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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-10-23 · 42 (23.10.1914) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
42 (23.10.1914)
Date
1914-10-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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*J h. 42 (StUi 721 fahrt in die Reihen der zurückweichenden Russen machen zu lassen. Hirschler erklärte sich ohne Zaudern zu diesem WagestKck bereit. Mit ihm bestieg ein Hauptmann die Maschine, die sofort die Fahrt antrat. Nach kurzer Fährt stießen sie auf Kosaken, welche aus die Lokomotive feuerten. Hirschler urid der Maschinist fanden den Heldentod. Hirschler» Leiche wurde mit ‘tiTTt türischen Ehren bestattet. Anerkennung für das mutige Verhalten eines Soldaten. An Frau Betti Prochnik, 3. Bez., oteiiig. 18, der Mutter des im Felde stehenden Einj.-Freiwill. Tie Jonas Prochnik, ist folgende Feldpostkarte eingelangt: „Verehrte Frau! Alle Karten und Zuschriften, die Tie, werte Frau, an Herrn Dr. I. Prochnik gerichtet haben, sind bei meiner Kompagnie angekommen. Leider befinden sie sich nicht im Besitze des Herrn Doktors. Entschuldigen Tie, verehrte Frau, daß ich offen schreibe, wegen Zeitmangel kann ich ans die vieleir Verständigungen nicht brieflich antworten. Am 31. August leistete Dr. Prochnik, als einziger Fachmamr, über meinen Befehl den Vernnmdeten die erste Hilfe, sammelte in einer lobe ns- und n heraus a n e r k e u it e n s w e r t e n W eise die Berlvundetcn und brachte sie trotz heftigen F e n e r s zum Hilfsplatz, wo sie verblieben. Da das Bataillon an diesem 'Tage trotz heftigster Gegenwehr urrd zähestem Widerstand das Schlachtfeld räumen mußte, kam auch der Hilfsplatz in die Hände des Gegners. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürste sich Herr Dr. Prochnik, der immer in meinem Zuge war, in russischer Kriegsgefangenschaft befinden, da er wahrscheinlich bei den Verwundeten zurückgeblieben ist. Weiteres über sein Schicksal ist mir nicht bekannt. Ihr ergebenster Wilhelm P o s s e l t, Leutnant im 25. Feldj.-Bataillon, 1. Komp. K. k. Feldpostamt, 14. Oktober 1914." Aas Schicksal' Inttus Aerfs. Aus Teschen lvird uns berichtet: Die Mutter des heldenmütigen Feldwebels Julius .Re is erhielt vom Adjutanten des Ersatzbataillons des Landwehrinfanterieregiments Nr. 31 folgendes Schreiben: „Mit tiefem Bedauern mutzten wir von den rückkehrenden Verwundeten vernehmen, datz Ihr Sohn im Kugelregen eines Maschinengewehrfeuers mit seinem Hauptmann Weidner vor Lublin gefallen sein soll. Doch ist amtlich noch nichts darüber bekannt. Mit Stolz gedenken wir seiner in unserer Trauer, und Reif bleibt für ewige Zeiten ein Glanzpunkt in der ereignisreichen Geschichte detapferen Landwehrinfanterieregiments Nr. 31. Auf alle Fälle werden wir Sie, sobald etwas amtlich einlangt, verständigen." Htlo Attmarrn. lieber die Persönlichkeit des im Belagernngskampse der Festung Przemysl rühmlichst genannten Leutnants Otto Altmann meldet die „N. Fr. Presse": In seinein bürgerlichen Berufe ist Artillerielcutnant Otto A l t m a n n Maschineningenieur bei den Deutschen Motorernverken in Oberursel. Seine Eltern leben in ihZien, der Vater war nahezu 40 Jahre Arzt in der Märiahilferstraße. Leutnant A l t m a n n huldigt sehr eifrig dem Sport, errang lviederholt Preise im Wettschwünmen urid ist als guter Fechter bekannt. Die große Kaltblütigkeit, die