Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 36 (4.9.1914)
- Date
- 1914-09-04
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Teile 622 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 36 Kteratrrr. An die Abonnenten und Leser der „Motksschristen über die jüdische Hletigion". Unsere Jugend, der die „Volksschriften" in erster Reihe zugedacht sind, steht im Felde und kämpft für das Vaterland. Wir älteren aber haben in dieser großen und schweren Zeit keine Muhe, uns mit religiösen Fragen und Problemen zu beschäftigen. Darum Helle ich das Erscheinen der „Volksschriften" für den Winter 1914/15 e'n. Zieh« Frieden und Arbeit in alle Lande wieder ein, dann werden auch die „Volksschriften" im Oktober 1915 ihre Friedens- Arbeit innerhalb der Judenheit abermals beginnen. Karlsbad, im September 1914. Rrbouier Dr. I. Ziegler Herausgeber de»' „Vo ksfchnflen über die jüdische Religion". Ein neues hebräi sch -engli sches Lexikon. Unter dem Titel „Ozar Laschon Hamikra" hat die „Hebrew Publishing Company" in Rewnork das von A. Hareaoy verfaßte hebräisch-englische Lcrikon dieser Tage herausgcgeben. Das Lcrikon ist 900 Seiten stark, wovon 800 Seiten der Bibelsprüche gewidmet sind, während 100 Seiten jene neuen Wortb'loungen enthalten, durch welche die hebräische Literatur in der neueren Zeit bereichert wurde. Der Verfasser gibt in seiner kurzen Vorrede bekannt, daß er sich bei seiner Arbeit auf die Wörterbücher von Eeseni'üs, Fürst und Steinberg gestützt habe. Das neue Lerikon hält den Mittelweg zwi chen Wö t rbuch >und Lerikon/owohl was den S off a's auch was die etymologischen und grammatikalischen Erläuterungen betrifft. Das Lcrikon hat auch einen sehr wertvollen analytischest Inder, um das Herausfinden von Wörtern mit schweren, weniger bekannten Wurzeln zu erleichtern. Die englische Fachpresse von Amerika sowohl wie die jüdische rühmt die Exaktheit des Verfassers. _ In den Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft zu Wien (44. Band, 3. und 4. Heft, ediert im Juli 1914) finden sich zwei sehr interessante Aufsätze. Der erste ist „Die prähistorischen Perioden in Palästina" betitelt, enthält 24 Abbildungen im Terte und hat das wirkliche Mitglied der obgenannten Gesellschaft Herrn Dr. Artur Kohn (Wien) zum Verfasser; der andere Artikel trägi den Titel „Die Feuerungen der Juden im Zeitalter der Bibel und des Talmud", enthält vier Abbildungen und ist von dem Ausschußrate der obigen Gesellschaft Herrn Oberingenieur Anton D a ch I e r (Wien) versaßt. Beide Aufsätze erschöpfen die genannten Themen in vorzüglicher Weise, stützen sich auf Originalquellen, benützen die gesamte einschlägige Literatur und halten das Interesse des Lesers bis zum Schlüsse rege. Es ist unmöglich diese Arbeiten im Auszuge wiederzugeben: da heißt es: Gebildeter Glaubensgenosse, gehe hin und lies dieselben! _ Baum (Klattau). Dr. Artur Rosenberg. Beiträge zur Geschichte der Juden in Steiermark. Wien und Leipzig 1914. Wilhelm B r a u m ü I l e r, k. u. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler. KriefKaste«. K. in B. Im stehenden russischen Heere soll es etwa 55.000 jüdische Soldaten geben und in der ersten Reserve 150.000. Dr. F. Ohne Kürzung können wir derlei Berichte nicht abdrucken. Der dreifache Raum der „Wochenschrift" würde dazu kaum hinreichen. Julius St. Nächste Woche. Lilly Salten. Sie haben recht. In dieser unsagbar schwerer, naurigen Zeit ist es nicht am Platze, daß unsere jüdischen Frauen und Mädchen den gewohnten Toilettenluxus treiben und schmuckbelrden auf der Straße, in den Casts und Parkanlagen Aeracrnis err gen. In christlicher Gesellschaft hat man Gelegenheit, darüber sehr abfällige Urteile zu hören, die nicht ungerecht sind. Siegmund und Regine Kauderssche Heiratsausstattungs- Stiftung für mittellose jüdische Bräute. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von Kronen 220. Bewerbungsberechtigt sind: Arme jüdische Bräute, und zwar: a) In erster Rühe: Verwandte in der ersten, zweiten und dritten Linie aus der Familie des stifterischen Ehepaares Herrn Siegmund Kauders und dessen Gattin Frau Regine Kauders geb. Schlesinger, b) in zweiter Reihe: Verwandte in der ersten und zweiten Linie aus den Familien Dr. Anton Kauders aus Körmend in Ungarn und Johanna Wolf verehelichte Kauders aus Eisenstadt, Ungarn, Joses Schlesinger aus Tyrnau, Ungarn, und Johanne Neubrunn verehelichte Schlesinger aus Trenczin, Ungarn, e) endlich: Bräute österr. oder ungar. Staatsangehörigkeit, unter welchen bei gleichen Verhältnissen nach Wien zuständige oder daselbst geborene und bis zur Zeit der Bewerbung in Wien wohnhaft gewesene Einschreiterinnen bevorzugt werden. Verleihungstag: 26. November 1914. