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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-11-13 · 45 (13.11.1914) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
45 (13.11.1914)
Date
1914-11-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 778 Dr. Blochs Wschmschrm ^lr. 45 Jomkippur im belagerten Przemysl'. Aus Kaschai: wird uns geschrieben: Aus dem befreiten Przemysl ist ein vom hiesigen Landsturmwachtmeistcr Franz Moschkowitsch geschriebener Feldbries angelangt, in welchem er unter anderem folgendes schreibt: „Den Jomkippur haben wir hier in der belagerten Festung inmitten des furchtbarer: Donners der Kanonen gefeiert. Am Gottesdienste konnten alle jene, welche an diesem Tage keinen Dienst hatten, teilnehmen, und ohne jeden Zwischenfall haben wir, für den Sieg unserer Truppen, für unser Leben nrrd für dasjenige unserer Angehörigen zu Gott flehend, diesen heiligen Tag gehalten. Noch nie habe ich an einem so erhebenden Gottesdienste teilgenommen. In unser Gebet mischte sich hie und da das furchtbare Krachen der Geschütze. Jedem Soldaten drangen die Tränen aus den Augen nrrd aus so manchem von uns brach Schluchzen hervor. Nicht die Furcht verursachte dies, sondern die - bittere Lage und das Bewußtsein, daß das Schicksal uns von unseren Lieben in so weite Ferne geworfen hat, und wir nicht unter ihnen sein konnten in unserem schönen, geliebten Baterlande." Drei Priese und ein Gebetbuch. Albert Atlasz war Korporal im 52. Infanterieregiment in Fünfkirchen und hat aus serbischem Boden den Heldentod gefunden. Seine Familie wurde von seinem Heldentode durch die nachfolgenden drei bezeichnenden Briese verständigt: . Mitteilung der Vorgesetzten: 14. Oktober 1914. Gnädige Frau! Mit Bedauern teilen wir Ihnen mit, daß Albert Atlasz, einer der heldenmütigsten Männer unseres Bataillons, gestern abends neun Uhr bei einem Zusammenstoß mit einer serbischen Patrouille heldenhaft kämpfend gefallen ist. Den Leichnam des Verewigten haben wir heute vormittag auf serbischem Boden bestattet. Empfangen Sie, gnädige Frau, den Ausdruck unserer Teilnahme. P., Oberleutnant. K., Hauptmann. Der Brief der Kameraden: Liebe gnädige Frau! Mit Bedauern muß ich Sie verständigen, daß unser armer Kriegsgenosse Albert, mit dem ich in besonders guter Freundschaft lebte, gestern, d. i. an: 13., nachmittags in heldenhaftem Kampfe anläßlich eines Patrouillenganges durch eine feindliche Kugel verwundet wurde und noch am selben Abend, ungefähr 8 Uhr, nach kurzem Leide:: verschieden ist. Seinen Leichnam haben wir heute, am 14., mit militärischer Parade zur Ruhe bestattet. Das bei ihm Vorgefundene jüdische Gebetbuch schicke ich Ihnen hiemit zum Andenken. Ich bitte, grämen Sie sich nicht, denn er fiel ruhmreich für das Vaterland und dieser Möglichkeit sind wir ja alle ausgesetzt. Ich grüße Sie herzlichst als Unbekannter aus der Ferne. Karl Beer, Feldwebel im 52. Infanterieregiment, 6. Kompagnie. Der Brief des Soldaten: Sehr geehrtes Fräulein Margitka! Mit einigen Zeilen verständige ich Sie, daß Albert Atlasz am 13., 8 Uhr abends, gestorben ist. Der Lchuß drang ihm durch den Magen. Sie werden auch so verständigt werden, daß er gestorben ist, aber ich habe deshalb geschrieben, damit Sie es sicher erfahren, und weil er es mir ansgelragei: hat, zll schreiben. Ich war dabei, wie ihm der Schuß traf und wie man ihn