Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 47 (27.11.1914)
- Date
- 1914-11-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 816 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 47 Dienste vor dem Feinde; ferner wurde anbefohlen, daß die Allerhöchste Anerkennung ausgesprochen werde in Anerkennung tapferen Verhaltens vor dem Feinde (signnm lauckis) dem Leutnant d. R. Natan Pi st in er, Infanterieregiment 50; dem Leutnant'd. R. Moses Hauer, Infanterieregiment 41; dem Oberleutnant d. R. Friedrich Goldstein, Infanterieregiment 72; dem Leutnant d. R. Moriz Schimann, Autoabteilung; dem Landsturmleutnant Ludwig Popper, Landsturmregiment 38; ferner in Anerkennung tapferen und aufopferungsvollen Verhaltens vor dem Feinde den Oberärzten d. R. Doktor- Josef König, Infanterieregiment 19, und Dr. Jsak C h o t i n e r, Landsturm-Infanterieregiment 18, endlich in Anerkennung erfolgreicher Tätigkeit vor dem Feinde das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille dem Oberleutnant Oekonomieoffizier Mofes N a g y und dem Assistenzarzt Dr. Aron P e s i e s, beide Dom 6. ung. Landwehrregiment, verliehen. Der Kaiser hat dem Oberleutnant Aladar Taußig, zugeteilt der Luftschisserabteilung, das Militärverdienstkreuz mit der Kriegsdekoration verliehen. Oberleutnant Taußig hat sich vor kurzem während der ersten Belagerung von Przemysl durch seinen bravourösen Flug vom Hauptquartier über die feindlichen Stellungen in die Festung und zurück ausgezeichnet. Der Kaiser hat dem Stabsarzt Dr. Moriz Fried m a n n des Infanterieregiments Nr. 55 (Lemberg) in Anerkennung tapferen und aufopferungsvollen Verhaltens vor dem Feinde das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes verliehen. Stabsarzt Dr. Fried mann, der ein glaübens- und stammestreuer Jude ist, betreute, trotzdem er selbst eine 'Schußverletzung davongetragen hatte, in aufopferungsvoller Weise die Verwundeten am Verbandsplätze. Silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klaffe erhielten: Patrouillensührer Arnold Goldstein, Jägerbataillon 17; er hat, als Bauer verkleidet, unter höchster Lebensgefahr eine Erkundigung in Feindesland durchgeführt und seine Kompagnie vor einer verhängnisvollen Situation gerettet; Vormeister Leo Fischer, Haubitzenregiment Nr. 2; Reservepionier Berthold Grünspan; die Titularzugsführer Josef Adler und Ignaz G r ü n w a l d, Jnfanteriereginient 68; Zugsführer Moses Eres i, Untcrjäger Samuel G r c z a, beide Jägerbatailloir Nr. 23; Fähnrich Oskar Fried mann, Jägerbataillon Nr. 21; Zugsführer Leiser Rudner, Infanterieregiment Nr. 57; Kadettseldwebel Samuel Kahal, Landsturmregiment Nr. 7. Otto Blau, Sohn des Hof- und Gerichts-Advokaten Dr. Marcus Blau in Wien, k. k. Fähnrich beim 21. Feldjägerbataillou, erhielt für mutiges Verhalten vordem Feinde die silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse. Fähnrich Hugo Eisler, Infanterieregiment Nr. 81, 1. Feldkompagnie, hat durch fein tatkräftiges Eingreifen und durch energisches Einsetzen seines Zuges die bereits schwankende Schwarmlinie des Infanterieregiments 81 in starkem feindlichen Feuer bei Modynia vorgerissen und dadurch das Ausharren in der vorbereiteten Stellung bis zum Eintreffen weiterer Reserven ermöglicht. Nach dem Gefechte hat Eisler trotz seiner eigenen Erschöpfung einen Hilfsplatz für die Verwundeten improvisiert mxb diese verbunden und gelabt. Infolge seiner fieberhaften Tätigkeit verfiel er selbst in eine Ohnmacht, aus welcher er erst nach längerer Zeit durch Eingreifen eines Arztes erwachte. Wegen seines energischen und tapferen Benehmens und seiner eigenen Aufopferung bis zur vollständigen Erschöpfung wurde er vom Kompagniekommandanten Leutnant Joh. Machka für die Dekorierung mit der großen silbernen Tapferkeitsmedaille vorgefchlagen. t Silberne T a p f e r k e i t s m e d a i l l e 2. Klasse erhielten: Infanteristen Jakob Wolfram und Simon Wolf, Infanterieregiment 99; Infanterist Maser Werber, Infanterieregiment 80; die Unterjäger Adolf Köhler und Desiderius Rose n st e i n, Feldjäger- Bataillon 24; Rechnungsunteroffizier Simon Bauer, Landw.