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Heimatsschein, Armutszeugnis, Sittenzeugnis, Verlobungsnachweis, eventuell Verwandt'chaftsnachweis und Meldezettel. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 30. September 1914. Einreichstelle: 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll). Bewerberinnen, welche sich vor dem Verleihungstage verehelichen. verlieren den Anspruch auf die Stiftung. Dr. .Adolf Sackssche Stiftung Dr Herz- und Aorta-Kranke. Bewerbungsberrchtigt sind: Bedürftige Personen ohne Unterschied des Geschlechtes, des Standes und der Religion, welche mit hochgradigen Herz- und Aorta-Krankheiten behaftett sind, an Kongestionen gegen den Kopf leiden und infolgedessen ihren Beruf aufgeben müssen. Bevorzugt sind: Ledige Männer. Zur Verleihung gelangen: Insgesamt 8476 Kwnen, und zwar: a) in Jahresünterstützungen im Betrage von je Kronen 600, zahlbar' in vierteljährigen Dekursivraten, deren erste am 1. April fällig wird, b) der hienach unoerteilt verbliebene Restbetrag in Unterstützungen von Fall zu Fall. Eesuchsbcilegen: a) Geburtsdolument, b) amtsärztliches Zeugnis über das mit Kongestionen gegen den Kopf verbundene Herz- und Aortaleiden des Eesuchstellers und über den Einfluß, welchen dieses Leiden auf die Berufsfähigkeit des Kranken ausübt: c) Armutszeugnis über die Vermögens- und Familienverhältnisse des Bewerbers, bezw. seiner Ellern, bezw. seiner Kinder. Leiter Tag der Einreichungsfrist: 30. September 1914. Einreichstelre1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Tinreichungsprotokoll). Bei unverändert gebliebenen Verhältnissen werden Bewerber, welche bereits im Genüsse dieser Stiftung stehen, in der Rege! in erster Linie berücksichtigt. _ Moses Ehrlich und Rosa Ehrlich-Slistung für Brautausstattung. - Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von Kronen 375. Bewrrbungsbrrechtigt sind: Arme jüdi'che Bräute. Bevorzugt sind bei gleicher Würdigkeit: a) In erster Linie solche bcwerbungsberechiigte Einfchreiterirlnen, welche von dem Stifter bezw. dessen Gattin in direkter Linie abstammen oder mit denselben in der Seitenlinie nicht über den sechsten Grad hinaus verwandt sind; b) in zweiter Linie nach Holleschau oder Kremfier zuständige Bewerberinnen. Verleihungstag: 3. Jänner 1915 (17. Thebet) als Sterbegedächtnislag des Herrn Moses Ehrlich. Gefuchsbeiiagrn: Geburtsschein, Armutszeugnis, Sittenzeugni', Verlobungsnachweis, gegebenenfalls Verwandt chaftsnachweis bezw. Heimatsschein. Letzter Taq der Einreichungsfrist: 30. September 1914. Einreichstelle: 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Tinreichungsprotokoll). Bewerberinnen, welche sich .vor dem Verieihungstage verehelichen, verlieren den Anspruch auf die Stiftung. Mar Marmorosch-Slistung für Schüler der Wiener Handelsakademie. Anzahl der Plätze: Einer oder zwei im Betrage von Kr. 600 bezw. Kr. 300. Bewerbungsberechtigt sind: Arme israelitische Schüler der Wiener' Handelsakademie. Bevorzugt sind: Bewerber, welch: mit dem Stifter Herrn Jakob Marmorosch, mit dessen Gattin Frau Rachel geb. Löbel oder mit deren Schwiegersöhnen Herrn Hermann Lemberqer und Herrn Karl Pisling verwandt sind, ferner in zweiter Lim: solche, welche in Bukarest geboren oder dort ihre Erziehung ganz oder zum Teile genossen haben. Verleihungstag: 23. November 1914 (5. Kislew). Eefuchsbeilagen: Geburtsschein,, Armutszeugnis, Schulzeugnisse, eventuell die ein Vorzugsrecht begründenden Nachweisungen. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 30. September 1914. Einreichstelle: 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Tinreichungsprotokoll). _ Kaiser Franz Jofef-Jubiläums-Skiftung zur Unterstützung isr. Waisen, errichtet von Philipp Thorsch. Anzahl der Plätze: 10 im Betrage von je Kronen 300. Bewerbungsberrchtigt sind: Arme Kinder israelitischer Konfession, welche das 14. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und nachzuweisen vermögen, daß ihr Vater in Wien gestorben ist oder daß derselbe bis vor seinem Tode in Wien sein ordentliches Domizil hatte. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Totenschein des Vaters (im Falle dieser nicht in Wien gestorben ist, erscheint ein legaler Nachweis erforderlich, daß derselbe bis vor seinem Tode sein ordentliches Domizil in Wien hatte), Schulzeugnisse. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 15. Oktober 1914. Einreichstelle: 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll).