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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-10-23 · 42 (23.10.1914) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
42 (23.10.1914)
Date
1914-10-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 726 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 42 Frau Robert Freund schrieb der Herzogin von Cumberland einen Brief, in dem sie mit dankbaren Worten für ihre Güte dankte und der hohen Frau zu ihrem Geburtstage ihre Glückwünsche darbrachte. Auf diesen Brief kam folgende Antwort: „Liebe Frau Freund! Ihre herzlichen Zeilen haben mir eine große Freude bereitet. Auch danke ich Ihnen sehr für Ihre Glückwünsche anläßlich meines Geburtstages. Vor allem aber freut es in ich, Ihnen Mitteilen zu können, daß es Ihrem braven und tapferen Sohne schon besser geht. Sie müssen aber noch geduldig sein, denn die Wunde braucht Zeit, um zu heilen. Natürlich fällt dem Jungen das lange Lieget! schwer, aber der Knochen muß heilen. Es grüßt Th y ra, Herzogin von Cumberland. Gmunden, den 10. Oktober 1914." Wer weiß. wo sich Frau Male Schneider aus Przemysl aufhält? Auskunft erbittet Rubin L e s i k, Wien, 2. Bezirk, Vivarium. — Auskunft über den Verbleib des David K r i e g e r aus Jaroslau erbittet Salomon Sandbank durch das Rabbinat für den 2. Bezirk. Frau Büne Ehrmann aus Oleszice bei Jaroslau samt Kind wird gesucht von ihrem Mann Jakob Ehrmann, Offiziersdiener bei Herrn Leutnant Rahb in Mäh r.-Weißkirchen. Jefchije Drescher aus Komarno bei Lemberg, der beim 21. Landsturm-Infanterieregiment dient und gegenwärtig in Klosterneuburg (Wien! stationiert ist, sucht seine Frau Rache Bina mit zwei Kindern. Auskünfte sind zu richten an Religionslehrer Will). S t e i n e r in Klosterneuburg, Kierlingerstraße 12. Familie Isaak Schwarz, Familie Israel Adler aus Rawaruska, Rabbiner Abraham Juda Schwarz aus Potok Zlati werden gesucht von Adolf Schwa r z, Mähr.-Ostrau, Mühlgasse 37. Heinrich Romuald Singe r, Cand. Medizin, Einjährig-Freiwilliger, wird gesucht von Moriz Singer aus Sanbor, derzeit Wien, 20. Bez., Staudingergasse 13, 2. Stock. Vermiete 0eul8ede. (Aus dem »Berliner Tagblatt«). Maria Be mar da, Novize des Ursulinernklosters Huecbt bei Wilworde bei Brüssel, bürgerlicher Name Else Hanau aus Frankfurt a. M., deutsche Staatsangehörige. Mitteilung erbeten an Theo Cohn Mendel, Berlin W. 15, Bregenzerstraße 3. Maschenpost eines österreichischen Offiziers. Die aus Galizien flüchtige, jetzt in Wien lebende Frau eines österreichischen Reservelcutnanls ist auf abenteuerliche Weise zu Nachrichten über ihren verwundeten Mann gekommen. Frau Jsa Goldenberg aus Lemberg hatte von ihrem bei Kriegsausbruch als Reserveleutnant eingerückten Mann seit nahezu zwei Monaten nichts gehört. Erst ein Aufruf in der „Neuen Freien Presse" brachte ihr die Kunde, daß ihr Gatte bei Krasnik verwundet und wegen Transportschwierigkeiten in einer Hütte zurückgelassen worden war. Frau Goldenberg begann sich mit dem Gedanken vertraut zu machen, daß ihr Mann nicht mehr unter den Lebenden ist. Dieser Tage nun erhielt eine ihr unbekannte Wiener Dame, Frau H o r o w i tz, einen Brief von ihrer in Stockholm lebenden Freundin. In diesem Briefe hieß es: „Folgende abenteuerliche Geschichte habe ich in schwedischen Zeitungen gelesen: An der schwedischen Küste haben Mischer eine Flasche gesunden, in deren Innern ein Zettel folgenden Inhalts lag: „Reserveleutnant Isidor Goldenberg aus Lcmbe g littet den Empfänge: dirsrs B:i.f:s 'eine Frau Jsa Goldenberg in Lemberg zu verständigen, daß er in russische Gefangenschaft geraten ist, wo er sich wohlauf befindet und gut behandelt wird." Man nimmt an, daß die Flasche in einen Fluß geworfen wurde, der in die Ostsee mündet, von wo aus sie an die schwedische Küste gelangte. Frau Horowitz erzählte in Gesellschaft von diesem Brief, eine der anwesenden Damen kennt Frau Goldenberg und so konnte diese heute die gute Botschaft erhalten. Die palästinenstschen Juden und der Krieg. Oie in Konstantinopel erscheinende Zeitschrift »L’Aurore« erhält aus Jerusalem die folgenden Nachrichten: Die allgemeine Mobilisierung im türkischen Reiche hat unter den Juden in Palästina lebhaftes Echo geweckt. Die wehrfähigen Juden von Palästina entsprachen dem Mobilisierungsaufrufe mit grossem Enthusiasmus und eine verhältnismässig nur geringe Zahl machte von dem Loskaufrechte Gebrauch. Ganz besonders haben sich in dieser Beziehung die ottomanisehen Juden in Jerusalem ausgezeichnet, sie zogen patriotische Lieder singend vor das Gebäude des Militärkommandanten, dem sie sich in einer geschlossenen Gruppe präsentierten. Der Militärkommandant richtete an diese jüdische Gruppe eine längere Ansprache, die er mit den Worten schloss: »Ich freue mich ausserordentlich, Euch hier zu sehen. Diese wackere prompte Antwort auf den Ruf des Sul'ans ist für mich ein neuerlicher untrüglicher Beweis dafür, dass die Juden aufrichtige und ehrliche Freunde des Vaterlandes sind.« Der Gouverneur stellte den jungen Leuten eine Militär- Musikkapelle zur Verfügung, unter deren Klängen sie dann in die Kaserne marschierten. AllerJings hat der Krieg auch gleich seine traurigen Folgen gezeitigt, denn fast sämtliche Familien, deren Ernährer eingerückt sind, blieben in grösster Not zurück. Die Sorge für diese Familien übernahm der bereits seit Einführung der Konstitution in der Türkei in Jerusalem bestehende Verein »Machasike Ar,sehe Chajil« (Verein zur Unterstützung jüdischer Soldaten). Dem von diesem Vereine eingesetzten Hilfskomitee haben sich die reichen Juden von Jerusalem opferwillig angeschlossen. In solchen Zeiten tritt es erst recht zutage, wie schwach eine Anzahl der in Palästina, ganz besonders in Jerusalem bestehenden Wohlfahrtseinrichtungen fundiert sind. Eine Anzahl dieser Anstalten musste infolge der eingetretenen Krise ihre Tore sperren, so das Hospital Misgaw-Ladach, die Waisenhäuser »Beth- Chinuch-Jetomim« und »Beth-Chinuch-Orim«. In den Kolonien ist jede Bewegung wie erstorben. Der Kredit ist vollständig unterbrochf n, so dass der Verkehr zwischen den einzelnen Städten fast ganz eingestellt ist. Unter solchen Umständen ist es nur zu begreifen, dass alle in Aussicht genommenen Veranstaltungen von allgemeinem Interesse, so auch der geplante Kongress der jüdischen Lehrer und Professoren, welcher in Jaffa hätte stattfinden sollen, mit Rücksicht auf die eingetretenen kritischen Ereignisse unterbleiben. Ganz besonders peinlich empfindet die Bevölkerung der jüdischen Kolonie die Folge der plötzlich hereingebrochenen wirtschaftlichen Krise, da durch dieselbe die Ausführung des vor einiger Zeit gefassten Beschlusses, der ottomanisehen Regierung einen Mililäraeroplan zur Verfügung zu stellen, welcher den Namen »Israel« hätte führen sollen, derzeit unmöglich geworden ist. Die für diesen Zweck bereits gesammelte Summe von Francs 10.000.— wurde durch Vertreter der jüdischen Kolonien Rischon Lezion und Jaffa dem Gouverneur von Jerusalem überreicht, welcher den Juden für diesen Beweis ihres Patriotismus den Dank aussprach. Man nimmt an, dass die für d-n Bau des Aeroplan »Israel« notwendige Summe doch noch zustande kommen werde. Die traurige Lage der palästinensischen Juden nahm der amerikanische Botschaf'er in der Türkei Henri Mergenthau, der wiederholt sein werktätiges Interesse für die Juden in Palästina bekundete, zum Anlasse, um bei den amerikanischen Juden um rasche Hilfe zu intervenieren. Seine Intervention hatte auch bereits einen erfreulichen Erfolg, denn die zwei bekanntesten amerikanischen jüdischen Philanthropen Nathan Strauss und Jakob H. Schiff haben an Botschafter Morgenthau telegraphisch 250.000 Francs als erste Unterstützungssumme überwiesen. Diese Summe wird zunächst dazu verwendet, den jüdischen Kolonisten und Handwerkern Vorschüsse zu gewähren. Die Verteilung dieser grossen Spende wurde durch den Schwiegersohn des Botschafters Morgenthau, der zu diesem Zwecke nach Palästina reiste, vorgenommen. iÜ

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