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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-10-16 · 41 (16.10.1914) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
41 (16.10.1914)
Date
1914-10-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nt 41 Dr. Bloch's Wochenschrift ■Seit- 103 den Heldentod gefunden hat. Ter Familie Fürth dringt mau ob des schmerzvollen Verlustes allgemein inniges Beileid entgegen. Russische Juden als Kriegsfreiwillige in der deutschen Armee. Bon in Königsberg seit langem lebenden russischen Juden meldeten sich zweiunddreißig als Kriegsfreiwillige im deutscheil Heere. Sie wurden angenommen. Ter Held Reif — gefallen. 9cach einer Meldung der „Narodni Lisch" ist der gewesene Infanterist Reif vom 31. L a n dw ehr infame rie - regiment TroPpau, der sich, wie gemeldet, auf dem russischen Kriegsschauplätze bei Lublin hervorragend ausgezeichnet hatte, wofür er zum Feldwebel befördert und vonl Kaiser mit einer, Geldspende bedacht wurde, am 12. September auf dem Schlachtfelde gefckllen. Barackenbauten für jüdische Flüchtlinge. Minister des Innern Dr. Freiherr v. Heinotd besuchte kürzlich in Begleitung des Statthalters Dr. Freiherrn v. Bleyleben die tut Bau befindlichen Barackenanlagen bei Nikolsburg, die zur Aufnahme von 6000 jüdischen Flüchtlingen aus Galizien und der Bukowina bestimmt sind. Die teils aus Holz, teils aus Ziegeln errichteten Baracken, welche Schlafräume, Küchen und Waschräume enthalten, gehen der Vollendung entgegen und dürften noch im Laufe der Woche ihrem Zwecke zugeführt werden. Außerdem ist für Jnfektionsräume, für eine Berwaltungskanzlei, Borratsräume, Latrinen rc. vorgesorgt. Der Minister, der auch zahlreiche Flüchtlinge mit Ansprachen auszeichnete, sprach sich über die getroffenen Einrichtungen sehr lobend aus. Aehnliche Baracken sind auch in Pohrlitz und Gaja im Bau. Ter bibelfeste Leutnant. Der „Neuen Hamburger Zeitung" schreibt ein Leser: Ich erhielt dieser Tage von einem Freunde, eilte ln In fanterielentnant, der mit dabei war, als Klnck den Engländern die ersten deutschen Hiebe gab, eine Feldpostkarte, die lautete: „Lieber Freund! Wir haben sie verhauen, die englischen Schentelmänner. Leider waren's nicht viele. Aber man hört, daß Mister Kitchener neue Massen auf den Kontinent werfen will. Bravo? Wenn ich Ihnen dann eine Feldpostkarte schicke, auf der nichts weiter steht als: Zephanja, .Kapitel 1, Bers 11, dann ist's so weit. Herzlichst Ihr B." — Ich schlug nach und las im Verse 11, Kapitel 1 des Propheten Zephanja: „Das ganze Krämervolk ist dahin!" Brief einer Soldatenmutter. Im isr. Tempel X., Humboldtgasse, wo zahlreiche jüdische Soldaten während der hohen Feiertage am Gottesdienst teilgenommen haben, wurde nachstehendes Schreiben einer Soldatenmutter, das vermutlich einem der betenden Soldaten verloren gegangen ist,-aufgefnnden: Liebes Kind! Hätte so manch: Angelegenheit Dir mitzutheaen, bin aus den Gedanken gekommen, vielleicht töntest Du 5 3 Tage Urlaub bekommen, wehrend un'ere ersten, oder zweiten Feiertagen, nehmlich zu den Neujahrsfest oder zum Versöhnungstag, fals es möglich ist versuche zu verlangen, da aber darauf nicht drenge, es ist mein Sehnsichtlicher Wunsch das Du mit ganz Leib und Seli treu für das theure Vaterland Kempfen solst, und Dich ja nicht von was zurückziehest sollst, ich selber wäre zu jederzeit bereit, man man mit. meiner kleinen Hilfe Nützen tönte, Arbeite mit alle Medchcn vom Orte an Bauchbinden Stuzzel, und hat man mir sehr viehl Weitzwüsche zusammengetragen, die ich diese Tage an den roten Kreuz nach Budapest absende. Fals Du kommen kanst, wolle ich auch mit der nächsten Pachtung eine Ordnung machen den die Bedingsnisse sind sehr schwirig, so mit Deiner Versicherung. Wan Du Sontag kamst darfst Du Dich in Geletnek nicht lange aufhalten, den wir fahren schon um 2 Uhr nachmitag fort, damals schon ganz fertig sein müssen, nehmlich rein gebadet mitag mahlt, u rein gekleidet. Jetzt will ich Dich aufmerksam