Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 40 (8.10.1914)
- Date
- 1914-10-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Ar 40 Wochenschrift Seite «87 Dr. Bloch's Erstürmung der Festung Lüttich, befindet sich auch unser Glaubensgenosse, der Einjahrig-Freiwillige Musketier- Blum voll der 9. Kompagnie des Infanterieregiments Nr. 83, Sohn des Kaufmannes Elias B l u m aus Frankenau, Kreis Frankenberg, Bezirk Kassel. München. Der Einjahrig-Gefreite beim Stabe der 2. Inf.-Brigade Hermann R o s e n a u, Sohn des Hof jmoeliers Rosenau in München, hat am 20. September das Eiserne Kreuz erhalten. Herr Ernst Dülk e n aus F r a n k f n r r a. M., zurzeit im Felde, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Rittergutsbesitzer Richard I s r a e l, B e r t i n - Schnlzendorf, Mitglied des Kaiserlichen FreiivÜ-igeu Antomobilkorps, hat gleichfalls das Eiserne Kreuz er hallen. Auszeichnung des Feldwebels Reif. Der Feldioebel Julius Reif des Landwehr Insairterieregimertts Nr. 31, der, wie berichtet wurde, roegeu seines wiederholt bervieseneri Heldenmutes in drei Tagen ztlNt Feldioebel befördert und für die Verleihung der goldenen Tap'erkeitsmeda'lle vorgesclßagen wurde, ha', wie er auf einer Feldpostkarte seinen Eltern mitleilt, diese Auszeichnung bereits erhalten. Gleichzeitig ronrde ihm im Aufträge des Armee-Oberkommandos eine Ehren gäbe voll 200 Kronen überreicht. Eine tapfere Tat. Limburg (Lahn). Wie malt dern hiesigeil Lokalblatt mitleilt, hat der Gefreite L e v y aus Enten in Lothringen die Fahne seines Bataillons gerettet und die Mannschaften um sich gesammelt. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet uitb wurde zur Beförderung zum Leutliaitt vorgeschlagen. Riedermet-clung einer jüdischen Gemeinde. Nach Krakauer Meldungen haben die russischen Tot daten die gesamten Einwohner des Dorfes Prsitik in Rußland niedergemetzelt. Angeblich soll für die Kosaken Hafer geliefert worden sein, der vergiftet war. Ein großer Teil der Kosakenpferde sei infolgedessen an Ber gistullg verendet. Der Hafer war aber llicht von der Bevölkerung in Prsitik geliefert worden. Da aber der Borfall sich bei diesem Orte ereignete, gab der ruf fische Kommandant Befehl, das Torf chinzuäfchern. Das Bekenntnis eines Berliner antisemitischen Blattes. D'ie „StaatSbürgerzeitung" veröffentlicht eine Erklärung, ilt der es heißt, sie gebe im Hinblick auf die patriotische Haltung der gesamten Bevölkerung ihren Charakter als antisemitisches Blatt auf, und zwar nicht nur für die Zeit des Krieges, sondern auch für den kommenden Frieden. Die „lieben Juden". Nicht nur der Zar hat vor dem Kriegsausbruch seine „liebelt Juden" iu lockenden Worten apostrophiert und ihnen Erleichterungerl aller Art und politische Rechte versprochen, auch die russenfreundliche Auslandspresse, vor allem die englische, weiß über die vom Zaren großmütig vollzogene Iudenbesreiung ilt Rußlarid viel Schönes und Gutes zu berichten. Zur selben Zeit, da die Ententepresse von der neuen liberalen Aera in Ruß land faselt, erscheinen in der „Nowoje Wremja" Artikel, die von einem Wirtshausantisemitismus rohester Art triefen. In der Nummer vom 11. September war in der „Noipoje Wremja", von der strengen Präventivzensur zlveisellos genehmigt, folgende erbauliche Meditation zu lesen: „Die Stadt Löwen in Belgien ist eine rein