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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-11-27 · 47 (27.11.1914) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
47 (27.11.1914)
Date
1914-11-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 47 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 817 Juden auf dem Schtachlfelde. Rechtsanwalt Dr. Albert Schwarz aus Brod veröffentlichte am 5. b. M. in der „Neuen Freien Presse" das Testament eines auf dem südlichen Zchlachtfelde gefallenen jüdischen Majors. Dr. Schwarz schreibt: „Vor einigen Tagen wurde die posthume Dekorierung des auf dem südlichen Schlachtfelde gefallenen jüdischen Majors des Infanterieregiments Nr. 52 Emanuel K r a u s z publiziert. Es liegt vor mir das Testament des gefallenen Helden, und ich glaube, der Öffentlichkeit die edle Gesinnung dieses Mannes, wie sie sich auch in diesen: Testament äußert, nicht vorenthalten zu dürfen. Dieses Testament, das am 40. Mobilifierungstage (5. September) abgefaßt wurde, tautet wörtlich: „Sollte mir das Glück zuteil werden, in dem gegenwärtigen Kriege, welchen ich mit unaussprechlicher Begeisterung für mein heißgeliebtes Vaterland und in meiner Berufsfreudigkeit für nreineu Kaiser und König zu Ende kämpfen niöchte, nicht in die Hände unseres Feindes zu fallen, sondern verwundet oder tot in unserer Armee zu bleiben, wird usw." Major Krau s z vermachte darin sein Vermögen seinen: Regiment imb den israelitischen humanitären Anstalten seiner Heimatgemeinde. In derselben Nunnner berichtet Kriegsberichterstatter Roda-Roda über die „wahrhaft bewunderungswürdigen Heldentaten von Soldaten der Wiener Truppenkörper". Roda-Roda schreibt: „Auf besondere Art tat sich der Feldwebel Josef Kainberger des Pionierbataillons Nr. 2 hervor. Die Kompagnie vertrieb an: 29. August eine feindliche Artillerie von der Höhe Debowiec und hatte dabei durch Feuer des Feindes zu leiden. Als sich die Kompagnie dann sammelte, ivurde sie aus einen: Walde mit Feuer überschüttet. Dabei benahm sich der Feldwebel Josef K ainberger musterhaft. Er setzte sein Leben für die Kompagnie ein, indem er im Kugelregen aus der eigene:: Schwarmlinie zur schießenden Abteilung vorging und sie über die Situation aufklärte." Josef Kainberger rvurde für diese Heldentat zur Allerhöchsten Auszeichnung vorgeschlagen. Kainberger ist mosaischer Konfession. Heldentod eines jüdischen Mtdhauers. Aus Budapest wird uns geschrieben: Der hervorragend begabte junge Bildhauer Cornel S a n: u e l hat in einer Schlacht beim Uszoker Paß den Heldentod gefunden. Seine Kameraden brachten den Leichnam des Künstlers zur ewigen Ruhe, bezeichneten das Grab mir einer Holztafel, auf welcher sie den Namen des Helder: mit blauem Stifte bezeichneten. Die Witwe des Künstlers hat nun Schritte unternommen, daß die Leiche ihres in: Heldenkampfe gefallenen Mannes exhumiert und nach Hause gebracht werde, um daselbst bestattet zu werden. Es ist ein Beweis für die Anerkennung des Talentes des Verblichener:, daß über Intervention des Kunstreferenten in: ungarischen Kultusministerium Ministerialrat Paul Majofsky der Witwe die verlangte Bewilligung zur Heimbesörderung des Leichnan:s erteilt ivurde und daß der Generaldirektor der ungarischer: Staatsbahnen Cornel Tolnay auch die Beförderung durch die Bahn bereits bewilligt hat. Vom Zugsfütjrer znm Hft'izier befördert. Der Nyiregyhazaer Kaufmann Albert Bela B e r e g i, der früher G o l d st e i n hieß, ist als Zugsführer auf den nördlichen Kriegsschauplatz eirrgerückt. Dort wurde er durch eine Kugel verwundet und bei diesem Anlasse wegen seines tapferer: Verhaltens vor den: Feinde zum