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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-08-14 · 33 (14.8.1914) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
33 (14.8.1914)
Date
1914-08-14
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 574 Dr. Bloch's Wochenschrift ■s [( ■2, Malheur, daß er mit dem Lulof an der über ihm hängenden „Ner tamid"-») anstieß, was die Folge hatte, daß der Oeltiegel herunterfiel und die zunächststehenden Beter ganz mit Oel begossen wurden. Er würde vielleicht noch mehr Unheil in der!Synagoge gestiftet haben, wenn diesem vandalischen Treiben nicht schnell ein Ende gemacht worden wäre. Die zwei mit Oel übergossenen' Andächtigen packten in ihrem Zorne ihm beim tragen und setzten ihn in höchst unsanfter Weise an die Luft und obendrein wurde ihm vom Tempeldiener die strenge Warnung erteilt, sich nicht mehr in der „Bergeischul'" blicken zu lassen. Dies war wohl ein harter Schlag für Mendels frommes Gemüt, doch wußte er sich zu trösten und beglückte bald eine andere Synagoge mit feinem täglichen Besuche, und das war die „Agramer Schul'". Dort wurde er mit keiner „Amida" am Luloffeste beehrt, und so hielt er auch lange in dieser Synagoge aus. Freilich fehlte es auch dort nicht an heiteren Intermezzos, wo unser Mendel die Hauptrolle spielte, doch da selbe sich zumeist nur am „Purimfeste"-'), an welchen Tagen er seit seiner letzten Ausweisung aus der „Bergelschul'" seine ganze Komik konzentrierte, so ließ man ihm, da am „Purim alles frei ist", ungestört gewähren. Mendel kam nämlich in der Purimnacht mit einem kolossalen Zuckerhammer in die Schule. Wohlweislich hatte er denselben gewöhnlich hinter den Rock verborgen. Während des Vorlesens der „Megilla"--) verhielt er sich sjo lange ruhig, bis der Vorbeter zur Stelle „Haman ben Hamdasjä haagagi"--') kam. Doch nur bis dahin, und cs konnte auch niemand der andächtigen Zuhörer ahnen, was im Innern Mendels vorging. Die Szene änderte sich plötzlich, als die bedeutsamen oben crwähnien Worte vom Vorbetcr ertönten. (Schluß folgt.) Weratur. Moses ben Maimon. Sein Leben, seine Werke und sein Einfluß. Band II. (Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums.) Leipzig 1914, Gustav Fock. Dieser zweite Band der monumentalen Maimonidcs-Erdächtnisgabe enthält eine kritische Biographie des großen Denkers aus der Feder S. E p p e n st e i n s, der mit der Wiederholung des Vorwurfs der Ausschließlichkeit und Schroffheit gegenüber dem Fassungsvermögen der Masse (Seite 29, 83) dem großen Geist unrecht tut, für den auch in diesem Punkte die Erfahrungen der Praris sprechen. Die ausführlichen Jnhaltsgaben, der Hinweis auf die Benützung durch deutsche Autoren des Mittelalters, wie Isak aus Wien, Anführung von charakteristischen Zügen, wie dem schönen Bekenntnis zur Zugendliebe, d. i. dem Thorastudium (82), die Betonung der durch Maimuni geleisteten Durchgeistigung des Judentums u. a. seien besonders hervorgehoben. Berliner stellt von neuem das Material zur Entkräftung der Annahme eines Krypo-Mohammedanismus Maimunis zusammen. Bacher s. A. behandelt die Aguda in Maimunis Werken und den sprachlichen Charakter des Mischne Thora, Z. G u t t m a n n M.s Beziehungen zu älteren jüdischen Religionsphilosophcn, B a n e 1 h M. als Chronologen und Astronomen, M. Guttmann und L. Blau zeigen den Mischne Thora von zwei neuen Seiten, der eine als das Werk eines kühnen, sich über das Hergebrachte vielfach genial hinwegsetzenden Dezisors, der zweite als eine im Geist der zeitgenössischen islamitischen wie christlichen Literatur geschaffene Zusammenfasfung nicht nur des Talmuds, sondern des gesamten Judentums. M. Dolkskchriften über die jüdische Religion. Herausgegeben von Dr. Z Ziegler. II. Jahrgang, '5. Heft. M. D i e n e m a n n, Judentum und Christentum. 