Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-10-23 · 42 (23.10.1914) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
42 (23.10.1914)
Date
1914-10-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3022089-3022132--23537-3048741
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

■Jh 42 Dr. Bloch'6 Wochenschrift LrU>. -20 Abzeichen der „Weiblichen Fürsorge". Ein von der Delogierung durch die „Fürsorge" geretteter Schützling hat den in der Währingerstraße 65 etablierten Juwelier Setter bewogen, ein hübsches, kleines Abzeichen (Wir halten fest und treu zusammen.! zugunsten der „Fürsorge" (Schaffung eines Fonds für Refervisten-Witwen und --Waisen) zu verfertigen. (50 Heller per Stück.) Das , Zeichen ist bei Herrn B e t t e r, Telephon 16287, Frau Rosa Deutsch, 1. Bezirk, Kärntnerring 1, Frl. Schnr upd Frau Benedikt zu erhalten. Junge Dainen, die sich für die „Weibliche Fürsorge" interessieren, werden freundlichst gebeten, sich bei den beiden letztgenannten Damen behufs Verkaufes des Abzeichens an ihre Bekannten zu inelden . Anttperpener Flüchtlinge. Zn den bedauernswertesten Opfern der Kriegsereiguiffe gehören die aus Antwerpen vertriebenen Diamantarbeiter und Edelfteinhändler, welche jedes Erwerbes und aller Mittel bar, dem Verhungern ausgesetzt sind. Der bekannt wohltätige und menschenfreundliche Seniorchef der Edelsteinfirma B r ü d e r H e r z l, Herr S a l o m o n Herzl, hat mit einer Spende von 500 Kr. eine Sammlung eingeleitet, an welcher sich die N i e d e r ö ft e r r e ich i 's ch e Eseompte - Er c soll f ch a f t mit 100 .K ronen, der Wiener Bankverein mit 500 .Kronen, die „Hermes": Filiale Wien, mit 200 Kronen beteiligten; das Ergebnis wurde der israelitischen Kultusgemeinde irr Wien und bem AuSfpeifeverein „Einheit", II., Malzgasse 12, zugeführt. Folgender Aufruf erschien in der „Wiener Zeitung" und in den Tagesblättern: Aufruf. Die noch vor Ausbruch des Krieges in Belgien, insbesondere in Antwerpen eingesetzte Vertreibung aller Oesterreicher traf insbesondere die dort ansässigen österreichischen Diamantenarbeiter und Ldelsteinhändler ungemein schwer. Kurz vorher noch in geordneten und guten Verhältnissen, mutzten sie, der aufgestachelten und spontan ausgebrochenen Volkswut weichend, nur mit dem, was sie am Leibe hatten, flüchten. In wahrer Menschlichkeit und Kollegialität hat Herr Salomon Herzl, Seniorchef der Edeisteinfirma Brüder Herzl in Wien-Amsterdam, für diese Armen eine besondere Sammlung eingebeitet und richtet an alle edlen Menschenherzen die Bitte, auch dieser Flüchtlinge zu gedenken und gütige Spenden an Firma Brüder Z i r n e r, k. u. k. Hofjuweliere, Wien, 1. Bezirk, Graben 7, zu leiten. Herr Salomon Herzl hat im Interesse dieser Unglücklichen bei der Escompte-Gesellschaft, Bankverein, Kredit-Anstalt, Bankhaus Rothschild, beim Ministerium und beim Bürgermeister interveniert imb sowohl durch feilte Persönliche Opfermilligkeit als durch seine unermüdlichen Interventionen sich ein hohes Verdienst erworben. Dem Herrn Bürgermeister von Wien dankte Herr Herzl persönlich für die der Sammlung gewidmeten 200 Kronen und lvidmete als Gegenspende 100 Kronen für das Rote Kreuz, 50 Kronen fift das Schwarz-gelbe Kreuz, 50 Kronen für den Witwen- und Waisensonds. Ausspeifungsaktion des Vereines „Machsike Hadath". Am 19. d. M. fand im Sitzungssaale des Vereines „Machsike Hadath" eine zahlreich besuchte Versammlung statt, an welcher außer dem Gesamtvorstande eine große Anzahl hervorragender angesehener Persönlichkeiten aus Galizien teilnahmeu. Es waren unter anderen erschienen: eilt Vertreter des Rabbi aus Czorttöw, ferner die Rabbiner W e i d e n f e l d-Dombrowa, T u m i m-Kolomea, IL Horowi tz-Krakau, Geller t-Zolotwinev, K r a m e r- Wien, die Vizepräsidenten des Vereines I. Weizmaun und Hermann Sporer, Bankier Isaak Thum im, Przemysl, Bankier Schön bl um, Lemberg, C. H. Mayrsohn und Dr. Rappaport, Stryj, Kultusvorsteher Jakob Diese, Lemberg, Bankier F r ö h l i ch und Advokat Dr .Fröhlich, Lemberg, Babad