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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-10-23 · 42 (23.10.1914) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
42 (23.10.1914)
Date
1914-10-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 42 Seite 71Ö Dr. BloH's Wochenschrift seine Hand erchoben gegen den Köllig David. Gebt ihn allein heraus und ich ziehe ab von der Stadt." „Und das Weib sprach zu Joab: Siehe, sein Haupt soll dir herabgeworfen werden von der Mauer. Und das Weib kam zu dem ganzen Volke mit ihrer Klugheit und sie Hieben Schema, dem Sohne Bichris, den Kopf ab und warfen ihn dem Joab zu. Da stieß er in die Posaune und sie zerstreuten sich, von der Stadt weg, jeder nach seinem Zelte." Braucht es mehr als dieses einen Kriegsbild es aus der Bibel, um zu zeigen, daß es nach dem Attentate gegen den gemordeten Thronfolger Oesterreichs nur eines klugen Weibes bedurft hätte, um die Schuldigen auszuliefern, als ein Blutbad über die ganze, große, gesittete Welt der Gegenwart zu bringen!? Brauchte es mehr als dieses einen klugen Weibes, um eine volkreiche Stadt wie Antiverpen mit allen ihren Weltverbindungen zu erhalten, wenn die wenigen Verräter derselben dem Gemeinwohle geopfert worden wären!? Wer diese wenigen Schuldigen sind, wird einst die Geschichte kennzeichnen; das gekrönte Haupt des einst glücklichen, reichen Belgien, es steht an der Spitze der Gezeichneten! Wird für das nun mit Belagerung bedrohte Paris eine solche kluge Frau erstehen, die die Verräterköpfe des großen Kulturlandes büßen läßt, anstatt eine verführte, unschuldige Bevölkerung!? — Nein, gewiß nicht! Tenn das K riegsbild der Bibel ist zu wenig beachtet! (Dom Jahrmarkt des Levens. Jüdische Kelden. Die goldene Tapferkeitsmedaille wird bloß in Fällen außergeivöhnlicher Bravour und Tapferkeit, namentlich uw durch das heldenmütige Auftreten eines Soldaten ein militärischer Erfolg erzielt wurde, an Mannschaftspersonen vom Fähnrich abwärts verliehen; es ist also die höchste, mit einer lebenslänglichen Ehrengabe von 30 Kronen monatlich verbundene Auszeichnung für Soldaten, ähnlich wie der Thcrefienorden für Offiziere. Bisher wurden etwa dreißig goldene Tapferkeitsmedaillcn verliehen, darunter auch einige an Inden. Unter diesen befinden sich außer dem mittlerweile leider gefallenen Feldwebel Reif der Einj.-Freiw.-Korporal Dr. Otto Eisler (A. H. der zion. Verbindung „Jvria"» und der Feldwebel des 18. Landwehr-Infanterieregiments Mendel Fuß (Przemysl). Der k. u. k. Militärbaurechnuugsoffizial Oskar Freund der Militärbauabteilung des 11. Korps, derzeit zugeteilt dem Train im Felde, wurde in Anerkennung hervorragender Dienstleistungen vor dem Feinde mit dem goldenen Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Der Genannte ist ein Sohn des Kaufmannes Herrn Josef Freund in B u d w e i s. Die silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse erhielten unter anderen Einj.-Freiw. Julius Sofer aus Göding, Korporal Abraham Frei mann, Landwehr-Infanterieregiment Nr. 18. Zugsführer B u x - bau in, Landstnrmregiment Nr. 38, ferner Feldwebel Gedalje H i l s e n r a t, Infanterieregiment Nr. 24, dieser zeichnete sich nach dem Gefechtsberichte durch große Tapferkeit aus; während eines Angriffes lief er zu allen Teilen der Kompagnie und feuerte die Mannschaft an, stürmte im feindlichen Feuer voraus, um den Feind zu erkunden und würde am Halse schwer verwundet. Die silberne Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse erhielt der Infanterist Abraham Kom des Landwehr-Infanterieregiments Nr. 33. Oberleutnant Otto W i t t m a y e r, der auf dem südlichen Kriegsschauplätze schwer verwundet wurde, hat die Allerhöchste belobende Anerkennuug für tapferes Verhalten vor dem Feinde erhalten. Hohe Auszeichnung. Der ^ohu des in weiteren Kreisen bekannten und hochgeschützten Professors und Oberkantors Herrn Leon Kart s ch m a r o f s (Gr.