Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 43 (30.10.1914)
- Date
- 1914-10-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 43 Dr. Bloch'S Wochenschrift Seite 743 Isidor E r fte r, zurzeit verwundet im Spital der Barmherzigen Brüder, erhielt die Taperkeitsmedaille zweiter Klasse. Dem Militär-Untcrtierarzt d. R. beim k. k. Husareuregiment Nr. 6 Beter, med. Dr. Sigmund Brüll wurde für sein vor dem Feinde bewiesenes tapferes Verhalten das goldene Verdienstkreuz mit der Kro:^ am Bande der Tapferkeitsüredaille verliehen. In Anerkennung tapferem Verhaltens vor dem Feinde wurde verliehen die silberne Tapferkeitsmedaille erster Erlasse den: Fähnrich in der Reserve Karl N c u b a u e r. Die silberne Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse dem Zugsführer Josef U l l m a r: n, dem Gefreiten Rubin Mandl. In Anerkennung tapferen Verhaltens vor dem Feinde zum Oberleutnant ernannt Leutnant S ch e y v o r: Koromla. Einen Altersrekord wird wohl Emanuel G o ld schm id t aus Würzburg ausgestellt haben. Er erwarb sich im siebziger Kriege das Eiserne Kreuz und meldete sich jetzt, 64 Jahre alt. freiwillig zum Dienst. Goldschmidt wurde in ein bayrisches Landsturmbataillon, das schon im Felde steht, eingereiht. Keldentod. Der Budapester Fabrikant Armand B e r e u y i hat üin zehnten Tage bei der in der Nähe von Krupanje Mitte September durchgeführten Schlacht als Kommandünt der zweiten Kompagnie des 17. Landsturmregiinentes den Heldentod gesunden. Er war 37 Jahre alt. In welcher Weise der Verstorbene seine Soldatenpflicht erfüllte, geht aus einem Beileidsschreiben hervor, das seine tieftrauernde Witwe von dem Vorgesetzten ihres Gatten, Major Neubauer, erhielt. In diesem Briefe heißt es unter anderem: „Vor nicht langer Zeit hatte uns das Kriegsschicksal unter Umständen, welche für dem Mann die ruhmvollsten, aber gleichfalls schwierigsten sind, zu einer Zeit, da die schlummernden Vorzüge des Menschen zur Geltung gelangen, zusammengebracht. Der Verewigte hat in dieser Zeit die Probe bestanden und wiederholt Zeichen seines Entgegenkommens seinen Offizierskollegen gegenüber sowie Beweise seiner Offenherzigkeit geboten. Und als er zum Lohne für seine Verdienste mit dem Kommando einer Kompagnie betraut wurde, war er in dieser wichtigen Situation ein sorgsamer, verständiger und humaner Kommandant seiner Abteilung. Das von der Vorsehung ihm zugemessene Schicksal erfüllte sich in den frühen Morgenstunden des 17. September, als er mit seiner Kompagnie, von der Hauptiruppe losgerissen, mit dem \ Feinde in einen Kampf geriet. Die Kugel traf ihn ins Herz, und in wenigen Sekunden hatte er sein junges Leben beendet. Leider ist es unmöglich, durch die Bestattung seines Leichnams in heimatlicher Erde das Leid wenigstens zum Teil zu lindern, und deshalb bitte ich Sie, gnädige Frau, diesem Gedanken zu entsagen. Wenn es einen Trost gibt, mögen gnädige Frau ihn darin finden, daß das heldenmütige Ende Ihres geliebten Gatten, welches Schicksal wir heute so viele Tausende teilen, in der Geschichte unseres Regimentes als ein hervorragendes Beispiel der Heldentugenden der ruhmreiche Name des Verblichenen verewigt sein wird, sowie das Bewußtsein, daß der letzte Schlag des Herzens, welches die Kugel für das Vaterlandes traf, wie wir, seine