Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 46 (20.11.1914)
- Date
- 1914-11-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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i. 46 Dr. Bloch's Wochenschrift ^-n. 7W aus entstehen dann Gegensätze, imb je größer, je kvm pakter die Zahl der Massen, die auseinanderstoßell, um so gelvaltiger die hervorbrechenden Eruptionen. Ullsere Weisen des Midrasch haben sie schon in den Vorgängen der Urmenschheit vorausgeschaut, gleichsam im Elnbryo erblickt. Sie stellen die Frage auf, schon beim erstell Bruderlllord: „Worüber warell Kain und Abel in Streit gerateil? Sie sagten zu einander, wir wollen uns die Herrschaft über die Welt untereinander aufteilen, .Wntii nahm sich alles Unbewegliche, beit Grund und Boden; Abel alles bewegliche Gut auf Erden. So eiltstand danil erst recht etu Streit unter ihnen." „Kain sagte dann zu Abel: Der Boden, auf denr du stehst, der gehört mir, hinweg von da! Abel lvieder rief dem Bruder zu: Das Kleid, das du trägst, das gehört mir, lege es ab!" So nlüßte eiilst der Weltkampf aussehen, wenn — lvas wir nach der Weltordnung nie und nimmer voraussetzen - die Feinde der beiden Bundesstaaten siegen sollten; dann bliebe die W e l t h e r r s ch a f t der russischen Despotentyrannei mit der Geld Herrschaft der Krämernation, eiilander in das Weiße der Augen raubgierig blickend, zurück und Kain würde schließlich den Abel erschlagen! Ja! Das wäre das Brudermordbild, das dich, Britannien, niit deinem Imperium des Geldes erwartet; deine Herrschaft ist für alle Fälle hin! Denn du hast zumeist gesündigt! Und das hat dir dein Eduard bereitet! Wo ist seine Mutter Victoria!? Als sie einst mit ihrem Eduard, der noch ein kleiner Knabe war — so erzählt die schöne Hofgeschichte — eine Ausstellung im Kristallpalast besuchte, iu der auf den verschiedenen Kostbarkeiten die Mahnung verzeichnet war, sie nicht mit den Händen zu berühren, da hatte der kleine Eduard die kindliche Unart, dieselben dennoch immer mit den Händen greifen zu wollen. Trotz wiederholter Verwarnungen der königlichen Mutter ließ er sich von diesem Unfuge nicht abbringen. Die Folge war, daß der Prinz eine königliche Ohrfeige vor der ganzen Hof- und bürgerlichen Gesellschaft erhielt. Das viktorianische Zeitalter, das so glänzend verlaufen ist, das England nicht nur reich und angesehen, sondern auch beliebt und bei allen guten Geistern der Menschheit groß gemacht hat, es war mit dem Thronantritt des ihm folgenden EduardVII. für alle Zeiten dahin! -- Wo ist der Schutz der Freiheitskämpfer, die dort ein Asyl gesunden haben!? Dort, wo jetzt die unschuldigsten Menschen in menschenunlvürdige Konzentrationslager eingepfercht tverden! Eduard das Kind ist auch als Erwachsener der mit den Händen alle Kostbarkeiten der Menschheit angreifende und besudelnde Weltpantscher geblieben! Wären seine Mutter und er noch am Leben! Sie hätte ihm eine durch die ganze Welt schallende Ohrfeige gegeben und ihm das gut englische „H a n <1 s o f f!;‘ zugerufen. Vielleicht erhält er sie gegentvärtig im Jenseits, vor dem Throne des Weltenrichters, wo den Frevlern die Strafe wird, die sie hier auf Erden verdienten. Eduard VII. verdient sie für seine ruchlos zurückgelassene Kriegsfurie um i>ie — Welt- und Geldherusch a f t! Zeder Patriot zeichnet die österreichische Ikriegs-Anleihe. 4 IDom Jahrmarkt des Lebens. Jüdische Gründer und der Krieg. Unsere Zusammenstellung in der letzten Rümmer der „Oefterr. Wochenschrift" ergänzen lvir Heute durch den Hinweis daraus, daß die jetzt so oft genannte R u m p l e r - T a u b e, die den Deutschen und unseren Truppen wesentliche Dienste leistet, eine Erfindung deS jüdischen Ingenieurs R u m p l e r, eines Sohnes des Herrn A. L. Rumpler in Wien, ist. G. Auszeichnung jüdischer Hikiziere und Krieger. Die goldene Tapferkeitsmedaille erhielt Ersatzreservist Leopold Grün vom 54. Infanterieregiment. In Anerkennung tapferen Verhaltens vor dem Feinde aus dem südlichen Kriegsschauplatz lvurde die kaiserliche belobende Anerkennung in Form des Signum laudis dem Reserveleutnaut Ingenieur Richard Weiner, Infanterie regiment Nr. 10, zuteil, der in Böhmen durch seine lyrischen Dichtungen bekannt ist. Ein Bruder des Dekorierten dient als Reserveleutnant beim Train auf dem nördlichen Kriegsschauplatz. Beide sind Söhne des Fabri kanten G. W e i u e r in Pisek. Leutnant Buck (bronzene Tapferkeitsmedaille am Bande der Kriegsdekoration). Fähnrich Paul B e r m a n n « silberne Tapferkeits- Medaille erster Klasse). Fähnrich Paul Weinstein (goldene Tapferkeitsmedaille). Dieser soll sich ganz besonders hervorragend tapfer auf dem südlichen Kriegsschauplätze beteiligt haben. Diese seltene Auszeichnung wurde Herrn Wein st e i u durch den Divisionär in Gegenwart der ganzen Batterie überreicht. Sigtnun laudis mit der Krone. Dem Ingenieur-Architekten Rudolf Eisler, Prag Karolinental, Leutnant der Reserve im Feldjägerbataillon Nr. 22, wurde in Anerkennung seines tapferen Verhaltens vor dem Feinde das Signum laudis mit der Krone am Bande des Militärverdienstkreuzes verliehen. Dreimal ausgezeichnet. Es ist sicherlich ein seltener Fall, daß ein im Felde Stehender in kurzer Zeit dreimal ausgezeichnet wurde. Ein solcher Fall, der einen Wiener betrifft, wird jetzt mitgeteilt. Der Beamte des Wiener Bankvereins Herr Leopold Kolben, der Sohn des bekannten Installateurs für Gas- und Wasserleitungen Alois Kolben, 1. Bez., Rabensteig Nr. 1, der als Fähnrich in der Reserve einrückte, wurde in diesem Feldzuge dreimal ausgezeichnet. Das erstemal erhielt er die silberne Tapferkeits medaille zweiter Klasse, später für neuerliche Leistungen die silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse und sodann rourde er außertourlich auf dem nördlichen Kriegsschauplätze zum Leutnant befördert. Auszeichnungen. Regimentsarzt Dr. Julius Weiß, Trupfchitz (Alter Herr des Bar Kochba, Prag), erhielt wegen aufopferungsvollen und tapferen Verhaltens vor dem Feinde das Ritterkreuz des Franz Jofef-Ordens am Bande des Mi litärverdienstkreuzes. — Dr. Jacob Ehrlich in Wien (Vorstandsmitglied der Wiener Kultusgemeinde) lvurde zum Oberleutnant d. R. ernannt. — Ingenieur Oskar Ascherman n, dz. Fähnrich beim 10. Landwehr-Infanterieregiment, wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde die silberne Tapferkeitsmedaille verliehen, nach-