-Kanizsa > wurde mit einer großen, nicht alltäglichen Auszeichnung bedacht. Es ist dies Herr Stabsarzt Dr. Snndor Kanizsay, der bereits in Friedenszeiten mit dem „Signum laudis" dekoriert wurde; er erhi.lt als Kommandant der k. n. r. Jnsanlerie-Divisions- Sanitärsanstalt Nr. 4? von S. M. dem Kaiser für seine ausgezeichneten Dienste als Sanitütschef, für tapferes und aufopferndes Verhalten vor dem Feinde das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens am Bande des Militär- Verdienstkreuzes. — Stabsarzt Dr. Kanizsay ist den Traditionen seines Elternhauses gemäß ein treuer und gläubiger Jude geblieben und hat sich als Mensch und als Arzt in seinen Garnisonen allgemeinster Achtung erfreut und sich jetzt in Zeiten schwerster Pflichterfüllung die erwähnte Allerhöchste Auszeichnung verdient und erworben. Silberne T a p f e r k e i t s m e d a i l l e 1. Klasse: Feldwebel Leo Luftig des Infanterieregiments 75 üverbrachte der Maschinengewehrabteilung einen wichtigen Befehl, der sie vor Vernichtung rettete. Freiwilligen-Automobilist Ingenieur Richard Adler hat gelegentlich des Angriffes des Gegners von Zamosc gegen Tomaszow sich freiwillig dem Befehle des dort rommandierenden Offiziers mit seinem Automobil unterstellt und trotz feindlichem Artilleriefeuer die ihm übertragenen Aufgaben mit bestem Erfolge gelüst. Reseroeinfanterist Adolf Breit des Infanterieregiments Nr. 75 rettete viele Kameraden im heftigsten Artilleriefeuer vor dem Ertrinken im Sumpfgraben. Fähnrich Wilhelm Wunderlich des Telegraphenregiments hat als Stationsleiter während der Beschießung von Rawaruska den Betrieb der Station aufrechterhalten und sie erst am nächsten ^vage auf Befehl abgetragen. Auch hat er die von ihm gebaute Leitung Krakowice—Rachazow unter feindlicher Einwirkung durch seinen persönlichen Einfluß so abtragen lassen, daß Mann und Material geborgen werden konnten. Korporal Schick des Landsturm-Infanterieregiments Nr. 38 hat sich beim Nachrichtendetachement des Abteilungskommandanten wiederholt durch schneidiges und findiges Vorgehen bei Lösung selbständiger Aufgaben besonders hervorgetan. Das Militärverdienst kreuz mit der Kriegsdekoration erwarb sich der Hauptmann des 50. Infanterieregiments Artur Berger, der sich im Gefechte bei Priboj als Kommandant einer isolierten Gruppe mit größter Zähigkeit durch 34 Stunden gegenüber der feindlichen Hauptftellung hielt, an die er bis auf 300 Schritte herankam. Er verhinderte damit einen feindlichen Vorstoß, der zur Umfassung der eigenen Kräfte geführt hätte. Regimentsarzt Tr. Karl Brust verblieb im Gefechte auf der Oftreby Planina nach dem befohlenen Abmarsch der eigenen Truppen auf dem L-chlachtfelde und brachte unter sehr schwierigen Verhältnissen 80 Verwundete in Sicherheit. Das Ritterkreuz des Franz Josef- Ordens am Band des Militärverdienstkreuzes war der Lohn dieser wackeren Tat. Der Leutnant in der Reserve des 81. Jnfanterie- .regiments Alexander Stern hat angesichts des völligen Mangels an Saniä'spersonal als angehender Doktor der

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