Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 45 (13.11.1914)
- Date
- 1914-11-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 5 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 779 körperlich oder wenigstens seelisch teil. Auch die Zuhausegebliebenen sind mit ihrer Seele dort, bei den dämpfenden, und wenn nicht anders, so dienen sie der großen und heiligen Sache in der Weise, datz sie, ihrem Leistungsvermögen entsprechend, materielle Opfer bringen für die Verwundeten, für die in den Krieg Gezogenen und deren Familien. Der Unterzeichnete Vorstand ist jedoch der Ansicht, datz die Gemeinden und heiligen Vereine auch als solche sich nicht abseits stellen dürfen, wenn es gilt, auf dem Altäre des Vaterlandes Opfer zu bringen, ja datz, schon um der künftigen Generation ein Beispiel zu geben, es ihre Pflicht sei, durch die 'Schenkung dessen, was nebst seinem materiellen Wert auch einen religiösen und Gefühlswert bedeutet, zu bekunden, wie sehr der Kampf der Nation auch eine konfessionelle Sache ist und wie sehr das Opferbringen in diesen grotzen Zeilen auch eine religiöse Tat bildet. Daher hat unser Vorstand beschlossen, eine das Eigentum der Gemeinde bildende vollständige Thoraschmuckgarnitur (Klei Kodesch) dem „Gold für Eisen"-Fonds zu spenden und an sämtliche vaterländischen jüdischen Gemeinden und Chewra Kadlscha-Vereinigungen den Aufruf zu richten, datz sie dem Beispiel unserer Gemeinde folgend dem heiligen Ziele ebenfalls je eine Klei Kodesch-Garnitur spenden mögen, um das Gemeinwohl auch in dieser Weise zu fördern und den alten guten ■Huf der jüdischen Gemeinden und Korporationen auch in dieser Weise zu vergrötzern." Kirre „pikante" KeMeü'mrg. Der Kriegsberichterstatter des „Neuen Wiener Tagblatt", Freiherr von Reden, bringt in der Nummer des Blattes vom 29. Oktober (299) aus Przemysl nachstehende Mitteilung: „Neben einer heutigen Ausgabe der auf radiotelegraphischem Wege versorgten Belagerungszeitung lag hier zufällig eine alte Nummer des „Olowo Polskie" vom, glaube ich, 17. September. Diese Zeitung ist das größte Blatt Galiziens, allpolnisch, und erscheint in Lemberg. An erster Stelle war nach einigen amtlichen russischen Nachrichten und Publikationen ein Leitartikel über die Vorteile der russischen Herrschaft über die Polen, eüt Artikel über die Gemeinsamkeit polnischer und russischer Interessen und noch ein wirtschaftspolitischer Artikel ähnlicher Tendenz veröffentlicht, gezeichnet von demselben, früher allpolnischen Chefredakteur. Einer meiner Kollegen hatte mir den Inhalt übersetzt und mich auf die Pikanterie dieser Sache aufmerksam gemacht: man darf sie wirklich nicht verschweigen." - - Hinzufügen muß mau zu dieser interessanten Mitteilung des Herrn von Reden, daß „Slowo Polskie" das Hauptorgan der allpolnischen Partei in Oesterreich ist und daß das Blatt von zumindest drei Viertel der galizifch-polnischen Gesellschaft stets für ein polnisches Evangelium der politischeil Weisheit und des unverfälschten Polentums gehalten wurde. So weit das „Ukrainische Korrespondenzblatt" vom 5. November 1914. Wir fügen hinzu: „Slowo Polskie" ist auch das offizielle Organ des allpolnischen Antisemitismus, des polnifchell Judenboykotts, das unermüdlich die Verderbtheit der Juden predigte. In den Tagen der Not offenbart sich die Natur der antisemitischen Rasse. Nachstehende jüdische Krieger staSen das Eiserne Kreuz erstatten: (Bisher wurden 302 mitgeteilt, in der vorliegenden Nummer 129, zusammen 431.) Aplerbeck, Kreis Hörde. Unteroffizier Sally W i tz b r u n, bei der Sanitäts-Reserve-Kompagnie. Berlin. Herr Rudolf S. Mos s e, der gleichzeitig zum Leutnant befördert wurde; Assistenzarzt d. R. im Infanterieregiment Nr. 64 Dr. med. Paul Meyer; Stabsarzt Dr. Karl Tietz, Schwiegersohn des Geh. Sanitätsrates Dr. Julius Stern, stellvertretenden Vorsitzenden der jüd. Gemeinde; Assistenzarzt Doktor Felir Caro; Regierungsbaumeister Ju'ius B ä r w a l d; Oberarzt Dr. Friedländer; Assistenzarzt Dr. Walter Krön; Oberapotheker Marcus; Bataillonsarzt Dr. Felix Baum, lID'24. Landwehr-Regiment; Rechtsanwalt Dr. Hans Philipp, Oberleutnant der Landwehr