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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-11-20 · 46 (20.11.1914) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
46 (20.11.1914)
Date
1914-11-20
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 46 Dr. Bloch's Wochenschrift S 't: bl I Kiteratnr. Sind wir Juden oder Israeliten^ Herr Kollege Dr. Steif hatte die Liebenswürdigkeit, merire unter obigem Titel erschienene Abhandlung in der vorigen Nummer dieses geschätzten Blattes einer kritischen Besprechung zu unterziehen. Es find aber in seine Rezensentenfeder einige Bemerkungen eingeflossen, die nicht unwidersprochen bleiben dürfen, denn mehr als sonst irgendwo gilt in wissenschaftlichen Dingen das Wort: qui tacet, consentire videtur. Ueberdies hat der Herr Kollege selbst auch den Wunsch nach Erklärung und Aufklärung laut werden lassen, dem ich durch nachstehende Ausfühnrngen Nachkommen will. a) Die Stelle in II. B M., Kap. II, 13 D'w'jX \3'w D'l“ habe ich allerdings unerwähnt gelassen, daß aber an dieser Stelle die von mir supponierten „Voraussetzungen nicht so ganz zutreffen" — für diese Behauptung ist der Beweis ausgebliebeu. Es ist nämlich gerade das Gegenteil der Fall. Die Erwähnung genannter Stelle erschien mir deshalb überflüssig, weil an ihr viel s i ch t b a r e r und o s f e nk u n d i g e r als an den anderen zahlreichen von mir herbeigebrachten Belegstellen zutage tritt das Kriterium, welches meine These bezüglich ^2}) zu stützen geeignet ist. Wird ja doch unmittelbar vorher V. II geradewegs in Geg e n s a tz zu gestellt. Tag aber in D"u jX "2* selbst kein Kompliment steckt, geht schon aus der Tatsache hervor, daß im Talmud dabli Nedarim 64 b unter diesen die beiden Frondeure Dathan und Abiram verstände! werden. b> Daß das in der talmudischen Literatur äußerst selten vorkominende ,Td\« iTT und JT~irn j*"|“ mit der „Religion" im umfassenden und dogmatischen Sinne dieses Wortes nichts zu schaffen habe, hat der Herr Kritiker wohl selbst gefühlt; ein näheres Eingehen auf Xtiscbna Kethuboth Vll, 6 hätte ihm aber darüber volle Gewißheit verschaffen können. Denn dortselbst sind sich die Lehrer der Mischna über die Beschaffenheit der Begriffe D“ und n'”!“' ITT selber mcht im Klaren: mi.T m 1PK1 /.T^Ö fl“ NTi 1PK1 Ans der spaltenlangen talmudischen Diskussion scheuit hervorzugehen, daß cs >ich da lediglich um einzelne, die Keuschheit und Züchtigkeit der jüdischen Frau betreffeube Bestimmungen, keineswegs aber nm die mosaische Religion in ihrer Totalität handelt. ei Aus Midr. Esther Rabba kann ein Beweis weder pro noch eontra geführt werden. Denn wie Zunz, Gottesd. Vortr. Abschn. III und IV. nachweist, lehpeu sich die agadisch.m Midraschim, besonders diejenigen jüngeren Datums an das Sprachidiom ihrer Vorlage an. Mun wird aber im Buch Esther durchwegs der Name gebraucht, was ich in konsequenter Durchführung meiner These und mit Berufung auf Bacher dadurch zu erklären versuchte, daß „der Verfasser dieses Buches die Maske eines Nichtjuden habe angelegt, um den Schein der Objektivität und damit zugleich auch das Maß der Glaubwürdigkeit für seine Erzählung zn vergrößern". d) Auch babl. Erub. 53 a ist nichts weniger als eine „gegensätzliche Stelle, die einer ausgleichendeu Erklärung bedarf". Sie ist im Gegenteil ein nicht zu unterschätzender, von mir — ich gebe dies ohne weiteres zu — übersehener Stützpunkt für meine Auffassung. Denn auch hier wird rnVP in G e g e nsatz zu gestellt und den ersteren das Zeugnis ausgestellt, das; sie vermöge ihrer reinen und klaren Aussprache zur Bewahrung des talmudischen Traditionsstosfes besonders geeignet sind. Die Schwierigkeit, welcher die unversehrte Erhaltung und Bewahrung des talmudischen Traditiansmaterials angesichts des Mangels schriftlicher Vorlagen begegnete, mag wohl die 'Veranlassung zur Ausstellung derartiger Belobungsdekrete gebildet haben, .worüber überdies im letzten Heft der Monatsschrift f. Gesch. und Miss. d. Indent., S. 303, ausführlich ebgehandelt wird. Wien, 13. November 1914 Dr. A r m i n A d e l e s. Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde herausgegeben von Dr. Mar Grun'wald, XVII. Jahrgang, 3. Heft. Wien 1914. — M e m viren ein e s b ö h.m i s ch.e n I n d e n. .Herausgegeben von Dr. Max G r u n w a l d. — S. G o l d s ch m i d t, A. Bk a tmor st ein, Zc6nd ureena (Fortsetzung). — Bücherschau. Weklchrand 1914. Kriegs-Poesie. Gesammelt von Raimund Fürlinger. Das Erträgnis dieses Büchleins flieht dem Charitashaus, Wien, 7. Bezirk, zu._ C'mgefentel. - Geehrter Herr Redakteur! In Ihrer jüngsten Nummer besprachen Sie die von Herrn Rabbiner Dr. A b e I e s verfaßte Schrift: „Sind wir Juden oder Israeliten?" Diese Frage ist von unseren antisemitischen Mitbürgern bereits gekäst. Wenn einer dieser Herren bei einem israelitischen Glaubensgenossen ein Darlehen anstrebt, nennt er ihn .