Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 47 (27.11.1914)
- Date
- 1914-11-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 820 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 47 Michael Lion; Josef Stern im Feldartillerie-Regiment Nr. 27 „Oranten", Aiunitionskolomre, hat als einziger seiner Kolonne Munition in die Feuerlinie gebracht; Rechtsanwalt Dr. Dreyfu ß'; Siegm. Tan neu bau m, Vizewachtmeister im Reserve-Arüllerie- Regiment 21; Assistenzarzt Dr. Heinrich Ellen und Oberarzt R o s e n b l a t t, letzterer auch die hessische Tapferkeitsmedaille am Band. Mannheim. Einjahrig-Freiwilliger Gefreiter Dr. Phil. Wilhelm Landmann im Grenadierregimcnt Kaiser Wilhelm Nr. 110, Sohn des Herrn Abraham Landmannn, Schifferstadt. Minden, Westphaleu. Musketier Fritz Block. Mühlhausen r. Elf Dr. N o r d m a n n, Arzt. München. Privatdozent Dr. med. Erich B e n j a m i n in den Kämpfen bei Longwy; Dr. Ernst L ö b, Oberarzt d. R. im 9. Feldartillerie-Reg.; Max Rothschild, Unteroffizier beim 1. schweren Reiterregiment für einen hervorragenden Patrouillenritt. Mürlenbach. Hornist Adolf F r ä n k e l, Sohn des Herrn Moritz Frankel; Ludwig Frankel, Sohn des Herrn Moritz Frankel, hat seinen Hauptmann durch die Feuerlinie getragen und wurde hiebei verwundet. Nürnberg. Einjährig-Freiwilliger Unteroffizier der Feldartillerie Friedrich W all e r st e i n e r, Sohn der Frau Fanny Wallersteiner, zurzeit verwundet in Nürnberg; Unteroffizier der Reserve Julius Lauer, Sohn des Hopfenhändlers D. Lauer; Einjahrig-Freiwilliger Max K a r p f; Stabsarzt Dr. Felix Lehmann für „vorzügliche Leistungen vor dem Feinde"; Julius R o s e n b e r g, der einem Offizier seiner Batterie dadurch das Leben rettete, daß er ihn aus einem brennenden Munitionswagen hervorholte; Julius Graf, weil er unter heftigstem Kugel- und Schrappnellregen einen Melderitt ausgeführt hat. Gleichzeitig wurde er zum Unteroffizier befördert. Obersihko i« Posen. L e o H i r s ch, Sohn des Synagogendieners Neumann Hirsch, hat eine Bataillonsfahne gerettet. Pankow. Tr. Siegmund Meyersohn. Posen. Proskauer, Einjahrig-Freiwilliger Gefreiter, 50. Inf. Reg-, 50. Komp. Rastatt Reservist der Ersatzbatterie Arthur N a'ch m a n n, im Feldartillerie-Regt. Nr. 63, auch zum Gefreiten befördert. Raurtsch. Referendar Dr. MoritzWittenberg, Unteroffizier im 50. Infanterie-Regiment. Ratibor. Unteroffizier Hans B i e l f ch o w s.k i, Sohn des Kaufmannes Sigismund Bielschowski; Lothar G r ü n b e r g e r, im Infanterie-Regiment Nr. 156, inzwischen seinen Verwundungen erlegen Regensburg. Assistenzarzt Dr. Lorenz L c h m a n n, zugeteilt dem 14. Infanterie-Regiment; Unteroffizier Nathan Jacob, Kaufmann, erhielt das bayrische Militärverdienstkreuz mit Schwertern am blauen Bande für bewiesenen Mut und Tapferkeit. Schmargendorf. Dr. Siegfried Ostrowski, Assistenzarzt im Fus.-Artillerie-Regiment v. Linger. Schöneberg. Rechtsanwalt Dr. Max Lion, Offiziers-Stellvertreter beim Stabe der 50. Infanterie-Brigade. St. Ingbert. Infanterist Otto Beer, Sohn des Kaufmannes Michael Beer. Steine«, Baden. Dr. med. E. A. Oppenhei m. Stettin Uirteroffizier der Res. W a l t c r F e l d b c r g, in Vorpommern, Feldartillerie-Regiment Nr. 38, Sohn des Herrn Gustav Feldberg. Straffburg i. Elsaß. Dr. Ernst Theodor. Striegel«'Reservist Proskauer, Gefreiter im 50. Infanterie- Regiment. Mm a. d. Douan. Bataillonsarzt Dr.'med. W a l l e r st e i n e r, im 1. bayrischen Armeekorps. Weteritz, Altmark. Unteroffizier Glaser, Ritterg. Windsheim b. Nürnberg. Wehrmann Gefreiter Leopold W a l d m a n n, im 9. bayrischen Infanterie-Regiment, Sohn der Frau Josef Waldmann Wwe. Wormditt. Dr. A r t h u r I a c o b s o h n, Stabsarzt i. d. Res., 9. Armeekorps. WormS. Emjährig-Freiwilliger Gefreiter Albert Mayer, im Infanterie-Regiment Nr. 116. Wreschen Benno Ascher, Telephonist beim 10. Feldartillerie- Rcgiment. Würzburg. Wilhelm O e st e r r e i ch e r. Zwickau. Fritz Lippmann, Offiziers-Stellvertreter, Vizeseldwebel d. R., Landwehr-Jnsanterie-Regiment 107, Der Keldentod eines jüdischen Iiadftchrers. Herrn S. Horwitz in Prenzlau wurde der Tod seines in Belgien gefallenen Sohnes durch nachstehendes Schreiben mitgeteilt: Sie werden wohl schon die traurige Nachricht erhalteil haben, daß Ihr Sohn in D... am 19. September gestorben ist. Er wurde Sonnabend vormittag von drei Maschinengewehrkugeln getroffen und ist abends uin 6 Uhr seinen Verletzungen erlegen in guter Pflege belgischer Schwestern. Am Montag den 21. September haben wir den Leichnam auf dem Friedhofe zli D... beigesetzt und ihm ein Kreuz errichtet, mit der Inschrift: „Es starb den Heldentod fürs Vaterland am 19. 