Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 45 (13.11.1914)
- Date
- 1914-11-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. U Dr. Bloch'S Wochenschrift Seite 777 Fink des Infanterieregiments 30; dem Leutnant d. R. Doktor Phil- Heinrich R e i n i n g e r des Infanterieregiments 36. Die Allerhöchste belobende Anerkennung ausgesprochen in Anerkennung tapferen Verhaltens vor dem Feinde den Leutnants d. R. Rudolf Tugendhat, Infanterieregiment 3, und Edmund Löwy, Infanterieregiment 20; den Leutnants Hermann Schwarz, Infanterieregiment 57; Dr. jur. Robert gramer, Feldjägerbataillon 22; in Anerkennung tapferen und aufopferungsvollen Verhaltens vor dem Feinde dem Regimentsarzt Doktor Adolf Reich, Infanterieregiment 63. Die belobende Anerkennung des Armeekommandanten wurde bekanntgegeben dem Korporal Paul ft o h n, Infanterieregiment Nr. 38. Silberne Tapferkeitsmedaille erster ftlasse dem Infanteristen Samuel Fischer, Infanterieregiment 37; dem Wachtmeister Moses Nagy; Reseroefeldwebel Ignaz Kornweih und Infanteristen Samuel Fischer, Infanterieregiment 37; Fcue.werkcc Selig Reist mann, ftanonierregiment 32 (letzterer hat wiederholt nach Anreitcn auf nahestehende Distanzen an den Gegner zutreffende Meldungen gebracht, welche wertvolle Anhaltspunkte für die Feuerleitung lieferten). Silsberne Tapferkeitsmedaiste zweiter ftlasse dem Zugsführeir Heinrich Tram er, ftanonierregiment 32; ftorporal Deutsch, Feldhaubitzenregimenk' 3; Zugsführer Elias G u t t m a n n, Landsturm-Infanterieregt. 31; Infanteristen Jakob T e I t s ch e r, Landsturm-Infanterieregiment 24; Zugsführer Heinrich Reist, Feldi'anonierregiment 36. Virovitica (Slavon.) Herr Leop. S t r a ß b e r g e r, Führer im Telegraphen- und Telephouinfanterieregiment in Przcmysl, erhielt für besondere Bravour beim Telephondienste während des größten feindlichen Kugelregens die große silberne Tapferkeitsmedaille erster Klaffe. Tie Eltern und die Gattin dieses intelligenten tapferen Kriegers, die hier hochgeachtet find, wurden allgemein beglückwünscht. Helden. Dr. zur. Armin Keszt. Kadett Dr. jur. Armin Keszt von den 29er-Jägern erhielt die silberne Tapfcrkeitsmedaille. Am 28. August meldete er sich freiwillig zur Durchsuchung eines Waldes, von welchem vermutet wurde, daß er von den Russen besetzt sei. Mit vier Mann patrouillierte er die ganze Nacht, entdeckte die Kampfstellung der Russen und auf Grund seines Berichtes ging die Truppe zum Sturme über. Im heftigen Kämpfe sind alle Offiziere gefallen oder verwundet worden. Dr. Armin Keszt übernimmt das Kommando, inzwischen wird sein linker Arm von vier Kugeln getroffen. Dr. Keszt kümmert sich jedoch darum gar nicht, führt seine Truppe zum Sturm, schlägt die Russen aus ihren Stellungen und erstattet hierüber Bericht; erst dann begibt er sich auf den Hilfsplatz, um feine schweren Wunden verbinden zu lassen. Er wurde im Tagesbefehl belobt und dann befördert. Jetzt erhielt er die Tapferkeitsmedaille. Seine Wunde ist wohl noch nicht ganz vernarbt, aber sein Urlaub ist zu Ende und er ist abermals unterwegs auf den Kriegsschauplatz. Ker tapfere Kadett Ludwig Löwy. Bei den Hundertzweiern dient der Kadett Ludwig Löwy, der sich im Felde derart ausgezeichnet hat, daß ihm die große goldene Tapferkeitsmedaille zuerkannt wurde. Immer wieder riß er seine Kompanie zum Sturme vor und war stets dort zu finden, wo die Gefahr am größten und der Kugelregen am dichtesten war. — Nachdem er die goldene Tapferkeitsmedaille erhalten hat, die höchste Auszeichnung, die für Tapferkeit vor dem Feinde verliehen wird, führte