Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 47 (27.11.1914)
- Date
- 1914-11-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 47 Dr. Bloch's Wochenschrift Seile 819 Nach oberflächlichen Schätzungen könne angenommen werden, daß die deutschen Juden wohl annähernd in dem gleichen Prozentsatz am Kriege teilnehmen wie die andersgläubige Bevölkerung. Werde der gleiche Prozentsatz nicht voll erreicht, so sei zu berücksichtigen, datz in Deutschland zahlreiche Juden lebten, die nicht naturalisiert seien. Immerhin könne mit Befriedigung sestgestellt werden, datz bis jetzt schon 400 Fälle bekannt wären, in denen jüdische Krieger vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet seien. Bei Ausbruch des Krieges hätten außerdem ungewöhnlich viel junge Juden in noch nicht militärpflichtigem Alter sich freiwillig zur Fahne gemeldet. Aus alledem geht hervor, daß die Juden an Opfermut und Vaterlandsliebe hinter andersgläubigen Kriegskameraden nicht zurückständen. Es sei deshalb auch zu hoffen, daß nach dem Friedensschluß alle Schranken und Vorurteile, die jetzt noch vielfach gegen die Juden aufgerichtet seien, fortfallen würden. Nachstehende jüdische Krieger Häven das Eiserne Kreuz erkalten: (Bisher wurden 576 mitgeteilt, in der vorliegenden Nummer 120, zusammen 696.) Andernach. Einjähriger Hans Kuhn, im kgl. bayrischen Infanterieregiment Nr. 18, auch zum Unteroffizier befördert. Angenrod. Lehrer Baruch Kleeblatt, Reservist im Reserve-Infanterieregiment Nr. 116. Augsburg. Rechtsanwalt Dr. jur. Eugen Strauß, Oberleutnant der Reserve. Bamberg. Oberarzt der Reserve Dr. B a u ch w i tz, im kgl. bayrischen Infanterieregiment Nr. 5: Unteroffizier Emil Cohn; Albert Walter. Bayreuth. Unteroffizier Hermann R e i n a u e r. Groß-Berlin. Georg Levy, Offiziersstellvertreter im 18. Landwehr-Infanterieregiment, für unerschrockenes Vorstürmen, Aufnahme der Fahne und Rettung seines verwundeten Hauptmanns vor Gefangennahme: Stabsarzt der Reserve Dr. Arthur Stein, Frauenarzt, Berlin-Wilmersdorf; Herbert S 1 e in, im Grenadierregiment Nr. 9 (Stargard i. P.), Sohn der Frau Wwe. Selma Stein geb. Friedländer in Charlottenburg, auch zum Gefreiten befördert; Offiziersdienstluer Siegbert Treuherz, in Fi.ma Treuherz u. Fuß, zurzeit verwundet; Oberarzt Dr. U n g e r, Berlin-Steglitz; Herm. Oppenheim, Unteroffizier d. L. im ersten Feldartillerieregiment, Beamter im Chefkabinett der Diskonto- Gesellschaft; Richard Rosenberger, Leutnant im 9. bayr. Infanterieregiment; Dr. Walter Weigert, Ofsiziersstellvertreter im Infanterieregiment Nr. 21, Inhaber der chemischen Fabrik Dr. Weigert; Egon Zernik, Husaren-Vizewachtmeister; Stabsarzt Dr. Arthur Beer; Ernst B l a s ch k e, Unteroffizier des Telegraphenbataillons, Diplom-Ingenieur und Assistent an der Technischen Hochschule in Charlottenburg, Sohn des Professors Dr. Blaschke: Dr. Walter B l u m e n 1 h a l, Oberarzt beim 2. brandenburgischen Dragonerregiment; Herbert Bruck, Unteroffizier, Schauspieler, Mitglied des Berliner Luisentheaters, verwundet in Straßburg; Carl Caspar y, Vizefeldwebel und Osfiz'e:sstellvertreter, R-fecendar, Mitglied d. A. W. V.; Oberarzt Dr. Rudolf Elismann. Beuthen O.-S. Die Brüder Moritz und Joseph I a s ch k o w i tz. Bleicherode. Wilhelm B e y t h, Verpflegungsoffizier des 1. Bat., Grenadierregiment 110. Braunschweig. Stabsarzt Dr. Mar Cantrowitz, Kinderarzt. Breslau. .Dr. Curl Berliner, Oberarzt der Reserve im Garde-Erenadierregiment 5; Dr. med. Jak. Glaser, Assistenzarzt im Landsturmbataillon 1; Leo Grünberger, Infanterieregiment 62, 10. Kompagnie, weil er u. a. einen Offizier bei großem feindlichen Artilleriefeuer aus der vordersten Linie hervorholte; Josef Kühnberg, Gefreiter, 10. Landw.