„Israelit", und wenn der „Israelit" das ^eld zurückfordert: „der Jud". Grau, Freund, ist alle Theorie, und' grün des Lebens göld'ner Baum. Hochachtungsvoll Anton Steiner. Wien, 16. November 1914. Kriefkafte«. F. A. in R. Keine anständige isr. Kultusgemeinde wird während der Kriegszeit ihren Beamten kündigen. Schon bei einem Privatmann ist ein solcher Vorgang höchst unanständig, bei einer Kultusgemeinde ist das förmlich ein Chilul haschem. Dr. L. Ihren Artikel über die Behandlung der Kriegsflüchtlinge in Eaya und Nikolsburg können wir erst nach Friedensschluß publizieren. Auch die Dokumente können dann ausführlicher Verwendung finden. K. F. Die Gottesdienste fanden vielfach in katholischen und evangelischen Kirchen statt. Rabbiner Dr. B a e ck aus Berlin hielt den Jomkippurgottesdienst (auf Anordnung des Stadtkommandanten) in der evangelischen Kirche einer nordfranzösischen Stadt ab, Dr. Wilde (Magdeburg) in einer katholischen Kirche in Nordfrankreich. Notiz. Jüdische Bühne. Dir. M. Siegler. Regie L e r e s c u. 2. Bezirk,. Taborftrahe 12, Hotel Stefanie. Freitag den 20., Samstag den 21. und Sonntag den 22. November zum ersten Male „Auf der Ael 1 er, Operette in 4 Auszügen von Lateiner. - Sonntag den 22. November, nachmittags halb 4 Uhr, bei halben Preisen „Schir Haschiren". — Montag den 23. Rov. „D e r wilde Mensch" von I. Gordin. Dienstag den 24. November „C hoffne in P i n ch e s", komische Operette von Lateiner. — Mittwoch den 25. November „D e r Schneider als Gemeindera 1", Komödie v. M. Richter. Donnerstag den 26. November „Gott, Mensch und Teufe l", Drama von I. Gordin. In Vorbereitung: „Chancze in Amerika". Leopold Wolfsche Stiftung für Arme und Kleingewerbetreibende. Anzahl der Plätze: a) für Arme: sechs, im Betrage von je Kronen 380; b) für Kleingewerbetreibende: sechs, im Betrage von je Kronen 380. Bewerbungsberechtigt sind: a) verschämte in Wien wohnhafte Arme jüdischer Konfession, und zwar Familienväter oder Witwen; b) in Wien wohnhafte arme Kleingewerbetreibende jüdischer Konfession. Bevorzugt von allen anderen Bewerbern sind: Arme israelitische Familienväter, Witwen oder Kleingewerbetreibende, welche Nachweisen, daß sie mit dem am 4. Februar 1906 verstorbenen Stifter Herrn Leopold Wolf oder mit dessen am 22. Dezember 1911 verstorbenen Gattin Frau Sophie geb. Bunzl verwandt sind, ohne Rücksicht darauf, ob sie in Wien wohnhaft sind oder nicht. - Als Verwandte sind anzusehen solche Bewerber, welche in ehelicher Deszendenz von den Großeltern des Stifters oder seiner Gattin abstammen und mit dem Stifter bezw. dessen Gattin in einem nicht entfernteren als dem sechsten Grade der Seitenlinie verwandt sind. Verleihungstag: 4. Februar 1915. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, eventuell Totenschein, bezw. Gewerbeschein und gegebenenfalls Verwandtschaftsnachweis. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 30. November 1914. Einreichstelle: 1. Bezirk, Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll). Elise G. A. Gersonsche Heiratsausstattungs-Widmnng. Anzahl der Plätze: Einer, im Betrage von Kronen 780. Bewerbungsberechtigt sind: Bedürftige israelilische Brautpaare, welche dem deutsch-israel. (askenasischen) Ritus angehören, eventuell bedürftige israelitische Brautpaare, von welchen ein Teil dem türk.- israel. (sephardischen) Ritus angehört; die Braut soll ungefähr 20 Jahre alt, jedoch nicht älter als 25 Jahre, der Bräutigam ungefähr 30, jedoch nicht älter als 35 Jahre sein. Bevorzugt sind: a) In erster Linie bedürftige Verwandte der Widmungserrichterin Frau Elise Gerson, Gattin des am 12. Nov. 1905 verstorbenen Herrn G. A. Gerson, und zwar in der direkten Linie ohne Einschränkung, in der Seitenlinie bis einschließlich des 5. Grades. b) In zweiter Linie verwaiste Bräute. Trauungstermin für das mit dem Ausstattungsbetrag beteilte Paar: Zwischen dem 1. und 14. Siwan 1915 (das ist zwischen dem 14. und 27. Mai 1915. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Zeugnis über den sittlich-religiösen Lebenswandel beider Brautteile, Verlobungsnachweis, eventuell Verwandtschastsnachweis, bezw. Totenscheine. Brautpaare, welche sich vor oder nach dem angegebenen Trauungstermine verehelichen, werden jedes Anspruches au' diese Stiftung verlustig. Einreichstelle: 1. Bezirk, Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll).

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