und Führer der Maschinengewehrkompagnie im 7. bayerischen Reserve-Infanterieregiment; Dr. Siegfried L a f e r st e i n, praktischer Arzt, Neukölln; Emanuel Röhr; Doktor Alfred Rosenberg, Assistenzarzt; Stabsarzt Dr. med. Willi Caro, 14. Infanterieregiment; Oberleutnant der Reserve Doktor phil. Georg Meyer, Batteriechef in einem bayerischen Armeekorps, Oberingenieur bei Siemens £ . Halske; Stabsarzt Dr. med. David Koenigsberger; Dr. Eduard Simon, Arzt, Sohn des Sanitätsrats Dr. Simon in Bütow (Pomm.); Stabsarzt Dr. Viktor Cohn, Charlottenburg: Dr. Max Senator, Stabs¬ und Regimentsarzt; Georg Schönfeld t, Offizier-Stellvertreter in einem brandenburgischen Landwehr-Infanterieregiment, Redakteur des „Konfektionär"; Referendar Dr. Sternberger, Vizewachtmeister im bayerischen Feldartillerieregiment 13; Unteroffizier der Reserve Wilh. Zander, im Leibhusarenregiment; Stud. phil. Ernst Israel, Mitglied des Freiwilligen Automobilkorps, dessen Vater, Rittergutsbesitzer Richard Israel, auch bereits das Eiserne Kreuz erhielt; Vizefeldwebel d. R. stud. ing. Helmut S t r a tz m a n n Sohn des Universitätsprofessors Dr. Paul Stratzmann; Stabsarzt d. R. Dr. Ernst A p o l a n 1, Offizier-Stellvertreter im 3. Garde- Reserve-Feldartillerieregiment; Regierungsbaumeister Günter F r i e d m a n n, Sohn des Geh. Justizrats und Stadtverordnelenvorstehers Friedmann in Glogau: Dr. Felix Teilhaber; Rechtsanwalt Martin E r i n e r. Barnewitz bei Buschow. Assistenzarzt Dr. Kurt Schwarz, im Füsilierregiment 35. Bingen. Fritz M e y e r, Unteroffizier der Reserve, Sohn des Weinhändlers Mar Meyer, in französische Gefangenschaft geraten. Breslau. Vizefeldwebel der Reserve G o l d m a n n, 11. Regt. 4. Komp.; Stabsarzt Dr. Edgar Korn; Unterarzt Dr. Herbert S t r a n z, 62. Infanterieregiment; G lücksman n, in Anbetracht der bei einem nächtlichen Patrouillenritt bewiesenen Tapferkeit, liegt verwundet im Krankenhaus Kaiserslautern. Charlottenburg. Kaufmann Robert Neumann: Kaufmann Martin Rosenberger; Dr. Erich P o l l a ck. Cleve. Reservist Walter W o l f f, Sohn des Herrn Doktor Wolff, vor Maubeuge. Cottbus. Willi N e u m a n n, Mitglied des Kaiser!. Automobilkorps. Coblenz. Alfred Markus, zum Gefreiten befördert; Willy Markus, zum Gefreiten befördert. Danzig. Sanitätsunteroffizier Franz Cohn, beim Train des 17. Armeekorps, Sohn des Fabriksbesitzers Moritz Cohn, zum Wachtmeister befördert. Dresden. Offizier-Stellvertreter Julius A p t. Dessau. Unterarzt Robert N u tz b a u m, beim Reserve-Infanterieregiment 36, Sohn des Kaufmanns Salomon Nutzbaum, zum ''Assistenzarzt besördert. Düsfeldorf. Einj.-Unteroffizier August B e r n st e i n, vom 39. niederrheinischen Füsilierregiment, Sohn der Frau Julie Bernstein. Eisenach. Gefreiter Albert S i l b e r st e i n. im 32. Reserve- Infanterieregiment. Emmendingen. Offizier-Stellvertreter Otto Veit, im Reserve- Infanterieregiment 76, für tapferes und umsichtiges Verhalten bei Dreslincourt, seinen Verwundungen später erlegen. Friedrichstadt. Gefreiter Herbert L e v y, im Artillerieregiment 9, Sohn des Kaufmanns Josef D. Levy. Frankfurt a. M. Eerichtsreferendar Dr. Herbert H e r r m a n n, Sohn des Herrn David Herrmann; Isaak H o r o v i tz. Fürth. Israel K o s ch l a n d (derselbe wurde zum Unteroffizier befördert); Leutnant der Reserve Hugo E i s i n g e r. Gelsenkirchen. Unteroffizier Gustav C o p p e l, aus Mörs, von der Firma Gebr. Alsberg, am 14. September im Gefecht bei Laon schwer verwundet. Gleiwitz. Vizefeldwebel Ernst K o h n, Referendar. Görlitz. Konrad Weil, Sohn des Kommerzienrates Ed. Weil. Hemsbach. Arzt Dr. Sally Oppenheimer, im Garde- Reservekorps, Sohn des Herrn Jakob Oppenheimer. Hamburg. Vizewachtmeister der Landwehr Ernst Marx, in Firma Marx I Kant; Gefreiter der Reserve Georg C z a r l i n s k i; Dr. S. Lev'y. Hirschbsrg, Schles. Militürkrankenwärt^r der Landwehr Julius Caro, vom Reserve-Feldlazarett 25, Sohn des Kaufmanns Adolf Caro. Bad Homburg v. d. H. Oberarzt der Reserve Dr. Max B a e r, im 1. bayerischen Infanterieregiment. Hagenau. Cand. med. Arthur R o o s (zugleich den hessischen Orden „Für Tapferkeit").