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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-10-30 · 43 (30.10.1914) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
43 (30.10.1914)
Date
1914-10-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seit«' 742 Dr. Vlochs Wochenschrlft. Nr. 43 hiefür keine Auszeichnung erhalten .würde. Bei den Arbeiten an der Drinabefestigung bemerkte ich am serbischen Ufer drei österreichische Infanteristen, die, da sie Nichtschwimmer waren, nicht herüberkonnten. Hinter ihnen waren ganze feindliche Abteilungen. Ich versuchte, die Armen zuerst schwimmend herüberzubringen, und als das nicht ging, improvisierte ich mit noch zwei Lappeuren ein Notglied (Floß) und holte sie nun im größten feindlichen Feuer herüber. Ter Hauptmann beglückwünschte mich zu dieser Tat und hat mich auch zur Dekorierung vorgeschlagen. Die zwei Mann erhielten die silberne Tapferkeitsmedaille." Leutnant G o l d st c i n ist nicht nur ein tapferer, sondern auch ein edler Soldat, darum habe ich diesen Fall besonders verzeichnet. Dr. Michael H a l b e r st a m, Feldrabbiner des 5. iArmee-Etappenkommandos, Feldpostamt 81. Die Geschichte des Kusaren Hlatsian Löw. Aus Szabadka wird dem „Egyenlöszeg" berichtet: Nom serbischen Kriegsschauplätze zurückgekehrte, hier untergebrachte Husaren erzählen die folgende ergötzliche Geschichte: Nathan Löw, von dem die Rede ist, ist Husar in einem südungarischen Regiment. Er ist der Sohn des Vorbeters eines oberungarischen kleinen Dorfes. Nathan Löw ist in seinem bürgerlichen Berufe Kaufmann und hat.schon in den ersten Tagen die Aufmerksamkeit dadurch auf sich gelenkt, daß er anfangs aus der Menage nichts essen wollte und erst, als er einsah, daß er keine Aussicht aus rituelle Kost habe, fügte er sich in sein Schicksal. Nathan Löw war aber auch sonst streng religiös. Er betete dreimal täglich, und zwar unterstrenger Beobachtung der religiösen Vorschriften. An jedem Morgen legte er seine Gebetriemen an und verrichtete so draußen im Lager sein Gebet. Die Husaren ließen natürlich diese Sonderbarkeiten des Nathan Löw nicht ohne Bemerkung. „Nathan, Nathan," hänselten sie ihn, „das nützt gar nichts. Die Kugel schaut sich niemals den an, den sie treffen will." Löw jedoch ließ sich nicht stören und betete weiter. Bei L . . . . ging er beinahe bis zu den feindlichen Ausstellungen vor, um beten zu können. Kaum hatten ihn die Serben erblickt, als auch schon die serbischen Kanonen ertönten und die Schrapnelle geflogen kamen. Ein, zwei Husaren wurden verletzt, die anderen verkrochen sich hinter ihre Deckungen, Nathan jedoch betet weiter unerschütterlich. Die Soldaten wollten ihn in den Schutzgraben zerren, Löw jedoch rührte sich nicht und sprach laut: „Solange diese heiligen Gebetriemen die Tefellin aus meinem Leibe sind, ist Gott mit mir, hat keine Kugel Macht über mich." Und tatsächlich hat Nathan sein Morgengebet inmitten des Schrapnellfeuers bis zu Ende verrichtet. Er vermochte jedoch die Gebetriemen nicht ganz vom Arme abzuwickeln, denn es wurde plötzlich „Sturm" kommandiert. Nathan sprang aufs Pferd. Ueberall war er vorne und mähte sozusagen die Serben nieder. In wenigen stunden hatten sic eine Kavalleriedivision fast vollständig vernichtet. Als sie nachher ausruhten, fand Nathan erst Zeit, seine Gebetriemen vollständig