-Haubitzendivision Nr. 13; Zugsführer Rubin Lerch, Landwehrregiment 22; Infanterist Rudolf Pollak, Arbeitsabteilung 1; Res.-Jnfanterist Abraham Smiel, Infanterieregiment 64; Zugsführer Samuel H o d a c s e k, Kanonierregiment 21; Res.-Gefreiter Juda Leinwand recte Schwarz, Jnfanteriereginrent 55; Einj.-Freiw. Samuel Stern, Infanterieregiment 42; Korporal Alois Her schm ann, Infanterieregiment 92; Fähnrich Ludwig Spitzer, Infanterieregiment 48; Res.- Kadett Bronislaus Rappaport, Kanonierregiment 3; Kanoniere Moses Strauß, Hersch R o s e n b e r g und David Ferszek, Feldkanonierregiment 28; Sappeur Moriz Schaffer, Sappeurbataillon 1; Pionier Max Kohn, Telegraphenregiment; Zugsführer Jakob Merk, Infanterieregiment 9; Patrouilleführer SalomonAdler und Jäger sArtur R osen b a u nt, beide Feldjägerbataillon Nr. 19; Regimentstambour Sigmund Wolfstal, Infanterieregiment 83; Pionier Zoltan Rosenfelch, Telegraphenregiment. Eins.-Fre iw.-Korporal Bernhard Löwenherz, Infanterieregiment 30, meldete 'sich freiwillig bei sehr schwierigen Gefechtsverhältnissen als Gefechtspatrouillekommandant, sandte gute Meldungen und benahm sich sehr entschlossen. Er erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse und zugleich wurde seine Beförderung beantragt. Ernst Wachtel, Sohn des Herrn Samuel W a ch t e l, Disponent der Firma D. S ch w a r z m a n n & Co., hat die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse erhalten und wurde zum Leutnant ernannt. Herr Dr. Gustav Weil, k. k. Oberstabsarzt 1. Kl., Sanitätschef des 16. Korps, erhielt für besonders hervorragende Dienstleistung vor dem Feinde den Orden der Eisernen Krone 3. Klasse nebst Kriegsdekoration taxfrei. Leutnant Richard Jacobi, Sohn des Herrn Moriz Jacobi, Wien, IX., Porzellangasse 38, wurde zum Korpstrainadjutanten ernannt. Are jüdische atrudemische Verbindung „Anitas" im Iekde. Außer den bereits gemeldeten Auszeichnungen von zwei Mitgliedern der jüdischen akademischen Verbindung „11 nita s", der Alten Herren k. k. Richter uitb Leutnant in der Reserve Dr. Erwin Gallus aus Troppau, der für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde das signum laudis erhielt, und des Advokaten Dr. Tr am er aus Mährifch-Ostrau, welcher für seine vor dem Feinde bewiesene Tapferkeit zum Oberleutnant in der Reserve befördert wurde, wird nunmehr bekannt, daß der aktive Bursch der jüdischen akademischen Verbindung „Unitas", Techniker Paul Wein ste in aus Olmutz, der als Fähnrich im Feldkanonenregiment 23 auf dem südlichen Kriegsschauplätze kämpft, für seine vor dem Feinde bewiesene Tapferkeit und kühne Entschlossenheit mit der goldenen T a p f e r k e i t s m e da i l l e a u s g e z e i ch n e t wurde. Fähnrich Paul Weinstein hat mit seiner Batterie eine Brücke vier Tage lang mit bravourösem Heldenmut und mit Todesverachtung gegen wiederholt unternommene Sturmversuche der Serben verteidigt und durch sein vortrefflich geleitetes Feuer beit Serben riesige Verluste beigebracht. Der Divisionär selbst heftete vor den versammelten Offizieren und Mannschaften dem jungen jüdischen Helden die goldene Tapferkeitsmedaille an die Brust und belobte ihn in einer Ansprache für sein musterhaftes, heldenmütiges 'Verhalten.