9. 1914 der Untoffz. der Res. Horwitz der Radfahrer-Kompagnie der 6. Res.-Div." Er war uns allen ein sehr lieber Kamerad, der immer unser aller Bestes im Auge gehabt hat. Und ich habe mehr mit ihm verloren. Er war einer meiner besten Stützen, wohl m e i n b e st e r, s ch n e i d i g st e r P a t r o n i l 1 e n f n h r e r. Deshalb hat sein Verlust die ganze Kompagnie schwer l etrossen. Ich habe ihn sehr gerne gehabt, und mit mir trauert die ganze Kompagnie um den Gefallenen, der bis zum Tode seine Pflicht treu getan. Seine Uhr und 32 Mark, die in seinem Portemonnaie gefunden wurden, werde ich, sobald es geht. Ihnen zustellen. Andere Wertsachen von ihm haben wir iin Lazarett zu D... nicht gefunden. In aufrichtiger Teilnahine gez. Leutnant von G c i z a, Führer der Radsahrerkompagnie. Kie ..Neben Inden". Es vergeht fast kein Tag, ohne daß vom östlichen .Kriegsschauplatz eine Lunde von schmählichen Gewalttaten jener entfesselten Horden zu uns gelangt, die in den Reihen der russischen Heere kämpfen, sich aber als Opfer mit Vorliebe die arm« wehrlose Bevölkerung Galiziens und der Bukowina aussuchen. Grauenhafte Darstellungen in Wort und Bild zeigen uns die sinnlose Wut, mit der die russischen Mordbrenner gewisse von Rumänen bewohnte Gegenden der Bukowina in förmliche Wüsten verwandelt haben, weder Geschlecht noch Alter oder Stand verschonend. Es ist begreiflich, daß gerade diese Gewalttaten gegenüber Angehörigen eines neutralen Staates besondere Erbitterung zu erregen geeignet sind. In erster Reihe aber richtet sich dir Wildheit der Losaken und ihrer gleichgesinnten Waffenbrüder gegen jene Unglücklichen, die seit jeher die Prügelknaben im heiligen russischen Reich bildeten, gegen die Juden. Im frechen Uebermut werden die heiligsten Gefühle dieser armen Menschen grundlos mit Füßen getreten, werden sie, die der Zar als seine „lieben Juden" bezeichnete, an ihrem höchsten Feiertag zu erniedrigenden Arbeiten gezwungen, häufig auch, wie es beispielsweise in Sadagora und anderwärts geschah, zum bloßen Zeitvertreib hingemordet. Welch einen grellen Kontrast bietet diese scheußliche Behandlung zu den salbungsvollen, schönen Worten, die man an den höchsten Stellen Rußlands gerade für die geknechteten Angehörigen des jüdischen Volkes fand! Dem heuchlerischen Aufruf des Zaren folgt nun die Versicherung seiner Mutter, in Rußland herrsche unter allen Stämmen die idealste Einigkeit, auch die Juden fühlen sich, gleich den Finnen, heute nur noch als — Russen. Die ungeheuerliche Geschichtsfälschung, die hier versucht wird, sei als solche festgestellt. Die Lenker eines Reiches, denen die Bedrückung der Juden seit Menschengedenken geradezu eine Lebensnotwendigkeit war, wagen es heute, an den Gemeinsinn jenes Volkes zu appellieren, das ihre Horden mit Mord und Brand verfolgen! Nie hat sich der wahre Charakter Rußlands drastischer gezeigt als hier. „polnische Juden." Unter der Ueberschrift: „W o h l t u n trägt Zinsen", bringt das „Prager Tagblatt" folgende rührende Mitteilung: Die Wahrheit dieses alten Spruches hat sich neuerdings in folgendem Vorfall, bewährt: Bald 'nach Ansbruch des Krieges mit Rußland wurde ein Infanterist eines deutschböhmischen Regimentes in der Nähe eines galizischen Dorfes schwer verwundet . und blieb hilflos im Schützengraben liegen. Eine jüdische Familie nahm sich seiner hilfreich an und pflegte ihn tagelang, bis ihn eine Sanitätsabteilung mitnahm. Der Soldat lag einige Wochen, im Spital und ist nun als Rekonvaleszent in seine Heimat, ein Dorf bei S a a z, beurlaubt worden. Als er dieser Tage nach Saaz ging, wollte er kaum seinen Augen trauen, als er am Ringplatz jene jüdische Familie traf, die ihn nach seiner Verwundung so aufopfernd gepflegt hatte und jetzt durch die Kämpfe in Galizien ihre Heimat verlassen mußte. Der brave Soldat nahm die Leute mit hinaus aufs Dorf zu seinen Eltern, wo sie gastliche Ausnahme und Unterkunft fanden.