-Infanterieregiment, in den Kämpfen vor Warschau, weil er seine Leute in gute Stellung zu bringen wußte; Rabbiner Dr. Lewkowitz, Unteroffizier, Dozent am jüd. theol. Seminar, aus Georgenberg bei Tarnowitz; Dr. Carl Nicolai er, 3. bayr. Reserve-Fußartillerieregiment, Regimentsarzt in Belgien; Dr. Mar Serog, Oberarzt im 11. Reserioe-Feldartillerieregiment, Nervenarzt, bei Verdun, weil er in der Schlacht von Longwy die Verwundeten ununterbrochen von früh 8 bis nachts 2 Uhr verbunden hat, da die Sanitätskompagnie nicht Nachkommen konnte; Serog hat den Arm gebrochen; Unteroffizier Mar Feldman n; Assistenzarzt Dr. Carl Rothe r, im Grenadierregiment Nr. 11, Sohn des verstdrbenen Eisenhändlers Emil Rother in Leobschütz. Creseld. Unteroffizier der Landwehr S a m u e l B r u ck m a n n, für hervorragende Leistungen im Aufklärungsdienst vor Antwerpen. Czarnilau. Siinwn Goldberg, auch zum Unteroffizier, befördert. Culmsee. Vizewachtmeister Ludwig L i ch t e n st e i n, Kaufmann. Dambach. Sanitätsgesreiter Bader. Dresden. Kriegsfreiwilliger A l e x Schwarz, im 241. Infanterieregiment, Sohn des Zigarettenfabrikanten Adolf Schwarz. Oberarzt Dr. W i I ly K a tz. Ebsdorf. Bernhard Theisebach, Sohn des Handelsmannes S. Theisebach. Elberfekd. Einjahrig-Freiwilliger Gefreiter Erich Nathan, Sohn des Herrn Robert Nathan. Effen-Ruhr. Einjährig-Freiwilliger Gefreiter Alfred R o m b e r g, im bayerischen Infanterieregiment Nr. 3, Sohn der Frau I. Romberg, Wwe., hat im Kugelregen seinen verwundeten Oberleutnant herausgeholt, ist auch zum Unteroffizier befördert. Frankfurt a. M. Ernst O f f e n h e i in e r, Leutnant im kais. freiw. Automobilkorps. Die Auszeichnung wurde persönlich durch Se. kgl. Hoheit den Herzog Albrecht von Württemberg überreicht. Genthin. Unteroffizier Kurt Abraham. Gera. Hans Hirsch, Leutnant der Reserve im Husarenregiment Nr. 19, Sohn des Komm.-Rates R. Hirsch. Gießen. Unteroffizier Jakob Rosenbaum, inzwischen bei einem Sturmangriff gefallen. Gotha. Unterarzt Dr. C u r t B e r e n t, in der 1. bayerischen Landwehr-Pionierkompagnie, Sohn des Spediteurs Leopold Bereut. Görlitz. Dr. Ernst Straßmann, Oberapotheker d. R. Grandenz. Buchbinder David L i n d e m a n n, für vorbildliches Verhallen in vier Gefechten. Groß-Moyence (Lothringen). G. R a a b e, Sohn des Vorstehers der Synagogengemeinde. Halberstadt. Reservist Karl Hanauer, im Reserve-Infanterieregiment Nr. 27W. Schwär z, im Reserve-Feldartillerieregiment Nr. 24, Sohn des Herrn Heimann Schwarz. Halle. Oberazt Dr. Oskar David, Assistent an der Universität. Hamborn-Neumühl. Karl Hey mann, Kriegsfreiwilliger bei der 79. Jnfanteriebrigade, 14. Division. Hamburg. Robert Marcus, Sohn des Herrn Marcus, in Firma Marcus ä- Mirow; Unteroffizier der Reserve Otto Stern, im Reserve-Feldartillerieregiment Rr. 17, Sohn des Direktors Stern der Oelwerke Stern-Sonneborn A.-G.; Unteroffizier Mar Hofstein, im Reserve-Infanterieregiment Nr. 36, Sohn des Oberkantors Raphael Hosstein in Dresden; Stabsarzt d. R. Dr. Mar D u r l a ch e r, im 9. bayerischen Infanterieregiment. Hannover. Unteroffizier Julius A r n f e l d, beliebter Schauspieler, zurzeit verwundet im Reservelazarett zu Kassel. Herford. Reservist Fritz G o l d st e i n, Sohn des Ziegeleibesitzers Mar Goldstein, als Radfahrer zugeteilt dem Oberkommando in Brüssel. Hersfeld. Landwehrmann Moritz N u tz b a u m, Sohn des Herrn Meier Nußbaum, zurzeit verwundet im Lazarett zu Hersfeld^ Hirfchberg. Unteroffizier S. Freund. Kitziugeu. S i m o n Schn r, Unteroffizier d. R. beim 6. preust. Grenad.-Regt. Ein Bruder desselben hat, wie in Nr. 46 gemeldet, dieselbe Auszeichnung erhallen. Köln. Max N e t h e; Tr. Emil M e i r o w s k y; E ma n u e l A l e x a n d e r. Lauban. Assistenzarzt der Reserve Tr. C u r t F r a e n k e l. im Grenadierregiment „Kronprinz" Nr. 1, Sohn des Fabriksbesitzers Josef Fraenkel Lautenberg. Westpreußen. Sanitätsunteroffizier Georg Meyer, Sohn des Kaufmanns Heymann Meyer. Leipzig. Alfred Block, Vertreter der Firma Herm. Samson, gleichzeitig zum Offizier ernannt; A l f o n s M a r e n s e, Zahnarzt, stammt aus Breslau, zuni Leutnant befördert. Luckenwalde Gefreiter der Reserve E. H i r s ch b e r g, vom Infanterie-Regiment Nr. 20, für gutes Ueberbringen und Erledigen der Befehle auf den Schlachtfeldern des Westens. Lüneburg. Unteroffizier der Reserve Richard Jacobson, im Reserve-Jnfanterie-Regiment Nr. 78, Sohn des Kaufmanns Arn. Jacobson. M -Gladbach. A r t h u r R o s e n t h a l, Offiziers Stellvertreter. Magdeburg. Kanfinann Moritz G o l d m a n ii. Mainz Vizefeldwebel und Offiziersstellvertreter Tr. jur. Arthur Lion, beim Stabe der öl) Jnfanteriebrigade, Sohn des Weinhändlers