und Rappaport, Przemysl. Vorstandsmitglied des „Beth Israel" Großgrundbesitzer Osias Jur, Abraham O rn stein, in Vertretung des Verbandes der galizifcheu Hu manitätsvereine Bankier Hecht, Advokat Dr. Zipfer u. m. a. Den Vorsitz in der Versammlung führte der Ehrenpräsident des Vereines „Machsike Hadath" Rabbiner M. Mayrsohn, welcher die Anwesenden in einer längeren Ansprache begrüßte und unter anderem ausführte: Oer Verein »Machsike Hadath« hat in seiner nunmehr dreizehnjährigen Tätigkeit allwöchentlich am Sabbath sowie an den jüdischen Feiertagen durchschnittlich an hundert arme Juden, welche nur streng rituelle Kost genießen wollen, ohne jedes Entgelt in seinen eigenen Lokalitäten ausgespeist. Die Speisen wurden in der eigenen Küche unter der streng rituellen Aufsicht des Rabbiners M. Mayrsohn zubereitet. In den letzten Wochen, seitdem viele Tausende galizische Juden die Gastfreundschaft der Wiener Bevölkerung in Anspruch zu nehmen gezwungen sind, st eg die Zahl der von dem Vereine gleichfalls vollständig unentgeltlich Verköstigten bereits auf 300. Es habe sich jedoih gezeigt, daß der Verein »Machsike Hadath« es bei dieser wöchentlich einmaligen Ausspeisung nicht bewenden lassen kann, und er habe dem Drängen angesehener galizischer Juden sowohl als auch der durch die schweren Zeiten geschaffenen Notlage Rechnung tragend, sich veranlaßt gesehen, diese Versammlung einzuberufen, um darüber schlüssig zu werden, auf welche Weise die vollständige Gratisverköstigung einer größeren Anzahl von galizischen Flüchtlingen und zwar täglich ermöglicht werden könnte. Daß die Notwendigkeit einer solchen Aktion schon mit Rücksicht darauf, daß die bestehenden ähnlichen Institutionen den immer größer werdenden Anforderungen beim besten Willen nicht zu entsprechen vermögen, eine notwendige und dringliche ist, wird so sehr und allgemein anerkannt, daß ihre Begründung fast überflüssig erscheint. Redner hegt keinen Zweifel darüber, daß der große Einfluß der anwesenden ehrwürdigen Rabbiner und ihrer nicht anwesenden Gesinnungsgenossen und Berufskollegen, wie auch der Wohltätigkeitssinn der reichen galizischen Juden das Zustandekommen dieser hervorragend humanitären und den Geboten unserer heiligen Religion entsprechenden Aktion sichern werden. Nach diesen mit großem Beifall ausgenommenen Ausführungen wurde die Debatte eröffnet, an welclfer die Herren' Sporer, H e ch t, Dr. Z i p s e r und Isaak Thum im im eigenen Namen sowie namens ihrer Organisation die Notwendigkeit der von Herrn Rabbiner Mayrsohn dargelegten Aktion hervorhoben und sie zu fördern versprachen. ^Großen Eindruck machte die Rede des Herrn Isaak -b hu mim, eines Sprossen der berühmten Familie T h u m i m, der selbst als hervorragender Talmudist gilt. Auch er unterstützte die geplante Aktion. Großen Beifall fand der Antrag des Rabbiners K r a m e r, dahingehend, daß nicht nur ein Aktionskomitee eingesetzt werde, welches unverzüglich eine Sammlung einzuleiten habe, sondern daß sofort mit einer Sammlung unter den Anwesenden begonnen werden möge. Dieser Antrag wurde nach einem Schlußworte des Vorsitzenden, der darauf hinwies, daß die Mittel des Vereines fast ganz erschöpft sind, einhellig angenommen. Das Ergebnis der sofort eingeleiteten Sammlung, welches mehrere hundert Kronen außvies, berechtigt zur Hoffnung, daß die Anregung des Herrn Rabbiners Mayrfohn auf fruchtbaren Boden fallen wird. Die Geldspenden sind an den Kassier des Vereines „Machsike Hadath", Herrn P o m e r a n z, zu richten. Eine Versammlung galizischer Flüchtlinge. Eine Huldigung für den K a i s e r. Kürzlich fand im Festsaale des Hotel „Continental" eine Versammlung der infolge der kriegerischen Ereignisse in Wien weilenden jüdischen Bürger aus (Galizien statt. Der große Saal konnte die vieltausendköpfige Menge nicht fassen, und eine große 'Anzahl der Erschienenen versamntelte sich vor dem Eingänge und gab von dort ans durch laute Zurufe die Zustimmung zu den im Saale

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.