er noch eine Reihe bravouröser Angriffe mit seiner Kompagnie durch. Bei einem Sturm erhielt er einen schweren Kopfschuß. Ec schleppte sich nach dem Verbandsplatz und ließ fich verbinden. Als ihn aber der Arzt ins Feldspital schicken wollte, lehnte der tapfere Kadett dies sehr entschieden ab und ließ fich zu seiner Kompagnie zurückführen, mit der er den Sturm gegen die russischen Stellungen durchführte und zum Erfolg brachte. Dann erst kehrte er zum Verbandsplatz zurück. — Wir erhalten diese Nachricht von einem Kameraden des Tapferen. Wegen tapferen Verhaltens wurde der jüdische Oberleutnant Konrad Sachsel der 27. österreichischen Landwehr Infanteriedivision (aus Prags vom Divisionär belobt uni) zum Kompagniekommandanten ernannt. Der Fähnrich des 8. Infanterieregiments Richard Hirsch teilt seinen in Brünn lebenden Eltern unter dem 17. d. M. mit: „Ich habe heute die silberne Tapferkeitsmedaille erhalten. Ich bin jetzt der zweite ausgezeichnete Offizier im Regiment. Tiefe Auszeichnung erhielt ich für folgendes: Ich drang bei Nacht in einen tagsüber von starken russischen Kräften besetzten Ort eilt und schickte dem Regiment wichtige Mitteilungen über die russischen Verteidigungsanlagen in diesem Orte Simon Schreyer. Simon Schreyer, ein Jude aus Szegedin, ist einer der Helden von Przemyfl. Für seine vielfachen Beweise der Umsicht, Findigkeit und Klugheit und für fein tapferes Verhalten vor dem Feinde erhielt er die silberne Tapserteitsmedaille, welche ihm der Festungskommandant von Przemyfl, KuSmanek, in Gegenwart der Kommandanten am 15. Oktober unmittelbar nach der Befreiung von Przemyfl in feierlicher Weife an die Brust geheftet hat. Diese Auszeichnung hat sich Schreyer als Führer einer Patrouillentruppe erworben. Am 5. Oktober wurde er von einem der westlichen Forts zur Beobachtung des Feindes ausgesandt. Spät am Nachmittag zog er aus, um von dem im Befehle bezeichneten Platze mit seinen acht Leuten die Beobachtung des Feindes zu besorgen. Als er in die Nähe des fixierten Platzes kam, war dieser bereits vom Feinde besetzt. Demzufolge lvählte er sich selbst einen Beobachtungsort aus. Daß es ein guter Ort war, geht daraus hervor, daß er bald wahrnehmen tonnte, daß der Feind ein Nachbardorf und den Rand des daneben befindlichen Waldes besetzt hatte, offenbar mit der Absicht, nur dort auch zu übernachten. Hierauf ließ er sofort seine» Bericht an die Auftragstelle gelangen und unsere Artillerie begann um 10 Uhr das Bombardement der zwei beobachteten Stellen, welches bis zum Morgen anhielt und den dort lagernden Russen riesige Verluste beibrachte. Am anderen Tage konnte .Schreyer seine weitere Beobachtung melden, daß diese feindlichen Truppen sich in eine andere Richtung zurückgezogen haben. Ara 7. Oktober mittags erschien Schreyer beim Kommando mit einem gefangenen russischen Unter Offizier. Diese Gefangennahme geschah auf die Weise, daß Schreyer einer der seinigen gleichstarken russischen Patrouille sich näherte. Schreyer befahl feinen Leuten sich zu verbergen, und als die Russen sich bereits in einer Entfernung von 30 Schritt befanden, sprang er mit feiner Mannschaft aus dem Verstecke mit schußbereiten Gewehren hervor. Die Russen blieben vor Ueberraschung wie versteinert, der Patrouillenführer warf sein Gewehr weg und ergab sich, während die Mannschaft das Weite suchte. Unter gleichen Umständen machte Schreyer nur 8. Oktober drei russische Gefangene. Dieses Verhalten veranlaßte das Kommando, Schreyer für die Auszeichnung. welche nun seine heldenhafte Brust schmückt, in Vorschlag zu bringen.