Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 34 (21.8.1914)
- Date
- 1914-08-21
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Skr. 34 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 58b Am 18. d. M., 7 Uhr abends, fand im Bethaus-- verein, IX., Müllnergasse, in Anwesenheit des Vorstandes ein Festgoitesdienst stalt. Herr Kantor M e y e r o w i t s ch sang mit dem Chor und Orgelbegleitung die Kaiserpsalmen und sprach hierauf das Kaisergebet. Im Brigittenauer isr. Tempel erschienen Montag zum Festgottesdienst außer einer ungeheuren Menschenmenge sämtliche Vorstandsmitglieder und in Vertretung der Kultusgemeinde Herr Dr. Heinrich Schreiber sowie ein Delegierter der k. k. Polizeibehörde. Herr Oberkantor B a s s e r rezitierte die Kaiserpsalmen und Herr Professor Dr. R o s e n f e l d hielt eine patriotische Festrede. Mit einem Gebet für den Kaiser und der Jntonierung der Volkshymne durch die versammelte Gemeinde schloß die erhebende Feier. Im Jubiläumstempel in Margareten fand am 17. d. M. abends die Kaiserfeier statt. Unter den Festgästen waren zu sehen Vertreter der Zivil- und Militärbehörden, Vertreter des Vorstandes des Bezirksrates kais. Rat Thomas Porz er, der gesamte Bezirks- und Tempelvorstand mit den Präsidenten Adolf Hofmann und Kommerzialrat Moritz Hacker sowie dem Schriftführer Franz Frankl, mit dessen Hymnus die Feier eingeleitet wurde. Die Festrede hielt der Gemeinderabbiner Professor Reich. Den gesanglichen Teil exekutierte Oberkantor Weiß. Eine Stunde später fand die Kaiserfeier im Tempelverein „Beth Hachneseth", Landstraße, statt. Die Fest- Predigt hielt auch hier Herr Rabbiner R c i ch, die kantoralen Funktionen versah Herr erster Kantor M a t y a s. Im Vereine „Marpe lenefesch", II., Glockengasse 4, hielt Herr Jsak Rosner, die patriotische Festrede. " I Am 17. d. M., 7 Uhr abends, fand im Lokale des Bethaus- und Unterstützungsvereines „B'ne-B'rith", XX., Karajangasse 20, unter Leitung des Obmannes Herrn Michael Chameides ein Festgottesdienst statt. Herr Rabbiner Winter hielt eine Festrede. Mit Festgesängen, vorgetragen von dem Kantor Bakon, schloß die Feier. Während des Morgengottesdienstes im Bethausvereine Beth-Hamidrasch „Ohel Abraham", 9. Bezirk, Grüne Torgasse Nr. 28, fand ein Festgottesdienst statt, bei dem der Rabbiner Herr M. F l e i s ch m a n n die Festrede hielt. Zum Schlüsse wurde ein Gebet für die ganze tapfere Armee verrichtet. ■!_ i | j Baden. Anläßlich des Allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaiser Franz Josef I. fand Samstag, den 15. d. M., V2IO Uhr vormittags, im Tempel der israelitischen Kultusgemeinde in Baden im Beisein des Gesamtvorstandes und einer zahlreichen Versammlung ein Festgottesdienst statt. Die Festpredigt voll patriotischer Begeisterung hielt Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner W. Reich,, nach deren Beendigung die Andächtigen, welche das Gotteshaus buchstäblich füllten, die Volkshymne mit voller Emphase anstimmten. Die kantoralen Funktionen versah der als Gast eingeladene Herr Oberkantor Oe st e r r e i ch e r und erntete vielen Beifall. In Wr.-Neustadt fand am 15. d. M. in oer Synagoge ein patriotischer Festgottesdienst statt. Herr Rabbiner Weiß hielt eine patriotische Ansprache und Herr Oberkantor M. A. Landau rezitierte die Psalmen und verrichtete ein Gebet für die in den Krieg ziehenden Gemeindemitglieder, insbesondere Regimentsarzt Dr. Wilhelm Wolf und seine beiden Söhne. In Mähr.