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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-11-13 · 45 (13.11.1914) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
45 (13.11.1914)
Date
1914-11-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 45 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 785 Dr. Alfred Stern ehrfurchtsvoll begrüßt. Dr. Stern dankte dem Erzherzog für die Auszeichnung des hohen Besuches und teilte mit, daß die israelitische Kultusgemeinde unmittelbar nach dem Ausbruch des Krieges beschlossen habe, das Spital der Gemeinde dem Roten Kreuz zur Verfügung zu stellen, und daß 110 Belten für verwundete Offiziere und Mannschaften ohne Unterschied der Nationalität und Konfession bereitgestellt wurden. Als sich im Laufe der Zeit höhere Erfordernisse ergaben und das Kriegsministerium sich bereit erklärte, den Kostenersatz zu bestreiten, beschloß die Kultusgemeinde, auf diesen Kostenersatz zu verzichten und für die vollkommen unentgeltliche Verpflegung, ärztliche Behandlung und Wartung der Verwundeten auch bei einem größeren Belag ganz aus ihren eigenen Mitteln aufzukommen. Die israelitische Kultusgemeinde habe es auch, so führte der Präsident aus, als ihre selbstverständliche patriotische Pflicht erachtet, nicht nur dieses Spital, sondern auch die Räume aller anderen von der Kultusgemeinde subventionierten jüdischen Wohltätigkeitsanstalten für die Verwundetenpflege zur Verfügung zu stellen. Der Erzherzog nahni diese Mitteilungen mit wiederholten Anerkennungen für den patriotischen Sinn der Kultusgemeinde entgegen und ließ sich hierauf die zu seiner Begrüßung Erschienenen vorstellen. Zu derselben halten sich außer dem Präsidenten Dr. Stern eingefunden: der I. Vizepräsident der israelitischen Kultusgemeinde Landesschulrat Dr. Gustav K o h n, Vorsteher E.nanuel H offmann, der erste Sekretär kaiserlicher Rat Theodor Lieben, die Primarärzte Direktor Dr. Karl F l e i s ch m a n n, Oberstabsarzt Professor Dr. Otto Zuckerkand l, Professor Dr. Ludwig Braun, Dozent Dr. Robert B r e u e : mit den Aerzten und Aerztinnen des Spitals, den Doktoren Friedrich. N e ck e r, Bauer, Louis K a r e i s, Frieda Bauer, Zrma Schütz, M e n a s s e, Alfred Deutsch, Z. R o b i n s o h n und Richard G l a ß; ferner Verwalter Dr. M. K o r a n y i, dl Oberin des Kaiserin Elisabeth-Pflegerinneninstituts Frau Emma L e v y, Oberoffizial Josef Popper und Offizial Rudolf Groß. Außer den Berufspflegerinnen betätigen sich in dem Spital als Delegierte des Roten Kreuzes Frau Direktor F l e i s ch m a n n und als freiwillige Hilfspflegerinnen die Damen Jda und Klara Adler, Dr. Bing, Stephanie B a ch r a ch, Lili Sjcitmann, Grete Broch, Else B u n z l, Alice Eisler, Rosa K o r a n y i, Mitzi Reis, Steffi Strauß, Irene T e i ch t n e r, Dr. W e n g r a f, Emma Werner und Rosa W i t t l i n. Unter Führung des Direktors Dr. F l e i s ch m a n n und der Primarärzte begab sich hierauf der Erzherzog in die Krankensäle und besichtigte die Operations- und Sterilisationsräume sowie die Laboratorien und Wirtschaftsräume und äußerte sich in überaus lobenden Worten der Anerkennung über die musterhafte Einrichtung des Spitals und die zweckmäßige Behandlung und Pflege der Patienten. Erzherzog Franz Salvator erkundigte sich bei vielen Verwundeten, Offizieren und Mannschaften, in den verschiedenen Idiomen der Monarchie nach ihrem Befinden und den Gefechten, die sie mitgemacht hatten, und äußerte seine lebhafte Befriedigung über ihre fortschreitende Besserung. Besonders lange unterhielt sich der Erzherzog mit dem mit einer schweren Schußverletzung operierten Adjutanten des vierten Deutschmeisterbataillons Oberleutnant Gustav Grimm von Szepes- E t e l v a r. Der Offizier, dem Professor Zuckerkandl durch eine kunstvolle plastische Operation das Leben gerettet hat, ist für sein tapferes Verhalten vor einigen Tagen mit dem Signum laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes ausgezeichnet worden. Der Erzherzog sagte dem Offizier, er freue sich, zu hören, daß die Deutschmeister sowohl auf dem nördlichen als auch auf dem südlichen Kriegsschauplatz Hervorragendes geleistet hatten, und wünschte ihm