machen, das Du ein wenig mit Geld sparen mögest, ich bin leider seidt meiner Operazjon zu schwach zu arbeiten wie früher, daher ich auch meine Füchten nicht Nachkommen kan, strecke Dich nach Deiner Decke, meine Kraft schwindet täglich, wan Du zu den Feiertagen nicht kommen kanst, kaum eine aussicht, das wir uns noch sehen, ich bin so schwach. Dich umarmt Deine aufrichtige Mutter. Bcla löst Dich Küssen und erwarten Dich Sehnsichtlich, jetzt Sonntag oder wan Du in Wien bleibst zum Versöhnungstag unser teuerer König denkt ja auch auf unsere großen Feiertagen wan es möglich ist, der arme hat diese Zeiten nicht gedacht zu erleben, nur soll alles treu für das 1h. Vaterland kempfen. Wer weiß? Leib I n s l i ch t recte M and! aus Stanislan, Holiczergasse 61, und M. B a r g - B e n d e l aus Lemberg — beide beim k. u. k. Fest.-Art.-Baon. 6, l.Komp., in Serrada, Post Folgaria, bei Trient (Tirolsuchen ihre Angehörigen. Gütige Nachrichten erbeten an das B e z i r k s r a b b in a t A m st e t t e n (Niederösterreichh lieber den Aufenthalt des Abraham M o r g e u - st e r n aus Zborow in Galizien lverden Mitteilungen erbeten an Anna L a n g h a m m e r, B u d a p e st, VI.. Bajza-utcza 25, Parterre 3. lieber den Aufenthalt der Berta Spielvogel, Fam. Josef Spielvogel aus Przemyslany, und Fam. Brand ans Krakowiee Mitteilungen erbeten an Jeremias Fichtenholz bei Josef Tuma, Prag III 500. Gemeinsames Ehrengrab oder Ehrengrab auf dem ifraeltifchen Friedhof? Karlsruhe, 20. Sept. Ter Stadtrat in N. hat für die in den dortigell Lazaretten sterbendell Kriegsteilnehmer auf dem allgeukeinen städkischcu Friedhof einen gemeinsamen Ehrenplatz vorgesehen und devl Rabbiuate den dringenden Wunsch ausgesprochen, daß auch die Leichen israelitischer Krieger daselbst bestattet lverden möchten. Obgleich zugesichert wurde, daß die Ehren gröber dauernd unberührt bleiben, also Hup und Aus grabungen nie stattsinden ivürdeu, hat das Rabbinctt erhebliche Bedenken geltend gemacht und die Entschließung des großherzoglichen Oberrats der Israeliten eingeholt. Diese, die auch für weitere Kreise von Interesse sein dürfte, ist am 7. d. M. wie folgt ergangen: „Die* Absicht des Stadtrates, alle in dortiger Stadt verstorbenen Kriegsteilnehmer ohne l'ntersehied des Glaubens und der Nationalität an einer gemeinsamen Stätte des neuen städtischen Zentralfriedhofs beerdigen zu hissen, ist gewiß als eine schöne, von edelster Menschlichkeit eingegebene anzuerkennen. Der Stadtrat dürfte jedoch zweifellos auch unsere Auffassung teilen, daß jetzt mehr denn je alles vermieden werden muß. was, von den maßgebenden religiösen Satzungen abgesehen, den berechtigten religiösen Empfindungen widerstreitet, Fs gehört nun zu den tiefsten religiösen Bedürfnissen eines Israeliten, mag er der orthodoxen oder der liberalen Richtung angehören, seine Grabstätte bei den „Gräbern der Väter", das heißt auf einem israelitischen Friedhofe zu finden. Dieses in dem ausgeprägten Familiensinn und der daraus sich ergebenden l’ietüt der Israeliten wurzelnde religiöse Bedürfnis verlangt in vorderster Reihe Berücksichtigung. Für die christlichen Bekenntnisse bietet diese religiöse Besonderheit der Israeliten den nicht zu unterschätzenden Vorteil, daß sie auch auf den nichtkonfessionellen Friedhöfen die christlichen religiösen Embleme sowohl bei den einzelnen Gräbern als im ganzen (große* Friedhofskreuze — wie ein solches für den fraglichen Zentralfriedhof vorgesehen ist —, Bilder in Friedhofkapellen) unbeanstandet anbringen können, so daß die nach dem Rechte interkonfessionellen kommunalen Friedhöfe tatsächlich sich als christliche darstellen, ohne daß die Israeliten dies" als Intoleranz empfinden und irgendwelchen Einspruch erheben. Andererseits sollte nun aber auch den Israeliten nicht nahegelegt werden, ihre verstorbenen Glaubensgenossen auf einem spezifisch christlichen Friedhof bestatten zu lassen. In dem vorliegenden Falle

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