jüdische Stadt, in der Art eines Schktolv oder Berditschew in Rußland, Städte, deren Einwohner an Oil Prozellt Inden sind. Als die Deutschen diese Stadt dafür, daß man aus den Häusern aus die Soldaten schoß, einer Strafe unterzogen, erwartete nielnand, daß die Deutschen die Strafe bis zur Zerstörung der Häuser durchführen werden. Man dachte, sie würden sich daraus beschränken, die Leute zu füsilieren. Die Deutschen aber lvaren wegen des herausfordernden Ueberfalles in einen solchen Zorn geraten, daß sie auch Baulichkeiten zu zerstören begannen. Da der größte Teil der Bauten in Löwen deli Juden gehört, so traf die über die Ttadt verhängte Strafe schmerzlich deren Tasche. Dieser Umstand war es also, der dann die Juden bewog, gegen das scharfe Bor gehen der Deutschell Schutz zu suchen. Im Präsidenten Wilson fanden die belgischen Juden natürlich ihren wärmsten Verteidiger, denn auch in seinem Adern fließt bas Blut der Parasitenrasse. Bon daher entstand die Forde rung, die jüdischell Bauten weder in Brüssel lloch in Paris zu zerstören, unter Arldrohnng, die guten Beziehungen abznbrechen. Der deutsche Kaiser lvird wahrscheinlich dern jüdischell Kahal ilachgeben mü'stn und auf seinen anfänglichen Gedanken verzichten, die Beieftigullgen von Paris, sobald dessen Belagerung ansängt. mit Hilfe der Zepveline, deren .Zahl jetzt voll l 7 aus 32 gestiegen ist, zu zerstören. Jeder dieser Zeppeline führt eine Nutz last bis 100 Pud. Mall kann sich vorstellen, welches Getöse entstehen ivürde, rvcmn auch nur die Hälfte der Lustschifse aus das belagerte Paris von oben Dpnamit zu werfen beginlien sollte. Millionenvermögen zu ver lieren, paßt den Juden absolut nicht, und darum haben sie Maßregeln ergriffen, um durch Wilion für das jüdische Gut eilte Schutzwehr zu errichten, während sie voll Freude die christlichen Völker weiter auseinander hetzen." So schreibt das führende Blatt des Mo^kowitertunls, das vor einigen Wochen um die Unterstützung der..lieben Iliden" gebuhlt bat. Diese wenigen Zeilen enthüllen die ganze Verlogenheit der herrschenden ru'sischen Kreist. Die ..lieben Juden" Rußlands iverden ans diesen Hirnver branntheiten der „Nowoje Wremia". die offenbar in einer Pogronlstimmullg entstanden sind, erfahren können, wie viel sie voll den Versprechungen des Zaren zu halten haben. „Meine lieben Juden." Angesichts der amtlichen russisthell Meldungen, wo liach eine Viertelmillion Juden im russischen Heere stehen, verdienen zwei Mitteilungen des Petersburger- Blattes „Rjetsch" vom 21. September Beachtung. Dort legt der bekannte russische Publizist Dimitrij F i l o - s o f o w Verwahrung ein gegen den Artikel des russischen Militärblattes „Ruskij Inwalid". worin die bisherigen Mißerfolge der französischen Armee daraus znrückgesührt iverden, daß dort zu viel Juden dienen. „Ruskij Inwalid" zählt bei den Franzosen drei jüdische Generalleutnants, fünf Brigadegenerale, vierzehn Obersten. 21 Vize obersten, 58 Majore und 107 Hauptleute auf. Ferner bringt der . Rsttsch" folgende amtliche Mit teilung: Der Minister für Votksaufklärnng hat ans Ersuchen des Professorenkolleginms der höheren Frauenkurst betreffend die Ausnahme von 77 Jüdinnen über die für die Juden bestimmte Einschränkungsnorm hin ans abgelehnt. Nach ausländischen Universitären dürsen die Jüdinnen sich gegenwärtig auch nicht begeben.