-Weißkirchen erschienen zum Festgottesdienst im israelitischen Tempel der k. k. Bezirkshauptmann, k. k. Postverwalter, k. k. Bezirksrichter, der Direktor des Staatsgymnasiums, der Leiter des k. k. Hauptsteueramtes und der gesamte Beamtenkörper. Herr Kantor Leop. Fuchs rezitierte die Kaiserpsalmen und in Abwesenheit des Herrn Rabbiners, der pls Feldprediger bei der Armee weilt, hielt Herr Kultusvorsteher S. Kober eine patriotische Ansprache. Herr Kantor Fuchs verrichtete das Kaisergebet. Mit der Volkshymne schloß die erhebende Feier. In Kremsier fand ein Festgottesdienst für die in den Krieg ziehenden jüdischen Soldaten statt. Herr Oberkantor Reichard rezitierte Psalm 21 und Herr Rabbiner Dr. A. Schweiger hielt eine patriotische Predigt. Zum Schlüsse betrat der Vorsteher kais. Rat Ignaz Knöpselmacher die Kanzel, um in schwungvollen Worten in tschechischer Sprache die Soldaten zu begrüßen. Er schloß mit einem begeisterten dreifachen Hoch aus Se. Majestät den Kaiser, worauf die tausendköpfige Versammlung die Volkshymne anstimmte. Sämtliche Spitzen der Militär-, politischen und Kommunalbehörden waren bei der Feier anwesend. In D 0 b r i s fand die Kaiserseier unter zahlreicher Beteiligung statt. Rabbiner Dr. I. Eisenberg hielt eine ergreifende patriotische Predigt. Die spanische Botschaft in der Jüdischen Volksküche. Am 18. August fuhr ein eleganter Herr im Auto in der Krummbaumgasse vor und verlangte ein Mittagessen zu kosten, wobei er der anwesenden Vorsteherin Frau Kadisch alles Lob über die Güte und Quantität der Portionen spendete. Der Herr, der sich nicht vorstellen wollte, kaufte hierauf 750 Mittagessen. Bald nach ihm erschienen mit seinen Marken russische und serbisch-jüdische Familien, die unter dem Schutze der spanischen Botschaft stehen und die hiermit auf Wochen mit Mittagskost versehen sind, und erklärten, es sei der Herr ein Mitglied der spanischen Botschaft, wie sie sagten, der Botschafter selbst, gewesen. Frau Kadisch hatte also recht, als sie in der Sitzung der Kultusgemeinde von dem effektiven Schutz sprach, den die Schutzbotschafter den jüdischen Angehörigen geben, denn auch wir in der Wohlfahrtspflege arbeitenden Frauen sind gewohnt, nur aus Sachkenntnis zu sprechen, wenn wir das Wort ergreifen. C. Benedikt. Adoption eines jüdischen Waisenmädchens zwischen 4—5 Jahren. Ein junges, den besten Ständen angehöriges Ehepaar ist geneigt, ein mittelloses 4—5jähriges Mädchen, dessen Vater im Kriege gefallen ist, zu sich zu nehmen. Anfragen an die Kanzlei des Ferienheims, IX., Türkenstraße 17. Kinderausfpeifungen. Ein Komitee, an dessen Spitze die Arztensgattin Helene Stein, die Advokatensgattin Sabine Brüll und die Privatiersgattin Eduard Weiß stehen, hat eS unternommen, hundert Kindern armer Einberufener des 20. Bezirkes freien Mittagstisch zu verabreichen. Zu diesem Zwecke hat der Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Siegfried Brüll in seinem Hause, 20. Bezirk, Wallensteinstraße Nr. 55, passende Parterrelokalitäten kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Verein „K u r f ü r s 0 r g e" in Wien hat zu diesem Zwecke eine Spende von 500 Kronen geleistet. Damit ist der Bedarf für den ersten Monat beiläufig gedeckt. Die weiterhin erforderlichen Beträge sollen durch Spenden von Wohltätern ausgebracht werden. Da bekanntlich der 20. Bezirk zumeist von mittellosen Arbeiterfamilien bewohnt ist, verdient der angestrebte Zweck allfeitige För-