baldige Genesung. Aus seinem Rundgang zeichnete der Erzherzog die Oberin des Kaiserin Elisabeth-Instituts für jüdische Krankenpflegerinnen, Frau Emma L e v y, durch eine Ansprache aus und freute sich, zu hören, daß sechs Schwestern dieses Instituts in Zawidovice und in Tuzla in Militärspitälern tätig sind. Der Erzherzog gab beim Abschiede seiner Freude darüber Ausdruck, daß die jüdische Kultusgemeinde in so freigebiger Weise das schöne Spital dem patriotischen Zwecke zur Verfügung gestellt habe, und versprach, dem Kaiser darüber Bericht zu erstatten. Erzherzogin Maria Iosepha im Kaiserin Ekisaveth- ^Lehrmädchennnd Arveilerinnenheim. Ihre kais. u. kgl. Hoheit die Frau. Erzherzogin M a r i a Joseph a stattete Dienstag den 3. d. M. dem Reservespital Nr. 11 f/2. Bez., Malzgasse 7 > einen Besuch ab. Das Spital, welches 100 Betten umfaßt, wurde vom Borstande des Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen nnd Arbeiterinnenheimes in deni dreistöckigen Hause desselben eingerichtet und dem Roten Kreuze unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die Erzherzogin, die in Begleitung des Oberfthofmeisters Altgrafen Salm-Salm und dessen. Gemahlin erschien, wurde von dein Spitalskommandan ten Chefarzt kais. Rat Dr. S. Krüger, dem Jnspektionsofsizier Dr. Groß, dem Saitalsverwalter Stadtbaumeister Viktor Schwadron, der Spitalsoberin Frau Cäcilie Frankl sowie den administrativen Leitern Emil B a r d a ch und Edmund G r o a g empfangen. Die hohe Frau besichtig!e sämtliche acht Krankensäle, erkundigte sich nach der Nationalität der Verwundeten, um jeden Einzelnen in seiner Landessprache nach der Art seiner Verletzung nnd seiner! persönlichen Verhältnissen zu befragen. Ihre k. u. k. Hoheit sprach allen Kranken in liebevollen Worten Drost zu und verteilte Liebesgaben an dieselben. Die Erzherzogin unternahm hierauf einen Rundgang durch das ganze Spital, besichtigte ben Operationssaal, das Röntgen- und chemischmikroskopische Laboratorium, die Waschräume, Küchen, Arbeitsfaal sowie sämtliche Räumlichkeiten, und sprach sich über das Gesehene sehr lobend aus. Es wurden außer den Genannten den hohen Gästen die Aerzte des Spitales, die Herren Med.-Rar Dr. B a r a f ch, Doktor F l e s ch, Dr. K a n i tz, Dr. K lein m o n d. cand. med. Pordes, Dr. Reininger, die Schwesteroberin Else B u s ch e n, weiters die diensthabenden Damen Terry Bardach, Lousie B e r n e ck, Alice Bruckner. Tr. Rosa Bondy, Aranka Bosch an, Josefine Czuczka. Charlotte Kisch, Karoliue Koranyi, Direktor E. Kornfeld, Frau kais. Rat Hermiue Krüger, Anitta M ü l l e r, Johanna R e n y r, Katharina Rippe r. Helene Stein, Bilma S t cin, Fr. Dr. Flesch, Doktor Elise Winternitz, Dr. Lina Weiß, Sidonie W i l h e i m, die Heimoberin Frau Rosa F r e u n d und das Vorstandsmitglied Heinrich K o r a n y i vorgestellt, lieber Befragen der Frau Erzherzogin berichtete der Chefarzt, daß Herr Professor Julius Schnitzler stets bereitwilligst vorkommende schwere chirurgische Operationen durchführt. — Nach einstündigem Aufenthalte verließ die Erzherzogin mit den Ausdrücken wiederholter Anerkennung das Spital. Ein Rundgang durch die Kriegsaktionen der Vereine der Weiblichen Fürsorge. III. H e i m e u n d Brock e u s a ur in l u n g e n. So anheimelnd das Heim der P r o v i d e n t i a von außen uns in der Darwingasse 5 begrüßt, so führt es uns in die tiefste Nach" menschlichen Elends. Noch immer liegt in Oesterreich die staatliche Fürsorge für Krüvvel, ungefährliche Geisteskrank', Schwachsinnige im argen doppelt schön, wenn Frauen Providentia, d. h. Vorsicht spielen und sich schwachsinniger Kinder annehmen, von denen in einer geräumigen Wohnung des 1. Stockes 33 von früh bis abends untergebracht sind, im Lesen, Schreiben und Handfertigkeiten unterrichtet werden (von 6 bis 24 Jahren«, sehnsüchtig der Stunde harrend, die nicht mehr ferne ist, wo die Providentia im zweiten Stockwerk die Pfleglinge auch über Nacht behalten kann -- eine große Entlastung für so viele arme Familien, ist doch die häusliche Pflege selbst eines wohlhabenden Schwasinnigen mit schweren Opfern verbunden. Angesichts der

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