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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-09-04 · 36 (4.9.1914) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
36 (4.9.1914)
Date
1914-09-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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3a.;6 Dr. BloH's Wochenschrift Seite 619 alle düsteren Schatten der nächsten Zukunft für kurze Zeit zu verwischen vermochten und ihnen eine glückliche Stunde bereitet hatte. Die Firma Jg. Schneider-» Nachfolger hat gezeigt, wie ungarische Gastfreundschaft geübt wird: reich, gut und vom Herzen? Prefzburg. Zur anberaumten Stunde, am Sonntag, den 16. d. M., ubends 7-> Uhr, war der hellbeleuchtete Tempel in allen seinen Teilen dichtgefüllt. Im Mittelschiffe der Synagoge waren die Plätze für die dahin kommandierten Soldaten reserviert und dicht besetzt, während in den vorderen Reihen Offiziere Platz fanden und in den anderen Teilen des Gotteshauses das andächtige Publikum Schulter an Schulter stand. Auch die Frauengalerien waren dicht besetzt. Zur angesetzten Zeit begann Oberkantor S ch w a z k i n den Bortrag des '21. Psalm es, wonach Oberrabbiner Akiba Schreiber die Kanzel bestieg und eine von heißestem Patriotismus durchglühtc und auf das Gemüt der Andächtigen tiefeirnvirkende Predigt hielt, die in einem Segen für König und Vaterland sowie für die verbündeten deutschen Krieger und für jedem einzelnen, der seine Familie zu Hause läßt und in den Krieg zur Bekämpfung unserer Feinde zieht, ausklang. Sodann wurde das Minchagebet verrichtet, woran sich das Sündenbekenntnis anschloß, ivorauf mehrere Psalmen rezitiert wurden. Der Oberrabbiner verrichtete hierauf vor geöffneter Bundeslade ein aus diesem Anlasse vom Chassam-Szofer (dessen Urgroßvater« verfaßtes Gebet. Nach dem Königsgebete, das vom Oberkantor samt Chor stimmungsvoll vorgetragen wurde, stimmte man die Volkshymne an. KaisersGcburtstagsseier in der großen Synagoge. Diesmal verlies die Geburtstagsfeier Sr. Majestät in der großen Synagoge in besonders solenner Weise. Mit militärischer Pünktlichkeit langte die jüdische Militürmannschast, zirka 200 Mann, in dem bereits dichtgefüllten Tempel an. Nach Beendigung des Morgeugottesdienstes und Vortrag der Königspsalmen bestieg Oberrabbiner Schreiber die dekorierte Kanzel und hielt eine wohldurchdachte, geistreiche Rede und schloß mit den Worten des königlichen Psalmisten, daß Gott die Jahre dieses edlen Fürsten bis an das äußerste Ziel menschlichen Lebens im Vollbesitze seiner körperlichen Kräfte und Geistessrische verlängere, den Waffen seiner Völker Sieg verleihe und ein ruhmvoller Friede dessen Jahre beschönige. Nach Rezitierung mehrerer Psalmen und Gebete für den König, an deren Ende der Hymnus gesungen wurde, schloß diese schöne Geburtstagsfeier. Salzburg. Unser Rabbiner Herr Dr. 'Idols Alt mauii hat unsere Gemeinde verlassen, um einem Ruse der neugegrüudcten Gemeinde in Meran Folge zu leisten. Aus Anlaß seines Scheidens sind Herrn Dr. A l t m a n u zahlreiche Ehrungen zuteil geworden. Mit Beschluß des Kultusvorstandes vorn 23. Juli 1914 wurde Herr Dok or Altmann zum Ehrenmitglied der ifr. Kultusgerueinde Salzburg ernannt und ihm gleichzeitig als Zeichen der Treue und Anhänglichkeit als Ehrenandenken ein Pokal überre-cht. Ganz besonders bemerkenswert ist, daß sowohl der k. k. Landespräsident als auch der B ü rge rmeister der Landeshauptstadt Salzburg sich veranlaßt gesehen haben, in besonders ehrenvollen und auer kennenden Zuschriften Herrn Dr. Altmann iniizuteilen, daß sie dessen Scheiden aus seiner bisherigen segensreichen Wirksamkeit bedauern und ihm für seine Verdienst^ den Dank aussprechen. Gleiche Zuschriften erhielt T-e. Ehrwürden vom Direktor der Staatsrealschute, vom