der tapfere Offizier bei der Verteidigung bewiesen hat, gehört auch zu seinen besten Sporttugenden. Ein Bruder Otto A l t m a n u s falid den Heldentod ans dem serbischen Kriegsschauplatz. Woihenschrifr Generalmajor Heinrich Edler von Trenkhiem. Folgende Anzeige stand in den Tagesblätlern: Von namenlosem Schmerze gebeugt, geben wir Nachricht von dem Hinscheiden unseres innigstgeliebten Gatten, Vaters und Schwiegervaters, des Herrn Heinrich Ulrich Edlen von Trenkheim. k. u. k. Generalmajors d. R., Ritters des Ordens der Eisernen Krone dritter Klasse, Besitzers des Militär- Verdienstkreuzes, der Kriegsmedaille, des Offiziers- Dienstzeichens zweiter Klasse, der Jubiläumsmedaille, Kommandeurs des preutzischen Roten Adler Ordens dritter Klasse, Besitzers des spanischen Militär-Verdienstordens dritter Klasse, des sächsischen Albrechts- Ordens zweiter Klasse, des Kommandeurkreuzes des E-terns von Rumänien ufw usw. welcher nach langem schweren Leiden uns am 14. Oktober 1914 entrissen wurde. Paula Ulrich Edle u. Trenkheim, als Gattin. Egon Ulrich Edler o. Trenkheim, als Sohn. Mary Katz geb. Ulrich Edle v. Trenkheim, als Tochter. Kaiserlicher Rat Dr. Artur Katz, Privatdozent an der Wiener Universität, als Schwiegersohn. Kranzspenden werden im Sinne des Verblichenen dankend abgelehnt. Um stilles Beileid wird gebeten. Ar. Grunwatds Geöelöuch für jüdische Arieger. Reichenberg, 20. Oktober 1914. Löbliche Redaktion! Am südlichen Kriegsschauplätze weilend, erhielt ich mehrere Exemplare des Kriegsgebetbuches von Dr. Grunlvald, für deren Zusendung ich, bestens danke. Die darin enthaltenen warmen Trostgebete, ganz besonders aber die schön übersetzten, dem ernsten Augenblicke angepaßten Psalmen haben nrir und einigen mitbeteiligten Glaubensgenossen seelische Erhebung bereitet. Ich erachte es für sehr erwünscht, daß dieses Büchlein in einer zlveiten Auflage, am besten im Wege des Kriegsfürsorgeamtes gemeinsam mit den Liebesgaben, an die Truppen behufs Abgabe an die bisher nicht beteilten Offiziere, Beamten und Soldaten jüdischen Glaubens, ferner an die Verwnndetenspitäler in den verschiedenen Orten der Monarchie versendet lverde. Hochachtungsvoll * Sigismund Bodek, k. u. k. Hauptmaun. Eine Ietdpostkarle. Herr Leopold Förster, Wien, erhielt von seinem Sohn^Oskar Förster, Feldwebel bei der 15. Division, Telegraphen-Abteilnng, Feldpost 92, vom 2. Oktober, eine Karte, in welcher es über die Abhaltung eines Jom Kipur-Gottesdienstes wörtlich heißt: „Am Abend habe ich, bei einem Bauern ein Zimmer nusräumen lassen und da habe ich zehn Leute Minjam zusammengenommen und einer von den Leuten war Vorbeter. Morgens 6 Uhr früh kamen wir wieder zusammen und es wurde weitergebetet. Um 10 Uhr wurde ich geholt und hatte dringende Depeschen zu erledigen. Militärische Angelegenheiten zu berichten ist strengstens verboten, nur das kann ich Dir mitteilen, daß ich bis jetzt neun Gefechte mitgemacht habe und immer Gott sei Dank glücklich entkommen bin. Also mit Gott, teuerste Eltern, seid herzlich ge-, grüßt und geküßt. Euer Sohn O s k a r." Herr Bruno Stiaßny, ein jüdischer Stabs f ü h r e r, schreibt an seine Eltern in Butschowitz: Teuerste Eltern! Gestern war Kol-Ridre. — Unsere Gedanken trafen sich, denn wie schön war es immer, als wir an diesem Abend alle beisammen waren, doch diesmal — Wir satzen in einer Scheune,

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