6. und 7. Z. E I b o g e n, Gottesdienst und synagogale Poesie. Das Heft zu 1 Krone. -") Ewige Lampe. -') Jüdischer Fasching. --) Geschichte der Esther und Haman. -•') Beim Verlesen obiger Geschichte wird in allen Gemeinden bei jemaligem Melden Haman durch die sogenannten „Hamanklopser" ein großer Lärm verursacht. Nr. 33 Treffend stellt Dienemann die beide Religionen kennzeichnenden Gegensätze in der Auffassung vom Wesen des Menschen, von Sünde und Erlösung, von Messianismus und Gesetz, von Synagoge und Kirche einander gegenüber. — Elbogen gibt in populären Auszuge die Ergebnisse seiner langjährigen, kürzlich in einem größeren Werke niedergelegten Forschungen. M Zur Mobilisierung. Die Bestimmungen der Mobilisierungsgesetze (Kriegsleistungsgesetze) sind von einschneidender Bedeutung nicht nur für jede Gemeindevertretung, sondern auch für jeden Staatsbürger, da es kaum jemanden geben dürfte, der nicht selbst oder durch einen Angehörigen den Wirkungen der Gesetze unterworfen wäre. Die Nächstliegende Notwendigkeit ist, sich mit dem Gesetze selbst vertraut zu machen, was am besten geschieht durch die soeben bei Ulr. Mosers Buchhandlung (Z. Meyerhoff) in Graz in zweiter, erweiterter Auflage erschienene Broschüre „Die Mobilisierungsgesetze vom 21. und 26. Dezember 1912. Gemeinverständlich erläutert unter Heranziehung der übrigen militärrechtlichen Bestimmungen. Herausgegeben von Georg Kvergiä, k. u. k. Oberst i. R." Das Büchlein enthält den Wortlaut der Gesetze betreffend den Unte:haltsbeitrag an Angehörige Mobilisierter zum täglichen Leben, zum Mietzinse u. a., — betreffend die Stellung der Pferde und Fuhrwerke und ihre Bereithaltung — betreffend die Dienstleistung für Kriegszwecke und ihre Entlohnung, sowie einen Anhang: Grundzüge des Völker- und Kriegsrechts. Eine Reihe von Erläuterungen sind den Eesetzesterten beigefügt, ferner die Durchführungsverordnungen dazu. Das praktische Büchlein ist zum Preise von Kronen 1.20 (postfrei Kronen 1.30) durch jede Buchhandlung sowie vom obengenannten Verlage in Graz zu beziehen. Eine Abonnentin. Eine Dame richtet an uns unter Ileberfchrift: „Gold gab ich für Eisen" folgende Anfrage: Sehr geehrter Herr Doktor! Sicherlich werden viele jüdische Frauen wie ich den Wunsch haben, ihre goldenen Eheringe als Spende dem „Silbernen Kreuz" zur Unterstützung der zurückgebliebenen Familien zu widmen und hiesür die eisernen Ringe als Ehrenzeichen zu tragen. — Ich habe jedoch Bedenken, ob vom religiösen Standpunkte dieser Vorgang gestattet ist, da der Ehering doch das Symbol des Ehestandes der jüdischen Frau bedeutet. Ich bitte Sie daher, in Ihrem geschätzten Blatte um freundliche Auskunft, ob meine Bedenken begründet find oder nicht, und würden Sie durch die Veröffentlichung auch der Anfrage gewiß einer großen Zahl der Leserinnen Ihres gesch. Blattes die Anregung zu gleichem Handeln geben. Mit bestem Danke zeichne hochachtungsvoll Eine Abonnentin. Antwort der Redaktion: Vom religiösen Standpunkt ist es absolut unbedenklich, den goldenen Trauring für heilige vaterländische Zwecke zu opfern und wir können unsererseits den Vorgang nur billigen und empfehlen. K. 4. Warschau, das nunmehr von der russischen Gewaltherrschaft befreit ist, hat die größte Judengemeinde Europas. Bei einer Bevölkerung von 711.983 Einwohnern 230.000 Juden. Joses Weisz, Ung.-Brod. Besten Dank. Ist uns auch von anderer Seite zugekommen — allerdings mit kleinen Aenderungen. Adam Herzfeld'fche Ausstattungs-Stiftung für im Brautstande befindliche Vcrumndte. Anzahl der Platze: Einer im Betrage von 230 Kronen. Vewerbungsberechtigt sind: Mit dem Stifter verwandle, arme, sittsame israelitische Mädchen, welche sich im Brautstande befinden. Gesuchsbeiiagen: Geburtszeugnis, Armutszeugnis, Siltenznignis, Vrautstandszeugnis und Nachweis der Verwandtschaft. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. August 1914. Einreichstelle: I., Seiteustetteugasse 4, 2. Stock (Einreichnngsprolokoll). Bewerberinnen, welche sich vor der Verleihung der Stiftung verehelichen, werden des Anspruches an dieselbe verlustig. W i c n, 1. August 1914. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien.

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