, dem Sohne Chijas.'s) Der Großvater hatte seine wahre Freude an dem geweckten, hoffnungsvollen Enkelkinde, welches gegen seine Lehrsätze und Aussprüche stets treffende Einwendungen zu erheben verstand, wobei er sich bald auf die Bibel, bald auf die Mischnah berief. Die Antworten, die Rab auf die Einwendungen des Enkels erteilte, leitete er häufig mit den neckisch-liebevollen Worten ein: „Du bist Sinn?" Was soviel heißen sollte als: „Du bist so klug und kannst dir die Frage ' nicht selbst beantworten?"^) Von den talmüdischen Lehrern, die ihren allerdings schon reiferen Söhnen selbst Unterricht erteilten, ist weiter zu nennen Jechezkel, Vater des schon erwähnten Jehuda, Schülers des Rab, und eines anderen Sohnes namens Rami. Jechezkel, mehr als Mann frommer Handlungen - ansrc Ly2 — aB durch Gelehrsamkeit ausgezeichnet und verehrt, unterrichtete seinen Sohn Rami in Bibel und Tradition, während er selbst sich von seinem anderen Sohne Jehuda, der sich^ schon frühzeitig durch großen Scharffinn hervortat, unterweisen ließ?-) Wir haben hier das eigentümliche Verhältnis, daß von zwei Söhnen der eine Schüler, der andere Lehrer des Vaters war. Gelegentlich der Unterweisung Ramis durch den Vater erlaubte sich Jehuda den von letzterem tradierten Wortlaut der Mischnah als unrichtig zu bezeichnen. Als Samuel, das Schulhaupt zu Nahardea, davon Kenntnis erhielt, erteilte er dem Jehuda einen leisen Tadel und belehrte ihn,»daß er, bei allem Eifer, die Reinheit der Tradition zu wahren, seinem Vater Rücksicht schulde und nicht in der Weise zu ihm sprechen dürfet) 4) Jer. Erubin I, i. Babli Erubin 2 a und 11a, an den letzten Stellen wird Jehuda (b. Jechezkel) als Lehrer Chijas genannt. Siehe Weiß, Dor dor wedorschow, Wilna III. 138. Anm. 14. 8) Jer. Abodah Zarah, IV, 6. Ueber die richtige Lesart daselbst siehe Hymann, Toldoth Tannaim Be'amoraim S. 1174 s. v. Simon b. Chija. °) Erubin 2 b, 14 a. 7) Erubin 47 a, 51b. 8) Sabbath 66 a, Joma 19 b. 9) Abodnh Zarah 57 a, Joma 28 b, Jebamoth 45 a u. a. 0. *°) Menachoth 29 a, 110 a, Bechoroth 43 b, 44a, Niddah 24 a, s. Ra8i zur letzten Stelle. J1) Kidduschim 32 a. Das. 34 b. s. RaZi daselbst. ") Das. 32 a. Auch Jehuda b. Jechezkel, dessen Lehrgeschick, wie wir gesehen, schon Rab erkannte, erteilte seinem Sohne Jizchak, der später zu den Autoritäten Babylons zählte, selbst Unterricht in Bibel und Tradition?^) In wenig höflicher Form wurde einmal R. Abin aus Neschikaja, sivirra px rrbeim Unterrichte seines Sohnes auf eine irrtümliche Auffassung einer Stelle in der Mischnah Sabbat XVI, 7, aufmerksam gemacht. Der bereits erwähnte Chanin b. Raba, Schwiegersohn Rabs, traf einmal in Gesellschaft des gleichfalls genannten Jehuda (b. Jechezkel) und des Jirmeja b. Abba bei R. Abin ein, als dieser die betreffende Stelle der Mischnah seinem Sohne erklärte. Während R. Jehuda und R. Jirmeja mit üblicher Höflichkeit empfangen und behandelt wurden, ließ es der Hausherr dem Chanin gegenüber aus unbekannten Gründen an solcher fehlen. Der so Verletzte konnte seine Erregung nicht meistern und nahm den angehörten Unterricht zum Anlasse, um sich für die ihm zugefügte Kränkung zu revanchieren. „Der törichte Abin lehrt seinen! Sohne Unsinn," rief er aus und bewies, wie irrig die dem Sohne gegebene Interpretation sei. Auf die Frage des Vaters: „Wie denn soll ich ihn lehren?", wurde er über den Sinn der Stelle aufgeklärt?-'') iSchlus; folgt.) Korrespondenzen. Aus der öffentlichen Ulenarsihung der Wiener israelitischen Kultusgemeinde vom 19. November 1914. Unter dem Vorsitz -cs Präsi-cnten Dr. Alfred Stern. Im Einlauf befinden sich ein Dankschreiben des Herrn k. k. Regierungsrates Prof. Dr. Wilhelm Jerusalem für die Gratulation des Vorstandes anläßlich der Feier seines 60. Geburtsfestes. Dankschreiben der Frau Paula Ulrich Edlen von Trenkheim für die Widmung eines Chrengrabes sowie für die Teilnahme des Vorstandes beim Leichenbegängnisse ihres Gatten, des Herrn k. u. k. Generalmajors Heinrich Ulrich Edlen von Trenkheim f. A. Dankschreiben der Frau Regine Bettel heim für die Teilnahme des Vorstandes beim Leichenbegängnisse ihres Gatten, des Herrn Gottlieb Bettelheim s. A., und für die Trauerkundgebung der Schätzungskommission. Dankschreiben des israel. Synagogen-Vereines „Beth Israel" für die Kondolenz des Vorstandes anläßlich des Ablebens seines Obmannes Herrn Ignatz I 0 l l e s s. A. Dankschreiben für die Zuweisung von je 1000 Kronen an das Kriegsfürsorgeamt des k. u. k. Kriegsministeriums, an den Hilfsfonds für Witwen und Waisen der gesamten bewaffneten Macht, an die Oesterreichische Gesellschafc vorn Roten Kreuz und an das Kriegshilfsbureau des k. k. Ministeriums des Innern aus den anläßlich der hohen Feiertage gewidmeten Tempelspenden, zusammen 4000 Kronen. Dankschreiben des Rittmeisters im 6. Dragoner- Regiment Bela Ritter von Eisenstein für die außerordentlich gute Pflege, die ihm während seines zweimonatigen Aufenthaltes im Spitale der isr. Kultusgemeinde (Reservespital Nr. 8) zuteil wurde. Dankschreiben des Herrn Primarius Pros. Dr. Otto Z u ck e r k a n d l für die Gratulation des Vorstandes anläßlich seiner Ernennung zum Oberstabsarzt. . ") Sanhedrin 32 a u. b, Jebmiivtli 6-b. is) Sabbath 121 b.

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