zn Grabe trug. Wir bedauerten ihn alle, denn er war ein guter Jui:ge, also fiuden Sie sich darein. Geschrieben von Wilhelm Pilatschek, Bognergehilfe aus Poprad. Drei Briefe und ein jüdisches Gebetbuch sind die Kunde von dem Heldentode des wackeren Korporals Albert Atlasz. Vor dem Ieinde gefallen. Hauptmann H ern: ann Ritter v. Eiß, Kommandant der l. Kompagnie des 14. Sappeurbataillons, ein hoffnungsvoller junger Offizier, ist am 16. Oktober auf dem nördlichen Kriegsschauplätze gefallen. Er war der Sohn unseres Gesinnungsgenossen GM.' Alexander Ritter v. Eiß, des ehemaligen Kommandanten des Brlinncr Landwehrinfanterieregimentes. Dr. Albert Schönhof erhielt am 30. September die silberneTapferkeitsmedaillc 2. Klasse und wurde zmn Leutnant befördert. Konzipient Dr. Siegfried G r o h s l i ch t, Leutnant im Feldjägerbataillon Nr. 25, starb am 29. Oktober in Krakau den Heldentod. Er erhielt bei Przemysl zwei Schüsse in der: Rücken und zwei Schrapnelle in den Kopf. Die Operation verlief günstig. Drei Wochen später starb der Arme. Die „Achiwah" in Ung.-Hradisch trug den Toten ins Goldene Buch ein und stiftete einen Oelbaun: im Herzlwald des Achiwah-Gartens auf den Namen des zionistischen Helden. — Die irdische Hülle wurde auf dem israelitischen Friedhof in Krakau beigesetzt. Kine Ieldpostkarle. Herr I. K ö r n e r, Chef der Holzhandlungssirma in Neutitschein, erhieltdieser Tage von einem im Felde stehenden Soldaten, der in Zivil ein Arbeiter und als christlicher deutschnationaler Parteimann den Juden nicht besonders hold war, über die Drangsale unserer russischen Glaubensgenossen folgenden Bericht: Sehr geehrter Herr Körner! Aus dem Schreiben meiner lieben vielgeprüften Gattin entnehme ich stets Ihre aufrichtige Teilnahme für mich. Sende Ihnen nun aus dem fernen Rußland diese Karte mit der Hoffnung, daß Ihre Familie noch wohlbehalten ist; kann Ihnen Mitteilen, daß mich die Drangsale Ihrer russischen Glaubensgenossen, wie ich nach Verlassen der russischen Truppen stets sehen konnte, oft bis zu Tränen rührten. Selbst war ich wieder durch 10 Tage unwohl, man kann aber kein Spital erreichen und die vorhandenen sind überfüllt. Gott sei Dank komme ich zur Besserung und ersuche ich Sie freundlichst, meine Frau von meiner Hoffnung auf baldige vollständige Genesung zu benachrichtigen. Mit vielen Grützen und Hoffnung aus ein Wiedersehen, zeichne ich mit Hochachtung und Dank für alles Gute Ihr ergebener 24. September 1914. Anton Iaschke, Ldst.-Rgt. 31, 1. Komp., 3. Zug, Feldpost 6. Thoraschmuck für den Kriegsschah. (Das Rundschreiben der Pester Kultusgemeinde.) Aus den Tagesblättern ist es bereits bekallnt, daß der Vorstand der Pester Religionsgemeinde der Erzherzogin A u g u st a einen wertvollen vollständigen Thoraschmuck als Spende für die unter dem Protektorate der Erzherzogin stehende Kriegsfürsorgeaktion überreicht hat. Der Vorstand der Pester Gemeinde beabsichtigt nun, auch die übrigen Gemeinden und Chewra-Kadischa-Verbände des Landes zu einem gleichen Schritte zu bewegen. Das in dieser Angelegenheit erlassene Rundschreiben hat in deutscher Uebersetzung folgenden Wortlaut:. „An dem großen Kampfe, den die Nation jetzt für Freiheit und Recht führt, nimmt jedes Mitglied der ungarischjüdischen Gemeinden und anderer konfessioneller Körperschaften

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