abzuwickeln. Da brach aber eine förmliche Rebellion aus, die Husaren wollten ihn die Gebetriemen wegnehmen, denn es verbreitete sich die Legende, daß derjenige, auf dessen Körper solche „Judenriemen" sind, von der Kugel verschont werde. Die Husaren wollten wenigstens je ein kleines Stückchen davon haben. Arliü'erieteutnanl Kilo Kttmann zeichnete sich öer der Verteidigung von H'rzemysl' ans. Bei der heldenmütigen Verteidigung Przemysls zeichnete sich auch Artillerieleutnant Otto A l t m a n n durch seine besondere Tapferkeit aus. Als Batteriekommandant wies er die auf das Forts anstärmenden Russen zu wiederholten Malen ab und erwarb sich dadurch die Anerkennung und Belobung seiner Vorgesetzten. In seinem bürgerlichen Berufe ist Artillerieleutnant Otto Alt mann Maschineningenieur bei den deutschen Motorwerken in Ober-Ursel. Seine Eltern leben in Wien, der Vater, Doktor Karl Altmann, ist ein renommierter Arzt. Are Keldenlal des chverkeutnants Aürdar Aausstg. Im Zusammenhänge mit der heldenmütigen Verteidigung vor: Przemysl haben die Berichte vom Kriegsschauplätze in rühmender Weise der Heldentat eines Fliegeroffiziers gedacht, der unter Lebensgefahr trotz der heftigen Beschießung durch die russischen Belagerungstruppen mit wichtigen Nachrichten in der Festung landete und hierauf zum Hauptquartier auf demselben Wege unter neuerlichen Gefahren zurückkehrte. Dieser Fliegeroffizier war der jüdische Oberleutnant Aladar T a u s s i g. * ch * Aus den Belobungsanträgen der letzten Zeit werden folgende Taten bekannt: Leutnant AloisRandnitz des Landwehrulanenregiments Nr. 1 wurde als Nachrichtenpatrouilleir-Kolnmandant gegen Olejow entsendet, das bereits von starken feindlichen Kräften besetzt war. Beim Herannahen wurde die Patrouille einerseits von feindlicher Infanterie beschossen, anderseits von einer Sotnie Kosaken bedroht. Leutnant Raudnitz wußte sich durchzuschlagen. Dabei nahm er zwei russische Ulanen gefangen. Oberstabsarzt Dr. Wilhelm Frank, Sanitätschef der 34. Jnfanterietruppendivision, hat in allen bisherigen Gefechten das Truppendivisionskommando unerschrocken in die Gefechtslinie begleitet und die Verwundeten aufs sorgsamste betreut. Der Belobungsantrag schildert den Stabsarzt, als tüchtigen Militärarzt, als einen „Mann mit echt soldatischen Gefühlen und viel Herz". Auch in den nächtlichen Unternehmungen vom 9. auf den 10. September (bei Grodek) begleitete er das Divisionskommando auf das Schlachtfeld und wurde dabei durch einen Schuß in den Oberschenkel verwundet. Schon am 12. meldete -er sich wieder zum Dienstantritt. Auszeichnung. JUDr. Albert S ch ö n h o f, geboren in Wischau, Mähren, Fähnrich der Reserve, wurde wegen seines tapferen Verhaltens mit der silbernen Tapfcrkeitsmedaille erster Klasse ausgezeichnet und vom Armeekommando zum Leutnant der Reserve ernannt. Die silberne Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse erhielt Reservefähnrich Leopold Kolbe n, Beamter des Wr. Bankvereins, des bh. IR. Nr. 1. Er verstand es, bei überlegenem feindlichem Jnfanteriefcuer durch Ruhe, Besonnenheit und Persönliches Beispiel seinen Zug zu führen und die schon erschöpfte Mannschaft zum Verbleiben in der Schwarmlinie zu verhalten. — Der Patrouillenführer Arnold Gold stein des Feldjäger- Bataillons 12. Mi Kgaaagääa Maü

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