Direktor des Obergymnasiums, von der Direktion des Mädchenlyzeums sowie von sämtlichen Unterrichtsanstalten Salzburgs zugemittelt, eine Ehrenkundgebung gewiß seltener Art. Zum Abschied am Bahnhose erschienen der gesamte Vorstand, der Vorstand des Frauen Vereines sowie die Schulkinder, so daß der ab reisende Rabbiner gerührt und tiesergrisfeu der Gemeinde für alle diese Beweise der Liebe und Treue herzlichst dankte. Möge es ihm gelingen, in seinem neuen Wirkungskreis die gleichen Früchte seiner Tätigkeit zu ernten. Beim österreichisch-ungarischen Konsul in Newyork. Die allgemeine Mobilisierung in Oesterreich hat sich auch in Newyork, wie uns von dort berichtet wird, fühlbar gemacht. Der österreichisch-ungarische Konsul Mr. Winters und sein Personal haben alle Hände voll zu tun, denn auf seinen Ausruf, der in allen österreichischungarischen Landessprachen, unter anderem auch in jüdischer Sprache, erschienen ist, haben sich schon am ersten Tage über 6000 Untertanen der Monarchie, unter ihnen auch viele Juden, gemeldet. Ein Vertreter der Neivyorker jüdischen Tageszeitung „Die Wahrheit" suchte den Generalkonsul aus, um ihn wegen der Haltung der in New York lebenden Juden, soweit sie österreichische oder ungarische Staatsangehörige sind, zu befragen. Der Konsul antwortete: „Die Juden haben sich stets als Patrioten ausgezeichnet, sie waren auch jetzt pünktlicher zur Stelle als alle anderen, und es gibt unter ihnen auch sehr wenige, fast gar keine Deserteure, welche ihren Aufenthalt in Newyork dazu benützen möchten, um sich dem Kriegsdienste zu entziehen. Ich bin überzeugt daß, wenn einmal die Mobilisierung bis in ihre äußersten Konsequenzen allgemein durchgesührt werden sollte, die Inden fast alle zur Stelle sein und ihre Heimfahrt unverzüglich antreten werden." Der Journalist bemerkt hierbei, daß die Stimmung, welche er in der österreichisch-ungarischen jüdischen Kolonie in Newyork vorsand, die gute Meinung des Konsuls vollständig rechtfertig!'. Alle Juden, mit denen er gesprochen, erklärten ihm, sobald sie gerufen würden, freudig in den Krieg gehen zu wollen, weil sie es als ihre Pflicht ansehen, in so schwerer ",eit ihrem Vaterlande zu dienen, umwmch.'. als es von dem größten Feind der Menschheit, von Rußland bedroht wird. Vermischtes. (Gottesdienst) Freitag, 1!i7 Uhr abends, Predigt. Im großen Tempel der israel. Kultusgemeinde, II., Tempelgasse 3: Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d. Im Tempel der israel. Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4: Rabbiner Dr. Armand K a m i n k a. Im Gemeindetempel, XVIII., Schopenhauerstraße 39: Rabbiner Dr. David F e u ch t w a n g. Im Gemeindetempel, XXI., Holzmeistergasse 12: Rabbiner Dr. M. R o s e n m a n n. Im Kaiser Franz Joseph-Jubiläumstempel, X., Humboldtgasse 27: Rabbiner Dr. A. L. M a n d e l. Im Kaiser Franz Joseph-Regierungs-Jubilüumstempel, V. Bez.. Siebenbrunnengasse 1: Herr Rabbiner Pros. H. R e i ch. Wien. (T r a u e r -And a ch t.i Montag den 7. d. M. findet im Tempel, IX., Müllnergasse, eine Trauer-Andacht für den kürzlich verewigten Gottlieb B e t t e l h e i m statt. Wien. (Spende.) Anor ym find uns von zwei Familien für Flüchtlinge 4 Kronen zugekommen. Die Ausspeiscaktion des Elternvereines ..Pestalozzi". In diesen schweren Zeiten, welche wir alle durchmachen, gibt es Zeichen der Opserwilligkeit, die unseren Mitbürgern zur besonderen Ehre gereichen. Wie groß ist die Not unserer Arbeitslosen und um wie viel größer ist sie, wenn diesen Bedrängten nicht die Sorge um die Verköstigung ihrer hungernden Kinder abgenommen wird. > Diesem Ziele widmet sich der Elternverein „Pestalozzi". Ist es ihm in Friedenszeiten durch die Opferwilligkeit seiner Mitglieder

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