Offizierskollegen, es wissen, dem Vaterlande und Ihnen gnädige Frau gegolten hat." Armand Berenyi hat am Morgen seines Todes 22 Landsturmmänner, von seinem Bataillon losgerissen, in den ungangbaren Wäldern der Dugohöhe befehligt. Plötzlich umzingelte ein starker Feind die kleine Gruppe, welche jedoch, den: sicheren Tode ins Auge blickend, sich nicht ergab, sondern eine Stunde lang durch heftiges Feuern den Serben große Verluste verursachte. Von den 22 tapferen Soldaten gelang es aus solche Weise!6 Mann, darunter zwei Verwundete, sich nach Rückzug des Feindes zu retten. Als ersten von den vier gefallenen Helden traf die feindliche Kugel natürlich das Herz des Kommandanten, den die Gewehre der umfassenden Truppe zuerst aufs Ziel nahm. Der Keldentod eines Arztes. Der Stabsarzt des gemeinsamen Heeres Dr. Artur L a u g f e l d e r fiel auf dem russischen Kriegsschauplätze seinem edlen Berufe und seiner aufopfernden Menschenliebe zum Opfer. Er war gerade dabei, einem russischen Verwundeten einen Verband anzulegen, als ihn, der im Kugelregen feine Pflicht erfüllte, ein Schrapnellfplitter anc Kopfe traf, und er sofort rot niedersank. Mit dein 43jährigen Stabsarzt, der eben an seinem Geburtstage den Heldentod fand, ist eine selten-edle Seele ins Grab gesunken, den die Soldaten wegen seiner väterlichen Güte förmlich vergötterten. Auch das Judentum verliert in ihm, der ein religiöser, gottesfürchtiger Jude war, ein wertvolles Mitglied. Erwähnenswert ist, daß an seinem Grabe, da ein Rabbiner nicht zur Stelle war, ein griechisch-katholischer Feldgeistlicker ein herzbewegendes Gebet verrichtete. Seinen Verlust beklagen eine Witwe, drei unmündige Töchter und ein überaus großer Kreis von Verwandten und Verehrern. Keldentod auf dem Kchkachttelde. Aufrichtige Teilnahme erweckt auch in weiten Kreisen der Heldentod des med. Dr. Heinrich Barth, eines Sohnes des Geh. Reg.-Rates Barth in Berlin. Der Heimgegangene, ein Enkel des berühmten Rabbiners Herrn Esriel H i l d e s h e i m e r s. A., wurde wegen seines tapferer: Verhaltens in der Schlacht mit dem Eisernen Kreuz dekoriert. Nun hat ihn eine feindliche Kugel zu Boden gestreckt. Dr. Ludwig Dörnerrn gefallen. Die zionistische Organisation Ungarns hat einer: schmerzlichen Verlust erlitterr. Einer ihrer Tätigsten, Rechtsanwalt Dr. Ludivig Dömöny aus Budapest, früherer Leiter der ungarischen Landessamnwlstelle des I. N. F. und Mitglied des ziorristischer: Larckeskomitees, ist auf dem nördlichen Kriegsschauplatz ge fall er:. Aer Keldentod des Leutnants Dr. Snvak. Wie berichtet, ist der Wiener Hofur:d Gerichtsadvokat Tr. Richard Subak, der als Landsturmleutnant eingerückt war, auf dem nördlicher: Kriegsschauplatz gefallen. In der Schlacht bei Krasno-Busk hatte er einen Armschuß erhalten, sich verbinden lassen und war wieder zu seinem Zuge gegaugcr:. Beim Vorwärtsstürmer: erhielt er einen Kopfschuß und zrvei Brustfchüsse und war sofort tot. Die Leiche wurde am 24. September hier beigesetzt. Seine Witwe, Frau Margit S r: b a k. hat nur: vor einigen Tagen eine Feldpostkarte, die vom Kommandanten und von allen Offizieren des 4. Bataillons des Landsturmregimeuts, den: ihr Mar:r: angehörte, unterzeichnet ist, erhalten, in der es heißt: „In: Namen des Offizierskorps des 4. Bataillons bitte ich die Verfiche-