Feldwebel befördert. Seine Verletzung war keine gefährliche, so daß er weiter irr: Felde verbleiben konnte. An der großer: Schlacht bei Grodek nahm er als Kompagniekornmandant teil. Hier ivurde er durch eiu Schrapnell verwundet, ist jedoch seither wieder genesen. Auf Antrag der Armeeleitung wurde B e r e g i, der weder Einjährig-Freiwilliger war, noch eine Offiziersschule absolviert hatte, von seiner Majestät zum Leutnant ernannt. Wie ein Budapester Blatt zu dieser Meldung hinzufügt, soll das der erste Fall gewesen sein, daß ein Soldat des Mannschaftsstandes zum Offizier befördert wurde. Belohnte Todesverachtung. Der Freiwilligenkorporal des 29. Jnfanterieregimentes Emmerich Steiner hat für seine mit Todesverachtung bekundete Tapferkeit und Heldenmut vor den: Feinde die silberne Tapferkeitsmedaille erhalten. Der junge Soldat stammt aus Temesvar und ist der Sohn des dortigen Oberrealschulprofessors Dr. Simon Steine r. Korporal Steiner hat bereits am 30. August durch seinen Heldenmut und seine Tapferkeit die Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten aus sich gelenkt. Die zweite Kompagnie des Regimentes, welcher auch Steine r als Einjahrig-Freiwilliger angehört, hatte sich an: 29. August von einer Höhe, welche vom Feinde fürchterlich beschossen wurde, zurückgezogen. Am Fuße des Berges angelangt, bemerkte der Freiwillige, daß drei Verwundete der Kompagnie, welche nicht imstande waren, allein herunterzukommen, oben zurückblieben, und Steiner lief nun, ohne hiezu einen Befehl erhalten zu haben, dreimal hintereinander auf die Anhöhe und brachte die Verwundeten herunter. Am 30. 'August kämpfte die Kompagnie in Schwarmlinie, und als der Mannschaft die Munition ausgegangen war, verließ Emmerich Steiner im heftigsten Kugelregen die Schwarmlinie und suchte die toten und verwundeten Soldaten auf, entnahm ihren Tornistern die Patronen und verteilte sie unter der kämpfenden Mannschaft. Nach der Schlacht belobte der Kommandant gerührt den Korporal Emmerich Steiner und erklärte, ihm eine Auszeichnung zu erwirken. Der Vorschlag war auch bald unterbreitet, aber weder der Kommandant noch Emmerich Steiner haben das Ergebnis auf dem Felde erlebt. Der Kommandant fiel in heldenhaftem Kampfe, während Emmerich Steiner mit durchschossenem Bein in einem Budapester Sanatorium liegt, wo glücklicherweise sein Zustand sich allmählich bessert. Die Auszeichnung in Form der silbernen Tapferkeitsmedaille ist jetzt herabgelangt und wurde dem jungen Helden „für fein außerordentlich tapferes Verhalten" im Spitale an die Brust geheftet. Mhnrich Ifidor^Baav.! In einem Budapester Spitale liegt mit zwei erfrorenen Füßen der Fähnrich Isidor Raab. Er ist die interessanteste Persönlichkeit des Spitals und hat auch die interessantesten Erlebnisse zu erzählen. Als der Redakteur des „Egyenlöszeg" ihn dieser Tage im Spitale aufsuchte, war eben die Mutter des jüdischen Helden aus Jaszapati bei ihrem Sohne zu Besuch. Gerührt hörte sie von ihrem Sohne die Mitteilung an, daß er zur Beförderung zum Leutnant vorgeschlagen sei, und mit tränenfeuchten Augen lauschte sie der Geschichte und der Erzählung seiner Erlebnisse, durch welche er diese Auszeichnung verdient hat. Es war am nördlichen Kriegsschauplatz: „Am 8. September marschierten wir durch einen großen Wald. Unterwegs stießen wir auf verstreute russische Rüstungen und Tote. Meine Leute haben mich auch mit einer russischen Patronentasche ausgerüstet. Vor uns war der Kampf im besten Gange. Um 2 Uhr nachmittags gerieten auch wir als Brigade-Reserve in die Feuerlinie. Wir entwickelten uns am Waldrande in eine

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